Die sogenannte Lena-Wiese am Lückerather Anger wird als Blumen- und Bienenwiese genutzt; der Streifen an den Straßen Am Fürstenbrünnchen / Am Pützchen ist baurechtlich bebaubar.

Mit heftiger Kritik reagiert die CDU auf den Vorschlag der Stadtverwaltung, vor der Planung einer weiteren Kita auf der sogenannten Lena-Wiese in Lückerath ein Gutachten zu Verkehr, Klima und Artenschutz einzuholen. Das wertet die Union als Verschleppungstaktik – und wirft Bürgermeister Frank Stein vor, den Kita-Bau aus wahlpolitischen Gründen verhindern zu wollen.

Zehn Seiten lang ist das „Kita-Ausbauprogramm“, das die Stadtverwaltung für die Sitzung des Jugendhilfeausschusses am 17. August vorbereitet hat und alle bereits bekannten Pläne zusammenfasst; für die drei geplanten „Sofort-Kitas“ in Sand, Schildgen und der Innenstadt bist es konkrete Beschlussvorlagen. Und dann verspricht die Tagesordnung noch einen „Grundsatzbeschluss Kita Lenawiese“ – der gar kein Grundsatzbeschluss ist und bei der CDU heftigen Widerspruch auslöst.

Die Verwaltung ignoriere Beschlüsse des Stadtrats, „übt sich in Hinhaltetaktik“ und verkaufe den Ausschuss für dumm. Bürgermeister Frank Stein stelle ein Wahlkampfversprechen offenbar über das Gemeinwohl der Stadt, kritisiert die CDU-Fraktion in einer Pressemitteilung (siehe Dokumentation unten). Die CDU-Sprecherin im Jugendhilfeausschuss, Brigitta Opiela, fordert, „einem Sofortbau auf der Lena Wiese den berechtigten Platz 1 auf der Prioritätenliste einzuräumen“.

Die Kritik bezieht sich auf die Vorlage „Grundsatzbeschluss Kita Lenawiese“. In diesem Papier schlägt die Stadt vor, „als Teilleistung der grundsätzlichen Machbarkeit einer Kindertagesstätte auf der Lena-Wiese“ zunächst ein umfangreiches Gutachten einzuholen. Das soll die Belange des Artenschutzes, der Bedeutung der Fläche für das Stadtklima und für den Verkehr in dem Wohnviertel am Lückerather Anger untersuchen.

Drei Punkte, die für die CDU längst geklärt sind. Schließlich sei bereits 2020 beschlossen worden, dort so schnell wie möglich eine Kita zu bauen. Das Baurecht und „eine positive Einschätzung der verkehrlichen Situation“ sprächen für sich. Alleine in Lückerath fehlten mindestens 86 Kita-Plätze, für weitere Verzögerungsversuche habe sie kein Verständnis, erklärt Opiela.

Die sogenannte Lena-Wiese liegt gegenüber vom Lückerather Anger, in der östlichen Ecke, die von „Am Pützchen“ und „Am Fürstenbrünnchen“ gebildet wird. Für diesen Streifen, der rechts an die Wohnbebauung anschließt, existiert Baurecht, Die Wiese war zuletzt als Bienen- und Blumenwiese genutzt worden, der weitaus größere Teil Richtung Süden steht unter Schutz.

Die lange Geschichte der Lena-Wiese

Harte Vorwürfe, hinter denen die verworrene Vorgeschichte in Sachen Lena-Wiese stehen. Aber auch der aktuelle grundsätzliche Streit, wo weitere Kitas gebaut werden sollen und welchen Stellenwert dem Klima- und Naturschutz gebührt, spielen eine wichtige Rolle.

Zur Vorgeschichte: 2020 hatte die Verwaltung, noch unter Bürgermeister Lutz Urbach (CDU), den Bau der Kita auf der Lena-Wiese trotz einiger Kommunikationsprobleme durchgesetzt, weil es damals keine Alternativen gab. Die Entscheidung fiel mit 10 zu 9 Stimmen gegen die Ampel. Frank Stein (SPD), damals als Beigeordneter für den Kita-Bau zuständig und Bürgermeisterkandidat, trug die Entscheidung mit. Aber nur, mit „erhebliche Bauschmerzen“.

