Bislang wurden auf der Laurentiusstraße nur Radfahrschutzstreifen markiert, künftig soll sie zur Fahradstraße werden. Foto: Thomas Merkenich

Eine Verbesserung der Verhältnisse für den Radverkehr in Schildgen, in der Laurentiusstraße und in der ganzen Stadt hat der Mobilitätsausschuss auf Antrag von Grünen und SPD beschlossen. Dabei habe sich gezeigt, dass Grüne und SPD auch nach dem Ende der Ampel zukunftsfähige Maßnahmen durchsetzen können, betonen beide Fraktionen. Sie erläutern im Details, was mit diesen Entscheidungen erreicht wird – und welche Alternativen für den Autoverkehr bleiben.

Der Mobilitäts-Ausschuss hat wichtige Entscheidungen für eine zukunftsfähige Gestaltung des Verkehrs in Bergisch Gladbach auf den Weg gebracht. Für die Altenberger-Dom-Straße in Schildgen sollen ein Radschutzstreifen und ein Hochbord geplant werden. In der Laurentiusstraße wird der Autoverkehr eingeschränkt. Im ganzen Stadtgebiet sollen Radwege besser beschildert werden.

Keine 24 Stunden nach dem Ende der Ampel-Koalition zeigte sich: Grüne und SPD finden Mehrheiten für Maßnahmen zur Stärkung des Radverkehrs. Für diese sprechen eine ganze Reihe sachlicher Gründe.

Kompromiss für Altenberger-Dom-Straße

Die Altenberger-Dom-Straße in Schildgen soll fahrradfreundlicher werden. Für die östliche Seite (bergab Richtung Odenthal, blau) des Abschnitts zwischen Leverkusener und Schle-buscher Straße wird die Verwaltung einen Entwurf mit Radschutzstreifen und zwei Park-buchten für Autos ausarbeiten.

Hinweis der Redaktion: Das Bürgerportal steht als Plattform für alle Vereine, Initiativen, Parteien und Einrichtungen der Stadt zur Verfügung. Dieser Beitrag stammt von den Fraktionen von Grünen und SPD im Stadtrat.

Dies ist ein guter Kompromiss zwischen den Interessen von Radfahrenden und Anwohnenden, die sich Haltemöglichkeiten für Besuche und Lieferdienste gewünscht hatten. Einem entsprechenden Antrag von Grünen und SPD stimmte die FWG Freie Wählergemeinschaft Bergisch Gladbach zu.

Für die Altenberger-Dom-Straße wird die Stadt einen Entwurf mit Radschutzstreifen und Parkbuchten ausarbeiten und die Realisierung eines breiten Geh- und Radwegs auf einem Hochbord prüfen.

Für die westliche Seite (bergauf, orange) wird die Verwaltung prüfen, ob ein gemeinsamer Geh- und Radweg auf einem breiten Hochbord bis Ende 2024 gebaut werden kann. Dies empfehlen ADFC und Pro Velo, weil ein Hochbord gegenüber Schutzstreifen die Vorteile bietet, dass Autos am Fahrbahnrand halten und dass Fahrräder getrennt von Autos fahren können.

„Dies ist gerade bergauf für unsichere Radfahrende besonders wichtig. Viele Kinder aus Schildgen besuchen die Realschule oder das Gymnasium in Odenthal. Zudem wird in Kürze auch die Jugendfeuerwehr das neue Gerätehaus an der Altenberger-Dom-Straße beziehen.“ so Friedrich Bacmeister von den Grünen.

Für das etwas aufwändigere Hochbord können Fördermittel vom Land NRW beantragt werden, die 80 % der Kosten decken. Dem Antrag von Grünen und SPD für das Hochbord stimmten alle Parteien im Ausschuss zu.

