Großflächenwerbung an einer Landstraße in Neuseeland: „Achte auf den anderen. Teile die Straße mit ihm.“

Unserer Stadt ist eine Großstadt mit schlechten Radwegen. Letzter Platz. Beim Fehlen von Radwegen haben wir dagegen einen Spitzenplatz. Der Autor dokumentiert die Lage – und fordert Konsequenzen.

Radweg-Kuddelmuddel: Mal mit Schildern, mal ohne, mal rotes Pflaster oder roter Asphalt, mal nur weiße Bemalung. Mal Trennung von der Fahrbahn durch unterbrochene rot-weiße Linien, mal Trennung vom Gehweg, mal ohne Trennung. Mal Benutzungspflicht aufgehoben, mal weißes Fahrrad auf den Weg gemalt (häufig nur noch Fragmente sichtbar), mal nur in eine Richtung, mal in beide Richtungen (selbst auf den schmalsten Wegen). Mal blaue Schilder mit einem weißen Fahrrad, mal Fußgänger und Fahrrad auf einem Schild. Mit Querteilung oder senkrechter Teilung. Mal schwarzes Fahrrad auf weißem Grund unter dem Fußgänger-Schild. Mal unter dem Schild für Fußgänger ein weißes Schild mit einem schwarzen Radsymbol und dem Zusatz „Frei“.

Verwirrend, aber alles gesetzeskonform. Dafür kann unsere Verwaltung nichts. Alles, was der Gesetzgeber in vielen Jahren ausgefieselt hat, findet man in Bergisch Gladbach. Die Verwaltung aber könnte vereinfachen, vereinheitlichen.

Verkehrsrecht für Radfahrende: Auf der Internetseite des Allgemeinen deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) finden Sie 9 Seiten DIN A4. Alle Muss-, Kann- und Darf-Regeln. Verkehrsschilder in allen Kombinationen. Für alle Fälle.

Kommen Sie noch mit? Oder gar durch?

Überwege und Kanten: 3 cm hohe Bordsteine, abgerundet zwar, aber doch immer eine Belastung für Handgelenke und Wirbelsäule. Denkt niemand bei der Planung an die vielen älteren Menschen mit Rollatoren? An wenigen Stellen (Stationsstraße, Alte Wipperfürther Straße) haben Mitfühlende Kanten mit Asphalt ausgeglichen.

Zumutung: Zum Beispiel Schlaglöcher. Auch wenn die Abteilung Flickwerk irgendwo liebevoll Asphalt in Schlaglöcher gefüllt hat – die Füllung hat sich häufig bald verkrümelt. Schlaglöcher sind für uns Autofahrer unangenehm, für uns Radler aber können sie gefährlich sein.

Aber schon werden Schilder zur „Aufhebung der Benutzungspflicht“ aufgestellt. Das Geld hätte man natürlich auch für Verbesserungen ausgeben können.

Die meisten Radwege sind zu schmal, nicht 150 cm oder mindestens 120 cm breit. In der Kempener Straße werden die Schutz(!)streifen in Höhe eines Supermarktes auf Lenkerbreite verengt, damit die auf den Supermarkt-Parkplatz abbiegenden Fahrzeuge den fließenden Autoverkehr nicht behindern.

Gleichbehandlung? Gesetzeskonform? Wer denkt sich so etwas aus? Wer veranlasst so einen gefährlichen Unsinn?

Kinder sind unsere Zukunft?

Bis zum Alter von acht Jahren müssen die lieben Kleinen auf Gehwegen fahren, Kinder ab elf müssen auf der Straße radeln, wenn es keinen Radweg gibt. Sie sind angewiesen auf vorausschauende und rücksichtsvolle Autofahrer.

