Die neue Regelung auf der unteren Hauptstraße: Radfahrer müssen auf die Straße

Seit Februar lenkt die Stadtverwaltung die Radfahrer auf der unteren Hauptstraße vom Radweg auf die Fahrbahn. Nur wenige halten sich dran, und die klagen über rücksichtslose Autofahrer. Nun hat die Stadt „Polizisten aus Blech” aufgestellt. Die werden weiter ignoriert, die Radaktivisten sind endgültig irritiert.

Die untere Hauptstraße zwischen Dechant-Müller-Straße und Driescher Kreisel ist eine Einbahnstraße mit Radwegen auf beiden Seiten. Der Hochbordradweg Fahrtrichtung Innenstadt war schon lange gefährlich – weil sich hier die Beifahrertüren auf den engen Radweg öffnen.

Die Grünen und die Radfahraktivisten von ADFC sowie Provelo fordern daher seit langem, die Hauptstraße in diesem Bereich zur verkehrsberuhigten Fahrradstraße oder Tempo-30-Zone umzuwidmen.

Statt dessen hatte die Stadt im Februar den Hochbordradweg gesperrt und die Radfahrer auf die Fahrbahn geleitet – was angesichts des starken PKW-, LKW- und Busverkehrs zu Protesten führte.

Inzwischen müssen Autofahrer auf der Straße beim Überholen mindestens 1,5 Meter Abstand zum Radfahrer halten, was auf der engen Hauptstraße zu einem effektiven Überholverbot führte. Und zu häufigen Konflikten mit drängelnden Autofahrern.

Jetzt zeigt die Stadt „klare Kante für Radfahrer”. So ist eine Pressemitteilung überschrieben, die eine neue Beschilderung am Anfang der Engstelle erläutert.

Demnach bewachen zwei „blecherne Polizisten“ den rechtsseitigen Bürgersteig. Zu ihren Füßen weise zudem ein aufgemaltes Verbotsschild „deutlich darauf hin, dass Fahrräder vom engen Bürgersteig auf die Fahrbahn wechseln müssen”.

Allerdings: Kinder bis zum 8. Lebensjahr müssen und Kinder bis zum 10. Lebensjahr und ihre Begleitung dürfen hier auch weiterhin mit dem Fahrrad auf dem Gehweg fahren, erläutert die Stadt.

Nach der 270 Metern, so die Stadt, hätten die Radfahrer wieder die Wahl: kurz vor dem Driescher Kreuz dürfe der Bürgersteig wieder alternativ zur Fahrbahn genutzt werden. Dort sei die Bordsteinabsenkung jetzt zusätzlich geebnet worden.  

Der Grund für die Änderung für die neue Verkehrsführung seit Februar sei eine Unfallhäufung gewesen – ausgelöst durch eine räumliche Enge, unangepasste Geschwindigkeit und viele Geisterradler.

Die Stadt räumt ein, dass diese Maßnahme „am Beginn für Unverständnis und Kritik” sorgte. Die Ergebnisse seien dennoch gut: Bislang habe es keine weiteren Kollisionen gegeben.

Allerdings sei dennoch „eine hohe Zahl von radelnden Verbotsverweigerern” registriert worden, die weiterhin „hartnäckig die alte Route benutzten”.

Diesen Verweigerern soll nun durch die Blechpolizisten und das auf den Boden aufgebrachte Verbotsschild Einhalt geboten werden. Die nun unmissverständliche Kennzeichnung der Flächen solle alle Verkehrsteilnehmer:innen auf die für sie vorgesehenen Wege aufmerksam machen und die häufigen Konflikte auf dem begrenzten Platz minimieren.

Der Rollerfahrer macht es richtig, der Radfahrer ist verboten unterwegs

Dabei ruft die Stadt Autofahrer, Fahrradfahrer und Fußgänger zu gegenseitiger Rücksicht auf. Mit der Kreispolizeibehörde sei vereinbart worden, dass Verkehrsverstöße in diesem Bereich verstärkt kontrolliert und geahndet werden.

Am Dienstag zeigte die neue Beschilderung noch keine Wirkung. Unbeeindruckt passierte etwa jeder zweite Radfahrer die blechernen Polizisten.

Zahlreiche engagierte Radfahrer machten dagegen ihren Unmut in der Facebook-Gruppe „Was Bergisch Gladbach bewegt” deutlich. Die neue Beschilderung sei lediglich eine Gefahrenquelle, die Flut von Schildern sorge für weitere Verwirrungen und Unsicherheit.

