Mit einer „Bestandsaufnahme“ hat die Stadt Bergisch Gladbach nach nicht angemeldet Hunden fahnden lassen. Mit einigem Erfolg: Die Zahl der registrierten Hunde erhöht sich von rund 6200 auf jetzt 6780. Wer ertappt wurde, muss jetzt mit einem Bußgeld rechnen. Doch offenbar sind einige durch das Netz gegangen.

100 Euro werden für einen Hund in Bergisch Gladbach pro Jahr an Steuern fällig. Ein Betrag, den offenbar nicht alle bezahlen, glaubte die Stadt Bergisch Gladbach und beauftragte ein externes Unternehmen mit einer Bestandsaufnahme. Die Firma bekam den Auftrag, an jeder Wohnungstür im Stadtgebiet zu klingeln, nach Hunden im Haushalt zu fragen und/oder Infoblätter zur Hundesteuerpflicht zu hinterlassen.

Immerhin 600 Hunde seien so entdeckt worden, teilt die Stadt jetzt mit. Die Zahl der angemeldeten Hunde sei auf 6780 geklettert, also um rund zehn Prozent.

Das bedeutet für die Stadt eine Mehreinnahme von 60.000 Euro, jedes Jahr. In diesem Jahr werden es voraussichtlich sogar 75.000 Euro, denn die nachträgliche Anmeldung führt zu Nachforderungen.

Zudem kündigt die Stadt Bußgeldverfahren gegen die ertappten Hundebesitzer:innen an. Die bekommen zunächst Post, um sich zum Sachverhalt zu äußern. In der Regel werde man ihnen das Bußgeld aber nicht ersparen können, schreibt die Stadt. Aus Gründen der Gleichbehandlung und der Steuergerechtigkeit.

Mehr Infos zur Hundesteuer finden Sie hier, allgemeine Hinweise zur Haltung, zum Umgang mit Hunden in der Öffentlichkeit und zur Beseitigung von Hinterlassenschaften finden Sie hier.

Auf der Facebookseite der Stadt hat sich zum Thema eine intensive Diskussion entwickelt.

Foto: Klaus Hansen

Nach wie vor plant die Stadtverwaltung nicht, Spender für Hundekot-Beutel aufzustellen. Das hatte sie bereits 2021 abgelehnt, mit Verweis auf die hohen Folgekosten. Statt dessen bittet sie die Betroffenen, sich selbst mit Abrollbeuteln zu versorgen und die vollen Tüten nicht in der Umwelt zu entsorgen.

Sogenannte „gefährliche Hunde“ (Pittbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier), für die eine Steuer in Höhe von 672 Euro fällig wird, spielen laut Stadtverwaltung in Bergisch Gladbach keine große Rolle: 33 dieser Gefahrenhunde seien gemeldet, nur einer bei der Bestandsaufnahme neu dazu gekommen.

Dass das beauftragte Unternehmen wirklich alle Steuersünder:innen erwischt hat, ist offen. Bürger:innen berichten, dass die Bestandsaufnahme etwas in Mehrfamilienhäusern nur sehr oberflächlich durchgeführt worden war.

Daher gibt sich die Stadtverwaltung mit dem Stand der Dinge auch nicht zufrieden: Die Kontrollen werden durch den Außendienst des städtischen Ordnungsamts fortgeführt, weitere Aktionen seien in der Planung.

Das Team Kommunalsteuern empfehle deshalb dringend: „Melden Sie Ihre Vierbeiner immer schnellstens bei uns an, um sich und uns weiteren Schriftverkehr, erhebliche Steuernachzahlungen und Bußgeldverfahren zu ersparen. Vielen Dank!“

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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16 Kommentare

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  1. Wenn Hundebesitzer, die vor Erlangen dieses Haustiers ja wissen, dass sie dafür Steuer zahlen müssen, dies verweigern, ist das zu ahnden. In GL scheint es so viele Verweigerer zu geben, dass es lohnt, nach ihnen zu fahnden. Dies gleich „Verbrecher-Jagd“ zu nennen, halte ich doch für arg übertrieben. Das zeugt von Ignoranz für die Regeln des Zusammenlebens.

    Wo leben Sie denn, Frau Bürger? Mir drängt sich der Eindruck auf, dass der geringere Teil der Spaziergänger mit Hunden deren Hinterlassenschaften wegräumen. Ohnehin kommt es bei größeren Hunden fast Tierquälerei gleich, wenn sie in der Stadt ausgeführt werden ohne mal ordentlich auslaufen zu können. Und ein DNA-Register für Hunde kann man in Schilda fordern und da denn gleich auch eins für Hundebesitzer.

    Wer sich einen Hund zulegt, weiß, was ihm blüht: Steuern, artgerechte Haltung, Impfungen, regelmäßige Arztbesuche, Wurmkuren, der Größe entsprechenden, täglichen Auslauf, Hinterlassenschaften und Haftung, wenn das Tier sich daneben benimmt. Dass die Beseitigung der Hinterlassenschaften vor diesem Hintergrund ein so großes Problem darstellt, hätte ich nicht vermutet.

