Auch der Schockraum im Marien-Krankenhaus ist mit einem Beatmungsgerät ausgestattet. Foto: Thomas Merkenich

Bundesweit steigen die Zahlen der Corona-Patienten in den Intensivstationen. Auch die beiden Häuser der GFO-Kliniken Rhein-Berg melden derzeit keine freien Betten an das zentrale Intensivregister. Von einer Überlastung ist aber keine Rede, der Operationsbetrieb läuft wie üblich.

„Wir gehen zwar wieder in den Krisenmodus und müssen auf Dauer lernen mit dem Virus zu leben, aber wir profitieren von den Erfahrungen aus dem Frühjahr“, sagt Jörg Zbick, Sprecher der GFO-Kliniken Rhein-Berg. Er nennt konkrete Zahlen, und erlaubt damit einen seltenen Einblick.

Im Vinzenz-Pallotti-Hospital werden demnach im Moment 13 Patienten auf der Covid-19-Isolierstation behandelt, zwei Personen liegen auf der Intensivstation, beide müssen invasiv beatmet werden. Im Marien-Krankenhaus, dem zweiten GFO-Standort in Bergisch Gladbach, werden vier Corona-Patienten behandelt, davon keiner intensiv.

Darüber hinaus werden auch im Evangelischen Krankenhaus und im Krankenhaus Wermelskirchen Corona-Patienten behandelt; insgesamt befinden sich nach Angaben des Gesundheitsamtes derzeit 39 von ihnen in stationärer Behandlung, davon elf auf der Intensivstation.

Ein Bett auf einer Intensivstation im MKH

Lage gut zu bewältigen – derzeit

Im Durchschnitt bleibe ein Corona-Patient eine Woche in der stationären Behandlung, dadurch werden auch immer wieder Betten frei, berichtet Zbick von den Erfahrungen der GFO. Etwa jeder zehnte stationäre Corona-Patient sei so schwer erkrankt, dass er/sie auf der Intensivstation behandelt werden muss.

Wie überall, so Zbick, nehme die Belastung zu, man müsse von Tag zu Tag neu bewerten und entscheiden. Im Moment aber sei die Lage gut zu bewältigen, auch stünde ausreichend Intensivpersonal zur Verfügung: „Wir sind aktuell in der Lage, alle ernsthaft erkrankten und Notfall-Patienten gut zu versorgen – unabhängig von ihrer Erkrankung.”

Kaum Routine-Operationen abgesagt

Anders als im Frühjahr würden so gut wie keine Routine-Operationen abgesagt. In der ersten Welle mussten die Krankenhäuser auf Weisung des Ministeriums, große Teile der Intensivstationen für Corona-Patienten reservieren und die Operationen drastisch herunter fahren.

Derzeit, so der Sprecher, werden in den beiden GFO-Kliniken nur etwa zehn Prozent der Intensivbetten freigehalten. Daher wurden nur „sehr wenige OP’s abgesagt“. Das könne aber – angesichts der dynamischen Entwicklung der Pandemie – jederzeit geändert werden und müsse von Woche zu Woche oder auch von Tag zu Tag neu bewertet werden.

Das Personal im MKH hat aus den Erfahrungen der ersten Welle gelernt

Mehr Intensivbetten, mehr Beatmungsgeräte

Insgesamt haben die vier Kliniken im Rheinisch-Bergischen Kreis derzeit 52 Intensivbetten gemeldet. Das Marien-Krankenhaus verfüge über zehn Intensivbetten mit sechs Beatmungsplätzen, das Vinzenz-Pallotti-Hospital über weitere zwölf Intensivbetten mit acht Beatmungskapazitäten, berichtet Zbick.

Die GFO könne die Bettenkapazität zudem in beiden Krankenhäusern erweitern, zudem seien für beide Standorte je vier weitere Beatmungsgeräte bestellt. Und falls es tatsächlich notwendig werde könne die Beatmung von weiteren Patienten auch durch den Einsatz mobilder OP-Geräte sicher gestellt werden.

Wichtig sei es jetzt, dass sich „normale“ Patienten nicht durch Corona von einer Operation oder Therapie abhalten lasse. „Wir wollen niemanden, insbesondere aber die Krebspatienten nicht vertrösten, sondern zeitnah medizinisch versorgen und behandeln“, betont Zbick.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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1 Kommentar

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  1. Das Marienkrankenhaus betreut die Patienten sehr gut
    aber die Verlegung ins Vinzenz Palotti ist merkwürdig nach Intensiv landen Covid Patienten vom MKH im Iso Zimmer im 4 Bett Zimmer das habe ich noch von keinem Krankenhaus gehört ,keine AtemTherapie nach Maskenbeatmung 9 Tage Dauer bei Covid .würde meinen Mann das nächste Mal ins EVK schicken