Für den ADFC sind die Blech-Polizisten zwar in Ordnung, aber eigentlich müsste die Stadt hier Schilder für Autofahrer aufstellen: „einspurige Fahrzeuge überholen verboten“. Eine Kollision habe sich zum letzten Mal 2016 auf dem Hochbordradweg ereignet, berichtet der ADFC-Vorsitzende Bernhard Werheid. Auch in diesem Fall sei der ADFC nicht konsultiert worden. 

Maik Außendorf, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Stadtrat, begrüßte die angekündigten Kontrollen der Polizei: er werde nahezu täglich in gefährlicher Weise zu eng überholt. Die Einrichtung einer verkehrsberuhigten Fahrradstraße sei jedoch die deutlich bessere Lösung; nur sei das zuletzt am 9. Juni von der CDU im Verkehrsausschuss abgelehnt worden.

Kritik an der Flut von Schildern, die zudem zu niedrig angebracht seien, weist die Stadtverwaltung zurück. Zum einen handele es sich bei der Begrenzung der Zahl der Schilder pro Pfosten auf eine Soll-Vorschrift. Zudem seien die Blechpolizisten dort nur zeitweise stationiert: Sie sollen nach einigen Wochen wieder verschwinden, sobald sich die Verkehrsteilnehmer an die Situation gewöhnt haben.

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15 Kommentare

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  1. Hallo Herr Funcke,
    wenn es sich so verhält, wie Sie sagen, lag ich falsch. Habe mich von anderen Baustellen, bei denen der ADFC mitwirkt/e, verleiten lassen, eine Vermutung anzustellen.

    Wenn ich der Meinung bin, dass Autofahrer nicht in die kaum verhandene Verkehrsplanung eingebunden sind, dann betrifft das die Einschränkungen, die zugunsten der Radfahrer vorgenommen wurden (Radspuren auf engen, verkehrsreichen Straßen, 1,5 m Abstand etc.), dann aber für beide Verkehrsteilnehmer zur Gefahr wurden. Der Autofahrer – wenngleich er sicher sehr viel mehr zur Sicherheit auf den Straßen beitragen könnte – wird im Schadensfall fast immer der Beschuldigte sein, weil der Radfahrer der Schächere ist. Dass aber solche Fälle vorprogrammiert werden, geht auch zulasten solcher Vereine wie des ADFC, die oft Ihre sicher vorhandene Daseinsberechtigung zum Selbstzweck machen.

    Bei Ihrem Informationsstand können Sie mir sicher sagen, inwiefern der ADFC bei den unsäglichen Radspuren auf der Kölner Straße involviert war oder bei den Planungen auf der Buddestraße mitmischt?

    Bei diesem Verein fehlt mir die Ausgewogenheit. Meine oben geschilderte Tätigkeit sah mich oft morgens um 6:00 Uhr mit im Wortsinn rasenden Fahrradfahrern konfrontiert, die verbotenerweise Fußgängerüberwege derart nutzen, dass ich kaum mit meinem ASB-Fahrzeug Gelgengheit hatte, zu bremsen. Dies und einige Scenen mehr, die, jedenfalls noch nie von mir öffentlich wahrgenommen, vom ADFC ebenso an den Pranger gestellt werden müssten wie das Verhalten mancher Autofahrer.

  2. @Rolf Havermann: Ich möchte Sie bitten Ihre folgende Aussagen mit den entsprechenden Quellen zu belegen. Bezugnehmend auf alle Artikel, die mir zu diesem Sachverhalt bekannt sind, ist ihre Aussage für die untere Hauptstraße nicht zutreffend.

    “Da werden jahrelange Gewohnheiten wie der Radweg auf der unteren Hauptstraße, der m.E. nicht zu großen Problemen führte, zugunsten von fragwürdigen Änderungen aufgegeben, nur weil der ADFC das meint, initiieren zu müssen.”

