Die Altenberger-Dom-Straße verfügt über Schutzstreifen für Radfahrer, die aber zum Teil zwischen Fahrbahn und Parkstreifen liegen. Das Foto wurde in einer ruhigen Abendstunde aufgenommen, tagsüber staut sich hier oft der Verkehr. Foto: Thomas Merkenich

Die Diskussionsgrundlage der Stadtverwaltung für eine Umgestaltung des Geschäftszentrums von Schildgen stoßen auf vielstimmigen Protest. Die IG Schildgen als Vertretung des lokalen Einzelhandels kritisiert vor allem den Wegfall von fast 80 Parkplätzen entlang der Altenburger-Dom-Straße. Wir haben nachgefragt, was an den Kritikpunkten dran ist.

Dass es mit dem Verkehr in Schildgen so nicht weitergeht, darüber besteht im Stadtteil und auch im Stadtrat schon lange Konsens. Über mögliche Veränderungen wird aber erneut heftig gestritten.

Der Vorschlag der Stadtverwaltung unter dem Motto „Aufwertung des öffentlichen Raums im Nahversorgungszentrum Schildgen“, der am Dienstag erneut im Verkehrsausschuss auf der Tagesordnung steht, sieht im Kern einen durchgehenden Radweg auf beiden Seiten vor, und einen Mittelstreifen, der zum Beispiel für Anlieferungen genutzt werden könnte.

Diese Skizze stammt aus einem sehr frühen Entwurf und zeigt, wie eine „Mittenflexibilität“ aussehen könnte. Die reale Verkehrssituation auf der Altenberger-Dom-Straße sieht völlig anders aus. Foto: Screenshot Planersocietät

Dieser Entwurf wird von den Parteien der Ampelkoalition und den Freien Wählern weitgehend unterstützt, aber auch von vielen Seiten hart kritisiert. Neben der CDU und dem neuen Bürgerverein Schildgen und Katterbach ist es vor allem die Interessengemeinschaft Schildgen, die zahlreiche Argumente dagegen vorbringt.

Aber was ist an den aktuellen Kritikpunkten dran? Wir haben bei der Stadtverwaltung nachgefragt.

Sie betont vor allem, dass das vorliegende „Konzept Schildgen“ lediglich ein Entwurf sei, „der konkrete Lösungen zur Förderung der Nahmobilität und Erhöhung der Aufenthaltsqualität in Schildgen“ aufzeige. Es bilde eine Diskussionsgrundlage, die nun in einer Bürgerbeteiligung mit der Öffentlichkeit erörtert werden solle.

Im Kern geht es der IG Schildgen um folgende fünf Punkte:

„Keine Haltemöglichkeit für den motorisierten Individualverkehr entlang der 
Altenberger-Dom-Straße / Entfall aller Kurzzeitparkplätze entlang der Altenberger-Dom-Straße“

Das ist korrekt, bestätigt die Stadt. Im Bereich des „Nahversorgungszentrums Schildgen“ (Abschnitt 1), also zwischen Kempener Straße und Leverkusener Straße, sollen alle Parkplätze entlang der Straße wegfallen. Und auch im weiteren Verlauf der Straße, bergab bis zur Schlebuscher Straße (Abschnitt 2) sollen alle Parkplätze entfallen. Das sei notwendig, um genug Platz für den durchgehenden Radweg zu erhalten.

Alleine im Abschnitt 2 sind 49 Stellplätze betroffen, für den Abschnitt 1 waren in der vergangenen Sitzung des Verkehrsausschusses 28 Parkplätze genannt worden.

Im Abschnitt 1 soll jedoch Ersatz für die Parkplätze geschaffen werden, und zwar auf dem Grundstück hinter der Kreissparkasse. Darüber verhandelt die Stadt derzeit mit der Eigentümergemeinschaft – die grundsätzlich dazu bereit sei. Für die relativ enge Zufahrt werde gerade ein Entwurf erarbeitet.

Im Abschnitt 2, so die Stadt, gebe es ausreichend Parkplätze auf den privaten Grundstücken entlang der Straße, die Parkstreifen würden ohnehin nur wenig genutzt.