Bei der folgende Wahl gewann die Ampel die Mehrheit, Stein wurde Bürgermeister und mit Ragnar Migenda kam ein „grüner“ Beigeordneter an Bord. Dieser schaute noch einmal auf den Stadtteil und schlug im Juni 2021 vor, stattdessen auf dem Carpark-Gelände an der Bensberger Straße zu bauen.

Die Lena-Wiese, sagte Stein 2021, soll „der Natur zurück gegeben werden“, eine weitere Bebauung sei dort ausgeschlossen. Das hatte Stein im Wahlkampf versprochen, und an dieser „persönlichen Auffassung“ hält er auch jetzt fest – die Entscheidung treffe aber der Stadtrat.

Zurück zur Vorgeschichte: Im Februar 2022 überfiel Russland die Ukraine, und sehr schnell wurde klar, dass die Wohncontainer auf dem Carpark-Gelände nicht wie geplant abgebaut werden können, sondern ausgebaut und auf unabsehbare Zeit genutzt werden müssten. Die Kita-Pläne lagen damit erst einmal auf Eis.

Doch nicht zuletzt auf Drängen der FDP nahm sich die Stadt das Grundstück noch einmal vor. Und siehe da, zwischen Flüchtlingsunterkunft und Seniorenheim fand sich noch reichlich Platz für eine größere Kita. Allerdings kommt die nicht im Eiltempo, denn hier müssen zunächst Flächennutzungs- und Bebauungsplan angepasst werden. Einer entsprechenden Vorlage hat der Plaungsausschuss gerade einstimmig zugestimmt.

Alles in allem, so die Meinung von Migenda und Stein, sei daher auch für den Bereich Lückerath eine ausreichende Versorgung mit Kitaplätzen absehbar, zumal im Mondröttchen / Am Reiser bereits eine weitere große Kita im Bau ist.

CDU setzt Lena-Wiese wieder auf die Agenda

Eine Schlussfolgerung, der die CDU vehement widerspricht. Sie hatte das Thema Lena-Wiese im April erneut aufgebracht, mit dem Antrag, Lückerath brauche nicht eine, sondern zwei weitere Kitas. In einer ersten Debatte verwies die SPD auf das Nein von Bürgermeister Stein; mit den Stimmen von SPD und Grünen wurde das Thema vertagt. Doch dann debattierte auch der Planungsausschuss über die Lena-Wiese – und dort setzte sich die CDU mit folgendem Beschluss durch:

„Die Verwaltung startet unverzüglich mit der Planung einer KiTa auf dem nördlichen Teil der Lena-Wiese in Lückerath. Das Ziel ist eine mit der Natur einvernehmliche Planung der KiTa, die eine Wildbienenwiese im südlichen Teil bzw. der angrenzenden Parzelle 765 ermöglicht. Alternativ kann der ökologische Wert der benötigten Fläche ermittelt und an anderer Stelle im Stadtgebiet ausgeglichen werden.

Die Verwaltung legt im folgenden Sitzungsturnus einen entsprechenden Realisierungszeitplan den beteiligten Ausschüssen vor.“

Was jedoch, wegen Zuständigkeitsordnung, nur als Empfehlung an den Jugendhilfeausschuss zu verstehen sei, betont die Verwaltung in der aktuelle Vorlage für den Ausschuss.

Wie das Defizit an 188 Plätzen gedeckt werden soll

Sie rechnet dabei noch einmal die Versorgungslage vor: In den beiden Bezirken 4 und 5 (Herkenrath, Asselborn, Bärbroich, Lückerath, Bensberg, Bockenberg, Kaule, Moitzfeld) insgesamt fehlten rein rechnerisch 188 Kita-Plätze.

Im Mondsröttchen würden nun 93 Plätze geschaffen (Fertigstellung 2024/2025). Zudem, so die Stadt, würden nun doch wieder Gespräche mit dem Moitzfelder Bürgerverein über eine 4. Sofortkita zur Fläche am Rotdornweg geführt. Und dann kommt irgendwann noch die Kita auf dem Carpark.

Die Kita-Ausbaupläne im Detail

Sofortkita Innenstadt

An der Jakobstraße hinter dem Bahnhof in der Innenstadt ist die alten Flüchtlingsunterkünfte abgerissen worden Auf dem 3800 qm großen Grundstück wird eine vierzügige Kita mit rund 70 Plätzen gebaut, später ist dort auch ein Spielplatz vorgesehen. Fertigstellung ist für Juni 2025 geplant.

