Eine neue NRW-Verordnung zur Quarantäne ersetzt eine frühere eigene Regel des Kreises Rhein-Berg. Damit werden einheitliche Verhältnisse im ganzen Land geschaffen – aber den Bürger:innen kommt ein neue Verantwortung zu.

Seit dem 1. Dezember gilt die neue Quarantäneverordnung des Landes NRW (download). Sie ersetzt die bisher im Rheinisch-Bergischen Kreis gültige Allgemeinverfügung vom 17.11.2020 und auch viele der bisher durch einzelne Ordnungsverfügungen der örtlichen Ordnungsämter erlassenen Quarantäneanordnungen. Das teilte das Gesundheitsamt jetzt mit.

Damit schaffte das Land eine landesweit gültige und einheitliche Regelung der Quarantäne. Ziel sei es nach wie vor, Infektionsketten möglichst schnell zu unterbrechen.

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Im Kern sieht die NRW-Verordnung vor, dass sich jede positiv auf Corona getestete Person und alle direkten Kontaktpersonen sofort und ohne eine gesonderte Anordnung zur Absonderung in „die eigene Häuslichkeit“ zurückzieht.

Weitgehende Informationspflichten

Die neuen Landesregelungen erfordern eine aktive Beteiligung aller betroffenen Personen. Es bestehen umfassende Informationspflichten untereinander, aber auch den beteiligten Behörden gegenüber.

So muss sich jeder auf das Corona-Virus SARS-CoV-2 getestete zunächst in eigener Verantwortung um sein Testergebnis bemühen.

Infizierte Personen, also Personen mit positivem Testergebnis, müssen zunächst die Personen ihrer eigenen Haushaltsgemeinschaft informieren, damit diese sich ebenfalls in die nun von Rechts wegen vorgesehene Quarantäne begeben können.

Qurantänepflicht

Eine Quarantäne ist automatisch Pflicht in folgenden Fällen und dann direkt zu beginnen: 

  • für Personen, deren PCR-Test auf das Coronavirus SARS-CoV-2 positiv ausgefallen ist
  • für Angehörige desselben Haushalts von positiv getesteten Menschen
  • für Personen, die Krankheitssymptome zeigen oder ein positives Schnelltestergebnis haben und sich deshalb einem PCR-Test unterziehen – auf jeden Fall bis zum Vorliegen des Testergebnisses

Darüber hinaus müssen auch andere Personen informiert werden, mit denen in den letzten vier Tagen vor der Testung oder seit der Testung ein unmittelbarer Kontakt bestand.

Das gilt insbesondere, wenn der Kontakt in einem schlecht oder nicht belüfteten Raum über einen längeren Zeitraum bestand, oder in einem direkten Kontakt über 15 Minuten Dauer kein Abstand von eineinhalb Metern eingehalten wurde und keine Alltagsmasken getragen wurden.

Hintergrund: Das heißt Quarantäne

  • direkter Rückzug in die eigene Wohnung, das eigene Haus oder die Unterkunft.
  • kein Verlassen der Unterkunft während der Quarantäne, auch nicht zum Einkaufen oder zum Ausführen eines Hundes. Das müssen nun andere erledigen.
  • Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Unterkunft müssen strikt vermieden werden.
  • Kontakte zu anderen, nicht in der Quarantäne befindlichen Menschen innerhalb der Unterkunft sind nur in Ausnahmefällen zulässig (zum Beispiel bei Betreuungsbedarf). Dann müssen wichtige Verhaltensregeln eingehalten werden, wie das Tragen einer Alltagsmaske, gute Handhygiene und ausreichendes Lüften in den Räumen.
  • Der eigene Garten, der Balkon oder eine Terrasse dürfen genutzt werden – aber nicht, um andere Menschen zu treffen.
  • Die Wohnung darf nur für einen Test verlassen werden. Dabei ist es sehr wichtig, die Verhaltensregeln einzuhalten (Abstand halten, Hygieneregeln beachten, Alltagsmaske tragen).

Beobachtung durch das Gesundheitsamt

Personen mit positivem Testergebnis unterliegen weiterhin der Beobachtung durch das Gesundheitsamt. Sie sind aber auch von sich aus beim Entwickeln von Krankheitssymptomen zur Kontaktaufnahme mit dem Gesundheitsamt verpflichtet.

Die lokalen Nachrichten, kompakt auf den Punkt, schicken wir Ihnen frei Haus. Morgens um 7:05 per Mail im kostenlosen Newsletter „Der Tag in GL“, oder auf Facebook oder Instagram.

Personen einer Haushaltsgemeinschaft, die sich aufgrund einer Infizierung eines Haushaltsangehörigen in Quarantäne begeben, sind verpflichtet, dies dem Gesundheitsamt anzuzeigen und auch das Entwickeln von Krankheitssymptomen mit dem Gesundheitsamt zu kommunizieren.

Entsprechende Kontaktdaten des Gesundheitsamtes hat der Rheinisch-Bergische Kreis auf seiner Homepage zur Verfügung gestellt.  

