Mit dem Zanders-Areal steht Bergisch Gladbach vor der Aufgabe, ein wenig genutztes Industriegelände zukunftsfähig zu machen. Genau das ist der Stadt vor 26 Jahren schon einmal passiert: 1994 schloss Siemens Interatom in Moitzfeld, Tausende Arbeitsplätze waren weg, riesige Nutzflächen standen leer. Jetzt feiern dort das TechnologieZentrum und der Technologiepark den 26. Geburtstag – und einen großen Erfolg.

1.800 Mitarbeiter, darunter viele hoch qualifizierte Ingenieure und Wissenschaftler, hatte Siemens Interatom am Standort Bergisch Gladbach-Moitzfeld, beschäftigt. Doch damit war 1994 Schluss, mehr als 40.000 Quadratmeter Gebäudenutzfläche auf einer Fläche von rund 12 Hekatar drohten zur Industriebrache zu verkommen, erinnert Martin Westermann, Wirtschaftsförderer der Stadt und einer der Geschäftsführer des Rheinisch-Bergischen TechnologieZentrums.

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Doch dann gelang der Stadt, dem Rheinisch-Bergischen Kreis und der Kreissparkasse Köln, einen privaten Investor zu bewegen, das Gelände zu kaufen und die Umstrukturierung in einen modernen Technologiepark anzugehen.

Gleichzeitig keimt die Idee, dort ein Gründerzentrum anzusiedeln, das innovativen und technologieorientierten Unternehmensgründungen Starthilfe leistet: Und tatsächlich entsteht im Dezember 1994 das Rheinisch-Bergische TechnologieZentrum (RBTZ) als eine Einrichtung der kommunalen und regionalen Wirtschaftsförderung im neuen TechnologiePark Bergisch Gladbach (TBG).

Gegründet als GmbH wird die Gesellschaft getragen von den Initiatoren und Gesellschaftern: Stadt Bergisch Gladbach (25 %), Rheinisch-Bergischer Kreis (25 %), Kreissparkasse Köln (48 %) sowie Industrie- und Handelskammer (2 %).

Gemeinschaftliches Ziel des privatwirten TechnologieParks und der öffentlich-rechtlichen Gesellschafter des Rheinisch-Bergischen TechnologieZentrums ist es damals wie heute, eine attraktive Arbeitsumgebung und eine optimale Infrastruktur zu schaffen, Firmen für den Standort und die Region zu gewinnen, erläutert Westermann.

Die Innovationskraft qualifizierter Ingenieure sollte der Region erhalten bleiben, und der Standort durch Neuansiedlungen und Neugründungen weiter ausgebaut werden.

Im TechnologieZentrum steht erfolgversprechenden Jungunternehmern für die Startphase ein gesondertes, bedarfsgerechtes Flächenangebot zur Verfügung. Umfangreiche kostenlose Beratungsleistungen sowie Gemeinschaftseinrichtungen und Serviceangebote inklusive.

Aufgaben und Ziele des Gründerzentrums sind nicht primär auf die gewerbliche Vermietung ausgerichtet, sondern zielen vor allem auf die nachhaltige Förderung und Ansiedlung von Gründern im TechnologiePark Bergisch Gladbach und dem Rheinisch-Bergischen Kreis. 

Ein Netzwerk von Partnern und Gesellschafter steht den Gründern mit seiner Expertise zur Verfügung und bietet sich als Kooperationspartner an.

Robert Oevermann, Gründer und Geschäftsführer der Oevermann Networks GmbH: „Als IT-Pioniere brauchten wir 1995 schon mehr als nur ein Co-Working Office. Für uns waren es vor allem die Kontakte, das Netzwerk und das Engagement aus Wirtschaft und Verwaltung, welches wir im TechnologieZentrum vorgefunden haben. Erste anspruchsvolle Referenzprojekte konnten wir mit dem Rheinisch Bergischen Kreis, der Stadt Bergisch Gladbach, der Kreissparkasse Köln, dem TechnologieZentrum und dem TechnologiePark realisieren. 1995 war die KSK die bundesweit erste Sparkasse mit einem eigenen Internetauftritt – made by OEVERMANN Networks“.