„Entfernung der Zufahrtsmöglichkeit zum Parkplatz vor dem Haus 
Altenberger-Dom-Straße 113“

Hier geht es um die Zufahrt auf den Parkplatz neben dem Irish Pub in der Kreuzung zur Kempener Straße. Aus Sicherheitsgründen soll die Zufahrt in der Tat mit Pollern für Autos gesperrt werden. Die Zufahrt müsse dann über die Straße „Broicher Feld“ erfolgen.

„Entfernung der Zufahrt zum Parkplatz Altenberger-Dom-Str. 139 durch Bau einer Bushaltebucht“

Diese Aussage ist laut Stadtverwaltung falsch. Das aktuelle Konzept empfehle zwar eine Verlegung der Bushaltestelle aus dem Kreuzungsbereich zur Leverkusener Straße in den Ortskern, um Rückstaus zu vermeiden. Die Zufahrt zur Hausnummer 139 bleibe aber erhalten.

Statt einer Ampel soll es an der Kreuzung zur Kempener Straße eine abknickende Vorfahrt (aus der entgegengesetzten Richtung) geben. Die Zufahrt zum Parkplatz links wird für Autos gesperrt. Foto (Archiv): Thomas Merkenich

„Entfall des Fußgängerüberweges Kempener Straße“

Die aktuelle Ampel-Lösung soll durch eine abknickende Vorfahrtsstraße ersetzt werden. Damit fällt auch die Fußgängerampel weg. Als Ersatz soll eine Mittelinsel etwas unterhalb der Kreuzung gebaut werden, die den Übergang ermöglicht.

„Führung des Fußwegs im Bereich der katholischen Kirche über den dortigen Parkplatz“

Das ist korrekt. Da ein durchgehender Radweg eingerichtet werden soll gebe es neben Radweg und der Baumreihe vor der Kirche keinen Platz mehr für einen angrenzenden Fußweg.

Den gesamten aktuellen Planungsstand stellt die Stadt in einer Beschlussvorlage für den Ausschuss für Verkehr und Mobilität am Dienstag (31.5., 17 Uhr) dar, ergänzt durch zwei Lagepläne für Abschnitt 2.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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55 Kommentare

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  1. Ein Update frisch aus dem Bensberger Rathaus: 2179 Unterschriften gegen das Verkehrskonzept übergaben Vertreter der IG Schildgen vor der Sitzung des Ausschusses für Verkehrsflächen und Mobilität (AVM) an den Ausschussvorsitzenden Josef Cramer. Sie protestieren gegen einen Wegfall aller Parkplätze an der Altenberger-Dom-Straße.

    In der Sitzung machte die Verwaltung klar, dass diese Längsparkplätze aufgrund einer Änderung der Straßenverkehrsordnung ohnehin wegfallen, selbst wenn sonst nichts verändert werde.

    Nach langer Debatte gab der Ausschuss mit den Stimmen der Ampel, FWG und AfD grünes Licht für die Fortsetzung der Planung und eine Bürgerbeteiligung. Die Suche nach alternativen Parkplätzen soll fortgesetzt, ein alternativer Antrag der CDU als Prüfauftrag bearbeitet werden.

    1. Liebe Redaktion von InGl,
      Bitte recherchieren Sie, welche Änderung der StVO das sein soll. Ich kenne keine!

  2. Bergisch Gladbach steht verkehrspolitisch gerade am Scheideweg. Entweder geht alles weiter, wie zuvor – dann werden einige Stadtteile alle nacheinander unter der Last des Autoverkehrs kollabieren, egal mit welchem Antrieb. Oder wir trauen uns, den Alternativen zum Auto eine echte Chance zu geben. Die intelligenteste Idee für die Entzerrung des Verkehrs ist das Fahrrad, denn es ist das effizienteste Verkehrsmittel von allen. Wer Klimaschutz ernsthaft will, muss die Umwidmung von Verkehrsflächen vorantreiben. Wer das nicht tut, nimmt die Klimaveränderungen nicht ernst oder kapituliert vor der gut organisierten Lobby der Autofahrer. Ich hoffe, die Politik in Bergisch Gladbach ist sich dessen bewusst.

