Ragnar Migenda, als Beigeordneter der Stadt Bergisch Gladbach u.a. für den Klimaschutz verantwortlich. Fotos: Markus Bollen

Bei einer stark besuchten Veranstaltung haben die Grünen über das geplante Klimaschutzkonzept der Stadt Bergisch Gladbach informiert; drei externe Referent:innen sorgten für Aufbruch-Stimmung und warben für eine starke, positive Kommunikation in die ganze Stadtgesellschaft hinein. Doch genau an diesem Punkt könnte das Projekt im Stadtrat scheitern, warnte Bürgermeister Frank Stein.

„Mächtig stolz“ sind der grüne Beigeordnete Ragnar Migenda und Bürgermeister Frank Stein (SPD) auf das „Integrierte Klimaschutzkonzept“, das sie mit einer intensiven Beteiligung der Stadtgesellschaft in nur 14 Monaten aufgestellt hätten – und mit dem Bergisch Gladbach den großen Rückstand im Klimaschutz aufholen soll.

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Die beiden politischen Beamten warben bei einer mit mehr als 70 Personen besuchten Veranstaltung der Grünen in der FHDW für das „ganzheitliche“ Konzept mit einer ordentlichen Portion Eigenlob – und räumten ein, dass eine Verabschiedung im Stadtrat alles andere als sicher ist.

Für das Konzept sei zum derzeitigen Stand im Stadtrat „keine Mehrheit erkennbar“, sagte Bürgermeister Stein. Die CDU habe angekündigt, das Programm „zu filetieren“, die FWG wolle eine betriebswirtschaftliche Effizienzprüfung aller einzelnen Punkte. Tatsächlich werden vor allem alle Maßnahmen rund um die öffentliche Erklärung des Konzeptes (Kommunikation und Marketing) von den beiden Fraktionen kritisch gesehen. Die FDP, auf die es damit für eine Mehrheit im Stadtrat ankommt, hat sich öffentlich noch nicht festgelegt.

Hintergrund: Der Entwurf für das „Integrierte Klimaschutzkonzept“ (IKSK) der Stadt ist 253 Seiten stark, enthält eine detaillierte Bestandsaufnahme und listet in acht Handlungsfeldern 43 Maßnahmen auf. Hier finden Sie eine kompakte Zusammenfassung und die Dokumentation des gesamten Konzeptes.

Inhaltlich debattiert wird das IKSK erst im Hauptausschuss am 30. August und im Stadtrat am 5. September. Im Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss hatten CDU und FWG ihre grundsätzlichen Bedenken bereits zu Protokoll gegeben. Die Stadt solle sich auf die eigene Verwaltung und Liegenschaften konzentrieren und jede Einflussnahme auf die Bürger:innen vermeiden, alle Ausgaben für Kommunikation und Marketing seien zu kürzen, machten Sprecher der Fraktionen klar.

Dass es gerade auf die beiden kritisch gesehenen Punkte ankomme, das hatten die externen Referent:innen bei der Infoveranstaltung der Grünen vehement vertreten: Weil die Stadt selbst nur für etwa zwei Prozent des Energieverbrauchs direkt verantwortlich sei komme es drauf an, Haushalte und Gewerbe einzubinden. Und das könne nur durch eine intensive, positive Kommunikation gelingen.

Kontinuierlicher Lernprozess

Volker Ossenkopf-Okada. Foto: Markus Bollen

Volker Ossenkopf-Okada, Physiker, Universität zu Köln, hatte sich den Entwurf für Bergisch Gladbachs IKSK genau angeschaut – und verweist darauf, dass selbst die Umsetzung aller Maßnahmen nicht ausreiche, um das 1,5-Grad-Klimaziel zu erreichen, sondern allenfalls das Ziel von 1,75 Grad.

Im bundesweiten Vergleich liege Bergisch Gladbach in fast allen Bereichen weit zurück und müsse sehr schnell alles tun, um Energie einzusparen, auf erneuerbare Energien umzustellen und erneuerbare Energien zu produzieren. Die größten Aufgaben liegen dabei bei Gewerbe, Handel und Verkehr – alleine der Ausbau der Photovoltaik reiche bei weitem nicht aus. Die Umstellung auf Wasserstofftechnik – etwa bei Bussen – sei ein Irrweg, der von der Lobby propagiert werde, aufgrund der schlechten Energieeffizienz das Klima aber nicht weiterbringe.

Ganz außer acht lasse das IKSK den externen Ressourcenverbrauch – wie der Konsum von Waren, der jedoch der größte Brocken des individuellen Klima-Fußabdrucks ausmache. Auch der Gedanke, dass in allen Bereichen eine umfassende Kreislaufwirtschaft gebraucht werden, finde sich nicht im Konzept.

Volker Ossenkopf-Okada. Foto: Markus Bollen

Für eine erfolgreiche Klimapolitik in der Kommune, so Ossenkopf-Okada, sei eine einmalige Beteiligung der Bevölkerung nicht ausreichen. Erforderlich sei ein sozialer Lernprozess. Wie durch eine kontinuierliche und verständliche Information die Unterstützung der Bevölkerung erreichte werden könne demonstriere die Stadt Bonn mit dem Projekte „Bonn4Future“ – einem dauerhaften Bürgerrat.

„Die Botschaft der Liebe“

Die Mitwirkung aller Akteure greift auch Kathrin Rothenberg-Elder, Sozial- und Umweltpsychologin an der privaten Hochschule Diploma in Köln auf. Viel wichtiger als die Mobilisierung der Unterstützer sei es, die gesamte Bevölkerung mitzunehmen – und dabei gerade die anzusprechen, „die keinen Bock haben, etwas für das Klima zu tun“.

Wie das konkret gehen? Mit der „Botschaft der Liebe“, empfiehlt Rothenberg-Elder. Also nicht über Kritik und Ablehnung der skeptischen Positionen, sondern durch die Suche nach Gemeinsamkeiten. „Wir sollten nicht missionarisch auftreten, sondern das Verbindende suchen – und Begeisterung wecken“, sagt die Psychologin.

Kathrin Rothenberg-Elder. Foto: Markus Bollen

Dabei komme es darauf an, wirklich alle Bevölkerungsgruppe effektiv anzusprechen, so divers und vielstimmig wir möglich. Zum Beispiel auch Muslime – und immer wieder die Frauen. Am Ende gehe es um einen „psychologischen Vertrag“, einer Selbstverpflichtung, tatsächlich ökologisch zu handeln. Ein Beispiel: nach dem Auszug der Kinder den nicht mehr benötigten großen Wohnraum auch wirklich zur Verfügung zu stellen.

Aufgabe der Kommune sei es dabei, mit der richtigen Infrastruktur der (alternden) Bevölkerung zu helfen. Durch einen gut ausgebauten ÖPNV, durch Fahrradschulungen und durch Nahversorgungsmöglichkeiten.

Und immer wieder durch positive Kommunikation. „Wir müssen den Leuten die Wege so leicht wie möglich machen. Wir sind auf alle angewiesen“, betont Rothenberg-Elder.

Die katholische Kirche geht los

Christian Weingarten zeigt das Idealbild einer „grünen“ Kirche. Foto: Markus Bollen

Welche Rolle andere Akteure als die Stadt spielen können, zeigt der Umweltbeauftragte des Erzbistums Kölns, Christian Weingarten, auf. Alleine in Bergisch Gladbach verfüge die Katholische Kirche über rund 20 Kirchengebäude und 20 Kitas, die Schritt für Schritt energetisch fit gemacht werden sollen.

Mit Sitz- statt Luftheizungen, Entsiegelungen und sehr viel Photovoltaik auf den Dächern, auch bei denkmalgeschützten Gebäuden. So soll der Böhm-Bau in Schildgen, die Herz-Jesu-Kirche, noch in diesem Jahr eine Solaranlage erhalten.

Was die Stadt schaffen kann – und was nicht

Zuvor hatte auch Ragnar Migenda, als Beigeordneter für den Klimaschutz (und einige andere Bereiche) zuständig, klar gemacht, dass die Ziele nur durch eine gemeinsame Anstrengung aller erreicht werden könnten. Auf die kommunalen Einrichtungen, auch das wird im IKSK detailliert aufgeschlüsselt, entfallen nur zwei Prozent des Energieverbrauchs in Bergisch Gladbach, auf die privaten Haushalte dagegen 40 Prozent und auf das Gewerbe weitere 38 Prozent.

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Wie Bergisch Gladbach den Klimaschutz voranbringen will

Mit dem Entwurf für das Integrierte Klimaschutzkonzept der Stadt Bergisch liefern die Klimaschutzmanagerinnen eine gründliche Bestandsaufnahme, spüren Verbesserungspotenziale auf, entwickeln eine Strategie und listen jede Menge konkreter Maßnahmen auf. Jetzt geht der Entwurf in die Beratung der Ausschüsse – wir haben schon einmal einen Blick hinein geworfen. Dabei fällt auf: den größten Teil der Einsparungen müssen die privaten Haushalte liefern.

Mit dem Tempo, das die Stadt insgesamt bislang an den Tag lege, seien die Klimaziele nicht zu erreichen, warnt Migenda. Immerhin habe die Stadtverwaltung seit dem Wechsel an der Rathausspitze bereits viel erreicht, sagt Migenda – und zählt viele Maßnahmen auf. Einige davon liegen allerdings gar nicht in der Verantwortung der Stadt, sondern des Kreises, der Bahn, der regionalen Verkehrsunternehmen oder zivilgesellschaftlicher Akteure. Wie etwas der Ausbau der S11, der Erhöhung der Kapazität der Linie 1, die Mobilstaionen, die KidicalMass, das Bergische eBike oder der grüne Mobilhof.

Die Stadt selbst, so Migenda, kümmere sich über die eigenen Gebäude hinaus u.a. um eine Radroute auf dem Bahndamm, Radvorrang- und Pendlerrouten, Umweltspuren, Fahrradstraßen und die Öffnung der Einbahnstraßen. Kurzfristig geplant sei die Eröffnung einer Wasserstoff-Tankstelle auf dem Zanders-Areal.

