Freiwillige hämmern unter Anleitung der BUND-Mitarbeiterin Nina Kliemek (rechts) die Bretter der Spundwand in den Boden. Foto: Constantin Ranke.

Um die Moore in der Region zu retten wird die Wiedervernässung im Gierather Wald fortgesetzt. Dafür sind jetzt die Anwohner:innen besonders gefragt.

Wir veröffentlichen eine Mitteilung des BUND

Moore sind nicht nur einzigartige Lebensräume, sondern leisten auch einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz – und wir haben die Chance, sie direkt vor unserer Haustür zu retten. Denn auch hier in der Region, in der Bergischen Heideterrasse, gab es früher viele Moore, doch Entwässerung und Landnutzung führen schon seit preußischer Zeit zu einer starken Zerstörung dieser Lebensräume.

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Intakte Moore sind in der Lage, große Mengen an Kohlenstoff zu speichern. Sie dienen Moore als Speicher für Kohlenstoff, filtern das Bodenwasser und puffern Starkregen und Dürreereignisse ab. Wenn sie austrocknen, werden diese klimawirksamen Eigenschaften rückgängig gemacht. Zudem beherbergt das Moor spezielle Pflanzen- und Tierarten, die selten oder gar gefährdet sind.

Um dem Rückgang der Moore entgegenzuwirken, wurde das Projekt „Renaturierung von Moorlebensräumen auf der Bergischen Heideterrasse“ vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland NRW (kurz BUND) ins Leben gerufen. 

Ist die Spundwand errichtet, wird sie reichlich mit Erde überwallt. So hält sie länger, erklärt Nina Kliemek (Projektmitarbeiterin). Foto: Constantin Ranke.

Wirksamer Klimaschutz vor der Haustür

„Was Besseres gibt’s nicht: Klimaschutz vor der Haustür. Und man kann selbst in den nächsten Jahren beobachten, wie sich die Arbeit auf das Gebiet auswirkt.“, so Nina Kliemek, Projektmitarbeiterin.

Bereits seit Herbst 2023 laufen Renaturierungsmaßnahmen an verschiedenen Standorten, zum Beispiel im Naturschutzgebiet Gierather Wald. Dank der Hilfe von über 800 Freiwilligen konnten knapp 100 Fläche wiedervernässt werden, im Gierather Wald bisher 16 Hektar.

Ab sofort finden wieder Arbeitseinsätze statt, bei denen Spundwände in die Entwässerungsgräben gebaut werden. So werden die Moore wieder nasser.

Nach knapp hundert Einsätzen seit Projektbeginn 2023 kann Projektkoordinatorin Alina Schulz behaupten: „Alle gehen mit einem Lächeln nach Hause. Viele kommen wieder, weil sie den Sinn in ihrem Engagement spüren“.

Zuletzt wird der Wall mit Pflanzen aus der Umgebung bepflanzt. Langfristig soll ein bewachsener Erdwall das Wasser in den Gräben daran hindern, schnell durch die Fläche zu fließen, so Projektkoordinatorin Alina Schulz. Foto: Constantin Ranke

Nun sind Anwohner*innen um den Gierather Wald und außerhalb gefragt. Mit Fremden, Freunden oder mit der Familie kann man ab sofort wieder im Gierather Wald tätig werden – ein Teamgefühl entsteht immer. Vereine, Firmen und Freundesgruppen können einen gesonderten Termin anfragen.

Die Mitmachaktionen finden immer mittwochs und ab und zu auch samstags statt, nähere Informationen und Anmeldung hier. Außer festem Schuhwerk oder je nach Wetter Gummistiefeln und einer Verpflegung ist nichts mitzubringen. 

Mi 1.10. 10-15 Uhr
Mi 22.10. 10-15 Uhr
Sa 25.10. 11-16 Uhr
Frauenmitmachtermin, Mi 29.10. 10-15 Uhr

Das Projekt wird im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert. Zusätzliche Mittel werden vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen bereitgestellt.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kämpft für den Schutz unserer Natur und Umwelt. Die Kreisgruppe Rhein-Berg ist über die Website erreichbar: bund-rheinisch-bergischer-kreis.de

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  1. Leider fehlen mir mittlerweile die körperlichen Voraussetzungen, um aktiv an solch einem Projekt mitarbeiten zu können. Vielleicht kann ich mit meinen Überlegungen einen kleinen Beitrag leisten. So wie ich es auf den Fotos wahrnehme, sind Spundwände, um den Ablauf von Regenwasser zu verhindern, existentiell. Nun frage ich mic, ob sie nur eine temporäre Funktion wahrnehmen. Dann ist das Material Nadelholz – ich gehe davon aus, dass es sogar unbehandelt ist -, perfekt. Ein naturverträgliches Verrotten innerhalb von 12 – 24 Monaten wäre garantiert. Sollten sie jedoch über viele Jahre zur Moorbildung beitragen, müssten sie regelmäßig erneuert werden. Ggf. wären hierzu druckimprägnierte Hölzer eine bessere Lösung… Metalle oder Kunststoffe würde ich eher ausschließen. Ich vertraue jedoch voll darauf, dass dies alles gut durchdacht wurde.