    1. Die Stadtteile kollabieren nicht, wenn überhaupt, kollabiert der Verkehr. Klimapolitik ist richtig und wichtig . Warum die Stärkung des Durchgangsverkehrs, und nichts anderes wird geplant, da nützen sollte, erschließt sich mir nicht. Wenn der Einzelhandel, wie in Paffrath, in Hand, in Sand, in Nußbaum, …… verschwunden ist, wird mehr statt weniger Auto gefahren. Und sehen Sie die Gefahr für den Einzelhandel nicht?? Und glauben Sie ernsthaft, dass mit den geplanten Radwegen deutlich mehr Radler fahren, so dass der Zu erwartende Umsatzverlust ausgeglichen wird? Zwei rote Streifen retten kein Klima! Es muss da ein Kompromiss gefunden werden!

      1. Herr Lehner, das Sie „dagegen“ sind hat glaube ich so langsam dank der Vielzahl ihrer Kommentierungen jeder begriffen. Wofür Sie genau sind, ist mir jedoch nicht ganz klar, außer dass Sie weitestgehend am Status quo festzuhalten gedenken. Im Übrigen kann ich ihre Frage „Und glauben Sie ernsthaft, dass mit den geplanten Radwegen deutlich mehr Radler fahren“ mit einem eindeutigen „ja“ beantworten. Der Rest Ihrer Einlassungen ist für mich eher der Kategorie „Polemik“ zuzuordnen, weshalb für mich eine Reaktion hierauf entbehrlich erscheint.

      2. Herr Eschbach,
        Den Wunsch nach einem Kompromiss nennen Sie Polemik?! Se wollen oder können nichts substanzielles sagen!

  3. Herr Krell, bisher hat sich die FDP kaum gezeigt. Das ist auch als 3. Rad am Wagen schwierig. Ob Sie mit Ihren 3 Punkten hier irgendetwas klargestellt haben, darf bezweifelt werden. Wie immer mach Sie es sich sehr einfach.

  4. Ich möchte gerne folgende Dinge klarstellen:

    1) Bis dato gibt es einen Konzeptentwurf des Büros MWM. Das Büro soll jetzt beauftragt werden, einen Planungsentwurf zu erstellen. Bis dato stehen keinerlei Entscheidungen zur Umsetzung von Maßnahmen an, mit Ausnahme der Einführung von Tempo 30 km/h. Erst nach vorliegen des Planungsentwurfs kann sinnvoll über konkrete Massnahmen diskutiert werden.

    2) Die FDP wird keiner Lösung ohne Ausgleichsparkplätze im Abschnitt 1 zustimmen.

    3) Selbstverständlich wird es in der nächsten Zeit weitere Bürgerbeteiligungen geben

    1. Sehr geehrter Herr Krell,

      mich interessiert besonders Ihr zweiter Punkt. Vielleicht könnten Sie noch einmal kurz erläutern, welchen Abschnitt Sie mit „Abschnitt 1“ meinen. Meines Wissens existieren zwei geplante Abschnitte. Ist ein vollständiger Ausgleich der bisher existierenden Parkplätze geplant oder wie viele Ausgleichsparkplätze wären für die FDP bereits zufriedenstellend? Wie verhält es sich mit dem anderen Abschnitt? Vielen Dank!

      P.S.: Ich kann Ihre ersten Sätze nachvollziehen. Mich würde aber hier interessieren, wie sich der Planungsentwurf von den aktuell existierenden Plänen unterscheidet. Vielleicht können Sie hier auch aufklären?

  5. Dass Sie keinen Bürgerentscheid wollen, wie ich Sie in Ihrem Beitrag verstanden habe, kann ich nachvollziehen. Sie fürchten, dass der zulasten der Planungen der Stadt ausgehen wird, in denen sich die Grünen durch SPD und FDP am Nasenring durchs Dorf führen lassen. Aber wenn Sie meinen, uns auf die Unterschiede zwischen Beteiligung und Entscheid aufmerksam machen zu müssen, dann sollten Sie auch erklären, dass die Beteiligung in der Denke der Stadt lediglich aus zuhören bestehen soll. Und was konstruktiv ist, bestimmt die Verwaltung und nicht die Bürger. Unter Beteiligung aber verstehen die meisten Menschen mitmachen, akzeptiert werden, etwas von ihrem Mitwirken in den Palnungen erkennen können. Das aber ist in Bergisch Gladbach Fehlanzeige!