    Das Gegenteil ist der Fall. Der adfc hat mit seiner Expertise in erster Linie auf die Aktion der Stadtverwaltung reagiert (müssen). Sie (die Stadt) hat – alle Gründe sind diesem und den anderen verlinkten Artikeln zu diesem Thema zu entnehmen – aufgrund von Unfallhäufungen die Verlegung des Radverkehrs (meine Meinung: in nicht fachgerechter und den Radler unnötig gefährdenden Art und Weise) auf die Fahrbahn veranlasst. Der adfc hat dazu originär in keiner Weise beigetragen. Im Gegenteil. Er bemängelt die Umsetzung auf das Schärfste: https://in-gl.de/2020/02/13/neue-radverkehrsfuehrung-hauptstrasse-misslungener-schnellschuss/ Was nicht heißt, dass er eine konsequente, sinnvolle und sichere Nutzung durch Radfahrende – z.B. durch Umwidmung in eine Fahrradstraße – nicht befürworten würde. So mein Verständnis auch aus persönlichen Gesprächen mit Vertretern des adfc.

    Und bezüglich der Unausgewogenheit der Verkehrspartner und der ungerechten (Um-) Verteilung des zur Verfügung stehenden Verkehrsraumes geben ich Ihnen Recht. Aber – wie von Ihnen impliziert – bestimmt nicht zu Lasten des Autos. Diese Ansicht kann ich für unsere Stadt nur als absurd bezeichnen. Und selbstverständlich muss sich der Autofahrer nun mit dem Radfahrer als schwächeren Verkehrsteilnehmer im Rahmen der StVO auf der Fahrbahn arrangieren. Er könnte aber alternativ auch einfach die für den Durchgangsverkehr eigentlich vorgesehene Kalkstraße Richtung Zentrum nutzen.

    Beim Thema Aktionismus wären wir dann endlich vollkommen einer Meinung. Wenn ich auch vermute, dass Sie diesen aus anderer Sichtweise als eben solchen bewerten.

  3. Ich glaube bei der Überschrift liegt ein Irrtum vor, es muss nicht heißen “Klare Kante für Radfahrer”, sondern “Klare Kante gegen Radfahrer”.
    Ich kann vielleicht verstehen, dass die Fußgänger geschützt werden sollen. Aber wieso die Fahrradfahrer geopfert werden sollen, verstehe ich nicht.
    Wieso sagt man nicht einfach: Wir wollen keine Radfahrer in Bergisch Gladbach haben. Das würde wenigstens jeder verstehen.

  4. Mit Sicherheit werden die Verantwortlichen für die Fahrrad-Politik in BGL Gründe anführen könne, warum ein bekannter Radweg plötzlich auf die Fahrstraße der Autos soll. Mich würde interessieren, wie sie die Gewichtung von Fußgängern und Radfahrern vornehmen. Die Radfahrer haben sich jetzt in eine größere Gefahrenzone zu begeben als sie es auf dem bisherigen Radweg war. Also ist der Fußgänger höher zu bewerten als der Radfahrer, oder was? Der Autofahrer findet in diesen Überlegungen scheinbar überhaupt nicht statt. Mag er doch mit dem Radfahrer mitten auf der Straße zurechtkommen, wie er will, oder was?

    Die Unausgewogenheit der Verkehrsplanung in BGL ist an Diletantismus nicht zu überbieten. Da werden jahrelange Gewohnheiten wie der Radweg auf der unteren Hauptstraße, der m.E. nicht zu großen Problemen führte, zugunsten von fragwürdigen Änderungen aufgegeben, nur weil der ADFC das meint, initiieren zu müssen. Dieser Feigenblatt-Aktionismus mit den lächerlichen Polizeimännchen wird keinem Verkehrsteilnehmer an dieser Stelle gerecht.

  5. Das Argument „das Ergebnis sei gut: bisher hat es keine weiteren Kollisionen gegeben“ beinhaltet doch viel mehr Faktoren als nur die Änderung der Verkehrsführung für Radfahrer!
    Beispielsweise: Nach der Änderung im Februar war der Autoverkehr im März und auch April coronabedingt stark zurückgegangen. Seit April/Mai ist es auch morgens und abends heller, die Sichtverhältnisse ganz anders. Wie es im Herbst/Winter aussieht, bleibt abzuwarten.

    Das Problem sind nach meiner Erfahrung auch nicht nur die (Bei)Fahrertüren, sondern die vielen Ein- und Ausfahrten zu den Parkflächen/Hinterhöfen der Häuser, sodass zwangsläufig der Rad- oder jetzt Gehweg gekreuzt werden muss. Eine Anlieger und Fahrradstraße würde dies viel besser lösen.