Konkrete Entscheidungen für das Klima

Bürgermeister Frank Stein verweist auf konkrete Entscheidungen, die die Stadt in den vergangenen Tagen für den Klimaschutz getroffen habe: die konsequent grüne Bauweise des Sportkomplexes Mohnweg. Eine interfraktionelle Verabredung, dass das Zanders-Areal nicht mit Gas, sondern mit einer Kombination von Luft-, Wasser- und Bodenpumpen versorgt werden. Und schließlich werde gerade das Projekt „Rad macht Schule“ an der IGP abgeschlossen.

Bei der kommunalen Wärmeplanung, die für Heizungsentscheidungen der privaten so wichtig ist, bittet Migenda um etwas Geduld. Die Stadt habe zwar bereits einen Förderantrag für eine externe Beauftragung eines entsprechenden Konzepts bewilligt bekommen. Für Aussagen, welche Lösungen für Bergisch Gladbach die besten sind, sei es aber noch zu früh.

Wie die Skeptiker überzeugen?

(Fast) zum Schluss der Veranstaltung richtet sich Theresia Meinhardt, Ko-Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtrat, mit einer Frage an die Psychologin: Wie bitteschön, könne man denn nun ganz konkrete den Skeptikern im Stadtrat klar machen, dass es für das Klimaschutzkonzept eben auch Erklärungen, Kommunikation und Marketing brauche?

„Na ja“, wiederholt Rothenberg-Elder ihre Anregungen von weiter oben – man müsse miteinander reden, Gemeinsamkeiten suchen, zusammen feiern und darüber zum Klimaschutz-Machen finden.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. @Mika, es ist – sicher nicht nur für mich – sehr mühsam, ihre langen Beiträge zu lesen. Vielleicht könnten Sie uns zukünftig eine Zusammenfassung ihrer durchaus interessanten Ansichten schreiben. Für jede Seite gibt es immer Beispiele und jeder der Leser hat seine eigenen Erfahrungen gemacht, die ich niemanden ausreden möchte.
    Sinnvoller wäre es, konkrete Vorschläge zu machen und in der eigenen ‘Blase’ einiges zu verändern. Ich bin sicher, bei jedem von uns ist noch Lufg nach oben.

    1. @Gabriele Apicella Mit einer Zusammenfassung tue ich mich schwer. Und gerade bei kurz und knapp bleibt Wichtiges auf der Strecke. Leider wird heute (allgemein) nicht mehr viel gelesen und geschrieben. Ich lese und schreibe sehr schnell, so “überfliege” ich z.B. Texte mit einem Seitenvolumen von 50 Seiten und mehr während des Scrollens und kann den Inhalt wiedergeben, Textlängen wie meine, sind für mich nur Sekunden. Vorschläge habe ich gemacht. Und in einer Blase lebe ich nicht. Meine Texte dürften verdeutlichen, dass ich auch in viele Richtungen schaue, die mich nicht betreffen.

      1. @Mika, ” Textlängen wie meine, sind für mich nur Sekunden. …”
        Da geht es mir mittlerweile bei Ihren Texten genauso – leider.

  2. @Drucker, lassen Sie es gut sein… Sie scheinen definitiv zu der Gruppe zu gehören, die ich kritisierte und die sehr weit von der Lebensrealität und den Nöten vieler Menschen entfernt ist und diese entweder nicht nachvollziehen kann oder will. Es wird deutlich, dass Sie den Inhalt meiner Texte nicht verstehen, allgemein sehr eingefahren sind und Schlüsse ziehen, die auf eine sehr eigenwillige Textinterpretation schließen lassen. “Sozialromantische Ausreden” amüsiert mich z.B. sehr. Wie gesagt, Sie bestätigen all das, was ich schrieb, einfach perfekt – herzlichen Dank für diese wirklich anschaulichen Verdeutlichungen. Genau so werden Sie und andere viele Menschen nicht erreichen. Und u.a. deswegen summieren sich leider zunehmend Wählerstimmen dort, wo man sie eigentlich verhindern möchte.

    1. Sie erklären hier doch nur sehr wortreich, dass es Ihnen nicht passt, wenn man Ihnen widerspricht. Das kennen wir ja schon.

      1. Naja, das ist Ihre Sicht der Dinge und die ist eben nur “Ihre Sicht” sondern oft eine eher eigenwillige Interpretation eines Textes und das oft auch ohne Sachbezug zum Text. In einer Diskussionen (= ein Meinungsaustausch) darf man sich auch widersprechen. Jeder darf eine Meinung haben, diese vertreten und muss nicht die Meinung des Diskussionspartners übernehmen. Das nennt man Toleranz. Etwas einfach als “nicht wahr” oder mit abwertenden Äußerungen und Fehlbeurteilungen darzustellen fällt nicht unter Toleranz. Interessant finde ich, dass Sie in diesen Kommentaren (in anderem Zusammenhang) schreiben “Ich halte es für wichtiger, dass Fakten stimmen und die Kommentatoren alle Menschen respektieren und achten.” Das vermisse ich z.B. in vielen Ihrer Kommentare, die häufig herabwürdigend sind und von der Achtung aller Menschen und deren Lebenssituationen weit entfernt. Es ist eben notwendig alle Menschen “mitzunehmen” und dafür muss man sich tatsächlich auch dem stellen, was diese Menschen denken/sagen und mag es einem noch so unsinnig erscheinen. Ich sehe – ganz allgemein gesprochen – eine große Gefahr darin, be- und verurteilend über viele Menschen der Bevölkerung hinwegzugehen. Zuhören ist wichtig. Echtes Verstehen mit sich-Hineinversetzen ist wichtig. Mir bereiten die Umfrageergebnisse zur Regierungszufriedenheit Bauchschmerzen. Mich verwundern die entsetzen Fragen “Wie konnte das bloß passieren, was haben wir falsch gemacht?” nach Wahlen, deren Ergebnis zeigt, dass Unzfriedenheit herrscht. Zuhören, bis in die kleinste Ebene, könnte Vieles verhindern.

  3. @Drucker Mir brauchen Sie solche Links nicht schicken und wie ich bereits schrieb (jedoch in anderen Worten/anders dargestellt), es gibt viele Menschen, die diese Inhalte gar nicht lesen möchten (siehe meine Ausführungen) und es gibt auch diejenigen, die diese Prognosen durchaus kennen und trotzdem sagen “Das interessiert mich nicht, ich lebe jetzt und muss sehen, wie ich jetzt mit meinem Alltag klarkomme.”
    Allgemein, zitiere ich aus meinem Text, denn genau das geschieht hier und überall: “scheinen häufig aus gebildeten Haushalten mit sicherer/guter finanzieller Lage zu kommen und „bügeln“ das, was nicht so privilegierte Bürger äußern, oft gnadenlos und nicht selten äußerst arrogant und belehrend ab. Diejenigen, für die der Alltag oft ein Überlebenskampf ist, sind in einer völlig anderen Lebenssituation und diese Menschen wird man mit „Du Bürger musst was tun und wir zeigen dir immer und immer wieder, was du falsch machst“ nicht erreichen. Wie auch, die „Übersetzung“ ist ja leider oft „es wird für dich noch teurer und dies/das darfst oder solltest du nicht“
    Je größer die Lücke im Geldbeutel (sehr häufig trotz Berufstätigkeit), desto geringer ist scheinbar das Interesse am Klimaschutz,was auch ein gutes Stück nachvollziehbar ist, denn wenn der Alltag sehr schwer ist, geht es in erster Linie darum, diesen Alltag zu meistern. Das sehen Sie auch schon am Wahlverhalten, in “reichen Gebieten” ist die Wahlbeteiligung höher, Grün wird eher in höheren Einkommensgruppen gewählt.
    Ein großes Problem liegt darin, dass gerade viele Menschen in normalen bis geringen Einkommensverhältnissen sich in der Politik nicht vertreten fühlen und dass sie z.B. wenig Sinn darin sehen, aus Klimaschutzgründen auf ihre jährliche Urlaubsflugreise zu verzichten, während “die da oben” von Meeting zu Meeting quer um die Welt fliegen anstatt Meetings online stattfinden zu lassen oder innerhalb Deutschlands die Bahn zu nutzen oder dass ihr alter Gebrauchtwagen verteuert und kritisiert wird, obwohl er nur 5-6 Liter verbraucht, während 2 oder manchmal sogar 3 riesige, neue “PS-Schleudern” in den netten Einfamilienhaussiedlungen in/vor der Einfahrt stehen.

    1. Da haben Sie wohl recht, es scheint ein echtes Problem zu sein, Menschen zu “erreichen und mitzunehmen”. Aber diejenigen, die sich im unteren Einkommensfeld bewegen, sind in der Regel nicht die Verursacher, weil sie sich eben keine Flugreisen oder SUVs leisten (können). Im oberen Einkommensbereich gibt es diejenigen, die viel wissen, es aber nicht interessiert. Deshalb ist hier die Politik in der Verantwortung, um Regeln zu erstellen und durchzusetzen.
      Die meisten Menschen dazwischen wissen um die aktuelle Lage, bedürfen aber konkreter Unterstützung und oft einen kleinen oder großen Anstoß zum Handeln.
      Ich merke, daß sich zum Glück gerade die Gesellschaft -auch hier im Kleinen- sehr schnell verändert. Und hier stimme ich Drucker ausdrücklich bei, je länger wir warten, desto teurer wird es, besonders bei den kleinen und mittleren Haushalten. Und das kann der Staat nicht abfedern…

