Detlef Bergrath, der scheidende Vorsitzende des Aufsichtsrates, bei der Aufzeichnung seines Videobeitrags.

Corona hat alles verändert, auch die VR Bank Bergisch Gladbach-Leverkusen musste ihre Vertreterversammlung neu aufstellen. Die Zahlen für das vergangene Jahr sind solide wie eh und je, der Gewinn steigt. Doch mit Blick auf die aktuelle Unsicherheit wird vorerst keine Dividende gezahlt.

Für die Mitarbeiter der Bank, vor allem aber auch für die Mitglieder der Genossenschaftsbank war das eine ungewöhnliche Vertreterversammlung: Die Vorstände präsentierten sich per Video, die Genossen saßen daheim an ihren Monitoren. Immerhin 265 der Mitglieder, so berichtet die VR Bank jetzt, ließen sich auf die technische Premiere ein.

Sie konnten sich einen Nachmittag lang auf einer geschützten Internetseite umfassend über das Geschäftsjahr informieren. Aufsichtsrat und Vorstand hatten zu allen Punkten der Tagesordnung Videobeiträge aufgezeichnet und Begleitdokumente im PDF-Format zur Verfügung gestellt. Zu jedem Video gab es eine Kommentarfunktion, über die Fragen an die Mitglieder von Vorstand und Aufsichtsrat gerichtet werden konnten. Am Abend folgten die Beschlussfassungen über ein digitales Abstimmungssystem.

„Natürlich wäre auch dem Vorstand und dem Aufsichtsrat eine persönliche Versammlung lieber gewesen“, erzählt der Vorstandsvorsitzende Lothar Uedelhoven. „Damit alle wichtigen Beschlüsse gefällt werden konnten und die Bank handlungsfähig bleibt, haben wir uns nach eingehender Abwägung aber für die digitale Variante entschieden.“ 

Starkes Wachstum

In seinem Video konnte Uedelhoven die bereits im Januar vorläufig berichteten Kennzahlen für das Geschäftsjahr 2019 präsentieren. Das Gesamtkundenkreditvolumen (inkl. Vermittlungen an Verbundpartner in der Genossenschaftlichen FinanzGruppe) lag bei 2,2 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,8 Milliarden Euro, Anstieg um über 9 Prozent).

Das Gesamteinlagenvolumen inklusive der Verbundvermittlungen wuchs von 2,6 auf fast drei Milliarden Euro (Anstieg um 11,5 Prozent). Die Bilanzsumme wuchs 2019 um rund 139 auf 2,14 Milliarden Euro (Vorjahr: 2,0; Anstieg um 6,9 Prozent).

Auch die Anzahl der Genossenschaftsmitglieder stieg erneut: Die VR Bank hatte zum Ende des Geschäftsjahrs 47.724 Anteilseigner (Anstieg um 823 Mitglieder).

Gute Ertragslage

Der Zinsüberschuss stieg auf 42,4 Millionen Euro (Vorjahr: 39,8). Der Provisionsüberschuss erhöhte sich auf 22,2 Millionen Euro (Vorjahr: 19,5). Das Betriebsergebnis vor Bewertung steigerte die VR Bank um 2,4 auf rund 25 Millionen Euro. 

Den guten Ergebnissen entsprechend hatten Vorstand und Aufsichtsrat geplant, der Vertreterversammlung eine Dividende in Höhe von insgesamt 5 Prozent auf die Geschäftsanteile vorzuschlagen.

Dividende zurückgestellt

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat allen deutschen Banken im Hinblick auf mögliche Auswirkungen der Corona-Pandemie jedoch sehr deutlich nahegelegt, Entscheidungen über die Auszahlung von Dividenden für das Geschäftsjahr 2019 frühestens auf einen Zeitpunkt im Herbst 2020 zu verschieben. Aus diesem Grund enthielt der Gewinnverwendungsvorschlag Zuweisungen in die Rücklagen, aber noch keine Dividende.

Die Vertreterversammlung folgte diesem Vorschlag mit großer Mehrheit. Uedelhoven bedauerte die Vorgabe der Bankenaufsicht; er hofft, dass die Dividendenzahlung zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden kann.

Veränderungen im Aufsichtsrat 

Die Vertreterversammlung brachte einige Veränderungen im Aufsichtsrat. So schied der Aufsichtsratsvorsitzende Dr. Detlef Bergrath nach über 20 Jahren mit Erreichen der Altersgrenze aus, wie auch Walter A. Engels. Heribert Gierlichs stand aus persönlichen Gründen nicht für eine Wiederwahl zur Verfügung. Der Aufsichtsrat der VR Bank besteht nun aus sieben Mitgliedern. 

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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