Die folgende Übersicht zeigt, wer zum Personenkreis zählt, der unter die neue Quarantäneverordnung fällt:


Personenkreis

Dauer der Quarantäne

Personen, die auf COVID-19 hindeutende Krankheitssymptome zeigen oder ein positives Schnelltestergebnis haben und sich deshalb einem PCR-Test unterziehen 

vom PCR-Test bis zum Vorliegen des Testergebnisses

Fällt das Testergebnis negativ aus, endet die Quarantäne –  es sei denn die betroffene Person ist bereits aus anderen Gründen in Quarantäne



Personen, deren PCR-Test auf das Corona-Virus SARS-CoV-2 positiv ausgefallen ist

vom Erhalt des Testergebnisses 

bis 10 Tage nach der Testung, wenn keine       Symptome auftreten, beim Auftreten von Symptomen mindestens 10 Tage nach der Testung, zudem nach einer mindestens 48-stündigen Symptomfreiheit 

Personen desselben Haushalts von Menschen, deren PCR-Test positiv ausgefallen ist

vom Bekanntwerden des Testergebnisses bis 14 Tage nach der Testung des zuerst positiv getesteten Haushaltsmitglieds

Diese Quarantäne kann durch Vornahme eines negativen Schnelltests oder eines negativen PCR-Testes verkürzt werden. Diese Tests können aber frühestens 10 Tage nach Beginn der Testung der ersten „Positivperson“ vorgenommen werden

Einzelne Anordnungen durch Ordnungsverfügungen werden nur noch für die Personen ausgesprochen, die von der Quarantäneverordnung des Landes nicht unmittelbar betroffen sind. Das sind in erster Linie die Personen, die durch das Gesundheitsamt als sogenannte Kontaktpersonen ersten Grades einer infizierten Person ermittelt werden und nicht in Haushaltsgemeinschaft mit dieser Person leben. 

Hinzu kommen Maßnahmen, die durch das Gesundheitsamt oder die örtlichen Ordnungsbehörden in sogenannten Sonderlagen – etwa in Schulen, Kindergärten, Gemeinschaftseinrichtungen, Pflegeheimen – treffen.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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5 Kommentare

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  1. Die Quarantäne gilt nicht für jede Person (und deren Haushaushaltsmitglieder) die entsprechende Symptome aufweisen. Sondern nur für diejenigen, bei denen der Hausarzt aufgrund der Schwere oder Art der Symptome einen Test empfiehlt (oder die bereits ein positives Testergebnis haben).

    Diese Regeln gelten einheitlich für NRW.

    Die maßgeblichen Symptome sind seit Monaten bekannt und immer wieder publiziert worden, eine Einschätzung sollte aber in der Regel nur der Arzt vornehmen. Eine Aufstellung finden Sie zum Beispiel hier:

    https://gesund.bund.de/covid-19-erkaeltung-grippe

    Wir können als Redaktion hier nur eine Einschätzung abgeben, in Zweifelsfällen wenden Sie sich an Ihren Hausarzt, an die Arztzentrale (116 117) oder an das Bürgertelefon des Gesundheitsamtes (02202 131313).

  2. Hallo, sie schreiben eine Quarantänepflicht gelte „für Personen, die Krankheitssymptome zeigen oder ein positives Schnelltestergebnis haben UND sich deshalb einem PCR-Test unterziehen – auf jeden Fall bis zum Vorliegen des Testergebnisse“. Demnach nicht für Personen die Krankheitssymptone zeigen, aber sich keinem PCR-Test unterziehen. Aber mal ehrlich, wer schickt seine gesamte Familie zum PCR-Test nur weil zB ein Kind Schnupfen hat? Das hat bei uns derzeit ständig ein Familienmitglied. Was sind denn nun konkret die maßgeblichen Symptome? Und welche müssen gfs erst zusammen vorliegen? Hintergrund: Sowohl unser Hausarzt als auch der Kinderarzt sagen uns bis heute, ohne das zusätzlich Fieber vorläge empfehlen Sie keine Testung. Schon gar nicht der gesamten Familie.
    Hilfreich wäre es wenn die Politik wenigstens einmal einheitliche Kriterien aufstellen würde, auch wenn dabei Lücken offen blieben. Aber alle Verantwortung allein auf den Einzelnen zu verlagern ist weder sachgerecht noch hilfreich.

  3. …und wenn ich dann, nachdem ich die Begegnungen mit zig Impfwilligen in der Warteschlange entlang der Rolltreppen überstanden habe, soll man noch 30min zur Beobachtung nach der Impfung im geschlossenen „Saturnkeller“-Raum bleiben? Als Risikogruppenangehöriger hätte ich mir eine sichere Massenimpfungsmethode gewünscht. Nicht jeder denkt über sowas nicht nach!

  4. …und wenn ich dann, nachdem ich die Begegnungen mit zig Impfwilligen in der Warteschlange entlang der Rolltreppen überstanden habe, soll man noch 30min zur Beobachtung nach der Impfung im geschlossenen „Saturnkeller“-Raum bleiben? Als Risikogruppenangehöriger hätte ich mir eine sichere Massenimpfungsmethode gewünscht. Nicht jeder denkt über sowas nicht nach!

  5. …und wenn ich dann, nachdem ich die Begegnungen mit zig Impfwilligen in der Warteschlange entlang der Rolltreppen überstanden habe, soll man noch 30min zur Beobachtung nach der Impfung im geschlossenen „Saturnkeller“-Raum bleiben? Als Risikogruppenangehörige hätte ich mir eine sichere Massenimpfungsmethode gewünscht. Nicht jeder denkt über sowas nicht nach!