    1. Nun, den Menschen, deren liebstes Hobby es ist, ihr Tier zum Defäkieren zu begleiten, mag sich auch eine solch einfache Sache zu einem immensen logistischen Problem auftürmen. Wie hoch eine Hürde ist, hängt eben immer davon ab, auf welcher Ebene man startet, wenn man sie in Angriff nmimmt.

  2. BM Stein braucht das Geld für das Kopfschüttelprojekt Lauerentiusstrasse, dass alleine schon bis jetzt (bekannte Zahlen hochgerechnet) mehrere Zehntausende Euros gekostet hat. Und mit endgültiger Sanierung, Voraussetzung für die Fahrradstrasse, deutlich einen sechsstelligen Betrag kosten wird. Dann muss man eben mal nach Einnahmen losschnüffeln…

  3. Es ist für mich selbstverständlich, den Hundehaufen wegzumachen.
    Und wie sehr stört es mich, überall an Bänken, Wegen, überall die Zigarettenkippen zu sehen.
    Jeder Raucher könnte auch eine Dose bei sich tragen und sie dort entsorgen.
    Ich kenne Freundinnen, die das machen.
    Ich denke, wenn Hundekotbeutelständer aufgestellt werden, gäbe es weniger Hundehaufen.
    In Odenthal geht das. Warum in GL nicht?

    1. Wenn es wirklich am Unvermögen läge, sich rechtzeitig Beutel zu besorgen und dann auch mitzunehmen, könnte ich die Forderung verstehen. Aber im Grunde ist es doch reine Bequemlichkeit und eine gute Portion Sch***-drauf-Mentalität, die Parks, Gehwege und Vorgärten zu Hundeklos verkommen lässt.

  4. Die Hundesteuer ist eine Steuer, die ihren Ursprung im Mittelalter hat. Da besaß man nur einen Hund, wenn man reich war. Es ist eine Art Luxussteuer, die heute noch, als gern gesehene Einnahmen, Bestand hat. Die Städte regeln darüber auch, ob sie gern Hunde in der Stadt haben oder eben nicht.

    Wenn ich mir einen Hund anschaffe, weiß ich, dass ich Hundesteuer zahlen muss. Wenn ich einen „gefährlichen Hund“ aus dem Ausland als Labbimix importiere, weiß ich auch, dass ich ihn nicht als Labbimix anmelden sollte. Wenn ich einen Hund zu mir hole, wäre sinnvoll, verschiedene Faktoren einzuplanen: Eine Begleitung in der Hundeerziehung, gutes Hundeessen, Tierarzt, Ausstattung für den Hund und natürlich die Hundesteuer. Wenn ich im Auto unterwegs bin, weiß ich auch, dass ich nicht schneller, als die erlaubte Geschwindigkeit fahren sollte. Wenn ich erwischt werde, muss ich auch für die Konsequenzen einstehen. Ich weiß nicht, worüber man sich hier aufregt.

    Die Gründe, warum man Geld sparen will, sind vielfältig, gerade in der jetzigen Lage. Wenn sich aber einige Hundebesitzer nicht so benehmen würden, als wären sie allein mit dem Hund auf der Welt, würde sicherlich dieses Thema auch gar nicht so hoch kochen.

    Es gibt ein Landeshundegesetzt. Die wenigsten halten sich daran. Gerade in Bergisch Gladbach habe ich noch nie erlebt, dass irgendjemand kontrolliert hat, ob in einem Park oder sogar auf der Straße Hunde freilaufen oder angeleint sind. Es interessiert niemanden, außer die Menschen, die Angst vor Hunden haben. Diese meiden dann Parks oder Stellen, wo Hunde frei unterwegs sind (zuletzt gesehen mitten in Gladbach an der Stadtbücherei).

    Wenn alle Hundehalter etwas mehr Rücksicht nehmen würden, ihren Hund kontrollieren könnten, Kothaufen ÜBERALL wegräumen würden, ihren Hund anleinen, wenn jemand mit oder ohne Hund entgegenkommt, dann hätten wir diese Diskussion nicht.

  5. Ich würde gerne Hundesteuer zahlen aber so fühlt man sich doch nur abgezockt. Die Stadt möchte keine Kotbeutel zur Verfügung stellen, schön, nicht weiter schlimm. Aber wie wäre es damit an den einschlägigen Stellen mal den einen oder anderen Mülleimer aufzustellen, damit man nicht kilometerlang mit nem Kackebeutel in der Hand rumlaufen muss. Egal, wo in BGl ich mit meinem Hund gehe, Mülleimer sind immer Mangelware. Sich aber dann beschweren, dass die Leute keine Lust haben die Hinterlassenschaften wegzuräumen. Da lässt man das doch lieber liegen. Ich bin nicht so aber ich kann es ein wenig nachvollziehen. Was ich nicht nachvollziehen kann, ist, einen Beutel zu verwenden und diesen dann in die Umwelt zu entsorgen. Das ist einfach nur dumm.