Der TechnologiePark (TBG) sorgt seinerseits für die wettbewerbsfähige Infrastruktur und gewährt dem RBTZ Mietflächen zu Vorzugskonditionen für seine Existenzgründer. Im RBTZ betreute Unternehmen mit besonders hohem Flächenbedarf können direkt im TBG aufgenommen werden.

Mike Bublitz, Gründer und Geschäftsführer der Biogenius GmbH: „Gründungsberater Martin Westermann hat unser Wachstumspotenzial sofort erkannt. Wir sind deshalb zwei Jahre nach der Unternehmensgründung in den Park gezogen, wo der Eigentümer unsere Räume, vor allem die Labore, nach unseren Wünschen und Erfordernissen gestaltet hat. Wir prüfen, entwickeln und forschen inzwischen auf über 3.000 qm und haben uns entschieden, auch die nächsten 10 Jahre hier zu wachsen.“

Werden die Räume im RBTZ für einen aufstrebenden Entrepreneur zu klein, kann das RBTZ Flächen hinzumieten oder der Gründer in entsprechend angepasste Räumlichkeiten des Parks wechseln.

Thomas Fries, Gründer und Geschäftsführer der FRT GMBH: „Wir waren 1995 eine der ersten Firmen im Gründerzentrum und mit einer hochinnovativen technischen Dienstleistung dort sehr gut beraten. Als wir später begannen, eigene Geräte zu entwickeln, konnten wir die notwendigen Anforderungen – Reinraumumgebung, Produktionshalle, Labore – gemeinsam im TechnologiePark realisieren. Wir wachsen seit 25 Jahren am gleichen Standort, erweitern derzeit die Produktionsfläche und haben unseren Mietvertrag um weitere 10 Jahre verlängert“.

300 Unternehmengründungen

90 Unternehmen sind heute im TBG einschließlich der Mieter im RBTZ ansässig und bieten rd. 2000 Mitarbeitern Arbeit, darüber hinaus Studien- und Ausbildungsplätze.

780 Gründungsvorhaben hat das RBTZ geprüft, rund 300 davon sind zur Gründung gelangt. 98 Firmen haben dabei zunächst Flächen und Serviceleistungen im RBTZ in Anspruch genommen, während 173 weitere betreute Vorhaben in der Region und 28 Unternehmer direkt im TechnologiePark gegründet haben.

Das TechnologieZentrum fungiere seit 26 Jahren als „Durchlauferhitzer“ für den TechnologiePark und die Region Rheinisch-Bergischer Kreis und ist ein wesentlicher Bestandteil der regionalen technologieorientierten Wirtschaftsförderung, bilanziert Westermann.

Gemeinsam mit der Rheinisch-Bergischen Wirtschaftsförderungs GmbH (RBW) und der Naturarena Bergisches Land (zuständig u.a. für Gründungen im Hotellerie- und Gastgewerbe) habe sich am Standort TechnologiePark Bergisch Gladbach ein zukunftsfähiges Kompetenzzentrum für Gründungen jeglicher Art etabliert.

„Das über Jahrzehnte gewachsene Gründerökosystem soll zukünftig noch gezielter dazu genutzt werden, etablierte Unternehmer mit innovativen Gründungsinteressierten und Know-how-Trägern zusammen zu bringen,“ sagt Westermann. In einem vertrauensvollen Umfeld könnten frühzeitig Lösungen für zukünftige Herausforderungen diskutiert, neue Produkte entwickelt und nachhaltige Geschäftsmodelle realisiert werden. 

Dazu würden Frei- und Kreativräume benötigt, die im TechnologiePark und -Zentrum jedenfalls sehr gut zu realisieren wären.

RBTZ

Das Rheinisch-Bergisches Technologiezentrum ist eine Einrichtung der regionalen Wirtschaftsförderung, Kompetenzzentrum innovativer Netzwerker, Wegbereiter und Imageträger für Gründer.

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