Dies war auch beim letzten Punkt des Antrags der Fall: Die Verwaltung wurde beauftragt, sich mit Ausweichverkehren und Parkdruck in den Wohngebieten von Schildgen zu befassen und dazu Lösungsvorschläge zu erarbeiten. Oliver Herbst, sachkundiger Bürger der SPD: „Dieser Punkt ist mir besonders wichtig. Wir reden viel über die Altenberger-Dom-Straße. Die restlichen Verkehrsprobleme Schildgens dürfen wir dabei aber nicht außer Acht lassen.“

Verkehrsführung in der Laurentiusstraße

Schon seit längerem steht fest, dass die Laurentiusstraße in eine Fahrradstraße umgewandelt wird. Der Radverkehr wird dort Vorrang haben. Expert*innen der Polizei und der Stadt empfehlen für den Autoverkehr eine sogenannte „Indirekte Sackgasse“. 

Damit in Zukunft weniger Autos am Marktplatz vorbei durch die Laurentiusstraße fahren, wird diese zu einer „Indirekten Sackgasse“ (rot). Für den Durchgangsverkehr gibt es gute Alternativen (blau, lila).

In der Laurentiusstraße gilt auf Höhe der Einfahrt zum Buchmühlenparkplatz dann eine 
Durchfahrtsperre (rot).

Für Autos, die heute durch die Laurentiusstraße fahren, gibt es gute Alternativen: Der Tunnel an der Jakobstraße führt direkt in den Turbokreisel und von dort auf die Hauptstraße und in die Odenthaler Straße (blau).

Außerdem kommt man über die Stationsstraße am Bahnhof vorbei zum Turbokreisel (lila). Beide Strecken sind für den Durchgangsverkehr attraktiver als die über den Buchmühlenparkplatz (orange). 

Wichtig ist außerdem: Alle Ziele in der Laurentiusstraße bleiben mit dem Auto erreichbar. Die untere Laurentiusstraße und der Buchmühlenparkplatz können wie bisher angefahren werden (orange). In die obere Laurentiusstraße kommt man über die Straße Am Broich oder über die Hornstraße (grün). 

Jonathan Ufer (Grüne): „Der Tunnel und der Turbokreisel können mit dem Auto gut durch-fahren werden und wurden mit dem Ziel gebaut, kleinere Straßen zu entlasten. Aufgrund der Durchfahrtssperre werden zukünftig deutlich weniger Autos in die Laurentiusstraße fahren. Dadurch erhöht sich die Aufenthaltsqualität bis zum Rathaus und zum Marktplatz. Und Radfahrende können die Laurentiusstraße dann sicher und entspannt in beiden Richtungen durchfahren.“

Zu dieser Streckenführung wird zunächst ein Verkehrsversuch durchgeführt, ehe endgültig entschieden wird. Ein entsprechender Antrag der Freien Wählergruppe wurde mit den Stimmen von Grünen und SPD beschlossen.

Bessere Beschilderung von Radrouten

Für den Autoverkehr ist es selbstverständlich: An jeder wichtigen Kreuzung gibt es Schilder, die die Richtung weisen. Für Radfahrende fehlen in Bergisch Gladbach häufig Beschilde-rungen für die Radwege in den nächsten Stadtteil.

Deswegen hat eine Arbeitsgruppe der Grünen zusammen mit dem ADFC im Detail ausge-arbeitet, wie die Wege für den Radverkehr in Bergisch Gladbach besser beschildert werden können. Das Konzept beinhaltet 26 neue Strecken und 65 neue Kreuzungen, an denen etwa 190 neue Schilder stehen sollen. Die Arbeitsergebnisse wurden mit der Verwaltung abgestimmt und sollen von einem Planungsbüro abgeschlossen und anschließend umgesetzt werden. 

Eine Arbeitsgruppe der Grünen hat zusammen mit dem ADFC diesen Vorschlag (rot) zur Verdichtung der bestehenden Beschilderung (blau) des Radverkehrsnetzes  ausgearbeitet.

