Ein schonender Umgang mit Ressourcen erfordert auch den Blick auf die Nutzungsmöglichkeiten regionaler Produkte. Die Regionale 2025 veröffentlicht das Ergebnis einer Potenzialanalyse für das Bergische Rheinland.

Eine nachhaltige Wirtschaft und der schonende Umgang mit Ressourcen sind wichtige Themen, die auch im Bergischen RheinLand immer weiter an Bedeutung gewinnen. Im Auftrag des Oberbergischen Kreises, des Rheinisch-Bergischen Kreises und des Rhein-Sieg Kreises sowie der REGIONALE 2025 Agentur hat das Fachbüro B.A.U.M. Consult GmbH aus München eine Studie erarbeitet, die Potenziale und Strategien für die Nutzung von regionalen Produkten für das Bergische RheinLand analysiert.

Unter dem Titel „Potenziale und Strategien für die verstärkte Nutzung regionaler Lebensmittel in der Gemeinschaftsverpflegung im Bergischen RheinLand“ wurde untersucht, welche regionalen Produkte das Bergische RheinLand mit Blick auf die Großverpflegung (Kantinen in Schulen, Krankenhäusern, Seniorenheimen und Unternehmen sowie Kitaverpflegung) bereitstellen kann und welche Erzeugungs- und Verarbeitungsstrukturen entlang der gesamten Wertschöpfungskette dafür notwendig sind. 

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie im Überblick:

  • Das Bergische RheinLand könnte sich theoretisch mit Rindfleisch zu 85% und mit Milchprodukten zu 100% regional versorgen. Die Nachfrage nach regionalen Lebensmitteln in der Gemeinschaftsverpflegung ist hoch, wie die im Rahmen der Studie befragten Beschaffungsverantwortlichen berichten. 
  • Mit entsprechenden Verarbeitungs- und Veredlungsstrukturen innerhalb eines Wertschöpfungsnetzwerkes aus Produzenten, Verarbeitern und Verbrauchern könnte eine mengenrelevante Versorgung mit regionalen Lebensmitteln erfolgen. Strategisch sehen die Gutachter das größte Potenzial im Bereich von Rindfleisch. Hier liefert die Studie Hinweise: von der Ergänzung und Dimensionierung von Infrastrukturen, bis hin zu Kommunikation und Marketing. 
  • Solche stärker regional organisierten Verarbeitungsstrukturen tragen zum Erhalt der gewachsenen Kulturlandschaft des Bergischen RheinLandes bei, da landwirtschaftliche Strukturen dauerhaft über faire Preise für die Produkte gestärkt werden können.

Die Studie ist auf der Website der REGIONALE 2025 abrufbar unter:  

Potenzialanalyse unterstützt REGIONALE-Projekt Regionale Wertschöpfungszentren im Bergischen RheinLand

Die Studienergebnisse unterstützen das REGIONALE-Projekt Regionale Wertschöpfungszentren im Bergischen RheinLand, das vom Regionalvermarktungsverein Bergisches Land entwickelt wird. Im Rahmen des Projektes soll die Verarbeitung und der Vertrieb von regionalen Produkten ausgebaut und diese für Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen, lokale Gastronomie und den Einzelhandel bereitgestellt werden. Ein zentraler Baustein des Projektes liegt im Aufbau von nachhaltigen Netzwerkstrukturen und der Ergänzung fehlender Infrastrukturbausteine, die eine regionale Wertschöpfungskette nachhaltig stärken. Die Studie zeigt dafür notwendige Maßnahmen auf – am Beispiel Rindfleisch ausgehend vom landwirtschaftlichen Betrieb über die Schlachtung, die Zerlegung in den verschiedenen Stufen bis zur Weiterverarbeitung und zur Zubereitung in Kantinen.   

Dass die Potenzialanalyse die Zielsetzungen bestätigt und die Bedeutung regionaler Lebensmittelproduktion und -vermarktung unterstreicht, freut neben dem Regionalvermarktungsverein Bergisches Land als Projektträger auch den Oberbergischen Kreis, den Rheinisch-Bergischen Kreis und den Rhein-Sieg Kreis als Projektpartner sowie die REGIONALE 2025 Agentur. Damit wird das Ziel gestärkt, einerseits die Produktions- und Wirtschaftskraft im Bergischen RheinLand zu stärken und dabei gleichzeitig den Erhalt der kulturlandschaftlichen Strukturen zu sichern. 