  6. Ich habe unseren Hund, wie auch den Vorgänger, freiwillig gemeldet, da es diese Steuer nun mal gibt und es daher meine Pflicht ist, sie zu zahlen.
    Trotzdem frage ich mich, wofür die Einnahmen aus der Hundesteuer verwendet werden. Meine Kotbeutel kaufe ich selber und entsorge sie auch vorschriftsmäßig. Mein Hund verursacht also keine Mehrkosten für die Allgemeinheit, die eine Erhebung der Steuer rechtfertigt. Auch ist mir nicht klar, warum ein Hund höher besteuert wird, wenn es einen weiteren Hund im Haushalt gibt. In Bergisch Gladbach gibt es keine öffentliche Auslauffläche für Hunde, deren Existenz die Steuererhebung rechtfertigen würde.

  7. Warum muss man Hundesteuer zahlen? Pferde- und Katzensteuer muss keine gezahlt werden.
    Es fließt in das allgemeine „Stadtsäckl“. Der Bund der Steuerzahler fordert auch die Abschaffung der Hundesteuer.
    Die Stadt Ahlen macht es vor: 0 Euro Hundesteuer.

    1. Wenn ich mir die Gehwege und Wiesenstücke an Gehwegen anschaue könnte die Hundesteuer gerne 10x so hoch sein.

      1. Völlig sinnfreier Kommentar. Es gibt überall asoziale Menschen, die sich nicht an Vorschriften halten. Jeder verantwortungsbewusste Hundebesitzer räumt die Hinterlassenschaften seines Hundes selbstverständlich weg. Warum sollten diese dann durch eine noch höhere Hundesteuer belastet werden. Ich bin dafür, dass uneinsichtige Hundebesitzer konsequenter zur Kasse gebeten werden. Da ist das Ordnungsamt dann gefragt. Es gibt auch schon Städte(noch nicht in Deutschland meines Wissens) , die ein DNA Register einführen, um den Kot eindeutig dem Verursacher zuzuordnen. Da hätte ich auch nichts gegen.
        Mich nervt ohnehin, dass man als Hundebesitzer unter einen Generalverdacht gestellt wird, obwohl man sich vorbildlich verhält.

      2. So sinnfrei auch wieder nicht. Ohne Hundesteuer gäbe es mehr Hunde. Da der Prozentsatz der von Ihnen als „asoizial“ bezeichneten Halter dann wohl mindestens genauso hoch wäre, würde die Kotbelastung absolut gesehen steigen.

        Katzensteuer gibt es wohl auch deshalb nicht, weil durch die Katzenhaltung der Öffentlichkeit kaum Kosten entstehen. Einen Hund sollte man ja auch haftpflichtversichern, eine Katze nicht.

    1. Die Hundesteuer verfolgt ordnungsrechtliche Ziele – in diesem Fall soll die Zahl der Hunde begrenzt werden. Entsprechend kann jede Stadt ihre Hundesteuer festlegen, in Großstädten ist sie in der Regel höher, höhere Sätze werden auch bei der Haltung von mehreren Hunden fällig. In Ahlen ist der erste Hunde steuerfrei, ab der Haltung von zwei Hunden beträgt sie 108 Euro. In Köln liegt sie bei 156 Euro, in Hagen bei 180 Euro.

      Eine Übersicht hat der Steuerzahlerbund: https://www.steuerzahler.de/fileadmin/user_upload/LV_Nordrhein-Westfalen/Dateien/30_2021_Hundesteuer_2021_absteigend.pdf

      Die Einnahmen aus der Hundesteuer fließen in den allgemeinen Haushalt. Die Stadt hat durch die Hunde auch Ausgaben, vor allem für die Straßenreinigung.

      Eine Katzensteuer ist zwar immer wieder diskutiert worden, scheitert in der Regel aber an der Erfassung der Tiere.

      In NRW gibt es keine Pferdesteuer, die Stadt könnte sie aber einführen. Es gibt eine Reitabgabe in Höhe von 25 Euro. Sie muss gezahlt werden, wenn sich die Pferde außerhalb von Privatgrundstücken bewegen.

  8. Irritierend. Der Artikel liest sich so, als würde man Verbrecher jagen. Wir sprechen hier von Haustierbesitzern. Wenn sich die Stadt mit deren Verfolgung so sehr brüsten muss und viele Gelder in externe Unternehmen investiert, ist das traurig. Auch ist es fraglich, ob man das Geld nicht anders verwenden könnte.

    1. Ich weiß nicht, wo das für Sie nach Verbrecherjagd klingt… wer einen Hund besitzt, der muss Hundesteuer bezahlen. Die Stadt kontrolliert das (und informiert). Dadurch entstehen natürlich Kosten, aber eben auch mehr (und gerechtere) Steuereinnahmen. In welchem Verhältnis die zueinander stehen geht aus dem Artikel nicht hervor.
      Wo sich die Stadt brüstet, keine Ahnung.