      1. @Gabriele Apicella Richtig, diese Haushalte sind sicher nicht die Hauptversursacher, aber diese Haushalte treffen diverse Kostensteigerungen mehr, als Menschen aus gutverdienenden Haushalten, sie tragen, im Verhältnis gesehen, die größte finanzielle Last. Ich bin mir sicher, dass auch in den Haushalten mit geringem Einkommen bekannt ist, dass die späteren Kosten noch höher sein werden. “Später” ist jedoch zeitlich abstrakt und wird zudem überdeckt von “ich lebe heute und komme da schon kaum noch zurecht”.
        Mir ging es u.a. darum, dass man versteht und nachvollzieht, warum der Widerstand dort größer und das Interesse geringer ist und auch darum, diese Menschen nicht moralisch zu verurteilen. Ich finde es auch nicht richtig, sich abfällig zu äußern, weil jemand bei temu, wish usw. bestellt (was keinesfalls gleichzusetzen ist mit “Ramsch, der in Kürze weggeworfen wird), vor allem nicht, wenn man betrachtet, dass Person x sich eher wenig leistet/leisten kann, sich auf diesem Wege aber auch einmal etwas leistet. Wer bei diesen China-Shops bestellt, wird häufig Vorwürfe hören, die sich auf das Klima, Konsum usw. beziehen. Wer den gleichen Artikel in einem Geschäft vor Ort kauft, zahlt mehr, darf aber scheinbar ein gutes Gewissen haben. Oder überspitzt betrachtet, wer ökologisch einkauft, den Wochenmarkt und Bioläden nutzt, Biofleisch beim Bauern kauft, hochwertige Kleidung (relativ) lokaler Anbieter kauft usw, klopft sich für sein bedachtes Konsumverhalten auf die Schultern. Dieser Lebensstil kostet häufig deutlich mehr, als der ausschließliche Einkauf der notwendigsten Dinge in Discountern und günstigen Modeketten. Dennoch wird derjenige, der sich neue Kleidung bei z.B. Primark kauft, verurteilt. Und z.B. ein Bürgergeldempfänger wird mit dem, was für Lebensmittel im Etat vorgesehen ist, sehr sicher nicht über den Monat kommen, wenn er ausschließlich lokal, bio usw. kauft.
        Jeder kann für sich “im Kleinen” handeln. Man muss nicht für jeden Weg das Auto nehmen, man muss nicht für jede Erledigung extra fahren sondern kann diese bündeln und Kilometer sparen, man muss nicht für ein Wochenende irgendwo hinfliegen, man muss am Wochenende nicht regelmäßig Ausflüge im Umfeld von 100 km machen, man kann darauf achten, dass das Licht nur genutzten Räumen brennt, dass man die Heizung herunterdreht, wenn man Räume/Wohnungen verlässt usw. Diese kleinen Schritte sind klein, in der Gesamtsumme jedoch groß. Es ist leider wirklich so, dass der permanent “erhobene Zeigefinger” und “das große Ganze” verbunden mit immer höheren (und teils erheblichen) Kosten, immer mehr Regulierungen und auch “Einschränkungen” gerade dort, wo es wirklich weh tut, nicht zu mehr Einsehen sondern zu mehr Widerstand führt.
        Ich sehe es wie eine Art “Gemurmel” in der Bevölkerung, von dem man weiß, dass es da ist, das aber kaum wahrgenommen wird bzw. das ignoriert wird und bei dem man sich auch gar nicht erst die Mühe machen will, genau hinzuhören. Das scheint mir gerade an den Positionen so zu sein, wo es besonders wichtig wäre, die Ohren zu öffnen, Gehörtes nicht überheblich abzutun sondern zu versuchen zu verstehen, warum da so ein Gemurmel ist. Ebenso wichtig ist es aber in der Bevölkerung untereinander. Man kann nur verstehen, wenn man sich nicht belehrend und überheblich über andere stellt sondern die Gedanken zulässt “Wie würde es mir in dieser Situation gehen, würde ich mich tatsächlich noch mehr finanziell einschränken können und wollen, welche Freiheiten, die ich jetzt habe, hätte ich in dieser Situation gar nicht, kenne ich das überhaupt, ein Leben voller Sorgen und Ängste, das schon durch etwas, das für mich Kleinigkeiten sind, aus dem Gleichgewicht geraten kann?” Meiner Meinung nach fehlt, gerade in der Abstufung “reich-arm” das emotionale Wahrnehmen. Das finden Sie auch in ganz anderen Beispielen – Menschen die ihre Reinigungskraft als “Putze” bezeichnen und sie nicht weiter wahrnehmen, Menschen, die Handwerker von oben herab behandeln und nichtmal ein Getränk anbieten, Menschen die verächtlich vor den jeweiligen Angstellten z.B. im Supermarkt sagen “pass immer gut auf in der Schule, sonst musst du auch mal an der Kasse sitzen”. All das, mag es jetzt auch thematisch jetzt fern klingen, spielt da mit hinein. Die Kluft zwischen “reich und arm” ist groß und die Bereitschaft jeden Menschen mit seinen Ängsten wahrzunehmen und ernstzunehmen ist oft nicht gegeben, ebenso wie von “arm zu reich” oft eine ablehnende Haltung vorliegt.
        Gewisse Regelungen sind sicher notwendig. Je stärker und teurer sich diese jedoch finanziell beim einzelnen Bürger auswirken, desto mehr Widerstand wird es geben und desto weniger Bereitschaft den Sinn einer Regelung zu sehen. Eine Regelung wird dann zu einer weiteren empfundenen Schikane.
        In Frankreich gibt es z.B. die Regelung, dass innländische Kurzstreckenflüge verboten sind, wenn das Ziel auch innerhalb von 2,5 Stunden mit der Bahn erreichbar ist. In Deutschland fehlt dafür vermutlich die Infrastruktur und vielleicht auch der Willen. Stattdessen kommt bei vielen Bürgern scheinbar an “Du willst zwei Wochen Flugurlaub in Europa machen? Das ist umweltschädlich und wir werden das Verteuern.” Dazu kommen dann die Gedanken “Die Reichen werden weiterhin fliegen, mal Urlaub hier oder da, sie leben weiterhin im Luxus und es ist ihnen egal, ob der Flugpreis steigt, aber Hauptsache ich, der das ganze Jahr schuftet und auf zwei Wochen Urlaub spart, werde mir das in Zukunft nicht mehr leisten können – mich zwingt man mein Verhalten zu ändern (keine Flugreisen), mir nimmt man meinen Urlaub.” Oder – um Beispiele aufzugreifen, die ich hörte – warum gibt es keine Homeofficepflicht, wieviel Energie (und Platz und Pendelverkehr) könnte eingespart werden, wenn nur die Hälfte (oder noch weniger) an Büros genutzt werden müssten, warum reichten während Corona Online-Meetings, die nun vielfach wieder per Flugreisen stattfinden und abgesehen von der negativen Umweltbilanz jede Menge kosten? Da kommt dann bei vielen an “die da oben dürfen und ich soll mich einschränken und zahlen”.
        Der Staat kann es (die Folgen der späteren Verteuerung) vielleicht nicht abfedern (“kann” im Sinne von endlosen Förderungen/Bonuszahlungen), der Staat wird es aber letzlich abfedern müssen und ebenfalls die Konsequenzen tragen müssen. Schon jetzt ist die Gruppe der Wohngelberechtigten massiv gestiegen und ich gehe davon aus, dass sie weiter steigen wird, ebenso wie die Anzahl der Empfänger sozialer Leistungen. Viele Verteuerungen und die sich daraus für den Einzelnen ergebenden Folgen finanziert der Staat durch die immer häufiger notwendige Zahlung von diversen staatlichen Unterstützungsleistungen.
        Ich bin sehr gespannt auf die nächsten Bundestagswahlen und ich bin sehr sicher, dass deren Ausgang bei sehr vielen Bürgern für Erschrecken sorgen wird.
        Eigentlich sollte jeder Mensch, vor allem aber diejenigen, die von den Nöten der “einfachen Bürger” (sehr) weit entfernt sind und denen dies auch aus eigenener sehr positiver Lebensgeschichte vielleicht sogar so fern ist, dass sie es tatsächlich nicht verstehen, regelmäßig zu vielen jeweils aktuellen Themen in Kommentarspalten lesen. Da empfiehlt sich ein Querschnitt durch Medien aller Qualitäten, sowohl Fachartikel, als auch Medien wie z.B. “Die Zeit”, “FAZ”, “KstA”, aber auch “Bild”, “Express” und Fernsehsender wie RTL. Der Unterschied in den Kommentaren wird sehr schnell deutlich und auch der Tonfall in den Kommentaren unterscheidet sich sehr. Wer das regelmäßig macht und nicht als “nicht relevant” sieht, wird sich später nicht fragen müssen “Wie konnte das nur passieren?”.

  4. @ Ich habe den Link nun genauer gelesen, schön, dass man es nicht kaufen muss. Dennoch – ich vermute, nach sehr vielen Gesprächen, die ich mithörte und führte, dass es viele Menschen einfach nicht interessiert oder erreicht. Interessiert in dem Sinne, dass die Priorität im Alltag und auf die nahe und ferne Zukunft gesehen einfach die ist, mit “ständigen” Verteuerungen klarzukommen und dass man “die Politik” als realitätsfern empfindet.

  5. Und noch etwas, das ich vergessen hatte – “Dabei komme es darauf an, wirklich alle Bevölkerungsgruppe effektiv anzusprechen, so divers und vielstimmig wir möglich. Zum Beispiel auch Muslime – und immer wieder die Frauen.”
    Das hat mich wirklich entsetzt, hier werden wirklich Bevölkerungsgruppen erwähnt, die scheinbar besonders angesprochen werden sollten – Muslime und Frauen. Dies impliziert, dass Muslime und Frauen am Klimaschutz nicht ausreichend interessiert sind. Eine unmögliche Äußerung.
    Eine Teilnehmeranzahl von rund 70 Menschen würde ich zudem nicht als “stark besucht” bezeichnen.

  6. “Botschaft der Liebe” und ” Viel wichtiger als die Mobilisierung der Unterstützer sei es, die gesamte Bevölkerung mitzunehmen – und dabei gerade die anzusprechen, „die keinen Bock haben, etwas für das Klima zu tun“ und “„Na ja“, wiederholt Rothenberg-Elder ihre Anregungen von weiter oben – man müsse miteinander reden, Gemeinsamkeiten suchen, zusammen feiern und darüber zum Klimaschutz-Machen finden.”

    Das klingt für mich sehr nach rosaroter Brille. Immer wieder Geld in “Aufklärungsarbeit” zu stecken halte ich für völlig unsinnig, ebenso Vorschriften und Gesetze, die immer mehr ins Privatleben eingreifen. Wenn man sich überall unterwegs “umhört”, in sozialen Netzwerken liest, Gespräche mitbekommt, hört man sehr oft “Klima – ich kann es nicht mehr hören.” Meiner Meinung nach erzeugt man damit häufig eher Widerstand als Offenheit. Es wird täglich in allen Medien vielfach berichtet, es gibt im TV Diskussionsrunden, Dokus usw., da sollen weitere Flyer oder Aktion verschiedener Art plötzlich ein” Ach – so ist das, dann lebe ich jetzt komplett anders!”erzeugen?