Dazu Jochen Hagt, Landrat des Oberbergischen Kreises und Vorsitzender des Lenkungsausschusses der REGIONALE 2025 Bergisches RheinLand: „Die Beliebtheit regionaler Lebensmittelprodukte wächst seit Jahren kontinuierlich und hat insbesondere seit Beginn der Corona-Pandemie stark zugenommen. Vor diesem Hintergrund ist die Etablierung neuer Wertschöpfungszentren im Rahmen des Projekts ein starkes Signal. Verbraucherinnen und Verbraucher könnten künftig von einem noch breiteren Angebot regionaler Produkte profitieren, gleichzeitig halten wir die gesamte Wertschöpfung in der Region.“

„Aktuell fehlen geeignete Verarbeitungsstrukturen, um regionale Lebensmittel in entsprechenden Mengen regelmäßig bereitzustellen. Mit dem Aufbau von Wertschöpfungszentren können hier relevante Mengen verarbeitet werden. Das schafft auch neue Arbeitsplätze für den Raum und stärkt die Wertschätzung der vor Ort erzeugten Produkte“, so Carsten Sauer, Geschäftsführer des Regionalvermarktungsvereins Bergisches Land und der Vertriebsgesellschaft für Produkte des Bergischen Landes VBP.

Der Verein unterstützt die Vermarktung der seit 1998 bestehenden Marke ‚Bergisch Pur’. Unter Bergisch Pur werden regional erzeugte Produkte im Bergischen Land sowie auch in den angrenzenden Ballungsräumen wie von Bonn bis Düsseldorf vermarket. Es existieren allerdings keine ausreichenden Verarbeitungsstrukturen, um regionale Lebensmittel in entsprechenden Mengen zu produzieren. Hierfür möchte der Regionalvermarktungsverein Bergisches Land als Projektträger regionale Wertschöpfungszentren im Bergischen RheinLand aufbauen und fehlende Verarbeitungsstrukturen ergänzen, damit echte regionale Produkte in relevanten Mengen im Bergischen RheinLand und den angrenzenden Ballungsräumen vermarktet werden können.  

Ressourcen sind Kernthema der REGIONALE 2025

Die Weiterentwicklung der hiesigen Kulturlandschaft und die nachhaltige Nutzung von regionalen Ressourcen ist ein Kernthema des Landesstrukturprogramms REGIONALE 2025 Bergisches RheinLand. Im Rahmen des Handlungsfeldes Ressourcenlandschaft sollen Projekte qualifiziert und umgesetzt werden, die mit innovativen Technologien und Organisationsstrukturen die natürlichen, erneuerbaren Rohstoffe des Raumes im Einklang mit den Belangen der Kulturlandschaft regional nutzen wollen. Gleichzeitig geht es darum, Wertschöpfungspotenziale in der Weiterverarbeitung von vorhandenen Ressourcen wie Wasser und Grünland zu heben, die beispielsweise als Trinkwasser oder Lebensmittel Grundlage des täglichen Lebens sind. Diese Zielsetzungen und die damit verbundenen Herausforderungen sind im Strategiepapier des Handlungsfeldes Ressourcenlandschaft hinterlegt.

Die Studienergebnisse bilden eine wichtige Grundlage für die Weiterqualifizierung des REGIONALE-Projektes Regionale Wertschöpfungszentren im Bergischen RheinLand. Im Handlungsfeld haben noch weitere Projekte das Thema Regionale Produkte im Blick. Das Projekt Regionale Wertschöpfungszentren im Bergischen RheinLand befindet sich derzeit im C-Status der REGIONALE 2025. Aktuell arbeiten der Projektträger und die Kreise an der Konkretisierung des Projektansatzes im Hinblick auf Standort, Betreiberkonzept und Wertschöpfungsnetzwerk. 

Mehr Informationen zum Projekt

Weitere Informationen zu den Strategiepapieren und der REGIONALE Programmatik

Über die REGIONALE 2025

Die REGIONALE 2025 ist ein Strukturförderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen. Der Projektraum Bergisches RheinLand umfasst 28 Kommunen im Oberbergischen Kreis, Rheinisch-Bergischen Kreis und im östlichen Rhein-Sieg-Kreis. Zu den Aufgaben der REGIONALE 2025 gehören die Qualifizierung von Konzepten und Projekten, die Beratung der einzelnen Projektträger und die Kommunikation des Strukturförderprogramms. Thematisch werden Projekte entlang der Handlungsfelder „Fluss- und Talsperrenlandschaft“, „Ressourcenlandschaft“, „Wohnen und Leben“, „Arbeit und Innovation“, „Gesundheit“ sowie „Mobilität“ qualifiziert.

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