  6. Mir scheint, die schwierige Verkehrssituation in Schildgen entsteht primär durch den Durchgangsverkehr. Dieser lässt sich angesichts der Lage des Ortsteils kaum verhindern; insbesondere scheint eine Umlenkung nicht realisierbar. Wir werden uns also damit abfinden müssen, dass auch weiterhin viele Fahrzeuge zwischen Odenthal, Köln, Leverkusen und der Bergisch Gladbacher Stadtmitte (etc.) verkehren. Bislang verweilen diese Fahrzeuge zu lange in Schildgen, was auch der Vielzahl und der ungünstigen Schaltung der Ampeln geschuldet sein mag. Es sollte also ein Ziel der aktuellen Umgestaltung sein, den Durchgangsverkehr flüssiger werden zu lassen. Eine Tempo-30-Regelung kann da weder förderlich, noch hinderlich sein, weil höhere Geschwindigkeiten zwischen der Einmündung des Odenthaler Markwegs und dem Eiscafé im alltäglichen Verkehr ohnehin nicht erreicht werden können.

    Parkplätze muss es weiterhin geben: Wie sonst sollten etwa Menschen aus Kalmünten, Katterbach oder der Grenze zu Schlebusch größere Mengen einkaufen können? Wo genau die Parkplätze angesiedelt sind (vor den Geschäften oder an einem zentralen Platz dahinter), scheint mir zweitrangig, solange die neue Variante auch für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen taugt. Freilich dürften Parkplätze nicht leichtfertig in Anspruch genommen, sondern es müssten – wann immer möglich – andere Verkehrsmittel gewählt werden.

    Wenn sich dann noch alle an die geltenden Verkehrsregeln halten, sehe ich keine untragbaren Sicherheitsrisiken.

    Herr Dr. Bacmeister: Konstruktive Vorschläge beizubringen, kann nicht Aufgabe der Bürger sein. Sie schildern lediglich ihre Bedürfnisse. Für die praxistaugliche Planung und Umsetzung ist der Bürgermeister als Leiter der Stadtverwaltung zuständig, indem er entsprechende Fachleute (in- oder extern) zu Rate zieht. Zu hoffen bleibt, dass die Entscheidungsträger ausreichend Verstand besitzen, den – unter Berücksichtigung der Belange aller Beteiligten zustandegekommenen – Empfehlungen der Fachleute zu folgen.

    1. „Konstruktive Vorschläge beizubringen, kann nicht Aufgabe der Bürger sein.“
      Da muss ich widersprechen. Konstruktive Vorschläge sind sogar der Kern von Bürgerbeteiligung. Sich einfach hinstellen (und das bezieht sich jetzt nicht auf Sie), sagen „ich will das aber nicht“ und eine Ja/Nein Abstimmung verlangen, das wäre hingegen ein Bürgerentscheid. Leider scheint vielen dieser Unterschied nicht klar zu sein.

