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Screenshot der Website des BMI

Screenshot der Website des BMI

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat heute die neue Flüchtlingsprognose veröffentlicht – und die Zahl der Menschen, die voraussichtlich in diesem Jahr insgesamt in Deutschland Schutz suchen, von 450.000 (im Frühjahr) auf 850.000 heraufgesetzt. Das wären viermal so viele wie im Vorjahr. (Die Prognose im Original, eine Einordnung im aktualisierten Faktencheck).

Warum die Prognose sich fast verdoppelt hat

Allerdings liegt diesem heftigen Sprung  nach oben neben einer starken Zuwanderung aus den Krisenländern dieser Welt auch eine statistische Ursache zugrunde. Diese lässt sich auch in Bergisch Gladbach beobachten. Bislang hatte der Innenminister seine Prognosen auf der Zahl der gestellten Asylanträge aufgebaut – jetzt aber verwendet er die Zahl der tatsächlichen Einreisen – und die ist deutlich höher.

Der Grund dafür: die Erstaufnahmen sind so überfüllt, dass die Flüchtlinge gleich in die Kommunen gebracht werden und sich die Möglichkeit, einen Asylantrag zu stellen, „erheblich” verzögert. Genau das, was bei den 78 Flüchtlingen in der Turnhalle in Sand der Fall ist.

Wieviel in NRW und in Bergisch Gladbach ankommt

Nach dem Königsteiner Schlüssel muss davon NRW 21,24 Prozent übernehmen – das wären 169.920 Menschen. Und davon wiederum werden gut ein Prozent Bergisch Gladbach zugewiesen. Das wären exakt 1001 Personen, die im Jahr 2015 neue aufgenommen werden müssen.

Die Gesamtzahl der Flüchtlinge in Bergisch Gladbach ist das allerdings nicht. Denn zum Stichtag 1.1.2015 befanden sich bereits 450 Flüchtlinge in Deutschland, gleichzeitig verlässt ein Teil der Menschen (freiwillig oder unfreiwillig) die Stadt.

Da es dazu keine verlässlichen Zahlen gibt, ist eine Prognose mit Unsicherheiten verbunden; daher verzichtet auch die Stadtverwaltung auf eine konkrete Zahl.

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Eine inoffizielle Prognose
Da sich das Bundesamt für Migration derzeit bemüht, die Anträge von Asylbewerbern aus dem West-Balkan (Anerkennungsquote 0,3 Prozent) möglichst schnell zu bearbeiten, diese Personengruppe derzeit fast 40 Prozent aller Bewerber stellt, sollten den Zuzügen eine erhebliche Zahl von Rückreisen gegenüberstehen.

Auf dieser Basis wage ich die Prognose, dass Bergisch Gladbach zum Jahresende 2015 insgesamt rund 1100 Flüchtlinge unterbringen muss. Höhere Zahlen wären – zum gegenwärtigen Zeitpunkt – ungerechtfertigte Panikmache.

Das wär ziemlich genau ein Flüchtling auf 100 Bergisch Gladbacher. Das sollte mit Anstand zu bewältigen sein. Was aber nicht heißt, dass man sich darauf einrichten muss, dass die Zahlen auch in den kommenden Jahren weiter steigen werden.

Um so wichtiger ist es, so rasch wie möglich ein dichtes Netzwerk an Hilfs- und Betreuungsmöglichkeiten aufzubauen.  

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G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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