Unverantwortliche Verkehrsführung: Der kürzeste Radweg der westlichen Hemisphäre, schlecht für Radfahrer, ganz schlecht für Kinder über elf. Die Radler werden auf die Fahrbahn in den Autoverkehr gelenkt. Ein Abstand von 1,5 m ist für Autofahrer – wie von der Polizei mit ihren Aufklebern empfohlen – gar nicht einzuhalten.

Unverantwortliche Verkehrsführung

Worst case: Was aber wird sein, wenn ein Kind über elf auf der Straße verunglückt? Wie werden die (Un-)Verantwortlichen sich herausreden? Mit der Gesetzeslage? Wahrscheinlich. Aber wie werden sie den desolaten Zustand der Radwege begründen? Was erklären sie den trauernden Eltern? Bekommen diese dann den Rat: „Ziehen Sie doch um in eine Gemeinde, wo Sie bessere Radwege haben“?

Hoffen wir, dass unsere Kinder und Enkel die vielen verwirrenden Regeln, Schilder und merkwürdigen Varianten verinnerlicht haben, bevor sie sich in den Verkehr stürzen.

Unfälle sind wahrscheinlich nie zu vermeiden, auch wenn es klare Regeln gibt, auch, wenn sich alle gegenseitig respektieren, auch, wenn sich alle bemühen, vorsichtig zu fahren. Kritisch aber wird es, wenn Rüpel unkontrolliert unterwegs sind. Rüpel, die es unter den Autofahrer, den Radfahrern und sogar unter den Fußgängern gibt.

Der merkwürdige Hauptstraßen-Test: So viel sei schon verraten – nach einem Jahr, in dem das Radfahren in der breiten Hauptstraße zwischen 10 und 17 Uhr nicht gestattet war und meistens sogar eingehalten wurde (und es also kaum oder nicht zu Unfällen gekommen ist), wird man feststellen, das es kaum oder nicht zu Unfällen mit Radfahrern gekommen ist. Weil kaum Radfahrer da waren. Ein toller Test.

Bergisch Gladbach – Stadt der Rücksichtslosen?

Es sind rücksichtslose Autofahrer, die den Verkehr behindern. Sie parken auf Schutzstreifen, auf Radwegen, auf Gehwegen, auf Behindertenparkplätzen, auf Verkehrsinseln, im absoluten Halteverbot, Lieferwagen fahren nachmittags verbotenerweise durch die Fußgängerzone. Das eigene Interesse wird über das Gemeinwohl gestellt. Es fehlt nicht an Regelverstößen – es fehlt an Kontrolleur*innen, die diese Banausen zur Verantwortung ziehen.

Provinzialität? Interesselosigkeit? Planlosigkeit?

Wo bleibt das Positive? Ein Beispiel: Hohenzollernbrücke in Köln. Tag für Tag hunderte Fußgänger aller Altersgruppen, meistens Touristen. Menschen auf Fahrräder, mit Rollkoffern, Kinderwagen oder Skates. Sogar mit einer Rikscha. Man arrangiert sich.

Sonntags spazieren hier in zwei Stunden mehr Menschen über die Brücke als in unserer Hauptstraße an einem ganzen Wochentag. Mit knapp vier Metern ist der Weg auf der Brücke nicht einmal ein Viertel so breit wie die öde Hauptstraße.

In vielen Städten dieser Welt denkt man über das Zurückdrängen des Autoverkehrs nach, über die Schaffung von richtigen Radstraßen, für eine Entzerrung des Verkehrs, um heutigem und künftigem Verkehrschaos zu entgehen. Und also auch für bessere Luft.

Während Städte wie Brügge mit der Botschaft „Radstraße. Auto zu Gast“ den verschiedenen Verkehrsteilnehmern den gleichen Rang einräumen, wird bei uns offensichtlich immer noch Verkehrspolitik mit dem Blick durch die Windschutzscheibe betrieben.

Was muss passieren?

Bevor wieder ein paar Meter Radweg mit großem Tamtam und Fototermin eingeweiht werden, sollten kluge Köpfe gesucht werden, die mit Logik das eingangs beschriebene Kuddelmuddel zu entwirren versuchen und die Radwege-Situation durch Vereinheitlichung einfacher gestalten.