      1. Sehr geehrter Herr Boschen,
        Gratulation, ein weiterer arroganzgeprägter Beitrag eines Grünen! Verkehrsplanung, insbesondere bei einem belasteten Nadelöhr wie der Altenberger-Dom-Str, ist hochkomplex. Die vom Rat geplanten Eingriffe in das Gefüge des Ortes sind erheblich. Der Ortskern wird sein Gesicht und seine Funktion verändern. Ich persönlich bin überzeugt: Zum Schlechten! Ich bin mir völlig sicher, dass die ganz überwiegende Mehrheit der Bürger Schildgens und Katterbach diese Planungen ablehnt. Der Wunsch der Bürger ist klar formuliert: Geschäftsnahe Parkplätze sollen erhalten/geschaffen werden, damit alle Geschäfte in Schildgen bestmöglich unterstützt werden. Erwarten Sie eine Detailplanung in dreifacher Ausfertigung von den Bürgern? Erst mal Tabula rasa machen, der Rest wird sich schon ergeben, genau das ist nicht gewünscht. Bevor Bürger beteiligt werden, müssen sie informiert werden. Irgendwelche Veröffentlichungen im Netz sind keine Bürgerinformation. Wenn ich dereinst nicht mehr mit dem Fahrrad einkaufen kann, weil das nächste Geschäft zu weit weg ist und ich andere Dinge mir mit motorisierten Lieferdiensten kommen lassen muss, weil es Sport-Foto-Tauch-Mode etc. Läden nicht mehr gibt, werde ich daran denken, wer das hier im Ort forciert hat. Die Altenberger-Dom-Str ist eine hochbelastete Geschäfts- und Durchgangsstraße. Daraus eine Art Spielstraße zu machen, auf der Kinder sicher radeln können und die eine dolle Aufenthaltsqualität hat, mit Bänken, Palmen, Straßencafé, etc. (So was ist tatsächlich schon in Diskussionen von Radwegbefürwortern gesagt worden) , ist in meinen Augen völlig illusorisch. Kinder gehören eher auf Nebenstraßen. Z.B Spielstraßen und Fahrradstraßen im rückwärtigen Bereich der ABD. Ist so was überhaupt angedacht und geprüft worden? Stoppen Sie die Planung, informieren Sie die Bürger, fragen Sie die Bürger nach ihren Bedürfnissen und entscheiden dann!

      2. Sehr geehrter Herr Lehner,
        zunächst mögen Sie bitte zur Kenntnis nehmen, dass – solange ich das nicht anders kennzeichne – ich hier ausschließlich meine private Meinung kundtue und im Übrigen auch in diesen politischen Entscheidungsprozess gar nicht involviert bin. Von daher kann ich auch den Vorwurf der Arroganz irgendwie nicht nachvollziehen – auch, da ich mir im Gegensatz zu Ihnen nicht anmaße für irgendeine angebliche Mehrheit zu sprechen („Der Wunsch der Bürger ist klar formuliert:“).
        Sie schreiben dann noch von geplanten Eingriffen und laufenden Planungen, was einfach nicht den Tatsachen entspricht. Bislang liegt lediglich dieser eine Konzeptentwurf vor, das nur noch mal als Hinweis worum es hier eigentlich geht.

  7. Zum Abschnitt 1: als Entscheidungsträger verstehe ich immer noch nicht, was Ihr für die Altenberger-Dom-Straße wollt – nur was Ihr nicht wollt, das propagiert Ihr.

    Dabei sind insbesondere die Händler schon mehrfach befragt und gehört worden: das Ingenieursbüro hat eine eigene Besprechung mit den Händlern gehabt – später haben sich einige Ratsmitglieder der Ampel-Koalition mit den Händlern und IG vor Ort und im Schützenhaus getroffen; auch hat das Politikforum Paffrath eine Videokonferenz zu diesem Thema veranstaltet, an der 53 Personen teilgenommen haben – wird solange nach weiterer Bürgerbeteiligung gerufen, bis das Ergebnis passt?

    Was ist mit der schweigenden Mehrheit – sollen deren Interessen keine Berücksichtigung finden? (Fußgänger- & RadlerInnen sowie lärmgeplagte AnwohnerInnen – bitte meldet euch zu Wort!)

    Noch ein Weiteres: die Mittel der Stadt sind knapp – und werden demnächst wieder äußerst knapp sein; am sparsamsten ist es gar nichts zu tun! Dann kommt nur noch die Straßenverkehrsbehörde und verlangt eine Anpassung des Radwegs an die inzwischen geänderten Vorschriften.

    Auch dann fallen die Parkplätze vor den Geschäften weg. Aldi und Netto auf der Leverkusener Straße haben vor Ihren Läden private Parkplätze geschaffen – auch die Läden an der ADM haben keinen Anspruch auf privat-Parkflächen im öffentlichen Raum. Notfalls müssen eben die Angestellten gebeten werden, Parkplätze im Bereich hinter der ADM zu nutzen, damit die vorhandenen Parkplätze als Kundenparkplätze genutzt werden können.
    Vorschläge, wie es gestaltet werden könnte, dringend erbeten!!