Eine Arbeitsgruppe der Grünen hat zusammen mit dem ADFC diesen Vorschlag (rot) zur Verdichtung der bestehenden Beschilderung (blau) des Radverkehrsnetzes ausgearbeitet.

Gründe für Stärkung des Radverkehrs

All diese Maßnahmen stärken den Radverkehr und nehmen – soweit erforderlich – auch kleine Einschränkungen für Autos in Kauf. CDU und FDP unterstellen dafür immer wieder „ideologische Motive“.

Dabei gibt es viele gute Gründe, die für eine Stärkung des Radverkehrs sprechen:

  • Klimaschutz: Der Autoverkehr ist in Deutschland einer der größten Verursacher von CO2-Emissionen. Diese müssen wir stark reduzieren, um Lebensgrundlagen auf unserem Planeten zu erhalten.
  • Kosten: Sowohl Anschaffung als auch Unterhalt eines Fahrrads sind deutlich günstiger als bei einem Auto.
  • Soziale Gerechtigkeit: Menschen, die sich kein Auto leisten können oder wollen, sowie Kinder und Jugendliche können sich mit dem Fahrrad selbstständig fortbewegen.
  • Umwelt: Fahrräder machen keinen Lärm und verschmutzen nicht die Luft.
  • Verkehrssicherheit: Jedes Jahr sterben über 2.500 Menschen in Deutschland in Folge von Verkehrsunfällen. In den allermeisten Fällen sind Autos daran beteiligt, die im Unterschied zu Fahrrädern eine große Gefahr für andere Verkehrsteilnehmende darstellen.
  • Verkehrsflächen: Fahrräder benötigen wenig Platz. Autos hingegen werden immer größer und bewegen oft nur 1-2 Personen. In der Regel stehen sie die meiste Zeit, häufig im öffentlichen Raum. Dass dies in Städten wie Bergisch Gladbach zu Stau und Parkplatznot führt, kann man täglich beobachten.

Jonathan Ufer: „Natürlich sind Fahrräder nicht das Allheilmittel für alle Verkehrsprobleme und nicht für alle Strecken und Personengruppen gleichermaßen geeignet. Viele Menschen sind auf das Auto angewiesen. Daher soll man sich auch weiterhin in Bergisch Gladbach mit dem Auto fortbewegen können. Viele Menschen möchten jedoch gerne mehr mit dem Fahrrad fahren, speziell kurze Strecken. Dadurch wird auch der Autoverkehr entlastet. Deswegen ist es sinnvoll, die Fahrrad-Infrastruktur zu verbessern.“

Dass für eine zukunftsfähige Mobilität ein vielfältigeres Angebot verschiedener Verkehrsmittel nötig ist, bringt auch das Fahrrad- und Nahmobilitätsgesetz für NRW zum Ausdruck, das 2021 noch von der schwarz-gelben Landesregierung beschlossen wurde. Darin heißt es: „Landesweit soll der Radverkehr so attraktiv werden, dass sich mehr Menschen im Alltag für das Rad entscheiden können. (…) Zukünftig sollen alle Verkehrsmittel eine gleich bedeutsame Rolle einnehmen.“

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Grüne SPD

Hier werden gemeinsame Pressemitteilung von Bündnis 90 / Die Grünen und der SPD in Bergisch Gladbach veröffentlicht.

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21 Kommentare

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  1. Es ist schön zu sehen, wie auch politische Ziele der Landesregierung vor Ort angegangen werden.

    Was mir noch sind Maßnahmen zur Förderung von Fußverkehr und ÖPNV. Ist da schon was geplant oder umgesetzt?

