In den vergangenen Tagen haben die Grünen Bergisch Gladbach ihre ersten Plakate für die Kommunalwahl am 13. September aufgehängt. Dafür waren die grünen Kandidat:innen und viele Helfer:innen im gesamten Stadtgebiet unterwegs, wo immer möglich mit Fahrrad und Lastenrad. Und immer mit Pappplakaten und Hanfseilen.

Wie die gesamte Wahlkampagne der BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Bergisch Gladbach findet auch diese Maßnahme mit dem Ziel eines möglichst klimaneutralen Wahlkampfs statt. Dazu gehört es auch, dass statt Plastikplakaten nur Pappplakate eingesetzt werden, welche nicht mit Kabelbindern, sondern mit Hanfseilen befestigt werden.

Wegwerfartikel? Samenbomben!

„Es gibt für fast alles natürliche Alternativen. Die Einhaltung der Klimaziele von Paris fängt in Bergisch Gladbach an. Dafür stehen wir GRÜNEN und nur so können wir eine Vorbildfunktion für unsere Bürger*innen einnehmen: wenn schon etwas produziert werden muss, dann kann das auch CO2-arm geschehen“, sagt Spitzenkandidatin Theresia Meinhardt.

Sie bewirbt sich in Hebborn um das Direktmandat und verweist dabei auf selbstgemachte Samenbomben als Give-Aways. Anstatt Wegwerfartikel zu verteilen, entstünden so blühende Bienenwiesen.

Theresia Meinhardt

Am liebsten ganz auf Plakate verzichtet

Darum hätten die GRÜNEN am liebsten auch ganz auf Plakate verzichtet, beziehungsweise diese deutlich reduziert. „Wir hatten uns bewusst gegen eine Materialschlacht ausgesprochen und das auch im Stadtrat so eingebracht. Leider hat unser Antrag auf die Begrenzung der Anzahl an Wahlplakaten pro Partei nicht die nötige Unterstützung gefunden. Das Ergebnis sieht man schon jetzt. Überall in der Stadt hängen Wahlplakate und das ist erst eine Partei“, so Maik Außendorf, Spitzenkandidat auf Platz zwei und außerdem Direktkandidat in Hand-West.

„Das hat wenig mit einer klimagerechten und ökologisch verantwortungsvollen Zukunft zu tun. Daher planen die GRÜNEN nicht nur einen materialarmen Wahlkampf, sondern achten auch darauf, dass das etwa für Flyer genutzte Papier strengen ökologischen Standards gerecht wird,” betont Außendorf.

Ursprünglich war deshalb geplant, komplett auf Laternenplakate zu verzichten. Doch mit Corona und die  dadurch wegfallenden Informationsveranstaltungen und stark reduzierten Möglichkeiten des Straßenwahlkampfs änderte sich auch die Sichtbarkeit der Parteien.

Instagram und Facebook reichen nicht

Die GRÜNEN Bergisch Gladbach sind zwar schnell auf die sozialen Medien umgestiegen und waren viel auf Facebook und Instagram unterwegs, aber nicht alle Wähler*innen können  auf diesem Weg erreicht werden.

Informationen, die für eine Meinungsbildung und informierte Wahlentscheidung nötig sind, sollten jedoch für alle Bürgerinnen und Bürger zugänglich sein. Aufgrund dieser demokratischen Grundsätze haben sich die GRÜNEN dazu entschlossen, nun doch Laternenplakate im Wahlkampf einzusetzen.

Hanf statt Kabelbinder

Dabei greifen sie jedoch nicht auf die üblichen mit Kabelbinder befestigten Plastikplakate zurück, die nach der Wahl aus Mangel an Weiterverwendungsmöglichkeiten meistens entsorgt werden. Auf das gesamte Stadtgebiet gerechnet würde so eine nicht zu verantwortende Menge Müll entstehen.

Die von den GRÜNEN verwendeten Plakate bestehen stattdessen aus zu mindestens 90 Prozent recyceltem Karton und können nach ihrem Einsatz über das Altpapier in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden.

Zum ersten Mal haben die GRÜNEN nun auch die Kabelbinder ersetzt und nutzen stattdessen Seile aus Hanffasern.  Dies bedeute zwar einen Mehraufwand und auch Mehrkosten, ist aber aus Sicht der GRÜNEN die einzige vertretbare Möglichkeit, im Wahlkampf Laternenplakate einzusetzen. 

„Ich finde es gut, dass wir mit unseren Plakaten nicht nur Inhalte vermitteln, sondern auch zeigen, dass wir Klimaschutz ernst nehmen und dafür konsequent einstehen”, so Außendorf.

„Ich freue mich vor allem darüber, dass so viele Mitglieder beim Aufhängen der Plakate mitmachen. Wir GRÜNE haben im Vergleich zu den großen Parteien nur ein geringes Budget zur Verfügung, daher leben unsere Aktionen vor allem durch das überwältigende Engagement vieler Ehrenamtlicher,“ sagt Außendorf.

Der Anspruch an einen möglichst geringen ökologischen Fußabdruck sowie die Beteiligung der Mitglieder und auch der Bürger*innen bilden zusammen einen roten Faden, der sich durch den gesamten Kommunalwahlkampf der GRÜNEN Bergisch Gladbach ziehen wird.

Zuhören und einbinden

„Wir wollen eine Politik machen, die auch wirklich bei den Leuten ankommt, dafür müssen wir zuhören und einbinden. Die Integration der Bergisch Gladbacher*innen in die Politik, die sie ganz konkret betrifft, ist ein großes Ziel unseres Wahlkampfs”, so Collin Eschbach, Teil des Wahlkampfteams und außerdem Direktkandidat in Refrath-Lustheide.

„Um über Inhalte zu sprechen, brauchen wir keine Materialschlacht. Das wäre angesichts der Klimakrise auch einfach unverantwortlich. Wir setzen deshalb nur Give-Aways ein, die umweltfreundlich und nützlich sind. Nichts von dem, was wir verteilen, soll am nächsten Tag im Müll landen,” sagt Eschbach. 

„Zukunft entscheidet sich hier – und wir alle können unseren Beitrag dazu leisten, dass die Zukunft in Bergisch Gladbach nachhaltig und lebenswert wird. Dazu reicht es nicht, nur über den Klimawandel zu reden, wir müssen auch handeln. Dass die GRÜNEN dazu bereit sind, zeigt sich nicht nur durch die Form unseres Wahlkampfs, sondern auch in den Forderungen aus dem Wahlprogramm”, darin sind sich Meinhardt, Außendorf und Eschbach einig.   

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1 Kommentar

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  1. “Das Ergebnis sieht man schon jetzt. Überall in der Stadt hängen Wahlplakate und das ist erst eine Partei.”

    Tja, irgendwo müssen die fürstlichen Sitzungsgelder des Herrn F. S. ja landen. Es ist schon beachtlich, dass so eine unbedeutende Kleinstpartei regelmäßig die komplette Stadt mit Reklame zusch.. – äh – zumüllen kann.
    Und die Briefkästen der Einwohner auch – direkt im Doppelpack: Reklame für die obskure Partei und für die IT-Klitsche des Herrn F. S.
    Überdeutliche “Keine Werbung!”-Hinweise werden natürlich ignoriert.