Fädelten die Schulpartnerschaft ein: Angelika Wollny, Amal Behnam, Leiterin von St. Aphram, Englischlehrerin Raeda Mattar, Frank Wollny

Kontakte von Mensch zu Mensch – das ist der Stoff, aus dem die Städtepartnerschaft gewebt ist. Nach erfolgreicher Vorarbeit startet in Kürze ein neues Begegnungsprojekt: Schüler aus Beit Jala besuchen im Herbst die Integrierte Gesamtschule Paffrath (IGP). Schulleiterin Angelika Wollny (51) erzählt, was es damit auf sich hat.

Frau Wollny, wie kam der Stein zu dieser Initiative ins Rollen?
Angelika Wollny: Anfang 2017 erfuhr ich durch Axel Becker vom Städtepartnerschaftsverein von dem Austausch mit Beit Jala. Wir verabredeten ein Treffen mit der Delegation aus Palästina, die wenige Wochen später hier in Bergisch Gladbach erwartet wurde. Tatsächlich verlief das Treffen mit den Gästen sehr gut. Dabei entstanden die ersten Ideen zur Partnerschaft zwischen der IGP und einer Schule in Beit Jala.

Was erlebten Sie bei Ihrem Gegenbesuch in Beit Jala?
Im Herbst 2017 nahm ich zusammen mit meinem Mann an der Begegnungsreise des Städtepartnerschaftsvereins nach Beit Jala teil. Bei einem vorbereiteten Treffen mit der Schulleiterin Amal  Benahm und der Englischlehrerin Raeda Mattar von „St. Aphram – The Syrian School“ wurde mir schnell klar, dass wir die richtige Schule gefunden hatten.

Was ist Ihnen in „St. Aphram“ positiv aufgefallen?
Im Gegensatz zu unserer Schule werden dort bereits Kinder im Kindergartenalter betreut und gezielt gefördert. Die ältesten Schülerinnen und Schüler besuchen die 10. Klasse. Beeindruckend war die sehr freundliche Atmosphäre zwischen Pädagogen und Schülern. Die Herzlichkeit in den Gruppen und die vielen lachenden und hoffnungsvollen Menschen beeindruckten uns. Als Schüler der 9. Klasse von dem geplanten Austausch erfuhren, war die Freude natürlich riesengroß.

IGP-Schulleiterin Angelika Wollny auf Besuch in St. Aphram.

Inwiefern passt die Schule zum Profil der IGP?
„St. Aphram“ ist eine Schule für alle, genauso wie die IGP. Herkunft, Hautfarbe, Glaube und auch Leistungsstärke jeder einzelnen Schülerin, jedes einzelnen Schülers spielen im Miteinander keine Rolle. Das Wir steht im Mittelpunkt und wird spürbar gelebt. Die Schule steht im Zeichen des orthodoxen Christentums, hat aber auch muslimische Schülerinnen und Schüler.

Wie geht es nun weiter?
Bei einem Gegenbesuch von Raeda Mattar im Januar dieses Jahres bei uns in der IGP legten wir das Programm fest. Wenn alle organisatorischen Aufgaben bewältigt werden können, besuchen im Herbst 2018 ca. zehn Schülerinnen und Schüler aus Beit Jala für rund zwei Wochen Bergisch Gladbach. Unsere Schüler machen im Herbst 2019 den Gegenbesuch.

Die IGP hat eine gute Tradition im Austausch mit Beit Jala. Eine Schülergruppe nahm schon 2010 an einem Theaterprojekt zusammen mit jungen Palästinensern und Israelis teil. Was erhoffen Sie sich von dem neuerlichen Austausch?
Im Mittelpunkt steht die Begegnung mit Menschen einer anderen Kultur. Dabei den Horizont über Europa hinaus zu öffnen, kann nur von Vorteil sein. Es wäre doch toll, wenn dadurch Freundschaften geschlossen würden!

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