  2. Okay, das sind Einzelmaßnahmen. Was fehlt ist ein Gesamtkonzept: die Radwege zwischen Schildgen und Stadtzentrum GL oder Bensberg und GL sind eine Zumutung, in den Nebenstraßen (Katterbachstr., Voiswinkeler Str., Pannenberg, Nußbaumer Str., etc) heizen viele Autofahrer wesentlich schneller als erlaubt und überholen Radfahrer mit viel zu wenig Abstand, gute Abstellmöglichkeiten für Räder fehlen außerhalb des Zentrums, die Räumung der Radwege von Laub/Schnee/ Eis ist Glückssache, die Einrichtung von dem vor 10 Jahren beschlossenen Radschnellweg lässt weiter auf sich warten, …

    Bergisch Gladbach ist in Bezug auf Fahrradfreundlichkeit irgendwo in den 70er Jahren stehen geblieben und wird weiterhin auf der Stelle treten, wenn man immer die Autofahrer als Maß der Dinge nimmt.

  3. Mittelfristig sehe ich in GL folgende Lösung, die der engen Bebauung geschuldet ist und die nicht mehr Breite hergibt.

    – Alle Längsparkplätze entlang der Hauptverkehrsstraßen werden gestrichen.
    – Ersatz wird bedarfsorientiert als Parkhaus oder -palette geschaffen. Kann durch Nutzung freier Flächen in zweiter Häuserreihe oder durch Abriss freiwerdender Gebäude realisiert werden. (z.B. Aufstockung des Parkplatzes am Turbokreisel)
    – Der freiwerdende Verkehrsraum wird so aufgeteilt, dass bergauf (wir sind nicht Kopenhagen) ein breiter Radstreifen angelegt werden kann.
    – Auf gerader Strecke oder bergab erfolgt dies nur, wenn Platz da ist, sonst schwimmt der Radfahrer im normalen Verkehr mit. Nicht in den Schutzstreifen „gepresst“
    – Sollten parallele Radrouten durch Wohngebiete etc. möglich sein, so sind diese zu bevorzugen. Bessere Luft und Trennung vom übrigen Verkehr für mehr Sicherheit und Geschwindigkeit. Ist dies nicht möglich gemeinsame Nutzung des Verkehrsraums.
    – Langfristig die Erhöhung der verpflichtenden Stellplätze auf den Grundstücken, sodass ruhender Verkehr nicht die wenigen Verkehrsflächen verstopft.
    (Sollten Parkplätze auf der Straße wegfallen, werden diese sicherlich schnell privat nachgerüstet).

    – Bei Bedarf müssen auch mal Bäume fallen dürfen, natürlich mit Ersatz in der Stadt, aber an verkehrskritischen Punkten muss man die Kröte schlucken. Irgendwo müssen wir Kompromisse eingehen, um allen gerecht zu werden.

  4. Zunächst einmal möchte ich die Redaktion fragen, ob es möglich ist, die Beiträge kontinuierlich einzustellen. Das Suchen, wer wem wann auf welchen Punkt antwortet, nervt!

    Mir selbst an die Brust klopfend und sicher zur Verwunderung meiner „Bewunderer“: Es kommt mir inzwischen so vor, und nun Entschuldigung die Damen, dass es sich um den Wettbewerb „wer kann weiter pissen“ auf verbale Art handelt, an dem ich mich selbst weidlich beteiligt habe. Das hilft nur Niemandem, es sei denn, der Eine oder die Andere sind gesundheitlich gezwungen, den Überdruck im Kessel abzulassen. Dabei helfen weder der Vorwurf „undifferenzierte Hasstiraden“, den ich noch nie hier las, noch Behauptungen wie „autofreie Stadt“ die von den Grünen kommen soll. Auch das muss ich übersehen haben, sollte es je ein Grüner verlautet haben.

    Nicht jeder Kommentar verdient Veröffentlichung, was ich auch mir vorwerfe. Gerade die heutigen Kommentare habnen zumindest die Eignung, mal innezuhalten und nachzudenken.