Sofortkita Schildgen „Nittumer Weg“

Am Nittumer Weg in Schildgen liegt ein städtisches Grundstück mit 940 qm, das zur Zeit als Parkplatz genutzt wird. Hier entsteht eine dreizügige Kita mit rund 50 Plätzen; die Parkplätze fallen weg, ein Teil der Fläche wird entsiegelt. Fertigstellung: 1. Quartal 2026

Sofortkita Sand

An der Schulstraße in Sand, neben dem Friedhof und hinter dem Schotterparkplatz, wird eine Wiese bebaut, die als Reservefläche für den Friedhof vorgesehen war. Das Grundstück mit 1700 qm reicht ebenfalls für eine vierzügige Kita mit weiteren 70 Plätzen. Geplante Fertigstellung: März 2025

Sofortkita Lena-Wiese / Am Fürstenbrünnchen

Für den Bau einer Kita am Rand der Bienen- und Blumenwiese am Lückerather Anger an der Straße „Am Fürstenbrünnchen“ hatte es schon 2020 einen Beschluss gegeben, der nach der Kommunalwahl zurückgestellt worden war. Im September 2023 setzte die CDU durch, diesen Standort ebenfalls im Sofort-Kita-Programm voran zu treiben. Derzeit geplante Fertigstellung: Herbst 2025

Weitere Sofortkita (noch offen)

Der Standort einer möglichen weiteren Sofortkita ist noch offen, ein Grundstück im Bereich Moitzfeld / Bensberg / Lückerath werde geprüft, hatte die Stadt im Juni 2023 erklärt.

AWO-Kita Mondsröttchen / Am Reiser (Bensberg/ Kaule)

Die vierzügigen Kita Mondsröttchen mit 90 Plätzen befindet sich bereits in Bau und soll laut Planung ab dem 1.8.2024 schrittweise in Betrieb gehen. 

Kita auf dem Carpark-Gelände (Lückerath)

Auf dem ehemaligen Areal der belgischen Armee an der Bensberger Straße in Lückerath soll nun doch eine große Kita gebaut werden, auf der Grünfläche zwischen Flüchtlingsunterkunft und dem Seniorenwohnheim. Dazu müssen zunächst der Flächennutzungs- und der Bebauungsplan geändert werden.

Kita mit Kompetenzzentrum Autismusspektrum-Störungen (Hebborn)

Diese Kita, ebenfalls von der AWO betrieben, soll auf dem brachliegenden Grundstück gegenüber der Grundschule Hebborn an der Odenthaler Straße entstehen, die Ausschreibung steht bevor.

Kita Weig-Gelände (Zanders-Areal)

Pläne für eine Grundschule und Kita auf dem Gelände der ehemaligen Weig-Kartonagenfabrik am Rande des Zanders Areals an der Cederwaldstraße parallel zu einer Grundschule 21 haben sich inzwischen zerschlagen, weil das Gebiet hochwassergefährdet ist.

Ein konkrete Schlussfolgerung aus diesen Zahlen trifft die Verwaltung zunächst nicht. Sondern geht noch einmal auf die zu klärenden Punkte bei der Lena-Wiese ein – und nennt neben Artenschutz und Klima auch (ganz im Gegensatz zur Einschätzung der CDU) Verkehrsprobleme vor Ort. Also müsse erst einmal ein Gutachten zu diesen drei Projekten in Auftrag gegeben werden – was ja auch so eine Art Grundsatzbeschluss wäre.


Dokumentation: Pressemitteilung der CDU

Politische Beschlüsse werden ignoriert! Verhindern Wahlversprechen des Bürgermeisters und eine Verzögerungstaktik der Stadtverwaltung eine Sofort-Kita in Lückerath?

„Noch 2020 war die Stadtverwaltung voll und ganz überzeugt von der Dringlichkeit, so schnell wie möglich auf der Lena Wiese im Stadtteil Lückerath eine Kita zu bauen. Der akute Bedarf an Kita Plätzen vor Ort, die durch das Baurecht dort gegebene Möglichkeit sehr zeitnah zu bauen, eine positive Einschätzung der verkehrlichen Situation und weitere positive Voraussetzungen und Beschlüsse sprechen für sich!“ stellt Brigitta Opiela, Sprecherin der CDU-Fraktion im Jugendhilfeausschuss, klar. Für die derzeitigen neuen Verzögerungsversuche durch die Verwaltung hat sie daher kein Verständnis. 