Außerdem: Wir brauchen eine grundlegende Abkehr von den alten Mustern überholter Verkehrsplanung mit dem Vorrang für das Auto. Wir brauchen mehr und bessere Spuren für das Rad, bessere Fußwege und die kontinuierliche Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs. Und wir brauchen mehr Kontrollen.

Parallel sollte eine professionelle Kampagne der Stadt für ein besseres Miteinander aller Verkehrsteilnehmer werben. Mit einem Appell an Gelassenheit, Rücksichtnahme und Respekt, für ein entspanntes Miteinander, für eine menschlichere Stadt.

Es ist höchste Zeit.

Klaus Hansen

Der Autor ist Fußgänger, Radfahrer, Bus- und S-Bahnfahrer, Autofahrer

Buchempfehlung für Entscheider: Jan Gehl, Städte für Menschen, 32 Euro, jovis Verlag, Berlin 2015

Empfehlung für alle Radler*innen:

Weitere Beiträge zum Thema:

Was „Fahrradweichen” sind

Stadt erinnert Radfahrer an Regeln für Fußgängerzone

Radpendlerroute nach Köln – oder Radschnellwege?

Das Radwege-Rätsel

Kleine Gebrauchsanweisung für die Fußgängerzone

„Politik macht Öffnung der Fußgängerzone zur Farce”

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Klaus Hansen

ist Fotograf, Designer und Kommunikationsberater.

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11 Kommentare

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  1. Herr Hansen hat mal wieder mit Text und Fotos den Nagel auf den Kopf getroffen, und auch in den Kommentaren steht viel Wahres. Dem möchte ich nichts hinzufügen.

    Ich möchte aber die Gladbacher Autofahrer etwas in Schutz nehmen. Von ihnen erlebe ich viele (wenn auch nicht alle) als recht rücksichtsvoll – insbesondere wenn sie mich an den bekannten frischvermurksten Stellen über die Zebrastreifen lassen, auch ohne dass ich absteigen muss. Ohne das wäre alles noch schlimmer.

    Und nun auf zum ADFC-Test! Wenn sich in der Gladbacher Politik und Verwaltung nichts ändert, dann soll sich das auch beim Ranking nicht tun.

  2. Bergisch Gladbach ist für mich die Fahrradfahrer unfreundlichste Stadt überhaupt.
    Es wird nichts aber auch gar nichts an den Fahrradwegen gemacht. Wenn denn überhaupt einer vorhanden ist.
    Die Öffnung der Fußgängerzone auf nur bestimmte Zeit ist eine Farce.

  3. Da Bergisch Gladbach keine Umgehung hat fährt alles durch Stadt. DIE Bensberger Straße beispielsweise wird täglich von über 30.000 Fahrzeugen befahren, 35 % sind Scherlastverkehr. Feinstaub, giftige Abgase, unerträglicher Lärm, Vibrationen sind die Folge. Wer fährt den hier mit dem Fahrrad???

  4. Hallo,
    wir haben mehr als 30 Jahre in den Niederlanden gewohnt und wohnen nun seit einem halben Jahr in GL. Es ist sowieso eine Umstellung, aber das Radfahren ist sehr gewöhnungsbedürftig. Nicht allein, dass die Radwege in einem schrecklichen Zustand sind, auch hören sie plötzlich auf und man muss auf eine befahrene Strasse ausweichen oder man muss ohne zwingenden Grund für ein kurzes Stück die Seite wechseln. Autofahrer kommen schnell und ohne zu gucken aus Seitenstrassen geschossen, Bäume stehen auf dem Radweg, nehmen die Sicht und müssen umfahren werden, An Ampeln muss man sich hinter allen Autos anstellen, da die Autofahrer rechts keinen Platz lassen. All dies funktionniert in den Niederlanden – Ausnahmen gibt es natürlich – problemlos.
    Dies alles ist nicht dazu angetan, das Radfahren zu stimulieren und die Menschen insbesondere bei Kurzstrecken im täglichen Leben dazu zu bewegen, das Auto stehen zu lassen und mit dem Rad zu fahren.
    Lange Abstands-Radwege sind zwar schön, aber in erster Linie für den sportlichen Fahrer oder für den Ausflug am Wochenende. Das Radfahren im täglichen Leben zum Einkaufen, Arzt, Frisör usw. erfordert im innerstädtischen Bereich eine wesentlich bessere Infrastruktur für Radfahrer.
    Herzliche Grüsse