    Der CO2-Ausstoß muss veringert werden. Dass da der MIV die größte, Verzeihung, Sau ist, stimmt nicht. Er steht an 3. Stelle nach Bewohnung und Viehzucht – habe ich mal gelesen. Das aber ist unwichtig. Wichtig ist die Erkenntnis, dass so viele Menschen wie möglich auf die Fahrräder sollten, SO VIELE WIE MÖGLICH, und nicht möglichst alle!!! Was da teilweise mit Straßen und auf Straßen passiert, ist konterkarrierend, Wahlversprechen geschuldet und Starrköpfigkeit zuzuordnen, alles Dinge, die man von Verwaltern und Politikern kennt – nicht nur in GL. DAzu gehört eine Lobby wie die um den alten Bahndamm, die so einseitig argumentiert, dass es wehtut.

    Auf der anderen Seite stehen die Mitbewohner:innen, die stets gerne die beiden schlimmsten Sätz herlabern, die ich in diesem Zusammenhang kenne: Ham wer noch nie so gemacht – und – ham wer immer so gemacht!

    Als es damals um die Erstellung eines neuen FNP ging, wurde der Entwurf desselben von der Bürger:innen heftig bekämpft – mit Erfolg. Der Zusammenschlus der 11 Bürgerinitiativen wurde auch nicht müde, dem Rat so etwas wie einen „Bürgerrat“ an die Seite zu stellen. Der wäre heute noch notwendiger als damals, brauchten sich doch die Ratsmitglieder in ihrer Feierabendfunktion nicht auf Behauptungen der Verwaltung verlassen und hätten stets mittelbar dire Nase im Wind.

    1. Zitat Herr Havermann: „Dass da der MIV die größte, Verzeihung, Sau ist, stimmt nicht.“ Hat auch niemand im zugrunde liegenden Artikel behauptet. Festgestellt wurde, dass der Autoverkehr in Deutschland einer der größten Verursacher von CO2-Emissionen ist – nach Energiewirtschaft und Industrie. Im Übrigen einer der Bereiche mit dem größten Einsparptential.
      „Wichtig ist die Erkenntnis, dass so viele Menschen wie möglich auf die Fahrräder sollten, SO VIELE WIE MÖGLICH, und nicht möglichst alle!!!“ das hat ebenfalls niemand behauptet. Gesagt wird: „Daher soll man sich auch weiterhin in Bergisch Gladbach mit dem Auto fortbewegen können. Viele Menschen möchten jedoch gerne mehr mit dem Fahrrad fahren, speziell kurze Strecken.“
      Uneingeschränkt zustimmen möchte ich daher ihrer Bemerkung „Nicht jeder Kommentar verdient Veröffentlichung“

  5. @Ralf Thiel meine Kritik ist sehr wohl differenziert, und zwar kritisiere ich die immer wieder von den GRÜNEN geforderte Umwandlung unserer bergischen Stadt in eine autofrei Stadt. Das Fahrrad als EINE Lösung im Umweltschutz einzusetzen ist ja garnicht verwerflich, aber das mit aller Gewalt und gegen alle Logik, wie im Falle Laurentiusstrasse und auf Hauptverkehrsstrassen, wie Buddestrasse einzufordern ist keine Lösung. Und das ist IDEOLOGISCH begründet.
    Nicht mit Hass, aber mit Wut, erfüllt mich das, immer wieder gegen die Überzahl der Nichtfahradfahrenden Bürger unsrer Stadt und gegen jedwede Logig argumentierende Auftreten dieser fundamentalen Grünen.
    Eine Politik für alle Bürger unserer Stadt, und für das Überleben der mittelständigen Gewerbetreibenden darf NICHT NUR auf Umwelt ausgerichtet sein.

    1. @Bernd de Lamboy: wer bei den Grünen fordert die Umwandlung Bergisch Gladbachs in eine autofreie Stadt? Da sie immer wieder von Logik sprechen, was ist aus ihrer Sicht logisch?

