Helge Sulfrian, Benedikt Bräunlich, Klaus W. Waldschmidt, Marcel Kreutz, Vera Werdes, Sebastian Hartmann, Armando Dente, Frank Stein, Taner Durdu, Alexander von Heldreich und Frank Stugg

Auf Einladung der Gewerkschaft BCE und des Betriebsrats hat SPD-Landeschef Sebastian Hartmann gemeinsam mit Parteifreunden hier vor Ort die Papierfabrik besucht. Bürgermeisterkandidat Frank Stein will nach einem Wahlsieg das „beschädigte Vertrauen“ neu aufbauen.

„Die SPD ist die Partei der Arbeit. Das zeigt sich auch im konkreten Fall Zanders. Wir kämpfen beharrlich um jeden Arbeitsplatz, und zwar im gemeinsamen Schulterschluss mit der Gewerkschaft und dem Betriebsrat. Das ist in Zeiten von Corona nötiger denn je. Zanders bietet den Menschen gute Arbeitsplätze. Die müssen wir erhalten“, erörtert Sebastian Hartmann (Vorsitzender der NRWSPD) bei seinem Besuch des Zanders-Werks. 

Armando Dente (Bezirksleiter der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie/IG BCE Köln-Bonn) und der Zanders-Betriebsrat hatten ihn am 2. September 2020 gemeinsam mit Frank Stein (gemeinsamer Bürgermeisterkandidat von SPD, Grünen und FDP), Klaus W. Waldschmidt (Vorsitzender der SPD-Fraktion Bergisch Gladbach), Marcel Kreutz (Vorsitzender der SPD Rheinisch-Bergischer Kreis) und weiteren lokalen SPD-VertreterInnen zur Lagebesprechung eingeladen. 

Die Ratssitzung einen Tag zuvor, am 1. September 2020, im Bergischen Löwen stand nämlich unter einem besonderen Stern. Draußen demonstrierten 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Zanders lautstark mit ihren Familien für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze.

Die IG BCE hatte zu einem Demonstrationszug vom Zanders-Gelände bis zum Bergischen Löwen aufgerufen. Dem waren viele gefolgt. Zudem schlossen sich auch viele ehemaligen Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter sowie Rentnerinnen und Rentner der Demo an. 

Demo der Zanders-Mitarbeiter zum Erhalt des Zanders-Geländes

Diskussion über Pachtvertrag

Drinnen wurde lange hitzig über den SPD-Antrag über einen langfristigen Pachtvertrag für die Zanders Paper GmbH gestritten. Diese Auseinandersetzung fand im nicht öffentlichen Teil der Sitzung statt. Auf Antrag der SPD erhielten dort aber Betriebsratschef Taner Durdu und Werksleiter Markus Kaptain Rederecht. 

Beide warben eindrücklich dafür, den – als solchen ausverhandelten – Pachtvertrag jetzt noch vor der Kommunalwahl abzuschließen und mit konkret benannten aufschiebenden Bedingungen zu verbinden, die die vertragliche Fixierung der bestehenden Beschlusslage des Rates enthält.

Dann können die noch ausstehenden letzten Prüfungsschritte der eingeschalteten Gutachter in Ruhe abgearbeitet werden und die Weichen für Investitionen ins Werk gestellt werden. 

Gegenwind vom Stadtrat

Leider zeichnete sich deutlich ab, dass es dafür keine Mehrheit im Stadtrat gab. Dennoch hat sich der Einsatz gelohnt, denn es konnte ein einstimmiger Ratsbeschluss für einen Letter of intent (Absichtserklärung) über den Abschluss eines langfristigen Pachtvertrags zwischen der Stadt und Tom Olander, dem Mehrheitsgesellschafter von Zanders, erreicht werden. 

„Dieser Beschluss (Letter of intent) ist durch die beharrliche Initiative der SPD zustande gekommen. Nun ist es an der Stadt und dem Investor Tom Olander, sie zu unterzeichnen. Ich werde als neuer Bürgermeister alles dafür tun, damit das beschädigte Vertrauen wiederaufgebaut wird. Wir wollen noch viele Jahre gemeinsam den Standort nach vorne bringen. Unmittelbar nach der Wahl werde ich mit Tom Olander darüber sprechen“, bekräftigt Frank Stein. 

„Der Einsatz der Bergisch Gladbacher SPD-Fraktion ist ein klares Zeichen an die Belegschaft. Wir stehen hinter Euch und wir wollen möglichst viel Verbindlichkeit herstellen, um den Investor an Bord zu halten.

Wichtig ist auch, dass im Rat festgehalten wurde, dass es keine neuen Forderungen von der Stadt an Zanders mehr geben soll“, so Stein weiter. 

„Mit unserem Antrag wollten wir den langfristigen Pachtvertrag auf die Tagesordnung des Rates setzen, ins Bewusstsein der Ratsmitglieder rücken sowie der Belegschaft und dem Investor zeigen, dass wir um die Arbeitsplätze kämpfen. Das ist uns gelungen.

Uns war es auch sehr wichtig, dass wir Markus Kaptain (Werksleiter Zanders) und Taner Durdu (Betriebsratsvorsitzender) ein Rederecht in der Ratssitzung ermöglichen konnten. So konnte es zu einem offenen Austausch zwischen der Stadt und Zanders kommen.

Die Informationen haben sich vorher schon sehr widersprochen. Der Absichtserklärung haben wir nur nach der Abstimmung mit dem Betriebsrat zugestimmt“, erörtert Klaus W. Waldschmidt. 

„Wir sind der SPD-Fraktion für ihren leidenschaftlichen Einsatz und die enge Abstimmung sehr dankbar. Für uns war es sehr wichtig, dass wir selbst zu den Stadträtinnen und Stadträten sprechen konnten und nicht immer nur über uns gesprochen wird. So konnten wir endlich unsere Sicht der Dinge darlegen“, betont Taner Durdu. 

„Die Identifikation der Zandrianerinnen und Zandrianer mit ihrem Unternehmen ist schon enorm. Sie haben mir gesagt, Zanders ist anders. Und das stimmt. Wir danken der SPD, dass sie gemeinsam mit uns für gute und mitbestimmte Arbeitsplätze kämpft“, betont Armando Dente. 

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