    Liebe laute Schildgener,

    es muss zudem ganz deutlich unterschieden werden zwischen Abschnitt 1 von Kempener bis zur Leverkusener Str. – nur dort gibt es die Geschäfte der Grundversorgung – und dem nördlich anschließenden Abschnitt 2 bis zur Schlebuscher Straße.

    Im Abschnitt 2 liegen nach Eis Pol (und einer Anwaltskanzlei) kaum noch Geschäfte – bei meiner gestrigen Erkundungstour sah ich neben einem Massagesalon, einem Nähstudio & Poststelle nur noch Bosch Carservice und eine Fahrschule – alle haben eigene Kundenparkplätze! (Zudem gibt es ein großes unbebautes Grundstück neben Pol; wenn Parkplätze so dringend sind, können die dort geschaffen werden!) Wenn also im Verlauf dieses Abschnitts (ca. 50) Längspark-Buchten entfallen, so trifft das nicht die Nahversorgungsfunktion in Schildgen!

    1. Was für die Altenberger-Dom-Straße gewollt wird? Weniger Durchgangsverkehr! Weniger Lärm und Emissionen.

      Glauben Sie ernsthaft, dass parkende Angestellte das Problem sind? Wie kommen Sie darauf? Sie wollen also inhabergeführte Einzelhändler mit Aldi und Netto vergleichen und sagen quasi: Selber Schuld, wer keine Parkplätze vor seinen Läden gebaut hat.

      Wen meinen Sie mit schweigender Mehrheit? Etwa die Radler?? Das können Sie nicht ernst meinen.

      Ich empfinde Ihren Beitrag hier als arrogant und abgehoben. Dass Sie uns hier noch duzen, rundet meinen Eindruck ab!

      Die von Ihnen erwähnte Bürgerbeteiligung war bisher eine Farce. Die Händler und Kirche sind auf eine oberlehrerhafte Art von den Ingenieuren über die Planung in Kenntnis gesetzt worden. Der Videovortrag eines Lobbyisten der Radler, hat irgendwelche Dinge erzählt, die mit Schildgen nun gar nichts zu tun haben. Und das Treffen mit einigen Händlern, verstehen Sie das unter Bürgerbeteiligung?

      Aber es ist schön, dass Sie selber erklären, warum die Verwaltung die Sache auf Biegen und Brechen durchziehen will. Sie müssen noch schnell das Geld verbraten, so lange es noch da ist. Da müssen Bürgerinteressen halt hinten an stehen.

      Ich sage es nochmal: Die Bürger sind bisher überhaupt nicht beteiligt worden!! Die schweigende Mehrheit, das sind Rentner, das sind viele Schildgener, die nicht informiert sind, das sind Behinderte, das sind Schildgener, die keine Zeit haben, sich um so etwas zu kümmern, ……..

      Ich habe in meinem Leben noch nie etwas anderes als grün gewählt, ich bin Mitglied im ADFC und fahre so oft mit dem Fahrrad, wie es geht. Über Ihren Beitrag bin ich ehrlich entsetzt!

  8. Den Ausführungen von Herrn Havermann schliesse ich mich vollumfänglich an, möchte aber noch folgendes hinzufügen:
    Eine Fahrbahnsanierung, die in der Verwaltungsvorlage beschrieben ist
    “ Im Zusammenhang mit der anstehenden Deckensanierung im Jahr 2023 kann die Umsetzung der Radverkehrsmaßnahmen für den 2. Abschnitt erfolgen. Die Maßnahme kann somit im kommenden Jahr bereits realisiert werden”, ist absolute Geldverschwendung, wenn noch nicht feststeht, wie der Abschnitt von der Kempener Str. bisu zur Voiswinkeler Str. ausgeführt werden soll. Es läst aber erkennen, das Herr Migenda schon vor der sogen. Bürgerbeteiligung Fakten schaffen will!
    Hier in Schildgen will die “Radfahrer-Regierung” wieder ihren Willen gegen den Bürgerwillen durchsetzen.
    Des weiteren ist es eine total falsche, bzw. verfrühte Entscheidung, schon vor einer, wenn auch nur “Pseudo Bürgerbeteiligung” ein weiteres Gutachten in Auftrag zu geben. Dazu stellt sich mir die Frage, welche neuen Argumente sollen dem Gutachten als Basis dienen, und wer sucht den SV überhaupt aus? Wird es wieder jemand sein, der grossse, sehr fahradaffine Hochschulstädte auf flachen Ebenen als Vergleichsmuster hernimmt?