  5. “In vielen deutschen Städten fehlt der politische Wille zur Veränderung – immer dann, wenn das Auto Platz hergeben soll.”
    Ein Zitat aus der Sendung ZDF Zoom: Auto gegen Fahrrad/Zdf Mediathek.
    Dort wird auch mal gezeigt wie es anders gehen kann. Und das in richtig großen Städten wie London. Hut ab.
    Als aktive Radfahrerin muss ich sagen das Mann/Frau schon starke Nerven haben muss, um in Bergisch Gladbach von A nach B zu kommen.
    Auf meinem täglichen Weg zur Arbeit benutzen nicht nur Autofahrer den Radweg als Parkstreifen.Nein, dahinter kommt dann der ungepflegte Buckelpistenradweg.Und wenn ich an der Strasse die Fussgängerampel drücke um überhaupt auf die andere Seite wechseln zu können, fahren laufend Autofahrer bei Rot rüber,weil sie zu schnell sind.
    Trotzdem fahre ich hundertmal lieber mit dem Rad.Ich bin fit, geniesse die frische Luft und bin unwesentlich langsamer als mit dem Auto.
    Zum Thema neuer Kreisel: Ein Alptraum.
    Da schieb ich lieber durch die Fussgängerzone!
    Mein Tipp: Sprecht die Autofahrer an.Zeigt das ihr da seid und Euch nicht alles gefallen lasst. Und in der grössten Not macht ein Foto fürs Ordnungsamt.
    Macht mit bei Unterschriftenaktionen. Aktuell “Aufbruch Fahrrad” in der Radstation B-GL und ab 1.9. die Klima Umfrage wie oben schon erwähnt.
    Andererseits wünsche ich mir von Radfahrern das Sie sich wie verkehrsmündige Teiilnehmer benehmen.
    Nicht bei Rot auf den Bürgersteig wechseln-entgegen der Einbahnstrasse fahren-durch die Fussgängerzone rasen etc…….
    Lieber Herr Hansen , Herzlichen Dank für diesen Artikel!!!

  6. Man sollte mal damit beginnen, die vorhandenen Fahrradwege zu sanieren. Sie sind eine Aneinanderreihung von Schlaglöchern, schlecht markiert und eine Zumutung für Fahrrad und Wirbelsäule. Zum Beispiel der an der B506.

  7. Vielen Dank für den Beitrag und jeden Kommentar!

    Ich finde es auch schlimm. Egal von wo nach wo in Bgl man fahren möchte, es ist eine Herausforderung. Wie toll wäre ein vernünftiger Radschnellweg nach Köln. Und was ist in Städten wie Brügge anders, dass es dort ein Umdenken gibt? (Städte wie Kopenhagen lasse ich mal außen vor.) Unser Kreis ist halt einer der Kreise in Deutschland mit der höchsten Autodichte. Ich habe ein wenig Hoffnung, dass ein Pedelec zum Statussymbol wird. Muss dann nur noch bewegt werden und dann fallen die Probleme auf.