„Mindesten 86 Kindergartenplätze im Ortsteil Lückerath werden DRINGEND benötigt! Neue zeitaufwendige Gutachten und Kosten für eine längst überfällige Entscheidung sind nicht mehr zu tolerieren, die KiTa könnte längst in Betrieb sein! Alle sachlichen und fachlichen Gründe sprechen dafür! Doch statt einem Sofortbau auf der Lena Wiese den berechtigten Platz 1 auf der Prioritätenliste einzuräumen, werden Standorte in anderen Stadtteilen ins Spiel gebracht und die Stadt übt sich in Hinhaltetaktik. Sie benachteiligt betroffene Familien, riskiert eine Klagewelle, Zwangsgelder in ungeahnter Höhe und verkauft den Jugendhilfeausschuss für dumm. Vielleicht gibt es dafür aber auch einen ganz einfachen Grund: die Lena Wiese ist von Grün-Rot und dem Bürgermeister einfach nicht gewollt!“ 

„Das könnte der Punkt sein“, wirft Frank Reiländer, sachkundiger Bürger der CDU-Fraktion, ein, „uns ist vor Ort zugetragen worden, dass sich mehrere Nachbarn der Lena Wiese explizit auf ein Wahlversprechen von Frank Stein berufen: `wenn ich Bürgermeister werde, wird auf der Lena Wiese keine Kita gebaut´. Zu dieser Zielsetzung und Vorgabe hat sich Frank Stein mittlerweile mehrfach bekannt.“ 

Aktuell sind Details zum geplanten Kita Sofortprogramm der Stadt Bergisch Gladbach veröffentlicht worden, doch die bisherigen Beschlüsse mehrerer Ausschüsse zum Bau einer Kita auf der Lena Wiese werden darin einfach ignoriert. Sollte der Bürgermeister tatsächlich sein Wahlkampfversprechen „die Lena Wiese wird nicht bebaut“ über das Gemeinwohl der Stadt stellen, so muss das endlich von der Stadtverwaltung offen und ehrlich benannt werden – statt fadenscheinige Argumente vorzuschieben und die politischen Vertreter sowie die freien Träger im Jugendhilfeausschuss zum Narren zu halten. “

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Die Lenawiese wird von vielen MitbürgerInnen nicht ohne Grund als schlechte Wahl für die Errichtung eine Kita angesehen. Ja, es wäre eine sofortige Bebauung nach §34 möglich, aber eher nur eine kleine Kita. Das bringt uns in der Problematik der Kindergartenplatzversorgung nicht wirklich voran.

    Auf dem Car-Park-Gelände kann dagegen eine vier- bis fünfzügige Kita entstehen. Zusammen mit der Kita am Mondsröttchen ist damit der lokale Bedarf gedeckt.

    Wenn wir an die Zukunft unserer Kinder und Enkel denken, dürfen wir nicht die längerfristigen Auswirkungen unseres heutigen Handelns vergessen. Die Lenawiese ist eine ökologisch wertvolle Fläche und muss als Einheit mit dem Lückerather Anger, Neuborner Busch gesehen werden. Alles zusammen fungiert als wichtige Frischluftschneise für viele Bergisch Gladbacher BürgerInnen. Aus diesem Grund plädiere ich dafür, den Kita-Bau auf dem Car-Park-Gelände schnellstmöglich zu verwirklichen.

    Die Kita-Bedarfe weiter entfernter Stadtteile sollten aus zwei Gründen unbedingt ortsnah gedeckt werden: zum einen, um vermehrte CO2-Belastungen durch weite Bringwege zu verhindern und die Eltern durch kurze Wege zeitlich zu entlasten.

    Hinweis der Redaktion: Beate Rickes ist Ratsmitglied der Grünen.

  2. Die Zeit ist hier der größte Faktor! Eine Kita auf der Lenawiese erfüllt die Kriterien:

    -Eigentümereigenschaft der Stadt

    -Bebaubarkkeit ohne Notwendigkeit eines Bebauungsplanverfahrens

    -nachweisbare Bedarfslage am Standort.

    Es könnte jetzt schon dort eine Kita stehen, wenn man sich nicht 2021 (Bürgermeister Stein möchte nicht dass dort gebaut wird) dagegen entschieden hätte. Stattdessen lässt man dieses geeignete Grundstück fallen und priorisiert die weitaus länger dauernde Errichtung einer Kita auf dem Carpark Gelände. Warum? Wir brauchen im Bezirk 4/5 dringend Kitaplätze.