    Ich wundere mich immer wieder, wie” volksfern” “die Politik” reagiert. Volksnähe bedeutet nicht “mit der Botschaft der Liebe” sondern ein tatsächliches Sehen, Anerkennen und Verstehen der alltäglichen Nöte der Bevölkerung. Diejenigen, die diese/jene Maßnahme befürworten, hier oder da neue Expertengremien und Arbeitskreise fordern, diese/jene Einschränkung, Zusatzausgabe usw wünschen, scheinen häufig aus gebildeten Haushalten mit sicherer/guter finanzieller Lage zu kommen und “bügeln” das, was nicht so privilegierte Bürger äußern, oft gnadenlos und nicht selten äußerst arrogant und belehrend ab. Diejenigen, für die der Alltag oft ein Überlebenskampf ist, sind in einer völlig anderen Lebenssituation und diese Menschen wird man mit “Du Bürger musst was tun und wir zeigen dir immer und immer wieder, was du falsch machst” nicht erreichen. Wie auch, die “Übersetzung” ist ja leider oft “es wird für dich noch teurer und dies/das darfst oder solltest du nicht”. Diejenigen, die Vorträge halten über “Botschaft der Liebe” sind von dieser Lebensrealität weit entfernt und scheinbar nicht in der Lage (oder des Willens) diese täglichen, realen Nöte nachzuvollziehen.

    Es geht sehr häufig nicht um “keinen Bock” sondern um “Wie soll ich das auch noch alles bezahlen?” Ich kann gut verstehen, dass der einzelne Bürger sagt “Ich möchte aber weiter Fleisch essen und da kann ich mir nur das günstige Fleisch leisten, selbst wenn ich den Konsum reduziere”.

    Gerade Menschen mit geringem Einkommen kaufen bei temu, wish usw und ziemlich sicher ist, dass auch sie sich der Umweltbilanz bewusst sind. Aber, auch Menschen mit wenig Einkommen möchten sich mal “etwas leisten können”, das sie sich im Einzelhandel vor Ort nicht leisten könnten. Oder auch allgemein “Alles ist so teuer geworden, ich komme kaum noch mit meinem Geld klar und nun “soll ich” Solar aufs Dach packen usw – wie soll ich das das finanzieren, mein Haus sollte zur Rente abbezahlt sein und nicht mit neuen, hohen Krediten belastet”. Ebenso gut kann ich verstehen, dass Menschen sich z.B. E-Autos nicht leisten können oder sie auch gar nicht wollen. Nach wie vor kaufen Menschen Autos mit Vollzahlung, sparen lange, um sich für z.B. 10000 Euro einen guten Gebrauchtwagen zu kaufen. Wie sollen sie 30000 Euro oder mehr für ein E-Auto zu kaufen? Was machen diejenigen, die ein Auto brauchen, bei denen aber keine Kreditwürdigkeit für eine Finanzierung besteht und das auch noch im Hinblick auf weiter steigende Mieten und Kosten? Was machen diejenigen, die viel transportieren müssen, viele E-Autos haben nur eine geringe Zuladung, wer einmal oder zweimal im Jahr mit der Familie in einen wohlverdienten Urlaub fährt, hat bei 4 Personen schon 250 Kilo Zuladung, da ist nicht mehr viel Spielraum für Fahrräder und Gepäck und erst recht nicht für z.B. einen Wohnwagen. Wie soll es funktionieren, wenn in Ferienzeiten Tausende auf Autobahnen unterwegs sind, wie viele Ladestationen sollen auf Rastplätzen stehen, damit Tausende Menschen laden können?

    Besonders “lustig” auch “Ein Beispiel: nach dem Auszug der Kinder den nicht mehr benötigten großen Wohnraum auch wirklich zur Verfügung zu stellen.” Wie weit soll es denn noch gehen? Wer sich in höherem Alter verkleinern möchte, kann und wird das tun, das Zitat deutet jedoch eher darauf hin, dass eine immer größere Erwartungshaltung dahinter steht und die Annahme, dass Einzelpersonen oder Paaren viel Wohnraum einfach nicht zusteht. Menschen bewohnen regulär keine Paläste mit 40 Zimmern sondern 3- oder 4-Zimmer Wohnungen/Häuser und wenn sie sich diese Wohnungen oder das Wohneigentum (für das sie jahrelang gearbeitet, gespart und auch verzichtet haben) leisten können, dann sollen sie auch dort leben, so lange sie möchten. Viele Eltern, deren Kinder ausgezogen sind, sind froh, dass sie ausreichend Wohnraum haben, damit Kinder oder Enkelkinder weiterhin dort auch über Nacht bleiben können, andere freuen sich über ausreichend Raum für ein Hobby oder darüber, dass für später Wohnraum für eine private Pflegekraft vorhanden sind. Wird die Wohnraumfläche auch bei privilegierten Menschen infrage gestellt, die häufig auch ohne Kinder oder auch mit Kindern sehr viel Wohnfläche haben?

    Auf “zusammen feiern und darüber zum Klimaschutz-Machen finden” bin ich jetzt schon gespannt. Feiern werden dort überwiegend vermutlich diejenigen, die auch jetzt schon in Arbeitskreisen usw engagiert sind und möglicherweise tendiert das auch zu einem “wir feiern uns”. Das irgendwelche Feiern zum “Klimaschutz-Machen” führen, bezweifle ich und es erscheint mir eher weltfremd. Vielleicht könnte man diese Gelder ja schon einsparen und in Klimaschutzprojekte stecken.

      1. Genau das meinte ich – die Menschen, die Tag für Tag mit ihrem Alltag kämpfen, die Menschen, die vielleicht nicht so gebildet sind, werden sich sehr sicher kein Buch über “Klimaschutz, was kann ich bewegen” kaufen und die dort genannten Vorschläge umsetzen z.B. (noch) weniger konsumieren, sich eine Stunde in der Woche zum Thema Klima bilden, spenden, demonstrieren, ihren Job (falls sie einen haben) wechseln usw. Ich gehe eher davon aus, dass sie sich “mehr Geld im Portemonnaie” wünschen, so dass sich die Lebenssituation verbessert und eher weniger an “Belehrungen” interessiert sind, bzw an dem, was sie vermutlich als Belehrungen empfinden. Geld macht nicht glücklich, aber Geld öffnet (“leider”) auch Türen zu mehr Bildung, mehr Freiheit in Alltagsentscheidungen und auch zu persönlichen Klimaschutzentscheidungen.

      2. Diese Menschen müssen sich das Buch nicht kaufen, sie können – völlig kostenlos – den Beitrag lesen. Wir erzählen die Geschichte hinter dem Buch und fassen die Inhalte knapp zusammen. Geld ist dafür nicht erforderlich, nur etwas Zeit.

    1. „Diejenigen, für die der Alltag oft ein Überlebenskampf ist, sind in einer völlig anderen Lebenssituation“ – das bewahrt sie nicht davor, die Klimafolgen mit voller Wucht abzubekommen. Sie halten hier ein Plädoyer für das Augenverschließen vor der Realität.

      1. Ihre Äußerungen passen perfekt zu dem, was ich schrieb. Nein, ich halte keinesfalls ein Plädoyer zum Augenverschließen. Ich lebe zum Glück nicht in dieser Situation aber ich laufe mit offenen Ohren durch die Gegend und führe viele Gespräche. Sprechen Sie doch mal mit vielen Menschen aus den untersten Einkommensgruppen, wie es ist, zu wissen, dass bald Rechnung xy kommt und man überlegen muss, wo man noch etwas einsparen kann, um diese zu bezahlen. Fragen Sie diese Menschen, was sie für den Klimaschutz tun können und was sie über diverse Klimaschutzmaßnahmen denken, z.B. Co2 Preiserhöhung.

      2. Tatsache ist nun einmal, dass auf alle eine viel höhere Rechnung als „xy“ zukommen wird und dass man durchaus auch mit kleinen Mitteln ohne hohen Geldeinsatz daran mithelfen kann, die Folgen zumindest abzumildern. Aber wenn man schon sozialromantische Ausreden für diejenigen formuliert, die ihr Selbstwertgefühl aus dem Kauf von billigstem China-Tinneff ziehen, der um den halben Globus transportiert wird und bald auf der Müllhalde landet, dann redet man der bequemen Ignoranz das Wort.

  7. @Redaktion :

    Vielen lieben Dank für ihre nette und sachliche Vorstellung meiner Person unter meinem letzten Kommentar :

    “Hinweis der Redaktion: Martina Schüttler ist Beisitzerin im Kreisvorstand der AfD Rhein-Berg und vertritt die AfD als sachkundige Bürgerin im Stadtrat von Bergisch Gladbach.”

    Da ich aber, im Gegensatz zu vielen anderen, hier unter meinem richtigen Namen kommentiere, werde ich manchem sicher bereits bekannt sein.

    Viele Grüße

    Martina Schüttler

      1. @Drucker
        Danke für ihren netten Kommentar.

        Ich finde es wichtig das die Kommentatoren hier untereinander bekannt sind und sich als Mitmenschen respektieren und achten.
        Das geht natürlich besser wenn man unter seinem Klarnamen schreibt, als sich hinter einem Pseudonym zu verstecken.
        Da werden sie, lieber “Drucker” , mir sicherlich zustimmen.

      2. Ich halte es für wichtiger, dass Fakten stimmen und die Kommentatoren alle Menschen respektieren und achten.

      3. Achtung und Respekt gegenüber Mitgliedern der AfD ist vollkommen unangebracht. “Es sind schlechte Menschen, die Falsches tun”, um Max Goldt zu zitieren. Er bezog das zwar auf Mitarbeitende der BILD, aber was auf die zutrifft, trifft umso mehr auf AfD-Mitglieder zu.

