In vielen Fällen wird ein Anwalt erst dann eingeschaltet, wenn der Streit bereits da ist. Dafür werden einige Argumente angeführt, doch das Gegenteil richtig: Gerade im Familien- und Erbrecht können Konflikte durch eine vorausschauende Gestaltung verhindert werden.

Hat sich in Ihrem Leben etwas geändert, mit dem Sie erst einmal klar kommen müssen (Trennung, Todesfall)? Sind Sie froh, dass Sie sich mit Ihrem Ex oder den Erben gut verstehen und keinen Anwalt brauchen? Vielleicht läuft auch alles rund, weshalb sollten Sie etwas unternehmen?

Das Gerücht hält sich hartnäckig, dass man einen Anwalt erst braucht, wenn man Streit hat – und dass dort, wo nicht schon Streit herrscht, die Anwälte diesen anheizen. 

Das Gegenteil ist richtig: Für mich und viele Kollegen im Familien- und Erbrecht gilt, dass wir uns bewusst sind, welchen hohen Wert gute Beziehungen für unsere Mandanten haben und dass wir sehr bemüht sind, diese nicht unnötig zu belasten. Vor allem aber helfen wir gerne, Streit durch vorausschauende Gestaltung zu vermeiden!

Trotzdem zögern viele Menschen, anwaltliche Hilfe zu suchen – und wenn sie es tun, ist es oft zu spät. Die typischen Einwände sind:

Wir brauchen nur einen gemeinsamen Anwalt.

Das stimmt, wenn die Interessenlage genau gleich ist. Bei einem betagten Ehepaar, das sein Testament aufsetzen möchte, kann das sein. Bei einem Paar in Trennung ist das jedenfalls dann nicht der Fall, wenn es etwas zu verteilen gilt – Unterhalt, Auto, Haus – oder wenn sie gemeinsame Kinder haben.

Nochmals: dass jeder sich einen eigenen Anwalt nimmt, heißt nicht, dass man sich nicht einig wird. Es heißt aber, dass beide eine informierte Entscheidung treffen können.

Ich brauche erst einen Anwalt, wenn ich die Scheidung einreiche.

Schon mit der Trennung werden Weichen gestellt: Wer bleibt in der Ehewohnung? Wer versorgt die Kinder? Ändert sich etwas an der Verteilung der Erwerbsarbeit? Ohne anwaltliche Beratung kann schnell eine falsche Richtung eingeschlagen werden – und wenn die Scheidung ansteht oder die Harmonie nicht mehr so groß ist, kann diese nicht mehr geändert werden.

Der Notar wird mich umfassend beraten.

Eine Trennungs- oder Scheidungsfolgenvereinbarung geht ins Geld, gerade wenn auch erhebliche Unterhaltssummen oder die Auseinandersetzung des Eigenheims verhandelt werden. Der Notar wird umsetzen, was die Parteien ihm sagen, er darf aber bei widerstreitenden Interessen nicht beraten.

Ob also der Unterhalt richtig berechnet ist, oder ob eine anwaltliche Beratung eine erheblich größere Summe ergäbe – gleiches gilt für den Zugewinn -, wird der Notar nicht ermitteln. Da es hier um hohe und/oder jahrelang laufende Zahlungen geht, übersteigt das Verlustrisiko mit hoher Wahrscheinlichkeit die Anwaltsrechnung.

Der Notar (die Scheidung, der Erbschein…) ist teuer genug. Da will ich nicht noch Anwaltskosten haben.

Im Familien- und Erbrecht gibt es zahlreiche Fristen. Werden diese versäumt, kann man sich leider mit Unwissen nicht herausreden – der Anspruch ist dahin.

Vielleicht kennen Sie die allgemeine Verjährungsfrist von drei Jahren, die auf die meisten zivilrechtlichen Ansprüche anzuwenden ist. Aber wissen Sie auch, welche Fristen nur 6 Wochen, 6 Monate oder 1 Jahr laufen?

Dafür habe ich kein Geld.

Wenn Sie tatsächlich mittellos sind, haben Sie Beratungs- und Vertretungsansprüche, die aus der Staatskasse bezahlt werden, soweit es erforderlich ist.

