Die älteren Bevölkerungsgruppen sind längst geimpft, jetzt kann sich jeder ab 16 für das Impfzentrums in der RheinBerg Galerie einen Termin geben lassen. Foto: RBK

Nachdem das Land heute per Erlass zusätzliche Impfkapazitäten freigegeben hat, erläutert jetzt der Kreis das Vorgehen. Bereits registrierte Menschen mit Vorerkrankungen erhalten ein Impfangebot des Rheinisch-Bergischen Kreises. Das wird jedoch nicht für alle Menschen dieser Personengruppe ausreichen.

Wer sich aufgrund seiner Vorerkrankungen mit einer entsprechenden Bescheinigung seines Hausarztes bereits beim Kreis registriert ist hat jetzt eine gute Chance auf eine Einladung zum Impftermin. Impfstoffe, die aufgrund von nicht wahrgenommenen Impfterminen übrig bleiben, soll jetzt auch für diese Bürger:innen aus der Prioritätengruppe 2 eingesetz werden, teilte die Kreisverwaltung mit. Verabreicht werde dabei der Impfstoff von Biontech/Pfizer.

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Das Kontingent wird nach Angaben des Kreises für rund 900 Menschen ausreichen. Aber: Nicht alle Menschen mit Vorerkrankungen könnten geimpft werden, macht der Kreis klar. Die Zahl der ausgestellten Bescheinigungen übersteigt die frei gewordenen Impfkapazitäten, heißt es. Daher die Bitte des Kreises: Wer noch nicht für diese Prioritätengruppe registriert worden ist, möge von Anfragen beim Kreis absehen.

Flexibilität für Kommunen

Ohnehin ist klar: „Die aktuelle Regelung gilt zunächst bis zum 6. April 2021. Ab dann werden Menschen mit Vorerkrankungen in ihren jeweiligen Hausarztpraxen geimpft“, erklärt der Kreis.

Möglich wurde das Angebot durch einen aktuellen Erlass des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales. Demnach können Personen mit Vorerkrankungen vorgezogen werden. Welche Erkrankungen dies sind, regelt die Coronavirus-Impfverordnung .

Dabei handelt es sich zum Beispiel um Personen mit Trisomie 21, mit Organtransplatationen, Demenz, psychiatrischen Erkrankungen oder chronischen Leber- oder Nierenerkrankungen.

Gesundheitsminister Laumann erklärte, die Kommunen hätten Beinfreiheit, vorhandene Impfkapazitäten zu nutzen. „Wir wollen Strecke machen“, so sein Credo. Wie viele Menschen durch den Erlass nun zusätzlich in NRW geimpft werden, konnte eine Ministeriumssprecherin auf Anfrage des Bürgerportals nicht sagen.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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13 Kommentare

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  1. Lieber Michael, außer der Formalität, dass ich vor fünf Wochen 60 geworden bin, erfülle ich objektiv (und auch subjektiv empfunden) keine weiteren Kriterien, die mich vor vielen anderen Wartenden hervorheben würden – und dennoch habe ich in vier Tagen meinen Impftermin. Ich freue mich natürlich, aber ein deutlicher schaler Geschmack ist dabei. Zumindest einen Teil der verfügbaren Dosen an die Hausärzte zu verteilen, wäre sicher sinnvoll gewesen. Ich drücke Ihnen die Daumen, dass es bei Ihnen bald klappt!

  2. Ich verstehe es weiterhin nicht. Jetzt bekommen topfitte 60-Jährige eine Impfung mit AstraZeneca und der Kreis verweist die Vorerkrankten der Priorität 2 auf die Hausärzte, obwohl man weiss, dass dort in den nächsten Wochen kaum Impfstoff ankommt und da zunächst auch noch an Ü80 verimpft werden wird. Ich gönne jedem der oben genannten seine Impfung, aber ein wenig mehr Klarheit wie es in meiner Gruppe weitergeht, wäre schon wünschenswert. Im Kreis Olpe kann man sich auch heute noch als Vorerkrankter auf einer eigenen Seite des Kreises einen Termin buchen. Der RBK schafft es noch nicht einmal regelmässig auf seiner Webseite neue Informationen zu liefern.Wenn Impfen hier scheinbar Glückssache ist, hätte man sich das Priorisieren auch sparen können.