    Ich fahre diesen Abschnitt sowieso nie gerne und mich sträubt es richtig, dort auf die Fahrbahn zu wechseln und zwischen die Autos zu quetschen. Der ehemalige Radweg kam mir sicherer vor, auch wenn man sehr sehr aufpassen musste, was links und rechts passiert.

    Die Idee von Gudrun Monier finde ich gut, solange die Straße mittig zu befahren (das schützt dann auch vor den Fahrertüren). Man muss nur die Nerven behalten ….

  6. Nach längerer Fahrradpause habe ich mehrere Fahrräder zum Fahradprojekt zur Wartung und Reperatur gebracht. Ich bin deutlich sichtbar in die Untere Hauptsraße auf die Fahrbahn gewechselt und wegen einzuhaltender Abstände bis zum Projekt selbstbewußt mitten auf der Fahrbahn gefahren. Es gab keine Probleme. Vielleicht lag es auch daran. Einfach ist das allerdings nicht. Anmerkung zum Bus. Es gibt dort die Haltstelle “Dechant-Müller-Straße” stadteinwärts, die absolut BEHINDERTENFEINDLICH ist. Deshalb macht die jetzige Regelung sehr wohl Sinn den Radverkehr auf die Straße zu leiten.

  7. Susanne Schlösser
    So fahre ich immer man ist genau so schnell und hat am Kreisel auch noch die Vorfahrt vor der unteren Hauptstr.Kein Bus der einen hindert, also alles gut.

  8. Den Vorschlag von Frau Schlösser halte ich für in sich schlüssig und sinnvoll. Ich fahre auch immer so, wenn ich mit meinem PKW aus Richtung Köln-Dellbrück in die Innenstadt will. Ansonsten gelten Verkehrsregeln auch für Radfahrer, auch wenn es idiologisch schwerfällt und de facto von einem Teil radfahrender Menschen mit dem moralischen Impetus des Besserseins im Rücken gerne übersehen wird.

  9. Hallo, auch ich habe mich von Anfang an über die neue Verkehrsregelung in der unteren Hauptstrasse geärgert.

    Ich wohne seit 2 Jahren – nach 30 Jahren Niederlande – in Bergisch Gladbach und stosse immer wieder auf irrwitzige Situationen für Radfahrer. Oft sind diese vielleicht nur schwer und unter größerem Aufwand zu korrigieren, aber hier in der unteren Hauptstrasse hätte man durch ein bisschen Nachdenken und dem richtigen Einsatz von Schildern und Einfärbungen eine zufriedenstellende Lösung für Auto- und Radfahrer finden können.

    Eine Fahrradstrasse mit Anliegerverkehr würde die Situation entspannen. Radfahrer auf der Straße müssen nicht nur auf die fahrenden Autos sondern auch auf die Türen der parkenden Autos achten – Folge: zu meiner Sicherheit und zum Ärger der Autofahrer fahre ich immer mitten auf der Strasse. Muss erst wieder ein Unfall passieren, um die Verantwortlichen wach zu rütteln?

    Corona hat zu einer starken Zunahme von immer mehr Radfahrern geführt, vor allem auch schnellerer e-Bikers und Kinder-Transport-Rädern. Dies sollte man im Zuge alternativer Verkehrspolitik jetzt in seine Planung mit einbeziehen und nicht gefährliches Flickwerk verrichten.

    Zu diesem Flickwerk gehören sicher auch die seltsamen Aufforderungen der Straßenplaner, die ich in letzter Zeit häufiger sehen muss. Radfahrern wird per Schild erlaubt, ausnahmsweise gut ausgebaute Radwege (z.B. in den Auen und in Hand) zu verlassen und, um Autofahrer auf in der Hauptverkehrszeit viel genutzten Durchgangsstrassen, zu behindern.

    Hoffentlich werden die “Schreibtischplaner” bald wachgerüttelt!

  10. Mir fällt es schwer diese Maßnahme der Verlegung des Radverkehr auf die Strasse als sinnvoll anzuerkennen.

    Ob mir als Radfahrer nun eine Beifahrertür oder eine Fahrertür vor die Nase springt ist doch letztlich egal. Gut, auf der Gehwegseite steigen zwar im Allgemeinen mehr Kinder aus, aber ist das für diesen Abschnitt wirklich relevant? Nach meinen – zugegeben eher seltenen Erfahrungen – steigen hier eher Einzelpersonen auf der Fahrerseite ein und aus und insgesamt sind die Parkbuchten wenig ausgelastet wie auch auf den Bildern zu sehen ist.

