+ Ein Beitrag unseres Sponsors +

David Roth

Fridays for Future setzt bei Demos häufig „Die-ins” ein. Der symbolische Tod soll wachrütteln und für die Gefahren des Klimawandels sensibilisieren. Tatsächlich kann der Tod ein guter Lehrmeister zum zivilen Ungehorsam sein.

Saskia hatte über die Hälfte der 7b davon überzeugt, mit ihr am Freitag die Schule zu schwänzen und sich für mehr Klimaschutz stark zu machen. Ihre Großeltern waren 68 auf die Straße gegangen und ihre Eltern hatten in den 80zigern gegen Atomkraftwerke demonstriert. Außerparlamentarischer Widerstand hatte in Saskias Familie Tradition.

Ihr Vater war es, der die Fridays for Future Kids auf die Idee brachte, es mit einer wirkungsvollen und vor allem auffälligen Form des Demonstrierens zu versuchen. „Macht doch ein Die-in“, hatte er den Kindern nachgerufen, als sich Saskia mit ihren Klassenkameraden auf den Weg zur Demo machte.

Saskia googelte Die-in in der S-Bahn. Der Artikel bei Wikipedia begeisterte sie und ihre Freunde und schnell war man sich einig, dass das genau das richtige Zeichen für die Friday is for Future-Demo wäre.

Sit-in, Bed-in, Die-in

Diese Form des Widerstandes tauchte Ende der 60ziger Jahre auf den Demos der Großeltern der jungen Demonstrantinnen und Demonstranten von heute auf. Die Apo traf sich damals regelmäßig zu Sit-ins, einer gewaltfreien Protestform, bei der man sich zum Sitzstreik niederließ und Straßen und Gebäudeeingänge blockierte. Unvergessen natürlich auch das legendäre Bed-in von John Lennon und Yoko Ono in einem Hotel in Amsterdam.

Bei einem Die-in legen sich die Kundgebungsteilnehmer wie tot zu Boden, um so ihren Protest gegen einen aus ihrer Sicht unhaltbaren Zustand auszudrücken, den sie für lebensbedrohend oder unmenschlich halten.

Die-in bei einer Demo in der Gladbacher Fußgängerzone

Den 68zigern ging es darum, die Gesellschaft vom Muff von tausend Jahren zu befreien. In den 80zigern Jahren belebte Petra Kelly diese Form des Protestes wieder um gegen die Neutronenbombe und den Nato-Doppelbeschluss zu demonstrieren. Dabei symbolisierte die Aktion vor allem die Wirkung der Neutronenbombe, alle Menschen und Tiere zu töten.

Auch die jungen Klimaschützer möchten durch ihre Die-ins wachrütteln und für die Gefahren des Klimawandels sensibilisieren.

Lehrmeister zum zivilen Ungehorsam

Als Bestatter wissen wir natürlich um die Wirkung des Todes, selbst wenn nur symbolisch gestorben wird. Der Tod ist der absolute Endpunkt, danach kommt (wahrscheinlich) nichts mehr. Wer zum Die-in aufruft, der hat große Angst davor, dass wir unsere Lebensgrundlagen zerstören. Wünschenswert wäre, dass von den Die-ins ein Weckruf ausgeht, der gehört wird.

Wir sind der Meinung, der Tod kann ein guter Lehrmeister zum zivilen Ungehorsam sein. Auch diese Symbolik steckt natürlich in einem Die-in. Vielleicht sind wir als Gesellschaft zu träge geworden und zum Glück wächst da eine neue Generation heran, die bereit ist, für ihre Ziele auf die Straße zu gehen.

Saskia und ihre Klassenkameraden erinnern uns mit ihren Die-ins daran, dass es an uns ist, unser Schicksal in die Hand zu nehmen.

Herzlichst, Hanna Thiele-Roth und David Roth

PS: Die „Klima Freunde Rhein Berg” rufen am 20. September gemeinsam mit dem Ortsverband von „Fridays for Future“, dem BUND Rhein-Berg und dem ADFC RheinBerg-Oberberg zum Klimastreik auf. Treffpunkt 10.00 Uhr – Konrad-Adenauer-Platz. Mehr Infos dazu finden Sie hier

Pütz-Roth ist ein renommiertes Bestattungshaus im Raum Köln und Bergisch Gladbach. Es berät und betreut Trauernde in allen Fragen und Anliegen im Todesfall. Darüber hinaus bietet es eine umfassende Trauerbegleitung mit vielfältigen Angeboten.

Pütz-Roth Bestattungen und Trauerbegleitung
Kürtener Str. 10, 51465 Bergisch Gladbach
Telefon (+49) 2202-93 58 0
E-Mail: info@puetz-roth.de

WebsiteFacebookYoutubeInstagram

Lesen Sie mehr:

Das letzte Hemd hat viele Farben

Sterben wir wirklich so, wie wir gelebt haben?

Tränen lügen oft

„Stell Dir vor, Du bist tot”

Entscheiden Sie, wie Sie trauern wollen

Auch im Sarg hat Ordnung zu herrschen

Feiern

Trauriges Fest der Liebe

Das letzte Hemd hat keine Taschen

Zuhören können

Pütz-Roth

ist ein renommiertes Bestattungshaus im Raum Köln und Bergisch Gladbach.

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

2 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Nee…

    Es geht eigentlich darum in Situationen die einem selbst wichtig und bedeutungsvoll sind Verantwortung für sein Handeln zu übernehmen und sich einzusetzen. Sich grade nicht von anderen, zB Bestattern bevormunden zu lassen.

    Ihre Interpretation ist interessant aber mir in der Form noch nie begegnet.

    Herzliche Grüße

    David Roth

  2. „Tatsächlich kann der Tod ein guter Lehrmeister zum zivilen Ungehorsam sein?“

    Wie bitte? Ist das ein Aufruf zum Suizid? Oder gleich zum Mord aus ideologischen Gründen? Werbung für das eigene Unternehmen ist ja ok, aber solche Sätze sind doch sehr geschmacklos.