  3. Ich hab wohl das große Glück gehabt, zu den wenigen zu gehören die eine „Härtefällimpfung“ erhalten hat. Ich hab mir vor 4 Wochen eine ärztliche Bescheinigung geholt, und mich registrieren lassen. Dann kam am Samstag ein erneuter Aufruf zum Impfen für Menschen mit Vorerkrankung, ich hab mich per Email sofort in Erinnerung gebracht und hab dann Sonntag (28.März) ein Einladung für den 30. März zum Impfen erhalten und heute wahrgenommen.
    DAAAANNNKEE
    Tausend Dank an das Impf-Team in Wuppertal, ALLE sind suuupernett und hilfsbereit.

  4. [Es schreibt der Mensch, der dieses Pseudonym seit mehreren Jahren nutzt und dessen Name der Redaktion vorliegt…]

    @Michael
    Die Situation scheint bei Ihnen sehr ähnlich zu sein wie bei mir. Nach der ersten E-Mail des Kreises, die Ihrer offenbar entspricht, folgte nach wenigen Stunden eine weitere mit einem Termin. Vielleicht haben Sie ja auch Glück, ich wünsche es Ihnen auf jeden Fall!

  5. Schön ist, dass man mit einem Attest welches bescheinigt, dass man zur Priogruppe 2 gehört, nach zwei Tagen auch eine Bescheinigung vom RBK erhält, das man nun impfberechtigt weil man in Priogruppe 2 ist. Leider bekommt man aber keinen Termin vom Kreis, sondern nur den Hinweis, dass die Hausärzte ab 6. April die Vorerkrankten impfen sollen – mit prognostizierten 20 Dosen in der Woche? Wozu brauche ich dann ein Attest? Was soll die Bescheinigung? Meiner Ärztin ist die Vorerkrankungen ja bekannt, anders könnte sie sie nicht attestieren. Da wiehert der Amtsschimmel.

  6. Ursula Schinkel Bevor man hier Blödsinn schreibt, sollte man erst mal richtig lesen lernen! Es ging lediglich um die Frage, für wen die 900 zusätzlichen Impf-Dosen bestimmt sind: für die in der Impfverordnung ausdrücklich genannten Vorerkrankungen oder für die durch Einzelfallentscheidung festgestellten Vorerkrankungen? Ist mir schon klar, dass nicht jeder mit einem Hühneraugen in Gruppe zwei geimpft wird!

  7. [Es schreibt der Mensch, der dieses Pseudonym seit mehreren Jahren nutzt und dessen Name der Redaktion vorliegt…]

    @ Frau Schinkel und Uli
    Danke für die Hinweise, die Seiten sind mir alle bekannt und dank Elternzeit komme ich auch dazu, mich regelmäßig zu informieren. Mir blutet nur als Volkswirt das Herz, wenn man durch ständige Änderungen an Verordnungen, Erlassen und Gesetzen (und deren gerichtliche Auslegung) mittlerweile bei einer Halbwertszeit im Stundenmaßstab angekommen ist und daher praktisch alle Leute ständig einen Blick auf diverse Liveticker werfen müssen. Das ist schön für die Medien, die „davon leben“, aber auch ineffizient und benachteiligt Menschen, die dafür nicht die Zeit haben oder vielleicht der Regelungswut sprachlich nicht gewachsen sind. Im Zweifel kommt man dann z.B. erst Wochen später an einen Impftermin.

    Zur Sache:
    Rechtlich finde ich das Verfahren des Kreises höchst fragwürdig. Warum räumt man den indiviuell festgestellten Vorerkrankungen eine höhere Priorität innerhalb der Gruppe 2 ein? Sicherlich gibt es darunter Menschen, die ein höheres Risiko haben als diejenigen, die in den aufgelisteten Krankheiten benannt sind. Das wird in anderen Fällen aber sicher auch umgekehr so sein. Handelt es sich um ein sehr hohes Risiko, wären die entsprechenden Personen bei der individuellen Prüfung der ersten Priorität zugeordnet worden (Stichwort „Höchstpriorisierungsantrag“).

