Foto: Thomas Merkenich

Bis Ende April muss der neue Insolvenzverwalter für die Rettung der Papierfabrik dem Amtsgericht eine Minimallösung vorlegen, damit wenigstens ein ordentliches Insolvenzverfahren eröffnet und eine Schließung von Zanders vermieden werden kann. Bislang ist ihm das noch nicht gelungen.

Vor der letzten Aprilwoche müsse klar sein, ob es eine Perspektive für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens für die Zanders Paper AG gebe, hatte der neue Insolvenzverwalter Mark Boddenberg Mitte März gesagt – und sich optimistisch gezeigt, die Papierfabrik noch einmal vor der Schließung retten zu können.

Das sei bislang „leider so nicht eingetroffen”, räumte Boddenberg auf Nachfrage jetzt ein. Es gebe noch keine Entscheidung, die Verhandlungen zwischen den Parteien würden fortgesetzt. Das sind vor allem die Insolvenzgesellschaft auf der ersten Insolvenz unter Leitung von Marc d’Avoine und der Eigentümer, die schwedische Jool-Gruppe von Tom Olander.

Die Stadt Bergisch Gladbach ist zwar Eigentümer des Grundstücks, seit einiger Zeit aber nur noch Beobachter der Verhandlungen. Sie habe aber deutlich gemacht, dass sie den Prozess abwarten will, sagte Bürgermeister Frank Stein dem Bürgerportal – eine Zwangsräumung oder ähnliche drastische Maßnahmen werde es nicht geben.

Trotz der unklaren Perspektive bereite sich sein Team gemeinsam mit dem Unternehmen „mit Hochdruck auf eine Fortführung des Betriebstätigkeit im Anschluss an die Verfahrenseröffnung am 1. Mai vor”. Dabei, das hatte Boddenberg bereits im März gesagt, steht das Premiumprodukt Chromolux im Zentrum der Überlegungen.

Der 1. Mai ist ein weiterer „Schicksalstag” für das Unternehmen und die verbliebenen knapp 400 Mitarbeiter. Spätestens dann muss Boddenberg ein Zukunftskonzept skizziert und mit den Beteiligten ausgehandelt haben, um das Amtsgericht zu überzeugen, ein ordentliches Insolvenzverfahren zu eröffnen. Denn nur drei Monate lang werden die Gehälter in Form von Insolvenzgeld von der Agentur für Arbeit ausgezahlt.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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