  9. Dass der Umbau in Schildgen zum Teil schon beschlossene Sache ist, lässt sich nachvollziehen. Wäre dann so wie an manchen anderen Stellen auch, erst Fakten zu schaffen, die dann in einer „Bürgerbeteiligung“ ??? lediglich mitgeteilt werden. Mit „Beteiligung“ meint die Verwaltung zuhören und schlucken.

    Die leidige Skizze der Planung ist das, was der Planungsauftraggeber verlangte: Idylle, nur keine Abbildung der zu erwartenden Zustände. Deshalb scheint es auch noch keine aktuellere Zeichnung zu geben.

    Wer glaubt, dass mit dieser Planung die täglich 15.000 Fahrzeuge des motorisierten Individualverkehrs – wohl das größte Problem in Schildgen – minmiert werden, glaubt auch an den Weihnachtsmann. Zusätzlich Tempo 30 potenziert den Schadstoffausstoß. Mittelstreifen für Parkplatzsucher oder Anlieferungen zeigt den übergroßen Mangel Wirklichkeitsnähe. Ich stelle mir gerade vor, wie ein Kind aus dem mittengeparkten Auto steigt und über die Straße läuft. Nach dem wievielten tödlichen Unfall wird dann wieder umgebaut?

    Mittlerweile scheinen auch Fußgänger den Planern schnuppe zu sein, Hauptsache, Radfahren wird unterstützt. An der genannten T-Kreuzung die Fußgänger-Ampel zugunsten einer abknicken Vorfahrt und einer Insel zu entfernen, entlarvt die Fahrradgang. „Für Fußgänger gibt es da keinen Platz mehr“, wenn vor der Kirche der durchführende Radweg angelegt ist. Die müssen dann über den Parkplatz spazieren. Welche „Idylle“!?

    Die ganze Planung ist eine Farce, geschuldet dem unbarmherzigen Willen, das ganze Volk auf Fahrräder zu setzen:
    Alte Menschen – egal,
    Menschen mit Behinderung – egal,
    Familien mit Kindern – egal,
    Menschen, die größere Güter einkaufen und transportieren wollen – egal,
    nicht an dieser Stelle aber grundsätzlich Typographie – egal,
    Jahreszeiten – egal.

    Diese Fakten wird Herr Migenda abtun mit den Worten „Man kann nicht alles haben“. Dass dann alle unter diesen Veränderungen leiden – auch die wenigen Radfahrer, weil Sie sich in einer unpopulären Blase bewegen müssen – interessiert ihn nicht, wie ihn schon Menschen mit Behinderung in der Laurentisstraße nicht interessierten.

    1. Der Mittelstreifen ist doch gar nicht zum parken und aussteigen gedacht.
      Die Autos sowie Anlieferer halten neben dem Fahrradstreifen und somit muss das „Kind“ auf sich nähernde Radfahrer achten, und wird nicht wie von Ihnen dargestellt von einem Auto umgenietet.
      Das hier abgebildete Bild ist wie drunter steht eine „Idee“. Soweit ich informiert bin, wird der Mittelstreifen eine Möglichkeit für Autofahrer am Rand haltende Laster oder Autos zu umfahren.

      1. In dem Bericht steht „… einen Mittelstreifen, der zum Beispiel für Anlieferungen genutzt werden könnte.“ Das würde dann heißen, dass die Anlieferer mit ihrer Ware die Fahrbahn überqueren müssen – bei dem Verkehrsaufkommen auch ne Herausforderung.

