Zwei dieser E-Leichtfahrzeuge hatte die Stadt für Testzwecke angeschafft.

Um die Diskussionen um Baustellen, Parkplätze und das Weihnachtsgeschäft einer Lösung zuzuführen bringt die FDP einen Antrag in den Stadtrat ein: Per Wettbewerb soll eine sinnvolle Aufgabe für die „Tünnes un Schäl“ getauften E-Lastenräder im Einzelhandel gefunden werden.

Wir dokumentieren eine Mitteilung der FDP

Die Fraktion der FDP wird folgenden Antrag im Ausschuss für Infrastruktur, Umwelt, Sicherheit und Ordnung (AIUSO) stellen:

„Die beiden von der Stadt Bergisch Gladbach aufgrund des Beschlusses des AIUSO vom 08.06.2021 angekauften Lasten-Elektro-Fahrräder werden in Ermangelung einer sinnvollen Einsatzmöglichkeit innerhalb der Stadtverwaltung als Preise für einen auszulobenden Ideenwettbewerb der örtlichen Werbegemeinschaften in der Stadt bereitgestellt. Ziel ist es, ortsansässigen Einzelhändlern mit Hilfe dieser Fahrzeuge die Gelegenheit zu bieten, ihre Waren den Kunden in GL auf schnelle, moderne und umweltfreundliche Weise zustellen zu können. Die Verwaltung wird aufgefordert, dem zuständigen Fachausschuss schnell ein entsprechendes Konzept vorzulegen.“

Die beiden angeschafften Lasten-Elektro-Fahrräder, denen ein Ideenwettbewerb die Namen „Tünnes und Schäl“ gegeben hat, haben ein trauriges Schicksal. Sie stehen nutzlos auf dem Bauhof herum, anstatt auf den Straßen unserer Stadt präsent zu sein. Bald werden die Batterien schwach und alt sein, und eine dicke Staubschicht wird den Mantel des Vergessens über sie decken.

Dieses Schicksal gilt es zu verhindern: Wenn die Stadtverwaltung selbst keine sinnvollen Einsatzmöglichkeiten für die beiden Räder sieht, so könnten sie doch dem örtlichen Einzelhandel eine große Hilfe sein. Ob Blumen, Wohn-Accessoires, Gebäck oder Wurst, ob Medikamente aus der Apotheke oder Gemüse aus dem Bio-Laden – viele bei örtlichen Einzelhändlern angebotenen Waren würden von den Kunden, unseren Bergisch Gladbacher Mitbürgern, eher gekauft werden, wenn es einen Lieferdienst nach Hause gäbe und sie sich nicht selbst mit dem Transport beschäftigen müssten.

Also, Werbegemeinschaften in Refrath, in Bensberg oder in Gladbach, in Schildgen oder in Paffrath: Ein Konzept für einen gemeinsamen innerstädtischen Transport-Dienst entwerfen und sich bei der Stadtverwaltung bewerben – die beiden besten und schnellsten Ideen werden mit je einem Elektro-Lasten-Rad prämiiert! Beispiele für funktionierende Lieferdienste dieser Art gibt es reichlich, auch in unserer kommunalen Nachbarschaft! 

Lassen Sie uns Tünnes und Schäl neue, wirklich sinnvolle Aufgaben geben – denn das Ostergeschäft kommt bestimmt!

Hier veröffentlichen die Ratsfraktion und der Parteivorstand der FDP Bergisch Gladbach ihre Beiträge.

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  1. Was war das ein Theater, als diese beiden überfrachteten Drahtesel angeschafft werden sollte. Ein weiteres Beispiel für die Tatsache, dass eine These oder ein Prinzip, zu 100% durchgesetzt, sich ins Gegenteil wandelt. Mit aller Gewalt umweltfreund verlangten vor allem die Grünen neue Transportmittel für die Abfallbeseitigung. Alle wehrten sich außer der SPD, die als Juniorpartner mitgehen musste.

    Nun stehen 34.000 € (in Worten vierunddreißigtausend) Euro in einer Garage, oder auch nicht, seit über 2 ½ Jahren, und alle lachen sich kaputt, weil die Dinger nicht diensttauglich sind, was die meisten incl. Verwaltung schon vor dem Kauf wusste. Da kann man mal wieder sehn, das stimmt, was im 2. Satz meines Briefes steht.“

    1. Geehrter Herr Habermann,
      Sie haben das so gut formuliert, das ich garnichts mehr dazu schreiben muss, Sie haben schon alles gesagt.
      Ich bin auch sehr gespannt, was jetzt mit “Tünnes und Schäl” geschieht.
      Vielleicht wären die zwei ja ein schönes Geschenk für die Bergisch Gladbacher Partnerstadt in der Ukraine?
      Mit dem Bergisch Gladbacher Stadtwappen darauf sähen sie bestimmt nett aus.