    Knapp über 40% der fehlenden Kitaplätze entfallen auf die Stadtbezirke 4 und 5 . Auch vom Bezirk 6 (Refrath-Frankenforst und Kippekausen) wo Kitaplätze fehlen wäre eine Kita auf der Lenawiese gut zu erreichen.

    Mit Blick auf unsere Kinder und deren Zukunft kann ich dieses * Hinhalten* nicht verstehen.

    Brigitta Opiela, Sprecherin für die CDU Fraktion im Jugendhilfeausschuss

    1. Diese Kriterien gelten de fakto (jetzt) auch für das Carpark-Gelände: Der private Eigentümer ist einverstanden, ein B-Plan wurde erstellt, die Bedarfslage ist dieselbe.

      Es stimmt natürlich, was Sie schreiben – *hätte* man(n) vor zwei Jahren anders entschieden, stünde dort heute vielleicht schon eine neue Kita. Aber es gab damals deutlichen Widerspruch zur Bebauung der Lenawiese; daher(?) wurde das anders entschieden.

      Laut Aufschlüsselung im anderen Beitrag (“3+1”) fehlen in Bensberg/Lückerath 168 Kita-Plätze, also ziemlich genau 2 große Kitas. Insofern würde ich davon ausgehen, dass entweder Carpark *oder* Lenawiese eine Kita bekommen – nicht beide.

      Was Frankenforst, Kippekausen und Herkenrath angeht: Es scheint mir nicht erstrebenswert, Kinder jeden Morgen quer durch die Stadt zu fahren. Kitas sollten in Wohnortnähe sein – um fußläufig erreichbar zu sein, und um es Kindern zu erleichtern, Freundschaften zu schließen.

  3. Mich überrascht die Heftigkeit der neuerlichen Diskussion.
    Vor zwei Jahren hieß es, dass in Lückerath/ Bensberg zwei Kitas fehlen. Eine davon wurde inzwischen am Reiser / Mondsröttchen gebaut (Fertigstellung wann btw?), für eine zweite stand die Lenawiese zur Diskussion – falls nicht noch ein besserer Standort gefunden würde. Inzwischen gibt es eine Alternativfläche, und auch wenn dort nicht morgen Baubeginn sein kann, hielt ich doch die Debatte damit für erledigt. Warum also die Aufgeregtheit der CDU? Wenn sie keine Kita auf der Carpark-Fläche will, weil sie die Fläche für ungeeignet hält oder andere Pläne dafür hat, möge sie das bitte sagen!

    zur Klarstellung: Bei “naturnaher” Bauweise, also flächensparend und mit Dachbegrünung, könnte ich mir prinzipiell auch eine Kita auf dem vorderen Teil der Lenawiese vorstellen – aber eben *alternativ* zum Carpark, nicht zusätzlich.

    Laut Beitrag fehlen in den “Bezirken 4 und 5 (Herkenrath, Asselborn, Bärbroich, Lückerath, Bensberg, Bockenberg, Kaule, Moitzfeld)” rechnerisch 188 Kita-Plätze. Gibt es eine genauere Aufschlüsselung? Herkenrath oder Bärbroich sind weit weg – dortigen Eltern bringen Plätze in Lückerath eher wenig. Und die 13 Plätze (86 – 73), die lt. Herrn Reiländer in Lückerath noch fehlen, rechtfertigen kaum den Bau einer zweiten (bzw. dritten) Kita.

    1. Es rechtfertig den Bau einer Kita, es muss nicht jede Kita bis zum letzten Platz vollgestopft werden, bevor der langwierige Bau einer Kita erwogen wird. Die Bevölkerungszahlen unterliegen Schwankungen, genauso der Bedarf an Kita Plätze und jeder halbswegs vernünftige Stadtplaner sollte auch eine Kita-Reserve vorhalten. Das gleiche gilt für Schulen und Weiterführende Schulen.

  4. @Redaktion Danke, Herr Watzlawek. Bild mit Punkt und Beschreibung machen es jetzt sehr deutlich. Für den Streifen, an den rechts die Wohnbebauung anschließt, besteht Baurecht.
    Südlich davon 4500 qm Platz für die Blühwiese + mehr als 1000 qm auf der Parzelle südöstlich vom Saaler Mühlenbach.