    Nicht zuletzt schreibt der Kreis auf seiner Homepage auch, dass es zwischen den genannten Vorerkrankungen und den individuellen Prüfungen nach deren Festlegung keine Unterschiede gibt:

    „Impfterminvergabe bei Genehmigung Ihres Antrages

    Falls Ihr Antrag genehmigt wird, gehören Sie zu der Personengruppe der 2. oder 3. Priorität. Dies bedeutet, dass der Zeitpunkt für Ihren Anspruch auf eine Schutzimpfung davon abhängig ist, ab welchem Zeitpunkt die Vorerkrankten aus der jeweiligen Priorität ein Impfangebot erhalten. Wie oben bereits erläutert, werden Sie also genauso behandelt wie alle anderen Personen mit den entsprechenden Vorerkrankungen. Dies kann zur Folge haben, dass Sie nicht sofort einen Impftermin erhalten können. Zurzeit ist auch noch nicht abschließend vom Land NRW geklärt, wie, wann und wo die Vorerkrankten geimpft werden sollen. Bitte halten Sie die Veröffentlichungen des Landes NRW im Auge. Auf dieser Seite werden entsprechende Erläuterungen folgen.“

    Quelle: https://www.rbk-direkt.de/impfung-covid-19.aspx (unter dem Reiter „Einzelfallentscheidungen zu Impfprioritäten“).

  8. ULi Da geht es erst mal um die mit einem Dringlichkeitsattest, die sind mit dem Ausdruck Vorerkrankte sicher erst mal gemeint. Es gibt große Unterschiede an Vorerkrankungen. Jeder, der hohen Blutdruck hat, gilt als Vorerkrankt, aber der braucht keine Dringlichkeit. Krank ist lange nicht gleich krank. Bevor man so eine Aussage trifft, sollte man sich erst mal klug machen.

  9. Hallo Redaktion: Ich gehe davon aus, dass alle Vorerkrankten gemeint sind – warum sollte man eine Gruppe vorziehen – krank ist krank?!
    Hallo Bensberger: Wer WDR hört und sieht oder in-gl liest, ist gut informiert, weiß wie es in NRW geht und stellt seinen Antrag halt selber!

  10. [Es schreibt der Mensch, der dieses Pseudonym seit mehreren Jahren nutzt und dessen Name der Redaktion vorliegt…]

    Danke für die Klarstellung! Bei den vielen kurzfristigen Änderungen der Verordnungen beschleicht mich mittlerweile immer das Gefühl, dass man die richtige Nachricht verpassen könnte und in der Folge Wochen länger auf die Impfung warten muss. In Bayern trägt man in das Terminierungsportal einfach ein, ob man eine relevante Vorerkrankung hat und wird dann per Mail informiert, sobald man „an der Reihe“ zur Terminvereinbarung ist. Spart Zeit und Nerven.

  11. [Es schreibt der Mensch, der dieses Pseudonym seit mehreren Jahren nutzt und dessen Name der Redaktion vorliegt…]

    Jetzt bin ich verwirrt. Meines Wissens nach gibt es zwei Arten, wie eine Zuordnung in die zweite Impfpriorisierungsgruppe („Schutzimpfungen mit hoher Priorität“) aufgrund von Erkrankungen erfolgen kann. Erstens bei einer der aufgelisteten Krankheiten und zweitens bei einer „individueller ärztlicher Beurteilung aufgrund besonderer Umstände im Einzelfall“ ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf bei einer Coronainfektion besteht. Bei den ersten Fällen stellt ein Arzt ein entsprechendes Attest aus, bei den individuellen Fällen muss das Gesundheitsamt prüfen und zustimmen.

    Um welche „einschlägige Bescheinigungen“ die im Text genannt sind, geht es denn bei der Vergabe der 900 Termine? Liegen beim Kreis schon über 900 Atteste vor, obwohl nie dazu aufgerufen wurde und diejenigen, die das einfach gemacht haben, werden nun vorgezogen (mit welcher Begründung?). Oder geht es um die individuellen „Prüffälle“?