  8. Zum Glück ist bald wieder der ADFC Klimatest 2018. Ab 1 September geht es los. Ich hoffe das sich trotz der wenigen augenscheinlichen Verbesserungen in den letzten zwei Jahren die Bürger der Politik & Verwaltung einen Denkzettel verpassen. Die Stadt gehört wieder auf den verdienten letzten Platz gewählt. Warum?
    -Die Teile der regierenden Räte verhindert erfolgreich seit 1,5 Jahren eine zügige Umsetzung des beschlossenen MobiK.

    -Planer der Stadt bzw. der beauftragten Büros haben den Turbokreisel nicht Radgerecht geplant. Scharfe und zu hohe Kanten an Inseln und Übergängen gehen extrem auf Körper und Material. Der angebliche Schutz für Radfahrer, der dadurch erreicht werden soll (nicht zu schnelles Überfahren) birgt dafür weit andere Gefahren durch Speichenbrüche, verzogene Felgen oder sogar Sturzgefahr. Man soll sich eigentlich mehr auf den Verkehr konzentrieren als auf den Hindernissparkur der dem Radfahrenden in den Weg gebaut worden ist.

    -Sinnhaftigkeit der derzeitigen Umweltspur vom Forum- Turbokreisverkehr darf gerne (auch von Radfahrern) angezweifelt werden. Kein weiterführendes Konzept über den Driescher Kreisel in nächster/ naheliegender Zukunft hinaus in Sicht. Zurzeit fördert dies eher Aggression gegen Radfahrende Mitbürger als das die knapp 250 Meter an Gewinn bringen, vor allem weil man eine attraktive und sichere Lösung sofort nebenan hat.

    -Freigabe der FGZ mit den komplizierten Zeitenregeln ein Hohn. Da hat die Politik der CDU/SPD eine Glanzleistung hingelegt.

    -Sinnvolle und ungefährlichere Umfahrungen der Hauptstraße/ Schnabelsmühle werden zugunsten von Kirmes usw. für Radfahrer mal eben für Tage Still gelegt.
    Für die Gleichberechtigung wäre Ich für eine Gokart Bahn im Turbokreisel bis Driescher Kreisel für die Zeit der Kirmestage. Tolle Attraktion ;-)

    -Null Zukunftspläne für den Bereich obere Hauptstraße/Kürtener Str. was die Sinnhaftigkeit der wenigen Meter Umweltspur zur jetzigen Zeit weiter in Frage stellt.
    Wurzelschäden/ Aufbrüche, Schlaglöcher usw. werden schon seit Jahren nicht ordentlich behoben. Schild hin- fertig- zumindest rechtlich aus dem Schneider.
    Von den ganzen alten nicht ERA kompatiblen Pinselmalereien mal abgesehen findet man immer noch ein Wirrwarr an alten Wegen die teils zugewachsen sind.

    Einzig positives Ergebnis ist die neue Rampe an der Bensberger Str. die es zumindest einigen Radfahrern das Leben jetzt erleichtert.

    Ansonsten kann man Herrn Hansen nur Recht geben. Es ist ein Kuddelmuddel aus rotem, karrierten, bepinseltem, beschildertem oder aber halt unbeschildertem Mischmasch, der es einem nicht einfach macht sich gerne und regelkonform in Bergisch Gladbach per Rad zu bewegen.

  9. Wer wird wohl einmal in der Lage sein, den Verwaltern unserer Stadt beizubringen, wie schändlich sich ihr Umgehen mit den hier lebenden Menschen darstellt. Kaum ein Thema, dass diesen Schreibtischtätern vermeintlich am Herzen liegt, wird einer sinnvollen und menschen- und naturachtenden Lösung zugeführt.

    Der FNP, angeblich zum Wohle der Stadt neu aufgestellt, wurde durch das Engagement und die Einwirkung der Bürgerinnen und Bürger auf ein Maß zusammengestutzt, das den Planungsansatz der Verwalter völlig ad absurdum führt. Und sie Potentialgebiete sind immer noch zu groß.

