Insgesamt rund 200 Fahrzeuge befinden sich im städtischen Fuhrpark, vom Kleinwagen bis zum Feuerwehrauto. Foto: Feuerwehr GL

Die CDU-Fraktion fordert die Stadt zum raschen Handeln auf: Mit eine Umstellung der rund 200 Fahrzeuge im städtischen Fuhrpark auf emissionsreduzierte Kraftstoffsorten könne der CO2-Ausstoß reduziert werden.

Auf dem Hintergrund, dass der städtische Fuhrpark einen Bestand von  mehr als 200 Fahrzeuge hat und der Austausch der Flotte noch deutlich über zehn Jahre dauern wird, beantragt die CDU-Fraktion „als Sofortmaßnahme  die Einführung der Betankung mit CO2-emissionsreduzierten Kraftstoffsorten.

„Dafür sollten umgehend Gespräche mit der Firma Shell aufgenommen werden, damit die Tankstelle, an der die städtischen Fahrzeuge betankt werden, mit entsprechenden Spritsorten beliefert werden kann“, empfiehlt der Sprecher der CDU-Fraktion des zuständigen Fachausschusses, Martin Lucke. Der Antrag wird bei der kommenden Sitzung des Ausschusses für Infrastruktur und Umwelt, Sicherheit und Ordnung (AIUSO) am 8. Juni behandelt. 

Zugleich beantragt die CDU-Fraktion eine Prüfung darüber, „ob, wo und mit welchen Kosten eine Betriebstankstelle an geeigneter Stelle eingerichtet werden kann, um zukünftig CO2- emissionsverminderte bzw. CO2-neutrale Kraftstoffe tanken zu können“.

Diese Forderung der CDU-Fraktion stehe in Einklang mit mehreren Nachhaltigkeitskriterien der Vereinten Nationen (UN), darunter das Ziel, „bezahlbare und saubere Energie“ zum Einsatz zu bringen, sowie das Ziel des Erreichens von mehr Nachhaltigkeit in Städte und Gemeinden, unterstreicht  der CDU-Klima-Experte Wolfgang Maus.

Treibhausgase reduzieren

Zur Begründung wird in dem Antrag daran erinnert, dass am 12. Mai  dieses Jahres die Bundesregierung eine Novelle zum Klimaschutzgesetz vorgelegt habe: „Darin ist vorgesehen, die Treibhausgase schon bis 2030 um 65 Prozent zu reduzieren und bis zum Jahr 2045 eine Treibhausgasneutralität zu erreichen. Wir alle, das heißt auch die Stadt Bergisch Gladbach, sind daher gefordert, wo immer möglich unseren Beitrag für diese Ziele zu leisten.“

Schon bis zum Ende des laufenden Jahres ergäbe sich die Möglichkeit, den betrieblichen CO2-Ausstoß der städtischen Fahrzeuge um bis zu 20 Prozent zu reduzieren. Die Firmen Bosch, Shell und VW hätten einen Bio-Sprit für Ottomotoren entwickelt, „der diese Reduktion mit den vorhandenen Fahrzeugen möglich macht“, so die CDU-Fraktion in ihrem Antrag.  

Wörtlich weiter: „Darüber hinaus gibt es bereits jetzt schon (leider noch nicht in Bergisch Gladbach) die Möglichkeit, die allermeisten Dieselfahrzeuge mit dem sogenannten R33 Diesel zu betanken, der eine Reduktion des CO2-Ausstoßes von bis zu 17 Prozent ermöglicht. Eine derartig klimafreundliche Diesel-Betankung ist  beispielsweise in Leverkusen am Willy-Brandt-Ring möglich.“  

Die Pariser-Klimavereinbarungen, nämlich den Temperaturanstieg bis 2050 auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen, hänge stringent damit zusammen, „eine Erhöhung des CO2-Luftanteils von heute ca. 420 ppm auf über ca. 500 ppm zu vermeiden“. Von daher gelte es für Bergisch Gladbach, das noch vorhandene CO2-Budget von rund 80 ppm bis 2050 zwingend einzuhalten.

Jeder vermeidbare CO2-Fußabdruck – also auch die Neuanschaffung von Fahrzeugen mit ihrem signifikanten Herstellungs-CO2-Fußabdruck – sollte daher vermieden werden. 

Mit gutem Beispiel voran

Zusätzlich zu den wirtschaftlichen Erwägungen im Rahmen der Anschaffung städtischer Neufahrzeuge und der Gesamtkonzeption der städtischen Fahrzeugflotte seien die genannten Klimaanforderungen, das heißt ein ganzheitlicher „LifeCycle Assessment“ (LCA), immer zugrunde zu legen.

„So sollte die teure Investition in Elektrofahrzeuge mit zumindest heute noch hohen CO2-Fußabdrücken (Akkuherstellung!) vermieden werden. Ebenso müssen bei der Konzeption der städtischen Fahrzeugflotte mit Blick auf das vorgenannte CO2-Budget, CO2-vermindernde oder CO2-neutrale Kraftstoffe im Fokus stehen. Damit ginge die Stadt – auch mit Blick auf die UN-Nachhaltigkeitsziele – mit gutem Beispiel voran und könnte mit begleitender Pressearbeit Bevölkerung und Unternehmen für dieses wichtige Thema sensibilisieren und zur Nachahmung motivieren“, betont die CDU-Fraktion abschließend.

In dem von Wolfgang Maus initiierten Arbeitskreis „Nachhaltigkeit“ befasst sich eine Gruppe von CDU-Ratsmitgliedern und Sachkundigen Bürgern intensiv mit Umweltschutz-Themen, deren Umsetzung insbesondere auf lokaler Ebene geboten erscheint. Diese Gruppe, der auch der Sachkundige Bürger Dr. David Bothe angehört, informiert und berät die Gesamtfraktion in den Themenbereichen Klimaschutz und Nachhaltigkeit.

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1 Kommentar

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  1. Wenn man das Klima Thema mit der konsequenten Vermeidung unnötiger CO2-Fußabdrücke ernst nimmt, sollte in der Bergisch Gladbacher Politik und Verwaltung faktenorientierte Klimapolitik verfolgt werden. Die Nutzung CO2-Emissionsreduzierter Kraftstoffe ist ein Anfang. CO2-Neutrale Kraftstoffe sollten folgen. Wichtig ist bei diesem klimagerechten Vorgehen, dass eine CO2 Gesamtbilanz, von der Erstellung der Infrastruktur bis zum Recyceln erstellt wird. Diese Vorgehen verträgt keine Kompromisse, da wir nur noch ein beschränktes CO2-Budget bis 2050 zur Verfügung haben. UND es keinen „CO2 Return of Investment“ für CO2-Fußabdrücke von unnötigen Investitionen gibt. Näheres im VDI Artikel:
    https://www.vdi.de/news/detail/life-cycle-assessment-und-mobilitaet
    Mit freundlichen Grüßen
    Wolfgang Maus
    CDU-Mitglied im GL-Ausschuß ASM