  5. “Was stört mich mein Geschwätz von gestern” pflegen Politiker zu denken, die frühere Entscheidung, die Lena-Wiese mit einer Kita zu bebauen, kommentierend. Nur Herr Stein hält an einem Wahlversprechen fest, was sehr selten ist. Außerdem schlägt wohl sein Herz für Fahrradstraßen.

    Überhaupt sollte die Stadtverwaltung endlich mal eine Prioritäten-Liste aufstellen. Kitas müssen her, sonst wird die Stadt nach vielen Klagen viel Geld zahlen müssen,
    das sie nicht hat.dFür die Planung von Fahrradstraßen wird schon viel Geld augegeben. Sind die wichtiger als das verbriefte Recht auf einen Kita-Platz und die Zukunft unserer Kinder?

    Außerdem schlägt man sich mit dem Klimaschutz herum, obwohl endlich Reaktionen gegen die steigenden Temperaturen und dem immer größer werdenden Schadstoffausstoß gefragt sind, auch, wenn der Anteil der Stadt an den klimatödenden Haushalten angeblich nur 2% beträgt.

    Am Reiser/Mondsröttchen in Bensberg begann endlich vor einigen Monaten der Bau einer neuen Kita. Seit vielen Wochen tut sich da nichts mehr. Heißt das, da fehlt Material oder ist mal wieder in irgendeiner Planung etwas schiefgelaufen?

    Man will dringend benötigte, bezahlbare Wohnungen bauen – auch und gerade für Eltern mit Kindern. Wo aber sollen die betreut werden? Mit 5.000,00 EUR/Kind, wenn alle klagen? Man will so viel wie möglich neue Bewohner nach GL locken, in eine Stadt, die keine Kita-Plätze hat. Die vielen neuen Bewohner aber knabbern arg an der Klimabalance, was deren Bewahrer wieder auf den Plan bringt.

    In GL – sicher auch in anderen Städten – wird oftmals der 2. vor dem 1. Schritt getan, auf vielen Hochzeiten ohne die nötige Manpower getanzt und manches Unvermögen schleicht sich in Planungen. Das natürlich auch, weil Politiker meinen, möglichst im Hinblick auf nächste Wahlen everybodys Darling sein zu müssen. Das ist falsch! Ehrlichkeit, Sachlichkeit, Sachwissen, Vertrauen und der Wille zu Zusammenarbeit sollten in einem Rat vorherrschen. Das aber scheint weiter Wunschdenken zu sein.

    1. @Katja Barthold, Sie dürfen gerne Ihre persönliche Abwägung machen, welche Bebauung sie für sinnvoller erachten – Lena-Wiese oder Car-Park. Wir tun das nicht – wir brauchen beides.

      Der Bedarf für Bensberg kann nicht mit ner Kita in Lückerath gedeckt werden. Der Bedarf in Lückerath (86 Plätze, Stand 30.06.2022) kann in Lückerath nicht mal für Lückerath mit EINER Kita (73 Plätze gem. Planung) gedeckt werden.
      Ihre Stichwortliste greife ich gerne auf:

      Nachhaltigkeit ist mehr als nur Klimaschutz, aber auch hier ist schon der Faktor zu berücksichtigen, das ein Verbringen der Lückerather Kinder in andere Kitas Staus und CO2 produziert.

      Biodiversität sollen die Kinder auf der Lena-Wiese genießen. Wir dürfen doch nicht so tun, als ob das Erbauen einer Kita auf ca. 1000 qm jegliche Arten von den Flächen Lena-Wiese (5600 qm), Lückerather Anger (ca. 35 ha), die großen Fleiflächen gegenüber und den Neunborner Busch vertreibt. Ich selbst erfreue mich in Lückerath trotz dort dichter Bebauung täglich an vielen Vogelarten, Bienen, Schmetterlingen usw.

      Wir haben die Wildbienenwiese berücksichtigt und auch eine ökologisch nachhaltige Ausführung der Kita.
      Zum Hochwasserschutz schauen Sie bitte selbst auf die Starkregenkarte (kann ich gerne per PM schicken) – klarer Vorteil für die Lena-Wiese ggü. dem Car-Park.

      Bodenschutz? Man hört immer was von Blindgängern auf dem Anger. Alte Lückerather können dazu keine konkreten Hinweise geben. Wer fragt hingegen, wie viele Liter Diesel und Altöl im technischen Bereich der ehem. belgischen Kaserne in den Boden geflossen sein mögen?