      4. Mit Pseudonymen ist das so eine Sache. Manchmal lässt sich die Identität einer Person auch anhand von Indizien zweifelsfrei nachvollziehen. Wer kennt “Landolf Ladig”? Das führt uns dann direkt zum Kommentar von Sebastian. Die unter einst unter “Landolf Ladig” aktive Person muss man bei ihren Äußerungen sehr ernst nehmen und darf sie nicht respektieren oder achten.

      5. @Sebastian, @Christian-Andreas: Da möchte ich widersprechen. Jeder Mensch ist zu achten und zu respektieren, schon weil er ein Mensch ist. Das gebietet in Deutschland unter anderem auch das Grundgesetz mit dem Verweis auf die Menschenwürde gleich im ersten Satz. Man kann sich selbst mit Worten und Taten entwürdigen, und manche sind darin recht begabt, aber anderen steht das nicht zu.

        Das hindert niemanden daran, die politischen Ziele der AfD strikt abzulehnen und zahlreiche Äußerungen ihrer Exponenten für dumm, widerwärtig oder infam zu halten. Aber auch ihre Mitglieder und Unterstützer als Menschen zu achten, unterscheidet Demokraten ja gerade von denjenigen, die Respekt und Achtung von der Hautfarbe, der Abstammung oder der geografischen Herkunft abhängig machen. Auf das Niveau der Hetzer, Ausgrenzer und Polemiker sollten wir uns nicht hinabziehen lassen.

      6. Amen Drucker, für das mit der Menschenwürde und Verfassung. Respekt und Achtung ist andererseits eine dehnbare Sache. Im Falle von Personen mit einer verfassungsablehnenden Geisteshaltung darf die Achtung und der Respekt natürlich nicht so weit gehen, dass man mit denen diskutiert oder gar kooperiert. Es kann hier nur noch darum gehen, sie an ihrem Vorhaben zu hindern. Andererseits: Respekt im Sinne von “Ernst nehmen” selbstverständlich.

      7. Ich denke wir sind nicht so weit auseinander. Mein Kommentar ging in die Richtung von Christian-Andreas: “Im Falle von Personen mit einer verfassungsablehnenden Geisteshaltung darf die Achtung und der Respekt natürlich nicht so weit gehen, dass man mit denen diskutiert oder gar kooperiert.”
        Mitglieder der AfD haben sich durch eben diese Mitgliedschaft aus dem demokratischen Diskurs verabschiedet. Rassismus und Antisemitismus verdienen keinen Respekt und keine Achtung in dem Sinne, dass man darüber diskutieren sollte. Aber als Menschen sind sie frei und können sich jederzeit natürlich auch von diesen Positionen wieder abkehren und in den demokratischen Diskurs zurückkehren. Solange sie aber Höcke/Ladig hinterherlaufen, der ganz seinen Vorbild entsprechend schon in einem Buch Völkermord, Deportationen und Ermordung politisch Andersdenkender angekündigt hat, können sie keine Gesprächspartnerinnen sein.

      8. Wie gesagt, ich meine nicht, dass man sich inhaltlich auf die kruden Thesen der AfD und ihre politischen Ziele einlassen sollte. Die sind zu einem großen Teil verwerflich.

  8. Heißt „Wirtschaft stärken“, nichts gegen die Starkregen zu tun, weil dann die Bauindustrie (ca.) alle 10 Jahre das Ahrtal (u die Zerstörungen in Leichlingen, Hebborn/Nußbaum und Dünnwald) wieder neu aufbauen darf?
    Was machen wir, wenn im Bergischen Land alle Fichten, Kiefern – und danach auch die meisten Laubbäume – wg Hitze und Dürre eingegangen sind?
    Dann wird der Wind uns den Sand (der brachen Gebiete) in die Nase wehen!
    Aber bitte: fahren wir nur weiter mit den Autos an die schönen Ecken Deutschlands (uA im Bergischen Land), laden dort die MTBs ab und reißen downhill die Bodendecker runter – irgendwie werden unsre KInder mit der Situation schon fertig werden ! -???.

    1. Naja, der Bauindustrie wäre durch Hochwasserschutz besser geholfen als durch chinesische PV-Anlagen.

      Und ihr Bild zum Mountainbiker ist ziemlich übel, aber eben typisch grün. Mountainbiker auf meist befestigten Wegen sind weniger Problem als jedes Windrad im Wald.

  9. Sehr geehrter Herr Dr. Bacmeister,

    ich beziehe mich auf Ihren Kommentar unten zum Thema Feuerwache Süd / Klimaschutz.

    Der Wahrheit die Ehre: Für den (dringend notwendigen) Ersatz der heutigen Feuerwache in Bensberg sind max. 6.500 qm notwendig. Das ist bekannt.

    Die Erweiterung auf 11.000 qm entstand durch eine Erweiterung des Projektes. Damit wird fast doppelt so viel Waldgebiet dran glauben müssen als notwendig. Die Information hierüber wurde scheibchenweise durch Zufall bekannt.

    Es geht also nicht um die Frage „Neue Feuerwache (und damit Sicherheit): ja oder nein?“. Die kann man sicherlich klar mit „ja“ beantworten. Vielmehr geht um den sorgsamen Umgang mit Naturflächen und Bäumen. Vielleicht eine Art „ehrliche“ Flächensparsamkeit. Die findet praktisch nicht statt.

    Und genau in diesem Punkt wäre eine kritische Stellungnahme der Grünen hilfreich (gewesen). Im Sinne eines gelebten Klimaschutzes, abseits aller Konzepte.

    1. Sehr geehrter Herr Schulze, wo haben Sie die Angabe „11.000 qm“ gefunden, worauf bezieht sich diese Angabe? Den Flächenverbrauch hatte der Stadtrat, nachdem der Bedarf konkretisiert worden war, auf 7920 qm begrenzt:

      https://in-gl.de/2023/02/01/stadt-stellt-plaene-fuer-feuerwache-sued-erneut-vor/
      https://in-gl.de/2021/08/30/feuerwache-sued-ampel-kuerzt-plaene-der-verwaltung-ein/
      https://in-gl.de/2021/08/24/neue-feuerwache-in-frankenforst-soll-deutlich-groesser-werden/

      1. Sehr geehrte Redaktion,
        die Angabe stammt aus einem Dokument des Fachbereiches 7-35 Umweltschutz, datiert mit 06.10.22. Da steht u.a. geschrieben: “Eingriffsfläche gesamt: 11.000 m²”. Diese Zahl tauchte bei der letzten Veranstaltung zu dem Thema auf. Das war in Refrath. Teilnehmerinnen hatten diese Zahl in den Unterlagen entdeckt. Präsentiert wurde sie nicht. Ich schicke Ihnen die Unterlage zu.
        Freundliche Grüße
        H.E. Schulze

  10. Wir sollten unser aller Geld besser für sinnvollere Dinge ausgeben, als für Klimareligion.
    Die wird seit Jahren viel zu dominant.

    Es bröckelt ganz sichtbar an allen wichtigen Ecken und Enden in Städten und Gemeinden.

    Wirtschaft, Infrastruktur und Einwanderung sind die Dinge angepackt werden müssen.

    Das Klima der Welt werden wir ganz sicher nicht ändern, selbst wenn zulasten unseres ( noch gerade so vorhandenen ) Wohlstands die Industrie komplett abgeschaltet und gar nichts mehr verbrannt würde.
    Wollen wir das etwa ?
    Bestimmt, denn wir brauchen ja ein gutes Gewissen.
    Der Rest ist egal.
    Also, bitte richtige Prioritäten setzen.

    1. Die Stadtverwaltung hat nicht die Möglichkeit, die “Industrie komplett abzuschalten”. Solche Vorschläge habe ich in diesem Artikel auch nicht gefunden.

    2. Den Bericht des Weltklimarates IPCC über die Folgen der Klimaveränderung kann man auch auf deutsch lesen. Und das sollte auch jeder tun, damit wir uns auf dem gleichen Niveau befinden, wenn wir hier diskutieren. Für Interessierte ist hier auch der Link https://www.de-ipcc.de/270.php

      1. Sie glauben dass sich Ahrtal nicht wiederholen kann, selbst wenn Deutschland null Abgase mehr in die Luft pustet.
        Ich glaube das nicht.

      2. ..oder anders, die Menschen glauben allen Ernstes es werde irgendwie kälter, wenn Deutschland ( auch nur ein wenig ) abschaltet.
        Das ist anmaßend und ziemlicher Humbug.

      3. Sagen wir es mal ganz einfach und verständlich: Wenn ich 10 Euro für die Dombauhütte spende, werde ich damit nicht die Sanierung des Doms bewirken. Wenn das aber übers Jahr viele andere Menschen auch tun, dann kommt man dabei einen großen Schritt voran.

        Bei Klimaschutzmaßnahmen verhält es sich ebenso: Ein einzelner Staat, geschweige denn eine Kommune oder ein einzelner Mensch wird nicht viel erreichen. Wenn aber jeder seinen Teil beiträgt, stehen die Chancen gut, etwas zu verändern.

        Wenn man sich allerdings Augen und Ohren fest zuhält, die einhellige Meinung der Fachwissenschaft ignoriert und den menschlichen Einfluss auf die Klimaveränderung leugnet, dann kann man natürlich zu dem Schluss kommen, dass alles ohnehin nichts bringt. Das riecht dann zwar meilenweit nach verschrobenem Sektierertum, aber es fällt immerhin noch unter die Meinungsfreiheit.

      4. Aus nachvollziehbaren Gründen werden die mächtigen großen Staaten der Erde wohl keineswegs den deutschen Weg als Vorbild nehmen. Das ist völlig naiv. Die werden sich freuen und wir werden weinen.

  11. „In der Zeitung liest man heute, dass der Juli erst viel zu heiß war und dann zu nass. Viel zu heiß??? Ja es gab ein paar Tage über 30 Grad, aber sowas ist im Hochsommer völlig normal und hieß früher Hitzefrei und Freibadwetter.“

    Wer nicht in der Lage ist, zwischen (seinem) lokalem Wetter und globalem Klima zu unterscheiden, sollte sich ggf. besser nicht (öffentlich) zum Thema Klimawandel äußern.