    Das Projekt Bahndamm, durch die Arbeit weniger Lobbyisten und auf Druck der Stadt Köln bzw. auf dem der SPD in Person des Herrn Börschel zum einzig gangbaren Weg für die Entlastung der Gladbacher Innenstadt hochstilisiert, dümpelt seit über 30 Jahren vor sich hin und wird nie zu einer gar vierspurigen Straße zur Autobahn führen. Sinnvollen Vorschlägen versagt man die Akzeptanz.

    Die Kanalverbesserungsmaßnahmen der Stadt haben etliche Einzelhändler wegen ihrer unsagbar langen Dauer zur Aufgabe oder zum Bankrott getrieben.

    Der Verkehr ist sich selbst überlassen, das Chaos wächst. Andere Städte machen sich umsetzbare Gedanken und führen sie auch aus, in Gladbach werden Radwege angeboten, die gefährlicher sind als alles, was vorher war. Das Versprechen, Radfahren so attraktiv zu machen, dass viele Menschen vom Auto umsteigen, kann man vergleichen mit dem, dass die SG 09 übernächstes Jahr Deutscher Meister wird.

    In Frankenforst sieht der Bürgermeister im Bau begriffene Wohnungen als Beweis für einen erfolgreich aufgestellten FNP – Durchschnittspreis € 635.000,00 und somit preiswertes Wohnen! Hä? In welchen finanziellen Sphären lebt der Mann?

    Die Liste ließe sich ohne Weiteres verlängern, würde aber den Umfang dieses Forums sprengen. Fragen muss man sich, was der 1. Bürger und Chef der Verwaltung vorhat, wo er Bergisch Gladbach in ein paar Jahren sieht. Wenn die falschen Entscheidungen fortgesetzt werden, dann armes Bergisch Gladbach, “Das grüne Tor zum Bergischen Land”

  10. Hier in Bergisch Gladbach verlernt man das Radfahren, denn es ist hier lebensgefährlich, sch auf den Drahtesel zu setzen, von daher benutzt man immer wieder das Auto. Die Krönung ist ja die Bus- und Radspur am neuen Turbokreisel – was ergibt das für einen Sinn für ein paar hundert Meter die 2. Autospur einzusparen – unnötige Staus und gefährliches Einordnen mit Autos, die aus dem Tunnel kommen zu provozieren – ein Aufwand an Markierungen und Schildern – man ist als Radfahrer auf die rücksichtsvolle Fahrweise von Autofahrern angewiesen – hat man es geschafft, den Kreisel zu durchfahren , endet man dann im Nirwana!

  11. “Die Radwege in der Stadt sind katastrophal.”
    “Brauchen wir nicht, es gibt hier ja auch kaum Radfahrende.”
    “Stimmt leider…aber warum wohl?”

    Die Ausreden der örtlichen Politik, warum so wenig für den Radverkehr getan wird, sind seit Jahrzehnten dieselben. Das zeigt, dass es leider (immer noch) an ernsthaftem Willen fehlt, sich vom Modell der ‘autogerechten Stadt’ zu verabschieden. In Sonntagsreden sind fast Alle fürs Fahrradfahren – aber da sie selbst nicht radeln, ist ihnen der Zustand der Radwege letztlich egal. Wo kämen wir da hin, wenn ein paar Parkplätze verloren gingen!

    Solange das so ist, sind die Bürger*innen gefordert, sich lautstark bemerkbar zu machen. In Eltern- oder Nachbarschafts-Initiativen, Interessenverbänden, oder auch alleine. Danke für den Beitrag!

    (Der erste abgebildete ‘Schutzstreifen’ mit dem Gulli ist m.W. Alt-Refrath. Dort gibt es nur eine sinnvolle Lösung: Weg mit dem sinnlosen Streifen, der Radfahrende nicht schützt, sondern gefährdet! Weiter in der Mitte werden z.B. Schüler*innen im morgendlichen Berufsverkehr viel besser gesehen.)