    2. Keiner möchte Bergisch Gladbach zur autofreien Stadt machen. Wie kommen Sie denn darauf?
      Es geht lediglich darum, die Straßen für Radfahrende sicherer zu gestalten. Aber es scheint eine ganz tief verwurzelte Angst zu geben. Wo die wohl herkommen mag?
      Sind Sie schonmal in GL Rad gefahren und waren mit den Zuständen und den Gefahrensituationen zufrieden? Ich fahre viel und freue mich jedesmal, wenn ich unbeschadet angekommen bin. Insbesondere für ältere Menschen sowie Kinder und Jugendliche wünsche ich mir deutlich sicherere Möglichkeiten mit dem Fahrrad zu fahren. Kinder haben übrigens keinen Führerschein.
      Wirklich niemand will irgendwem sein Auto wegnehmen.

    3. „meine Kritik ist sehr wohl differenziert, und zwar kritisiere ich die immer wieder von den GRÜNEN geforderte Umwandlung unserer bergischen Stadt in eine autofrei Stadt.“

      Das ist nicht nur undifferenziert sondern eine – unterstelle ich – böswillige Verdrehung der Fakten. Nirgendwo(!) – nicht mal im Wahlprogramm der Grünen – wird eine „autofreie“ Stadt gefordert. Auch nicht eine Fahrradstadt – wie andere gerne behaupten. Es wird übrigens auch nicht heimlich daran gearbeitet, das ist alleine eine „gefühlte“ Wahrheit von so mancher/manchem Autofahrer*in.
      Die immer wiederkehrende Behauptung, die Grünen würden alleine aus „ideologischen“ Gründen handeln, ist dann eben auch nur das: eine haltlose Unterstellung, um sich mit den Argumenten überhaupt gar nicht erst befassen zu müssen und die eigene Überzeugung als dass – selbstverständlich alleine rational begründete – Maß aller Dinge zu überhöhen.
      Überhaupt hat sich „Ideologie“ inzwischen zu einem Kampfbegriff gewandelt, den die meisten zwar gerne gegen die Grünen benutzen, aber das weder erklären, geschweige denn mit Fakten hinterlegen könnten.

  6. Parkdruck in den Wohngebieten? Das ist ja zum Lachen. Wenn jede/ jeder seine eigene Garage bzw Stellplatz für seinen PKW nutzt (wie es die Bauordnung vorschreibt), löst sich der Parkdruck von selbst! In Zürich werden wegen der dichten Bebauung die Garagen überprüft. Aber das traut sich bei uns kaum eine Kommune.

    1. Da bin ich bei Ihnen, leider wird in den Wohngebieten nicht kontrolliert, ob die Vorgärten als Grünfläche ausgebaut werden und danndie Autos auf den engen Anliegerstrassen geparkt werden. Das dürfte den GRÜNEN auch nicht passen.

      1. Leider bin ich aber nicht bei Ihnen. Ich sprach von den vermüllten Garagen, evt auch von Stellplätzen, aber nie von Vorgärten. Das Gegenteil liegt ja vor. Vorgärten werden vielfach nicht begrünt, wie es in der BauO NW vorgeschrieben ist, sondern mit Schotter ausgelegt und erfüllen somit weder eine ökologische noch eine ökonomische Funktion. Warum sollten also die Vorgärten in Bezug auf die Parksituation kontrolliert werden?

      2. Da malen Sie sich aber ein kurioses Szenarium aus. Die Tendenz geht doch leider eher umgekehrt zum Zupflastern und Kiesschütten.

  7. Radschutzstreifen und kombinierte Geh- und Radwege?!
    Ich weiß, ehrlich gesagt, nicht wofür SPD und Grüne sich gerade feieren.
    Etliche und wissenschaftliche Untersuchungen* und natürlich das wahre Leben, haben eindeutig gezeigt: Radschutzstreifen und kombinierte Geh- und Radwege bringen NIEMANDEN dazu, mit dem Rad zu fahren.
    Ganz das Gegenteil ist der Fall: Radschutzstreifen VERHINDERN dem Umstieg auf das Fahrrad. Und der Neubau von Radschutzstreifen fundamentiert das über Jahrzehnte.
    Sehr bedauerlich aber wahr, mit eurer Arbeit behindert ihr die Mobilitätswende eher als das ihr sie fördert.