      Viele Grüße

      Martina Schüttler

      Beisitzer im Kreisvorstand Rhein-Berg der AfD
      ( Laut der Redaktion muss ich das bei meinen Beiträgen immer angeben, ist wohl unheimlich wichtig das dies jeder weiß.)

      1. Es ist unheimlich wichtig Frau Schüttler, denn weite Teile ihrer Partei gelten als gesichert rechtsextremistisch. Da will man doch wissen, woher der vergiftete Applaus kommt. Wie halten Sie es mit ihren rechtsextremen Parteimitgliedern? Distanzieren Sie sich klar, auch innerhalb der Partei?

  2. Ein schöner Gedanke von der FDP. Besser wäre es natürlich gewesen, der Einsatz der E- Lastenräder wäre vor dem Kauf abgeklärt worden. Eventuell
    kann man Sie zusätzlich auf den Friedhöfen einsetzen, da dort verbrennerloser, leiser Lastentransport sinnvoll wäre.
    Ich wünsche der Redaktion und allen Leserinnen und Lesern von igl ein Gutes Neues Jahr 2024 @

  3. Tja, wer konnte ahnen, dass die Angestellten bei der Abfallbeseitigung oder der Stadtverwaltung sich ebenso wenig motivieren lassen wie der Rest der Bergisch Gladbacher Bürger, von dem bequemen motorisierten Fahrzeug auf ein pedalbetriebenes Gefährt umzusteigen.
    Ich vermute, die meisten KÖNNEN das einfach auch nicht mehr nach jahre- oder jahrzehntelangem Bewegungsmangel, weil der Körper bzw. der Bewegungsapparat bereits Schaden genommen hat oder man übergewichtig geworden ist o.ä..
    Das Angebot, diese Bikes zu nutzen, haben die Leute jedenfalls gehabt, aber es bedauerlicherweise nicht wahrgenommen. Ein Versuch war es auf jeden Fall wert.

    1. Können werden es die meisten schon noch, denn mit der Elektrounterstützung ist es selbst für Untrainierte kein Problem, sich per Fahrrad fortzubewegen. Wer das körperlich tatsächlich nicht mehr schafft, sollte sich dreimal überlegen, überhaupt ein Fahrzeug zu steuern. Aber beim Großteil ist es wohl eher die Bequemlichkeit und das Nichtwollen, das sie am heiligen Blech festhalten lässt.

      1. Die Stadt sollte auch mal versuchen, einige Frauen, die einen Job/ eine Teilzeitbeschäftigung suchen, für diese Tätigkeit in der Innenstadt mit dem E-Bike zu gewinnen. Mit Schwerpunkt “tägliches Sauberhalten der Grünanlagen” um die Schule Am Broich herum, insbesondere im Rosengarten, wo sich die Ratten tummeln (selbst gesehen) und sich an dort herumliegendem Müll mit Speiseresten gütlich tun.
        Diese Tätigkeit ist sicherlich nicht mühsamer und eher angenehmer/sauberer, als sich in Privathaushalten als Reinigungskraft zu verdingen.
        Und eine Menge Spaß, wenn die Frauen jeweils zu zweit ausrücken dürfen, können sie dabei auch noch haben.

  4. Das kommt davon wenn die Politik meint sich in etablierte Abläufe einzumischen und selbst keine Ahnung davon hat. Schon damals hatte die Stadt Bedenken geäußert aber musste leider diese beiden Fahrzeuge anschaffen! Pure Geldverschwendung auf Kosten einer grünen Symbolpolitik! Schade.

  5. Wieviel haben die Lastenräder damals, als sie angeschafft wurden, gekostet? Und jetzt bzw. innerhalb von 2 Jahren, findet man keine “sinnvolle Einsatzmöglichkeit”? Warum kauft man etwas, von dem man nicht zuvor weiß, für was genau es genutzt werden soll? Da “freue” ich mich doch als Bürger, wie auch mit meinem Geld umgegangen wird. Aber, macht ja nichts, die nächste Erhöhung der Grundsteuer o.ä. wird ja das ein oder andere Loch im Haushalt stopfen. Und die zuviel gezahlten Abwassergebühren haben den Haushalt auch noch unterstützt – juchhu!