    Wenn noch dazu die eigenen „Argumente“ – die natürlich nie mit wissenschaftlichen Quellen belegt werden (können) – ausschließlich auf längst & mehrfach widerlegten Desinformationen unwissenschaftlicher, Fossillobby-gesteuerter & neurechter Think-Tanks à la EIKE, Hartland & Co basieren, darf/muss man wohl Absicht bei der Leugnung des menschgemachten Klimawandels unterstellen – alternativ Verdrängung und/oder Dummheit.

    All das ist allerdings ungeeignet für konstruktive, zielführende Diskussionen & Maßnahmenentwicklung, von eigenverantwortlichem Handeln ganz zu schweigen. Genau das führt dann aber dazu, dass man effektiven Klimaschutz eben nicht mit „Vernunft, Aufklärung & Liebe“ bei einem gewissen Teil unserer Gesellschaft(en) etablieren kann und zur Durchsetzung zwingend nötiger Verhaltens-, Konsum- & Lebensweiseänderungen entsprechende Gesetze & Vorschriften nötig sind.

    Das kann & sollte auch bei fleischreduzierter Ernährung, Einschränkung & ggf. Verbot fossiler Infrastruktur, Förderung erneuerbarer Energien, ÖPNV, Radverkehr u.v.m. dann umgesetzt werden, und zwar überall dort, wo es die Stadt eben beeinflussen & umsetzen kann!

    Wenn es in den Kita- & Schulkantinen nur noch 1-2x pro Woche Fleisch gibt, ist das kein Problem! Eltern, die ihr Kind mit Schnitzel & Wurst großfüttern wollen, können dies jeden Morgen/Abend und am Wochenende ja in ihren eigenen vier Wänden bis zur Besinnungslosigkeit/Adipositas machen… Gerade in Bildungseinrichtungen sollte aber auf eine gesunde, abwechslungsreiche und somit auch fleischarme Ernährung besonderer Wert gelegt werden. Pommes, Chicken-Nuggets, hochverarbeitete Industriegerichte & Co bekommen die Kids wahrlich genug vorgesetzt – auch gesunde Ernährung gehört zum Bildungsauftrag!



    Ich hoffe sehr, dass im Rat der Stadt auch das ökologisch (und ökonomisch!) völlig irrsinnige Projekt des H2-ÖPNV endgültig ad Acta gelegt wird. Busse, LKW, PKW & Co werden per Batterie/BEV am besten, ökonomischsten & ökologischsten betrieben. Grüner Wasserstoff gehört ausschließlich für die industriellen Anwendungen genutzt, die nicht elektrifizierbar sind – und er wird selbst dort auf Jahrzehnte noch Mangelware und sehr teuer sein! Gleiches gilt natürlich auch bei der zwingend nötigen Wärmewende im Gebäudebereich.


    Wer die Dringlichkeit unseres Handelns bzgl. „Klimaschutzmaßnahmen“, die real eigentlich Menschheitsschutz- oder Zivilisationsschutzmaßnahmen heißen müssten (zumindest in dem Punkt stimme ich einigen Relativierern hier zu: weder Klima noch Erde werden „sterben“, unsere Zivilisation und am Ende ein Großteil der Menschheit, Säugetiere, Pflanzen & Co werden aussterben/zerstört werden), noch nicht verstanden oder verinnerlicht hat, der sollte sich – neben den Berichten & Bildern zu weltweiten Extremwetterereignissen allein der letzten vier Monate – mal die neuesten Messdaten & darauf beruhenden Simulationen der NASA zu Gemüte führen: 1,5° & 2° C „Schwelle“ sind bereits jetzt Geschichte – und das sicher für jeden, den nicht ü65 ist!


    https://www.scinexx.de/news/geowissen/blick-aufs-klima-der-zwei-grad-welt/

    Egal, was wir jetzt (schnellstmöglich!) machen: die aktuelle Erwärmung, die selbst bei null CO2e-Emission ab morgen noch ca. 10-15 Jahre weiter ansteigen und evtl. einige planetare Kipppunkte auslösen wird, ist auf absehbare Zeit unumkehrbar!

    Die Wetterextreme werden noch heftiger und vorallem häufiger werden. Wir (als Menschheit bzw. Weltgemeinschaft) können nur noch deren weitere Eskalation abmildern – oder eben mit einem „weiter so“ dafür sorgen, dass große Teile unseres Planeten in absehbarer Zeit unbewohnbar werden; Flucht, Hunger, (Trink-)Wassernot, Wetterextreme wie Hitzewellen, Dürren, Sturzfluten & Überschwemmungen, Stürme & Orkane sowie Kriege & Gesellschafts- bzw. Zivilisationsauflösung zunehmen.

    Gegen das, was kommt, waren der Flüchtlingsstrom 2015 und die Kloppereien (selbst hier im „reichen“ GL) um Klopapier, Nudeln, Speiseöl & Co in den Lockdown-, Corona- & Kriegsbeginnzeiten 2022 ein Kindergeburtstag.
    Und leider ist das weder „apokalyptisch“ noch „fatalistisch“, es ist einfach (kommende) Realität, die seit Jahrzehnten – auch den Fossilkonzernen – wissenschaftlich bekannt & unstrittig belegt ist. Der IPCC war in seinen Aussagen eher immer zu zurückhaltend, auch das wird gerade (s.o.) durch Fakten & Messdaten belegt.

    Mit Verdrängung, Leugnung & „Kopf in den Sand“-Mentalität – wie in den letzten 50 Jahren – werden wir die Katastrophe sicher nicht abwenden…

  12. Wenn über 50% der oft veröffentlichten Kommentatoren einer Meinung sind, kann dann diese Mehrheit sich wünschen, den einen oder anderen Verfasser heißer Luft nicht mehr abzudrucken?

    Wahrscheinlich nicht, wir leben ja in einer Demokratie, sogar in einer streitbaren. Aber mancher Kommentar – vor allem in gebetsmühlenartigen Wiederholungen am selben Tag – tut sich schwer, anzukommen.

  13. Es ist die Frage, ob wir glauben, etwas anpacken und ändern zu können in dieser Welt, oder ob wir alles hinnehmen müssen, wie es ist, die Hände in den Schoß legen und sagen: “wir können doch nichts tun.”

    Wie hoch waren die Schäden, die das Hochwasser 2021 alleine in GL angerichtet hat? Wollen wir das noch einmal geschehen lassen? Oder wollen wir alles tun, damit das nicht noch einmal passiert?

    Oder die Hitze in den Städten, dagegen können wir etwas tun. Wollen wir? Oder wollen wir warten? Vielleicht passiert ja auch ganz von alleine was?

    Die CDU hat schon signalisiert, dass sie das Klimakonzept nicht mittragen will. Statt weitere Massnahmen vorzuschlagen, wird überlegt, welche Massnahmen man anderen überlassen oder direkt ganz weglassen kann. So kommen wir nicht weiter! Wir haben vieles aber keine ZEIT !

    Die künftigen Generationen werden das heutige Verzögern, Verhindern, Vertagen teuer bezahlen müssen. Das wird teurer als jede Massnahme, die jetzt durchgeführt werden kann!

    1. Bzgl. Hochwasser: Warum war der Betrag zur Solardachförderung im RBK Kreistag höher als der Betrag für den Hochwasserschutz?
      Letzteres würde vollständig in den Schutz der Menschen vor Ort gehen, während die Solardachförderung eher symbolisch ist und keinen Einfluss auf Schutz vor Wassermassen hat.
      Unsere Steuer-Euros können nur ein Mal ausgegeben werden, daher wäre es schön, gerade kommunal erst den Schutz vor Ort zu fördern anstatt Häuslebauern auch noch den günstigen Strom zu subventionieren. Sozial der völlig falsche Weg gewesen.

    2. Sehr geehrter Bollen, woher wissen Sie das wir keine Zeit haben. Man sollte niemand
      absprechen, dass er sich nicht für eine klimatisch positive Umwelt zu Gunsten unserer Kinder einsetzt. Jeder auch nicht Einfamilienhausbesitzer im Grünen wünscht sich eine gesunde Umwelt. Aber den Lauf den Schicksalhaften Lauf unseres Planeten kann niemand vorher bestimmen, Wer das vor gibt kann auch nach Rom fahren und sagen: ” Herrjott stand op, do setz op mingen Stohl”.

  14. Konzepte sind gut, Handeln ist besser.
    Und zum effektiven, gemeinsamen Handeln gehört es, immer wieder über das Thema zu diskutieren, sich dessen Dringlichkeit bewusst zu machen und (weitere) Möglichkeiten für wirksamen Klimaschutz und -anpassung zu propagieren. Insofern ist mir unbegreiflich, dass die CDU ausgerechnet die Kommunikation mit den Bürger:innen gestrichen sehen will. Geht es ihr nur darum, der politischen Konkurrenz dann vorwerfen zu können, sie würde “die Menschen nicht mitnehmen” und “das eigene Handeln nicht erklären”? Oder traut sie sich nicht offen zu sagen, dass sie eigentlich gar nichts tun und abwarten will?

    Die Forderung der FWG nach einer “betriebswirtschaftlichen Effizienzprüfung aller einzelnen Punkte” klingt nur auf den ersten Blick vernünftig, beim zweiten eher nach Verzögerungstaktik. Wir wissen doch längst, dass es nicht darum geht, in diesem *oder* in jenem Bereich ein bisschen Klimaschutz zu betreiben. Vielmehr muss jeder Sektor einen Beitrag leisten und jede Möglichkeit genutzt werden, die CO2e-Emissionen schnell zu senken. Wenn die Klimakrise weiter eskaliert, müssen wir uns über “betriebswirtschaftliche Effizienz” keine Gedanken mehr machen – denn dann gibt es keine Wirtschaft mehr.

    Den Worten von Stein und Migenda kann ich nur zustimmen. Beim Handeln besteht dagegen noch Nachholbedarf – so positiv wie dargestellt ist die Entwicklung m.E. bei weitem nicht:

    – Beim sog. “grünen Mobilhof” wird auf Wasserstoffantriebe gesetzt, was nicht nur der anwesende Physiker für einen teuren Irrweg hält.

    – Autostraßen werden in Rekordzeit saniert, während sich viele Radwege im desolaten Zustand befinden – von Neubau mal gar nicht zu reden.