    *Vielleicht hilft das ja weiter: https://radwege-check.de/

    1. Die GRÜNEN wollen unbedingt ihren ideologisch Grundsatz „Autos müssen abgeschafft werden, koste es was es wollen“, da hilft kein logisches Gegenargument.
      Solange die an der Regierung sind, und die Verwaltung nach deren Fahne wehen, wird sich da in unserer Stadt nicht ändern. Oh ich vergaß, …und solange die SPD sich von denen auch gängeln lassen!

      1. Herr de Lamboy, Ihre völlig UNDIFFERENZIERTEN Hasstiraden, besonders gegen die GRÜNEN, sind nur noch niveaulos peinlich und entwerten doch Sie selber. „Ideologisch“ sind immer nur die „ANDEREN“. Nehmen Sie besser die FAKTEN zur Kenntnis: dass es nur darum geht, den Fußgängern und Radfahrern ETWAS mehr Raum zu geben. Sie könnten ganz beruhigt sein: von einer MobilitätsWENDE sind wir meilenweit entfernt (Ihr geliebter Autoverkehr nimmt „dank“ immer neuer „Wohnquartiere“ zu und nicht ab)

    2. Ähnliches habe ich auch schon einmal irgendwann gelesen. Der Punkt war wohl, dass die Einrichtung von Schutzstreifen einerseits dazu führt, dass Radfahrer wohl glauben, diese benutzten zu müssen. Andererseits denke der Autofahrer, man könne die Radfahrer auch ohne ausreichenden Sicherheitsabstand überholen, da diese ja ihre eigene Spur haben. Beides würde dann natürlich eher zu einer Gefährdung der Radfahrer führen, als zu ihrem Schutz.

      Wenn dem so ist, dann muss ich mir die Frage stellen, welchen Sinn die Streifen haben sollen. Ein Schutz von Schulkindern oder der Jugendfeuerwehr kommt in diesem Fall wohl nicht in Betracht. Vielmehr bliebe dann wohl nur übrig, dass man hiermit einerseits zur Einschränkung des motorisierten Verkehrs Halte- und Parkverbote einrichten möchte sowie andererseits ein nach außen sichtbares Zeichen setzen will, vermeintlich etwas für Radfahrer getan zu haben.

      Dies wäre dann tatsächlich nichts, wofür man sich feiern lassen sollte, solange man keine den Mobilitätsanforderungen der Bürger gerechtwerdenden Alternativen entwickelt hat.

      Etwas optimistischer stimmt mich da allenfalls die Auffassung der SPD, dass man neben den Problemen von Radfahrern auch die restlichen Verkehrsprobleme nicht außer Acht lassen sollte.

      Vielleicht liegt hier ein Ansatzpunkt, konzeptionell bessere Lösungen zu entwickeln.

    3. Ich halte Ihre Kritik für nicht unberechtigt und im Grundsatz für nachvollziehbar, würde aber eine Differenzierung vorschlagen.

      Der gemeinsame Geh- u. Radweg bergauf (ohne Benutzungspflicht mit relativ geringer Nutzung durch Fußgänger*innen) basiert auf einer Idee der Radverbände, die man im Bürgerportal in allen Details nachlesen kann. Dort wird deutlich, welche Vorteile sich dadurch in der konkreten Situation an der Altenberger-Dom-Str. für alle Verkehrsteilnehmende inkl. Rad- und Schulverkehr ergeben. Auch die von Ihnen verlinkte Studie unterstützt diesen Ansatz, da sie das hohe subjektive Sicherheitsgefühl bei einer Führung im ausreichend breiten Seitenraum bestätigt.

      https://in-gl.de/2022/10/17/schildgen-radverbaende-legen-kompromiss-vorschlag-vor/

      Die Anlage von Schutzstreifen dagegen wird aus vielfach dokumentierten Gründen grundlegend abgelehnt, die Einrichtung eines durchgehend protektierten Radfahrstreifens deutlich bevorzugt.

