Vor allem die Grundschulen - hier in Frankenforst - sollen mit mobilen Luftfiltern ausgestattet werden. Foto: Thomas Merkenich

Die Fraktionen von Grünen, FDP und SPD im Stadtrat erkennen an, dass die Verwaltung alle Schulräume soweit ertüchtigt hat, dass sie belüftet werden können. Nach Ansicht der Ampel-Fraktionen reicht das aber bei nicht geimpften Kindern für einen sicheren Schulbesuch nicht aus – und beantragt den dringenden Kauf mobiler Filter für einen Teil der Klassen.

Auch das nun angelaufene Schuljahr wird stark von der Corona-Pandemie geprägt sein. Maßnahmen gegen eine Ausbreitung des Corona-Virus in den Schulen werden den Alltag der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte weiter prägen und die Maßnahmen Stoßlüften, Maske-Tragen sowie Abstandhalten werden auf absehbare Zeit notwendig bleiben. 

Die städtische Verwaltung hat alle Schulräume auf ihre Lüftungsmöglichkeiten geprüft und baulich alle Schulräume innerhalb des letzten Jahres so ertüchtigt, dass es an den städtischen Schulen keine Räume mehr gibt, die gar nicht oder nicht ausreichend belüftet werden können.

Hinweis der Redaktion: Bei diesem Text handelt es sich um einen Beitrag von Grünen, FDP und SPD. Wir hatten zuvor über das Defizit bei Luftfiltern berichtet:

Zudem wurden im Rahmen bestehender Förderprogramme stationäre Lüftungsanlagen in bestimmte Räume eingebaut. Die vom Land aufgelegten Förderprogramme sehen nur eine Förderung für mobile Luftfilter in Räumen vor, die nicht durch das Öffnen von Fenstern ausreichend gelüftet werden können. 

Mehr als Mindeststandard erforderlich

Die Ampelfraktionen sehen über die seitens der Landesregierung als verbindlich erachteten Standards hinaus die Notwendigkeit zusätzliche Maßnahmen umzusetzen. Zu einer weiteren Reduzierung von Infektionsrisiken insbesondere für Kinder unter 12 Jahren, für die es kein Impfangebot gibt, wird per Dringlichkeitsbeschluss daher der Kauf von mobilen Luftfiltern für Räumlichkeiten der Klassen 1-6 in die Wege geleitet.

Die Finanzierung dieser Geräte erfolgt aus dem städtischen Haushalt für Investitionen. Bei der Beschaffung sollen alle Möglichkeiten zur Beschleunigung des Vergabeverfahrens genutzt werden.

Stromnetze zu schwach

Eine Ausstattung aller Klassenräume der Stufen 1-6 mit mobilen Filtern wird jedoch aufgrund der nicht ausreichenden Leistungsfähigkeit der Stromnetze der einzelnen Schulgebäude nicht möglich sein. Die Anzahl der aufzustellenden Geräte in jeder Schule wird daher an der Leistungsfähigkeit der elektrischen Netze ausgerichtet werden. 

Weitere kurzfristige Abhilfe könnten Filteranlagen in Eigenbau und -installation wie z. B. ein Konzept des Max-Planck-Instituts (MPI) für Chemie in Mainz schaffen. Daher beantragen die Ampelfraktionen zusätzlich zu prüfen ob und wie dieses oder ähnliche Konzepte in Bergisch Gladbach umgesetzt werden können. 

Überparteilicher Konsens angestrebt

„Mit diesem Antrag wollen wir bestmögliche Bedingungen im Rahmen unserer kommunalen Handlungsfähigkeit für das kommende Schuljahr setzen. Bei diesem Thema setzen wir auf eine möglichst breite überparteiliche Mehrheit in Stadtrat und Stadtgesellschaft. Wir haben daher die übrigen Fraktionen im Stadtrat eingeladen, unseren Antrag mitzuunterstützen. Der gesamten Stadtverwaltung möchten wir für ihre bisher geleistete Arbeit ausdrücklich danken, sie leistet einen tollen Job für die Sicherheit unsere Kinder“ – betonen die Fraktionschef*innen der Ampel abschließend. 

Grüne FDP SPD

Die drei Parteien haben zur Kommunalwahl 2020 ein Ampel-Bündnis gegründet und treten mit einem gemeinsamen Kandidaten ab. Hier veröffentlichen sie ihre gemeinsamen Mitteilungen.

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5 Kommentare

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  1. @ Christian Maimer:

    Jörg Dötsch, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), schätzt die Sterblichkeitsrate und Erkrankungsschwere von Kindern und Jugendlichen nach einer Coronainfektion ähnlich niedrig wie bei der saisonalen Grippe ein. Bislang gebe es keine Hin­weise darauf, dass die Delta-Variante das ändere.

    Die Gesundheit von jungen Menschen ist immer wichtig. Es ist aber Aufgabe der Opposition, darauf hinzuweisen, wenn eine Angstkulisse aufgebaut wird und darauf basierend Millionenbeiträge aus der städtischen Kasse ausgegeben werden sollen. Sinnvolle Schutzmaßnahmen und Hygienekonzepte z.B. in Gastronomie, Krankenhäusern oder Pflegeheimen: ja. Sinnloser und kostspieliger Aktionismus: nein. Schüler (und ihre Lehrer) haben vor allem ein Recht auf einen geordneten Regelunterricht.

  2. Die Anschaffung von mobilen Luftfiltern für die Bergisch Gladbacher Schulen wird von der AfD, in einem Artikel, im heutigen Kölner Stadt-Anzeiger (23.08.2021) kritisiert, die Wirksamkeit der Geräte in Frage gestellt und die Richtigkeit der Entscheidung per Dringlichkeitsbeschluss bezweifelt.

    Soweit so gut. Völlig entsetzt bin ich aber über folgenden Satz / folgende Sätze:

    „Die Corona-Sterblichkeit liegt in der betroffenen Altersgruppe der Grundschüler im Promillebereich. Die Stadtpolitik sollte darauf wirken, Einschränkungen im Schulbetrieb abzubauen, statt zusätzliche zu schaffen.“

    Habe ich da etwas falsch verstanden, oder ist die Gesundheit von Schülerinnen und Schülern in diesem Alter einfach nicht wichtig? Ist die Begründung tatsächlich, dass in der Regel keine letalen Folgen zu erwarten sind?

  3. Es ist zu spät, die Schulen sind offen und voll! Reiserückkehrer haben für Ansteckungen am 1. Schultag gesorgt diese Fälle sehen wir dann nächste Woche! Man könnte wenigstens die Maskenpflicht auf dem Schulhof wieder einführen und die Kinder draußen Frühstücken lassen statt im engen Klassenzimmer Ellenbogen an Ellenbogen!

  4. Besser spät als nie, dieses Thema sollte intensiv beobachtet werden. Stoßlüften ist eben nicht ausreichend, insofern ist das vom Land NRW vorgesehen Kriterium (keine Förderung für Räume, die sich „ausreichend“ Lüften lassen) im Hinblick auf die Corona-Situation nicht sinnvoll.