    – Die Einrichtung von Fahrradstraßen verzögert sich aufgrund des unnötigen Streits um die Laurentiusstraße um Jahre.

    – Eine Verlängerung der Linien 1 und 4 steht weiterhin in den Sternen.

    – Solardächer auf öffentlichen Gebäuden (die der Stadt Geld einbringen) werden erst jetzt langsam geplant.

    – Aufgrund fehlender Nahversorger & Bäcker müssen viele Menschen zum Einkaufen das Auto nutzen.

    1. – Ein Nahversorger wird laut ihrer grünen Kollegin in Lückerath nicht benötigt.
      – Wasserstoff als Energiespeicher ist in Ordnung, wenn man P2X nutzt, um Überproduktionen nicht verfallen zu lassen.

      Und über die Grenzen GLs hinaus, wenn es so wichtig ist, Co2 zu sparen, warum lassen sie mit der Ampel (sie sind ja in der SPD) Kohlekraftwerke weiterlaufen anstatt die Kernkraftwerke laufen zu lassen und gefährden damit unsere Gesundheit und Umwelt?
      So schlimm kann es ja nicht um unser Klima stehen, wenn man da so achtlos Millionen Tonnen CO2 produzieren kann.

      1. Ich habe keine “grüne Kollegin”, und das Einzelhandelskonzept (sowie die Lebensrealität vor Ort) sagt Anderes.
        Wasserstoff wird in großen Mengen für die Industrie benötigt, bspw. in der Stahl- und Düngerproduktion. Es ist ökonomisch unsinnig, ihn für Dinge zu verplempern, die einfacher & effizienter per Batterie betrieben werden können. Von den Kosten für die parallele Infrastruktur mal ganz zu schweigen.

        Die Debatte über Atomkraft etc. ist durch. Wenn es Sie ernsthaft interessiert, dann schlagen Sie mal nach, wer den Ausbau der Erneuerbaren in den letzten Jahrzehnten blockiert hat – wir könnten längst auf Kohle *und* Atom verzichten.

        Solarförderung und Hochwasserschutz gegeneinander auszuspielen ist ja mal selten daneben. Wir brauchen selbstverständlich beides – und ja, die EE-Förderung hat sehr wohl einen Einfluss auf künftiges Extremwetter!

  15. In-gl sei GROSSER Dank für die ausführlichste , mal wieder best Informative Berichterstattung. Endlich scheint es (bald? wann?) mit Klimaverbesserungsmassnahmen zu beginnen.
    Apropos… „keine Zeit verlieren…“… bereits Ende der 80er (!) Jahre hatten die Grünen Anträge auf Entsiegelung, Renaturierung, Fassadenbegrünung usw eingebracht, alle von Kreyˋs und Bosbach‘s CDU Stadtratsfraktion (und der SPD) feixend belächelt in die Tonne gekloppt. Das Vergangene ist eben nicht vergangen. .wie gerade am Klima abzulesen

    1. Eine ausführliche Berichterstattung, in der Tat. Entsiegelung der Böden usw. ist
      angedacht. Wie vereinbart sich das mit der Rodung von 11.000m2 Laubwald für
      die neue Feuerwache. Das Thema ist durch für die Stadtverwaltung. Verstehen tu ich es nicht, geschweige denn, gut heissen.

      1. Liebe Frau Ley, Ihr Hinweis auf die Abholzung für die Feuerwache Süd schneidet uns ins Herz: wir haben es nicht verhindern können – warum?

        Der alte Standort wird von der Aufsicht seit Jahren beanstandet: zu klein, sanitäre Anlagen usw. – dort droht eine Schließung.

        Deshalb ist die Feuerwehr seit 10 Jahren auf der Suche nach einem neuen Standort – und die passenden werden von den Eigentümern nicht hergegeben: „ich will dass auch noch meine Enkel hier ihre Pferde weiden können“ etc. – also keinerlei Rücksicht auf die Bedürfnisse der Stadtgemeinde als ganzes („Gemeinwohl“). Neuerdings hat wohl gegenüber der Kreuzung die RoWa ihre Produktion eingestellt – aber auch dort kein Wille zu einem Verkauf.

        Solange das Motto gilt: Jeder sucht sein eigenes Interesse durchzusetzen (u die FDP darauf macht: wenn jeder für sich sorgt, ist allen am Besten (???) geholfen) – ergeben sich Zwänge, die uns „kotzen“ lassen. Denn: wenn es brennt, und die Feuerwehr ist nicht schnell genug da – dann: hat die Politik ihre Hausaufgaben nicht gemacht??

        Wir brauchen viel mehr Beachtung des Gemeinwohls – egoistische Einzelinteressen sind übermächtig!

  16. Oh, wie ist das schön. “Liebet einander, dann klappt das auch mit dem Klimaschutz.” Oder: “Seid stolz auf die Dinge, die die Stadt in 14 Monaten erreicht hat” Hä?
    Oder: “Der Konsum muss runter” Dann werden wir auch gesünder und schlanker!
    Oder: “Alle Bevölkerungsgruppen immer wieder ansprechen durch positive
    Kommunikation” Also wie “die Luft ist gar nicht so schlecht”, “es werden
    immer weniger Auto aber mimmer mehr mit Elektroantrieb”, der ÖNVP
    legt richtig zu”,”es werden immer mehr Nahversorgungsmärkte gebaut”
    (wie in Herkenrath), “sogar die Kirche kann was tun” (tatsächlich in der
    Diözese Köln?),
    Oder: “Der städtische Haushalt muss nichts tun, nur die privaten”
    Oder: “Wir haben schon viel getan, packen wir’s an” (was nicht wir initiiert haben)
    Oder: “Eine kommunale Wärmeplanung kommt auch noch, wir wissen nur noch
    nicht, wann”
    Oder: “Man muss miteinander reden, dann klappts auch mit dem Klimaschutz”

    So viele Gemeinplätze, wie man sie eigentlich von Politikern gewohnt ist, auf dieser Veranstaltung aber überborderte. Und zum Schluss singen wir dann alle: “Nur die Liebe macht das Leben . . .”

    kritisierte Betrag für Marketimng und Werbung sicher nicht ausreicht.

    1. Wir können das Klima weder schützen noch retten, auch wenn wir bis zur Verarmung Maßnahmen durchführen. Über 90% CO2 hat natürlichen Ursprung und ist nicht zu beeinflussen. Von den restlichen 10% hat D einen Anteil von etwa 2%. Also egal was wir hier machen, es wird keine messbare Auswirkungen haben!
      Das Klima ändert sich, keine Frage, aber das war schon immer so und man muss sich auf häufige Extremwetterlagen vorbereiten, z. B. keine Flussauen besiedeln oder zu viele Flächen versiegeln.
      Gleichzeitig leben hier aber immer mehr Menschen, auch daran lässt sich kaum etwas ändern.
      Ich habe ein ziemlich ungutes Gefühl, dass diese CO2-Panik die Leute in Angst und Schrecken versetzen soll und sich ein auserwählter Kreis die Taschen unendlich vollstopfen wird.
      Wir sollten vernünftig leben und unsere Umwelt schützen. Aber dieses ganze Klimagedöns, vor allem in den Medien, hat schon fast religiöse Züge. Wenn es wo auf der Welt brennt, war es meist Brandstiftung. Und Starkregenereignisse mit Überschwemmungen hat es auch schon früher gegeben.

      1. Auf https://skepticalscience.com/argument.php sind die üblichen und immer wieder gleichen Scheinargumente und Nebelkerzen der Klimawandelleugner gut zusammengefasst und auf verschiedenen Niveaustufen widerlegt.

        Konkret in diesem Kommentar also:

        “Über 90% CO2 hat natürlichen Ursprung und ist nicht zu beeinflussen.”-> https://skepticalscience.com/human-co2-smaller-than-natural-emissions.htm

        “Das Klima ändert sich, keine Frage, aber das war schon immer so” -> https://skepticalscience.com/climate-change-little-ice-age-medieval-warm-period.htm

        “dass diese CO2-Panik die Leute in Angst und Schrecken versetzen soll und sich ein auserwählter Kreis die Taschen unendlich vollstopfen wird” -> https://skepticalscience.com/ipcc-scientific-consensus.htm

        “Wenn es wo auf der Welt brennt, war es meist Brandstiftung” -> https://skepticalscience.com/wildfires-global-warming.htm

      2. Danke “Donnerwetter” für die klaren Worte. Meine Kommentare ähnlichen Inhalts werden hier schon nicht mehr veröffentlicht. Aber die Bergischen “Klimatheologen” im Gefolge von Herrn Außendorff und seines “Pressesprechers” betrachten meinen Widerspruch wohl als Häresie. Das Grüne MdB verweigert mir inzwischen jede Kommunikation, wohl weil ich wagte, seine Worte zum Klima seit dem Mesozoikum bis ins Jahr 2500 n.Chr. anzuzweifeln. “Das geht gar nicht”.

      3. Sehr geehrter Herr Peters, was meinen Sie mit „Meine Kommentare ähnlichen Inhalts werden hier schon nicht mehr veröffentlicht“? Wir haben keinen einzigen Ihrer Kommentare nicht veröffentlicht.

      4. @ Donnerwetter: Sie sollten folgenden Artikel lesen: https://doi.org/10.1016/S1387-3806(03)00289-6

        Es lässt sich u.a. anhand des Isotopenverhältnisses sehr genau feststellen, welches CO2 anthropogen/nicht anthropogen verursacht wurde. Zum derzeitigen Stand sind ca. 135-145 ppm von ca. 420 ppm CO2 in der Atmosphäre menschlich verursacht (siehe auch: https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg1/downloads/report/IPCC_AR6_WGI_Chapter02.pdf Abschnitt 2.2.3.2.1).

        Ein weiterer Denkfehler in ihrer Argumentation ist, dass Sie die 2% des jährlichen globalen Kohlendioxid-Ausstoßes angeben, die zurzeit von Deutschland emittiert werden. Würden Sie die jährlichen, prozentualen Anteil über die letzten 250 Jahre integrieren, so lautete die Antwort: ca. 5,37 % des seit 1750 emittierten CO2 wurden durch Deutschland emittiert (ohne Landnutzungsänderungen, https://ourworldindata.org/co2/country/germany).