  11. Nachtrag: Wird eigentlich nicht vorher mal der ADFC konsultiert, wenn es um Radwege geht?

  12. Das beste wäre, Rat-Fahrer zu Radfahrern zu machen – eine Verkehrsplanung sollte vorher “erlebt” bzw. in der Realität “überlebt” werden, bevor am Schreibtisch Fakten geschaffen werden, die oft genug realitätsfern sind.

    Dies ist aber keine Lokalkritik, sondern leider überall zu finden – Köln kann ein Lied davon singen (auch in Dellbrück, siehe Hauptstraße oder Penningsfelder Weg).

  13. Ich hoffe sehr, dass Herr Außendorf mit dem neuen Rat Gelegenheit hat, seine Vorstellungen zu realisieren. Und vielleicht lässt sich ja auch die Verwaltung durch neue Mehrheiten zu einer Änderung ihrer Wortwahl und Handlungsweise bewegen.

  14. “Kritik an der Flut von Schildern, die zudem zu niedrig angebracht seien, weist die Stadtverwaltung zurück. Zum einen handele es sich bei der Begrenzung der Zahl der Schilder pro Pfosten auf eine Soll-Vorschrift.”

    Die Rechtsabteilung der Stadt sollte mal anfangen Ihre Behörde aufzuklären, damit sie den Bürger nicht für dumm verkaufen: § 39 Abs. 2 S. 2 StVO: Verkehrszeichen sind Gefahrzeichen, Vorschriftzeichen und Richtzeichen.
    § 39 Abs. 3 S. 1 StVO: Auch Zusatzzeichen sind Verkehrszeichen.
    § 39 Abs 4 S. 1 StVO: Verkehrszeichen können auf einer weißen Trägertafel aufgebracht sein.

    Verwaltungsvorschrift zur StVO
    Zu den §§ 39 bis 43 Allgemeines über Verkehrszeichen und
    Verkehrseinrichtungen
    III. 1.
    Mehrere Verkehrszeichen oder ein Verkehrszeichen mit wenigstens einem Zusatzzeichen dürfen gemeinsam auf einer weißen Trägertafel aufgebracht werden. Die Trägertafel hat einen schwarzen Rand und einen weißen Kontraststreifen. Zusatzzeichen werden jeweils von einem zusätzlichen schwarzen Rand gefasst. Einzelne Verkehrszeichen dürfen nur auf einer Trägertafel aufgebracht sein, wenn wegen ungünstiger Umfeldbedingungen eine verbesserte Wahrnehmbarkeit erreicht werden soll.
    III. 11. Häufung von Verkehrszeichen
    Weil die Bedeutung von Verkehrszeichen bei durchschnittlicher Aufmerksamkeit zweifelsfrei erfassbar sein muss, sind Häufungen von Verkehrszeichen zu
    vermeiden. Es ist daher stets vorrangig zu prüfen, auf welche vorgesehenen oder bereits vorhandenen Verkehrszeichen verzichtet werden kann.
    III. 11. a)
    Am gleichen Pfosten oder sonst unmittelbar über- oder nebeneinander dürfen nicht mehr als drei Verkehrszeichen angebracht werden;…

    (‘Verkehrszeichen, die den fließenden Verkehr regeln, müssen gerade bei höherer Geschwindigkeit des Verkehrsteilnehmers innerhalb kürzester Zeit wahrgenommen und inhaltlich erfasst werden, damit sie ihre Aufgabe erfüllen können.’ Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg, Urteil vom 20. Januar 2010 – 1 S 484/09) Vor der o. a. Beschilderung waren 80 km/h als Höchstgeschwindigkeit erlaubt.
    Quelle: https://www.juraforum.de/forum/t/mehr-als-drei-verkehrszeichen-rechtsverbindlich.515627/

  15. Es gibt eine pragmatische Lösung für das Problem: Die untere Hauptstraße wird zur Radstraße erklärt, die für Anlieger, Busse und Radfahrende frei ist. Der Durchgangsverkehr muss den klitzekleinen Umweg über Dechant-Müller-Straße und Kalkstraße nehmen. Damit können doch alle Verkehrsteilnehmer leben.