Häufig höre ich aber diesen Einwand, wenn der Druck nicht so groß ist – und man das Geld lieber für etwas anderes verwenden möchte.

Einen Ehevertrag brauchen Sie nicht? Nun, eine gerichtliche Auseinandersetzung um Unterhalt und Zugewinn kann schnell erhebliche 4- bis 5-stellige Beträge kosten.

Ein Testament entwerfen zu lassen lohnt sich nicht? Die Erbauseinandersetzungsklage ist eines der langwierigsten, schwierigsten und teuersten Verfahren vor den Zivilgerichten. Durch vorausschauende Gestaltung sparen Sie zukünftig viel Geld – und Sie investieren in den Erhalt guter Beziehungen.

Schließlich bleibt der Blick auf die Dinge, die sich mit Geld nicht messen lassen. Gute Beziehungen habe ich schon erwähnt. Genauso wichtig ist auch die Vorsorge. Wer soll sich um Sie kümmern, wenn Sie es selbst nicht mehr können? Wie wollen Sie leben (oder sterben), wenn Sie sehr krank sind?

Ihr Anwalt kann Ihnen helfen, die richtige Art von Vollmacht zu wählen – und frei von familiären Interessenlagen Ihre Entscheidung zu treffen.

Für eine persönliche Beratung stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung!

Ihre Rechtsanwältin Uta von Lonski

Dieser Artikel kann nur allgemeine Hinweise geben, ohne im Einzelfall verbindlich zu sein, und ersetzt nicht die individuelle, qualifizierte Rechtsberatung.

Kontakt: 
Reuterstr. 120, 51467 Bergisch Gladbach
Telefon: 02202 24 74 174
E-Mail: mail@ra-vonlonski.de

Weitere Informationen finden Sie auf meiner Website, Facebook und Instagram.

Uta von Lonski

Zur Person: Rechtsanwältin Uta von Lonski lebt seit vielen Jahren mit ihrer Familie in Bergisch Gladbach. Sie ist seit 1999 als Rechtsanwältin tätig und hat sich auf das Familien- und Erbrecht sowie auf Vorsorgeverfügungen spezialisiert. Ihre Kanzlei befindet sich in zentraler Lage in Bergisch Gladbach-Hebborn.

Zur Kanzlei: Tätigkeitsschwerpunkte der Kanzlei von Lonski sind das Familien- und Erbrecht sowie Vorsorgeverträge.

Zur Philosophie: Die Beratung und Vertretung im Erbrecht, Konflikte im Familienrecht, und der Umgang mit dem Blick auf Krankheit und Schwäche erfordern Fingerspitzengefühl. Geht es um die Wahrung guter Beziehungen? Um die Durchsetzung im Konfliktfall? Um eine schnelle, saubere Einigung?

Um die persönliche und wirtschaftliche Belastung gering zu halten, lege ich großen Wert auf ein sauberes Herausarbeiten der Mandanteninteressen.

Zu den Schwerpunkten: Ich berate Sie vorsorglich, um die Ehe, die Trennung, den Todes- oder Krankheitsfall in Ihrem und im Sinne Ihrer Familie zu gestalten.

Ich vertrete Sie außergerichtlich und gerichtlich, in Scheidungsverfahren, Kindschaftssachen, Unterhaltsangelegenheiten und vielen anderen Familiensachen. Ebenso setze ich mich für Ihre Ansprüche in Erbstreitigkeiten ein.

Schließlich informiere ich Sie über die unterschiedlichen Möglichkeiten, Vorsorge für den Fall von Krankheit und Demenz zu treffen.

image_pdfPDFimage_printDrucken

Uta von Lonski

hat ihre Wurzeln in Bergisch Gladbach. Nach 18-jähriger Anwaltstätigkeit in Bonn und Umgebung gründete sie im März 2018 ihre Kanzlei in Bergisch Gladbach-Hebborn. Tätigkeitsschwerpunkte der Kanzlei von Lonski sind das Familien- und Erbrecht sowie Vorsorgeverträge.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.