Ein Armband mit QR-Code als Eintrittskarte: Der „LOLA CoronaPass". Foto: Stadt Bergisch Gladbach

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Die Umsetzung der 2G-Regel bedeutet für die Geschäfte einen großen Aufwand. Um die Kontrolle des Impfstatus auch für die Kund:innen leichter zu machen, schlägt die IG Stadtmitte vor, das „Lola-Armband“ zu reaktiveren. Die Stadtverwaltung reagiert positiv, macht aber auch klar, dass der Handel das Projekt selbst in die Hand nehmen müsste.

Die Bund-Länder-Konferenz hat wie erwartet die 2G-Regel für den Einzelhandel beschlossen. Zwar sind die Details und das Inkrafttreten noch nicht bekannt – aber einige der Händler:innen der Stadt bereiten sich bereits darauf vor. Die IG Stadtmitte, das berichtet Eckhardt Bremer, habe der Stadtverwaltung vorgeschlagen, das Lola-System zu reaktivieren.

Im Frühsommer hatte die Stadt im Rahmen eines Pilotprojektes den Teststationen fälschungssichere Armbänder zur Verfügung gestellt, die über einen QR-Code anzeigten, ob die jeweilige Person einen aktuellen Test besitzt. Die Armbändchen wurden dann bei Betreten der Geschäfte oder der Gastronomie vorgezeigt.

So ähnlich könnte das auch jetzt laufen: Die Kund:innen zeigen im ersten Geschäft ihren Impfnachweis und bekommen ein Armband, damit können sie dann für eine bestimmte Zeit alle Geschäfte betreten und müssen nicht jedesmal ihr Handy zücken. Was auch für die Geschäfte eine große Erleichterung wäre.

Auch der Einzelhandelsverband ist im Gespräch mit der Stadt, um eine stadtweite Lösung zu erreichen, mit einigen zentralen Ausgabestellen, bestätigt Geschäftsführer Marcus Otto. Offen seien aber noch die Details der kommenden Corona-Schutzverordnung, zum Beispiel mit Blick auf Vorschriften zur Kontrolle.

Unter Umständen, so Bremer, käme man auch ohne QR Code aus und könnte für jeweils eine Woche Bänder einer bestimmten Farbe ausgeben.

Auf dem Weihnachtsmarkt wird ein noch einfacheres System genutzt: Wer etwas zu essen oder zu trinken kaufen will muss seinen Impfnachweis vorzeigen und bekommt einen Stempel, der dann auch an den anderen Ständen gilt.

Stadt stellt System zur Verfügung, betreibt es aber nicht

Die Stadtverwaltung reagiert kooperationsbereit, macht aber auch klar, dass sie dabei keine aktive Rolle übernehmen will. Thore Eggert als Verantwortlicher des Lola-Systems und Leiter des städtischen Krisenstabs begrüßt die Initiative. Immerhin sei das Pilot-Projekt von der Stadt aufgesetzt worden, um eine schnelle Kontrollmöglichkeit zu bieten.

„Aber es war immer das Ziel, dass es unter anderer Verantwortung übernommen bzw. weitergeführt werden kann. Es zeigt, dass unser damaliger Ansatz vorausschauend war und auch in dieser veränderten pandemischen Lage eine Lösung darstellen kann“, sagt Eggert.

Das heißt konkret, dass die Stadt das System zwar zur Verfügung stellt, aber jemand gefunden werden muss, der die Bändchen herausgibt und verwaltet. Die Ordnungsbehörde sei mit der Händlerschaft im Gespräch, wie die Kontrollen ablaufen müssten.

Offene Fragen in der RheinBerg Galerie

Ohnehin sind noch viele Fragen bei der 2G-Regel unklar. Offen sei, berichtet Bettina Wisniewski von der RheinBerg Galerie, ob das Einkaufszentrum selbst die Kontrollen an den Haupteingängen übernehmen müsse, oder ob das jedes einzelne Geschäft selbst macht. Ein Kontrolle des gesamten Zentrums würde rund 40.000 Euro im Monat kosten und sei kaum finanzierbar. Auf jeden Fall bedeute die Regel für die Geschäfte mehr Kosten, aber sicher nicht mehr Umsatz.

Pragmatische Konzepte in Bensberg

In Bensberg hadert Georg Daubenbüchel mit der 2G-Regel, mitten im Weihnachtsgeschäft. In seinem Geschäft „Tisch und Trend“ in der Schlossstraße könne er die Kontrollen im Eingangsbereich ohne lange Wartezeiten durchführen.

Er hoffe nur, dass sich die Geimpften und Genesenen durch die Kontrollen nicht abschrecken ließen. Für Nichtgeimpfte stünde eine telefonische Beratung und ein Lieferdienst zur Verfügung.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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1 Kommentar

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  1. Die auf Impfverweigerer und Unvernünftigkeit zurückgehenden notwendigen Einschränkungen belasten den Einzelhandel erneut im Weihnachsgeschäft. Kunden werden, wie bereits in der Gastronomie geschehen, ausbleiben und via Internet einkaufen, Amazon wird seine Umsätze weiter ausbauen. Die Kontrollmaßnahmen, für die sich die Stadt nicht zuständig sieht, wird der Einzelhandel auf eigene Kosten organisieren müssen. Transparente Regelungen zur Entschädigung hat der Staat von Anbeginn der Coronakrise an gemieden wie der Teufel das Weihwasser. Das rächt sich immer wieder. Hoffentlich ist der Spuk bald vorbei.