      Die Politik der (ehemaligen) Ampelkoalition musste eine tragfähige Gesamtlösung finden. Nach einer Bürgerversammlung in Schildgen und Eingaben der Anwohnerschaft, die u.a. den ursprünglichen Plan zum Entfall aller Parkplätze als sehr kritisch bewerteten, gab es durch die Stadtverwaltung einen neuen Vorschlag, die s.g. Variante drei. Diese sah bei nur noch beidseitigen Schutzstreifen sogar einen mehrfach in die Fahrbahn verschwenkten Schutzstreifen bergab und insgesamt fünf Parkbuchten vor. Erneut brachte dies die Radverbände und den ADFC auf den Plan. Letzterer setzte sich für noch einmal für seinen Vorschlag und eine gründliche Bewertung von Alternativen (wie den Geh-/Radweg) ein.

      https://in-gl.de/2022/11/23/eine-vierte-variante-fuer-altenberger-dom-strasse-schildgen-bergisch-gladbach/

      Grüne und SPD konnten abschließend nur mit der hier und im verlinkten Artikel beschriebenen Lösung der Variante vier eine Mehrheit gewinnen. Wie sich die Entwurfsplanung final darstellt, bleibt abzuwarten. Ich persönlich hege noch Hoffnungen, dass die beschlossene Reduktion auf lediglich zwei Parkbuchten für wenige Autos bzw. Lieferdienste sogar eine Umsetzung von Radfahrstreifen oder zumindest breiten (über Regelmaß hinaus) Schutzstreifen bergab zulässt.

      1. Lieber Herr Funcke. Vielen Dank für Ihre ausführliche Beschreibung der Situation.

        Allerdings habe ich gar keine Kritik geübt. Ich habe ausschließlich die Aussage der Überschrift und des Artikels: „Grüne und SPD: So wird der Radverkehr gestärkt“ und „Eine Verbesserung der Verhältnisse für den Radverkehr…“ usw. auf den Wahrheitsgehalt geprüft und mit wissenschaftlichen Erkenntnissen abgeglichen.

        Die Diskrepanz zwischen Aussage und Wahrheit bleibt wohl niemanden verborgen.

        Ich bezog mich auch nicht ausschließlich auf Schildgen, sondern auf das gesamte Stadtgebiet. So wie es der Artikel ja auch aufführt.

        Ursächlich für meine Einlassung ist meine Befürchtung, dass sowohl SPD wie auch Grüne selber glauben was sie in ihrer Erklärung schreiben.

        Die von mir verlinke Webseite erhält nur eine von vielen wissenschaftlichen Arbeiten, die sich mit dem Thema Sicherheit auf Radwegen beschäftigt haben und öffentlich zugängig sind. Die Erkenntnisse zu kombinierten Geh- und Radwegen sowie zu Radschutzstreifen sind bei allen sehr eindeutig. Man kann sie durchweg als destruktiv betrachten.
        Was also SPD und Grüne gerade tun ist genau das Gegenteil von dem was sie in dem Artikel behaupten. Und das ist nicht meine persönliche Meinung, sondern eine Erkenntnis.

        Zumal die geplanten Umbauten im gesamten Stadtgebiet die Situation auf den Straßen über Jahre fundamentieren. Und wenn ich mich recht erinnere, sind Radschutzstreifen das Mittel der Wahl z.B. entlang der Paffrather Str., Odenthaler Str, Altenberger Dom Str., usw…

        Und wenn ich mich recht erinnere, ist der in Schildgen tödlich verunglückte Radfahrer nicht bei der Benutzung eines protektierten Radfahrstreifens verstorben, sondern bei der Benutzung eines Radschutzstreifens.