Foto: ABDA

Rund 20 Apotheken im Rheinisch-Bergischen Kreis könnten Anfang Februar in die Corona-Impfung einsteigen. Das sagt der Vorsitzende beim Apothekerverband Nordrhein e.V., Thomas Preis. Damit werde die Impf-Infrastruktur gestärkt – was mit Blick auf zu erwartende Mutationen des Corona-Virus und weitere Boosterimpfungen wichtig sei.

Zunächst gelte es jedoch noch ein paar Hürden zu nehmen. „So müssen die Apotheken für die Impfstoffbestellung freigeschaltet werden, und das Meldeportal zum RKI muss aktiviert werden“, sagte der Verbandsvorsitzende Thomas Preis auf Anfrage des Bürgerportals. Damit könnten die durchgeführten Impfungen ordnungsgemäß gemeldet werden.

Anschließend könne der Impfstoff bestellt werden. Mit der üblichen Vorlaufzeit von einer Woche sei der Einstieg der Apotheken in die Impfung dann Anfang Februar realistisch.

20 Apotheken am Start

Thomas Preis, Vorstand beim Apothekerverband Nordrhein e.V. , Foto: www.av-nr.de

Elf Apotheken würden derzeit im Rahmen eines Modellversuchs zur Grippeimpfung bereits analog zu Arztpraxen impfen. „Ich gehe davon aus dass sich die Zahl der impfenden Apotheken bei Corona im RBK verdoppeln wird,“ sagt Preis. Pro Apotheke sei von zwei Impfenden auszugehen, was nur von Apotheker:innen durchgeführt werden dürfe. Somit sei bei 20 Apotheken im Kreis von rund 40 Impfstationen insgesamt auszugehen.

Die impfenden Apotheker:innen würden vom RKI bzw. der Bundesärztekammer geschult. Zudem müssten sie entsprechende abgegrenzte Räumlichkeiten mit Liegen anbieten. Denkbar seien auch Impfstellen außerhalb der Apothekenräume. „Die Impfung ist an die Person gebunden, wo die Apotheker dies letztlich tun ist nicht ausschlaggebend.“

Hintergrund: Seit Anfang Januar dürfen Apotheken in Deutschland auch gegen das Corona-Virus impfen. Kritiker wie der Bensberger Apotheker Markus Kerckhoff plädieren dafür, dass die Apotheken eher auf Aufklärung statt auf Impfungen in Konkurrenz zu Ärzten zu setzen. Er sieht die bestehende Impf-Infrastruktur als ausreichend an.

Ausbau der Kapazitäten

Dem Vorschlag, das Impfen den Ärzten zu überlassen, kann Preis nicht folgen. „Es ist wichtig das Gesundheitssystem in eine Lage zu versetzen, schnell und viel in kurzer Zeit zu impfen“, so der Vorstand, der selbst in Köln eine Apotheke betreibt. Dies sei vor allem angesichts zu erwartender Mutationen des Corona-Virus oder gänzlich anderer noch möglicher Pandemien relevant: „Lange Schlangen vor impfenden Arztpraxen müssen vermieden werden!“

Preis verweist auf das europäische Ausland, wo die Impfung in der Apotheke gängige Praxis sei. Von den 3.000 Impfstellen in Großbritannien seien die Hälfte in Apotheken angesiedelt.

Holger Crump

ist Reporter und Kulturkorrespondent des Bürgerportals.

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