      5. Christian-Andreas, immer die gleiche Quelle zu zitieren ist schon sehr interessant….

      6. Da haben sie vollkommen Recht!
        Dieses ganze Klimagedöns ist zu einer ideologischen Religion geworden.
        Siehe Wasserstoff.
        Bringt der “Klimabilanz” garnichts, kostet nur wahnsinnig viel.
        Aber trotzdem wird eine Wasserstofftankstelle auf dem alten Zanders Gelände errichtet werden.

        Hinweis der Redaktion: Martina Schüttler ist Beisitzerin im Kreisvorstand der AfD Rhein-Berg und vertritt die AfD als sachkundige Bürgerin im Stadtrat von Bergisch Gladbach.

      7. Pascal, das IPCC zu zitieren ist in etwa wie Dr. Marlboro zu fragen, ob Rauchen schädlich ist. Dort werden nur Wissenschaftler akzeptiert, die das gleiche Lied singen. Die Aufgabe des des IPCC ist es, den „menschengemachten Klimawandel“ zu postulieren.

        Die ganzen %-Zahlen der letzten 250 (!)Jahre sind berechnet und nicht gemessen. Und wenn Messwerte nicht ins vorgefertigte Bild passen, werden sie halt „angepasst“, nur um einen Temperaturanstieg darzustellen.
        Als Hannibal über die Alpen gezogen ist, waren diese eisfrei. Unter den schmelzenden Gletschern hat man Wege gefunden. Was haben die denn damals schlimmes gemacht, dass es damals so war war???

        In der Zeitung liest man heute, dass der Juli erst viel zu heiß war und dann zu nass. Viel zu heiß??? Ja es gab ein paar Tage über 30 Grad, aber sowas ist im Hochsommer völlig normal und hieß früher „Hitzefrei und Freibadwetter“. Bei 30 Grad liegen dann wieder die Hitzetoten auf der Strasse, ähnlich den Feinstaubtoten an Neujahr.

        Diese ganze Panik wird von NGO‘s gesteuert, um damit Profit zu machen. Wenn dann hier für alle das Licht buchstäblich ausgeht, sitzen die vermutlich in Bali und hauen sich auf die Schenkel ob soviel Blödheit.

      8. Ich bin zwar nur eine kleine Tomate, ich kenne aber auch viele, die so denken wie Donnerwetter. Bisher fast immer Boomer, gesättigt durch eine Gesellschaft, die ihnen alles gegeben hat und jetzt die Hosen voll haben, ihren dreckigen Diesel in 15 Jahren nicht mehr fahren zu dürfen.

        Selbst wenn die Chance von nur 7% bestünde, dass diese einzige Welt, die wir haben, durch vermeintliche Klimawandeleffekte zu grunde ginge, dann sollte man doch alles dafür tun diese 7% Chance auf 2 oder 1% zu verringern…

      9. Auch für die Tomate:
        Die Welt geht nicht unter, also nicht jetzt, erst in ein paar Mrd. Jahren durch eine sich ausdehnende Sonne.

        Aber aktuell wird das Klima nur möglicherweise feindlicher für den Menschen, mehr nicht. Keine Weltuntergansszenarien.

        Und übrigens, diesen Boomern haben Sie zu verdanken, dass Sie sich hier artikulieren können und ein entspanntes Leben führen.

      10. @ donnerwetter: Leider gehen Sie nicht auf inhaltliche Argumente ein, sondern verheddern sich in wirren Behauptungen über den IPCC. Eine sehr große Anzahl an peer-reviewten Artikeln fließt dort ein. Auch auf den Artikel, den ich zuerst angeführt habe, gehen Sie mit keinem Wort ein. Falls Sie inhaltliche Kritik haben, warum geben Sie diese dann nicht an?

        Stattdessen werfen Sie mit der Behauptung der Datenfälschung umher: niemand bezweifelt, dass die Angabe der 5,37% mit einer Unsicherheit verbunden ist. Die Berechnung erfolgt in der Regel, in dem man prüft, wie viel CO2 in einem bestimmten Jahr global emittiert wurde und welcher Anteil davon von welchem Land ausgeht (wie viel Öl, Gas etc. wurde importiert). Sie werden nicht leugnen können, dass über dem heutigen bundesdeutschen Gebiet entsprechende Mengen an fossilen Energieträgern seit dem Jahr 1750 verbrannt wurden.

        Global gesehen war es zu Zeiten Hannibals bedeutend kühler als heute (https://www.ipcc.ch/report/ar6/wg1/downloads/report/IPCC_AR6_WGI_Chapter02.pdf, Abbildung 2.11). Warum Gletscher wachsen oder schrumpfen hängt von vielen Faktoren ab, von denen einer die Temperatur ist (https://www.dwd.de/DE/leistungen/pbfb_verlag_promet/pdf_promethefte/98_pdf.pdf?__blob=publicationFile&v=2, Kapitel 6). Schauen Sie einmal das Zeitraffer an: https://www.youtube.com/watch?v=TXzExbdHuDM
        Auch zur zeit Hannibals waren die Alpengipfel vergletschert und dies vermutlich stärker als heute (Artikel hier: https://tc.copernicus.org/articles/12/3265/2018/).

        Die Menschheit dreht nun den natürlichen Effekt um: normal wird nach dem Übergang von der Eiszeit in eine Warmzeit oder Zwischeneiszeit aufgrund der Sonnenbahnparameter (z.B. Temperaturanstieg um 1°C zwischen dem Jahr -10000 BCE und -4000 BCE, siehe ebenfalls Abbildung 2.11) und im Anschluss aufgrund von u.a. CO2, dass die Ozeane emittieren auf sehr großen Zeitskalen von 1000 Jahren und mehr. Die riesigen Mengen an anthropogenen Treibhausgasen haben nun zu einer ähnlichen Erwärmung in den letzten 100 Jahren von ca. 1 °C global geführt.

        Abschließend noch zu den Hitzetagen: Es gab bekanntlich auch vor 100 Jahren schon Hitzetage, nur gibt es seit Jahrzehnten eine sehr starke Zunahme dieser Tage (zzt. 2,6 zusätzliche Hitzetage in 10 Jahren über Deutschland, mtwetter.de).

      11. Dr. Alban “Und übrigens, diesen Boomern haben Sie zu verdanken, dass Sie sich hier artikulieren können und ein entspanntes Leben führen”

        Ich denke, das ist überwiegend den Sieger-/Besatzungsmächten nach dem 2. WK zu verdanken, die es geschafft haben, die Deutschen von den Nationalsozialisten zu befreien und wieder freie Meinungsäußerung möglich zu machen.
        Während der NS-Zeit kam man sehr schnell – auch als Bio-Deutscher – in ein Arbeitslager, wenn man zu laut seine Meinung gesagt hat oder sich einmal zu oft beschwert hat (als sog. “asozialer” mit entsprechendem Kennzeichen). Dieses Lager haben nur wenige überlebt.

      12. @Rita, das war nicht auf die Meinungsfreiheit, sondern den technologischen Fortschritt, das böse Wachstum etc. bezogen.

        Wir möchten sicherlich nicht in die Zeiten der Selbstversorger zurück ;)

      13. Ein hier veröffentlichter Kommentar enthält nachprüfbar falsche Aussagen:

        “Die Aufgabe des des IPCC ist es, den „menschengemachten Klimawandel“ zu postulieren.”
        -> https://skepticalscience.com/Hulme-IPCC-consensus.htm

        “Als Hannibal über die Alpen gezogen ist, waren diese eisfrei. ” Ist eine Variante von:
        https://skepticalscience.com/greenland-used-to-be-green.htm

        “Die ganzen %-Zahlen der letzten 250 (!)Jahre sind berechnet und nicht gemessen. ” Falsch, es gibt Proxy-Daten: https://skepticalscience.com/co2-measurements-uncertainty.htm

        “Und wenn Messwerte nicht ins vorgefertigte Bild passen, werden sie halt „angepasst“, nur um einen Temperaturanstieg darzustellen.”
        Wirr. Es gibt keine Messdaten für CO2, aber für Temperaturen werden diese gefälscht? -> https://skepticalscience.com/ipcc-overestimate-global-warming.htm

        “Ja es gab ein paar Tage über 30 Grad, aber sowas ist im Hochsommer völlig normal” Bei wetter.de hätte man sich den ganzen Sommer über nach den Temperaturen im Mittelmeerraum erkundigen können. Die waren nicht normal.

        “Diese ganze Panik wird von NGO‘s gesteuert, um damit Profit zu machen.”
        -> https://skepticalscience.com/climate-scientists-in-it-for-the-money.htm

  17. Zitiere:„Bei der kommunalen Wärmeplanung, die für Heizungsentscheidungen der privaten so wichtig ist, bittet Migenda um etwas Geduld. Die Stadt habe zwar bereits einen Förderantrag für eine externe Beauftragung eines entsprechenden Konzepts bewilligt bekommen…..“ .

    Der steuerzahlende Bürger fragt sich warum bei vorhandener Expertise in der Verwaltung (ein Beigeordneten für Klimaschutz und zwei Klimaschutzmanagerinnen) noch eine teure externe Beauftragung erfolgen muss ? Kommunale Wärmeplanung ist sicher sinnvoll aber aktuell wohl eher ein gezielt eingesetztes Instrument um die Problemdiskussion bei der Umsetzung des Heizungsgesetzes von der Bundesebene auf die kommunale Ebene zu verlagern und den politischen Druck von der Ampel bzw. speziell von den Bundes-Grünen zu nehmen.

    1. Eine Frage, die Migenda vorsorglich beantwortet hatte: weil das gesetzlich vorgeschrieben ist.

      1. Hallo Redaktion, was bitte konkret ist gesetzlich vorgeschrieben? Ich finde keine Stelle dazu.

      2. Sie müssen gar nichts. Die Verwaltung interpretiert die wiederholte Nennung von „Fachgutachten“ im Gesetz offenbar als Vorgabe, externe Gutachte einzuholen. Wir haben die entsprechende Aussage des Beigeordneten Migenda wiedergegeben, alles weitere können Sie bei ihm direkt erfragen.