Die Gruppe bei dem Gedenken in Ausschwitz. Klaus Farber liest das Gedicht von Dietrich Bonhoeffer „von guten Mächten wunderbar geborgen", das er im KZ kurz vor seiner Hinrichtung verfasst hatte.

Schon zum 25. Mal organisierte Klaus Farber seine „Reise gegen das Vergessen“, unter anderem nach Auschwitz und Birkenau. Die Delegation aus Bergisch Gladbach besuchte aber auch die Partnerstadt Pszczyna; und zum ersten Mal war das neue Stadtoberhaupt Frank Stein dabei.

Herzliche Begrüßung in der Partnerstadt: Nach zwei Jahren Unterbrechung, der Pandemie geschuldet, fand bzw. findet vom 1. bis 6. September 2021 wieder eine Bürgerreise aus Bergisch Gladbach nach Pszczyna im polnischen Oberschlesien statt.

Geführt wurde die 22-köpfige Gruppe von Klaus Farber, dem Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins; seine Stellvertreterin Gaby Malek als polnische Muttersprachlerin organisierte und übersetzte. Unter den Reisenden war auch Bürgermeister Frank Stein – auf seiner ersten Fahrt als Stadtoberhaupt in eine der Partnerstädte. 

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Angereist mit dem Bus aus Krakau, stand für die Gruppe als erstes ein Treffen mit dem evangelischen Pfarrer auf dem Programm. Besuch einer Grundschule, Besichtigung des Barockschlosses der Fürsten von Hochberg, Austausch mit der Vize-Bürgermeisterin Barbara Sopok-Zembok – der Vormittag war stramm getaktet.

Am Nachmittag begleitete Martha Wesolowska, die Partnerschaftsbeauftragte der Pszczynaer Stadtverwaltung, die Gäste ins schlesische Druckereimuseum, zu historischen Druckmaschinen und seltenen Musikinstrumenten. Krönender Abschluss vor dem Abendessen war der Besuch bei einigen besonders eindrucksvollen Einwohnern von Pszczyna: den Wisenten, die einst der Fürst beim russischen Zaren gegen schlesische Hirsche eingetauscht hatte, in ihrem Freigehege am Rand des weitläufigen Schlossparks. 

Gruppenbild in der Kirche mit Pfarrer Miroslaw Czich

„Verantwortung für den Planeten übernehmen“

Beim Abendessen im Pszczynaer Freilichtmuseum kam dann auch Bürgermeister Dariusz Skrobol hinzu, der die Gruppe spontan zu Essen und Trinken einlud. Sein Bergisch Gladbacher Amtskollege Frank Stein bedankte sich im Namen der Reisenden sehr herzlich für die Gastfreundschaft und betonte die Bedeutung der Städtepartnerschaft für die Kommunen und den europäischen Zusammenhalt: „Wir haben gesehen, dass bei Euch ebenso wie bei uns die großen gesellschaftlichen Themen wie Klimaschutz und Nachhaltigkeit eine große Rolle spielen und wir gemeinsam den Willen haben, die Verantwortung für Europa und unseren Planeten zu übernehmen.“

Aber auch die Besonderheiten, die sich durch die gegenseitigen Besuche erschließen, sprach der Bürgermeister an: „Wir bewundern Euer Engagement und die Liebe, mit der Ihr Eure Stadt gestaltet, auch um Euren Gästen zeigen zu können, was für eine schöne Heimat Ihr habt.“

„Reise gegen das Vergessen“

Der Besuch der Partnerstadt war Teil der von Klaus Farber bereits zum 25. Mal organisierten „Reise gegen das Vergessen“, die vom Standort in einem Krakauer Hotel aus vor allem auch die Besichtigung der Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz und Birkenau beinhaltet.

Die beiden Gedenkstätten hatte die Gruppe bereits am Tag zuvor besucht und mit der Niederlegung von Rosen und Kerzen der Ermordeten gedacht. Die Reise dauert noch bis zum 6. September an und beschäftigt sich auch am Standort Krakau mit jüdischer Vergangenheit.

Ein geführter Stadtrundgang geht u.a. durch das ehemalige Judenviertel, und ebenfalls auf dem Programm steht der Besuch der ehemaligen Email-Fabrik von Oskar Schindler, die heute als Museum die dunkle Zeit Krakaus und Polens während der Naziherrschaft hautnah erleben lässt.

Pressestelle Stadt BGL

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3 Kommentare

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  1. An Robert Peters:
    Gute Anmerkung und gute Frage. Vilnius (Wilna) gehörte einst zu den wichtigsten europäischen Zentren der jüdischen Gelehrsamkeit und wurde sogar als Yerushalayim von Norden genannt. Auch heute gibt es noch einige Denkmäler des damals sprudelnden jüdischen Lebens dort.
    Ich kenne Leute, die sich in ihrem Arbeitskreis um die städtepartnetschaftlichen Beziehungen zu Marijampole kümmern und spreche mit ihnen.

  2. Interessant und gut, daß nicht vergessen wird. Nicht vergessen werden sollte dann aber auch, daß am 6. September 1941 das Ghetto in Vilnius eingerichtet wurde.
    Ein Gespräch darüber, findet das statt zwischen der Stadt Marijampole und Bergisch Gladbach? Oder mit bzw in dem exklusiven Freundeskreis?

  3. Gibt es eine neue Duden-Auflage?
    Nach welcher Rechtschreibung steht in der Überschrift „Bürger:innen“?
    Im Text wird dann nicht mehr gegenderd.
    Bitte lassen Sie doch diesen Unfug.