      Alternativen? Ich kann mich gut an viele Vorschläge der CDU in jüngster Zeit erinnern, die die Verwaltung nicht aufgegriffen hat.

      Es muss etwas geschehen! So schnell wie möglich! Und da ist die Lena-Wiese nach den von der Stadt selbst aufgestellten Kriterien u.E. Nr. 1!

      Niemand will Flächen versiegeln! Schon gar nicht ich als Lückerather. Aber wenn wir als ersten Grundsatz der Politik „Nicht vor meiner Haustür.“ und als zweiten „Nicht gegen mein Wahlklientel.“ festlegen, blockieren wir uns alle und nichts geht weiter. Ist das nicht die größte Kritik, dass die Politik sich nur mit sich selbst beschäftigt?

      Also, der Bedarf ist da. Rund ein Fünftel (20,5%) aller fehlenden Kita Plätze in Bergisch Gladbach fehlen in Lückerath. Rund 45% fehlen von Asselborn bis zur Kaule. Und auch hier ist keine Sofort-Kita vorgesehen.

      Da deckt auch die Kita am Mondsröttchen nicht einmal die Hälfte, wenn dort die Baumaßnahmen mal weitergehen.
      Wir brauchen einen fairen Wettbewerb aller Interessen und aller Vorschläge.

      1. Herr Freiländer, ich fände es gut – vor allem zur Einordnung ihres Kommentars – wenn auch Sie Ihre politische Zugehörigkeit, wie in diesem Portal allgemein üblich, konkret als Beisitzer der CDU Bensberg und/oder als sachkundiger Bürger der CDU-Fraktion deutlich machen würden.

        Vielen Dank

  6. Keine Kita an und auf der Lena Wiese !!! Gegenüber großes Grundstück mit Plakaten – Wohngebiet mehrere Häuser a la Corthaus! Da könnte man eine Kita bauen mit integrieren ! Dann bräuchten die Bewohner nur die Kinder unten abgeben und weite Wege entfielen -klimaneutral ! Die schäfchenwiese bietet den Kindern Auslauf – Bewegung und Natur!!!!!!!! Wo bleibt da der Klimadchutz – wenn alles zugepflastert wird!!

    1. Geht es nicht um die Wiese östlich “Am Pützchen” und südlich “Am Fürstenbrünnchen?
      Der Park mit dem geschwungenen Weg westl. “Am Pützchen” steht doch gar nicht zur Debatte, oder?

      Eine Kita dort wäre sicherlich sinnvoller als auf dem Carpark-Gelände, wo eher eine kleine Nahversorgung hin sollte.

      1. Ja, es geht um den Streifen, der sich an die Bebauung der Straße „Am Fürstenbrünnchen“ anschließt und bis zur Straße „Am Pützchen“ reicht, wie im Foto oben zu sehen. Wir haben das im Text deutlicher herausgestellt.

      2. Nein, die Bebauung der Lena- Wiese ist keinesfalls sinnvoller, als die Errichtung einer Kita auf dem ehemaligen Car-Park-Gelände!

        Es gibt eine Reihe von Argumenten, die gegen eine Bebauung der Lena- Wiese sprechen. Aber die CDU ist diesen Argumenten in keiner Weise aufgeschlossen. Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Biodiversität, Hochwasserschutz, Bodenschutz etc. sind Themen, die bei der CDU offensichtlich keine hohe Priorität besitzen. Sie werden schlichtweg ignoriert, frei nach dem Motto: ” wir machen weiter wie bisher”
        Ich bin mir sehr sicher, dass sich bisher auch wenig bis gar nicht bemüht wurde, nach Alternativen zu suchen und warum muss der gesamte Bedarf für Bensberg überhaupt in Lückerath gedeckt werden?

        Ein Versorgungsproblem mit Nahrungsmitteln sehe ich in Lückerath nicht. Deswegen muss auch kein Nahversorger auf das Carpark- Gelände.

      3. Schlagwörter die bei jedem Kita-Bau als Argument angebracht werden könnten, auch beim Carpark-Gelände oder anderen Vorhaben.

        Wenn wir den Kindern endlich ausreichend Kita-Plätze bereitstellen können, bin ich mehr als bereit, dieses kleine Fleckchen zu opfern.

        In Lückerath gibt es keine Versorgung, die fußläufig schnell erreichbar ist.