      2. Liebe Frau Fröhlen, diese Formulierung ist in der Tat ungenau. Wenn eine Anlieferung erfolgt sollen die Fahrzeuge am rechten Fahrbahnrand halten, nachfolgende Autos können dann den Mittelstreifen nutzen, um am Hindernis vorbei zu kommen. Zudem kann sie von Linksabbiegern genutzt werden.

  10. Lieber Herr Lehner, da kann man mal sehen, was selektive Wahrnehmung heißt. Ich hatte die Bücherscheune, Apotheken, Broich, König, Raiba und KSK, Steffens, Polito und Metaponto im Kopf. Wobei ich – wenn ich denn unbedingt zum PUB, Friseur oder Tattoo FAHREN muß – Parkplätze vor/hinter der Kirche oder vor der Stern-Apotheke nutzen kann.
    Mein Appell ging ja an die Fahrer, öfter mal aus Rücksichtnahme den PKW stehen zu lassen.

    1. Liebe Frau Apicella,
      Ihrer Forderung nach mehr Fahrradfahren stimme ich voll und ganz zu. Ich selbst fahre so gut wie immer mit dem Fahrrad. Ob der Parkplatz neben Broich bleibt, ist ungewiss und der Parkplatz vor der Kirche soll jetzt auch als Fußweg genutzt werden. Es ist eine Abwägung zwischen den Ansprüchen der Radler und denen der einkaufenden Bürger vorzunehmen. Haben Sie keine Sorge um unseren noch florierenden Ortskern? Lokaler Einzelhandel steht massiv unter Druck. Tempo 30 und Beibehaltung der Parkplätze ist ein guter Kompromiss zwischen Sicherheit und funktionierendem Einzelhandel. Die Verwaltung zeigt sich bisher völlig unbeeindruckt von den Sorgen der übergroßen Mehrheit der Bürger. Eine Beteiligung dieser Bürger hat, trotzdem jetzt schon Fakten geschaffen werden, zu keiner Zeit stattgefunden. Unterstützen Sie so ein Vorgehen und die Inkaufnahme der akuten Gefährdung des Einzelhandels?

      1. „„Entfernung der Zufahrt zum Parkplatz Altenberger-Dom-Str. 139 durch Bau einer Bushaltebucht“

        Diese Aussage ist laut Stadtverwaltung falsch. Das aktuelle Konzept empfehle zwar eine Verlegung der Bushaltestelle aus dem Kreuzungsbereich zur Leverkusener Straße in den Ortskern, um Rückstaus zu vermeiden. Die Zufahrt zur Hausnummer 139 bleibe aber erhalten.“

    2. Liebe Frau Apicella,
      Ihrer Forderung nach mehr Fahrradfahren stimme ich voll und ganz zu. Ich selbst versuche so viel wie möglich mit dem Fahrrad zu fahren.

      Ob der Parkplatz neben Broich bleibt, ist ungewiss und der Parkplatz vor der Kirche soll jetzt auch als Fußweg genutzt werden (eine Schnapsidee!).

      Es ist eine Abwägung zwischen den Ansprüchen der Radler und denen der einkaufenden Bürger vorzunehmen. Haben Sie keine Sorge um unseren noch einigermaßen florierenden Ortskern? Lokaler Einzelhandel steht massiv unter Druck.

      Tempo 30 und Beibehaltung der Parkplätze ist ein guter Kompromiss zwischen Sicherheit und funktionierendem Einzelhandel.

      Die Verwaltung zeigt sich bisher völlig unbeeindruckt von den Sorgen der übergroßen Mehrheit der Bürger. Eine Beteiligung dieser Bürger hat, trotzdem jetzt schon Fakten geschaffen werden, zu keiner Zeit stattgefunden.

      Unterstützen Sie so ein Vorgehen und die Inkaufnahme der akuten Gefährdung des Einzelhandels?

      1. Radfahrer und Fußgänger sind auch einkaufende Bürger, in der Regel sogar häufiger wiederkehrend. Zusätzlich sind diese meist sogar in der lokalen Umgebung beheimatet und damit auch an dem lokalen Einzelhandel interessiert. Wer aktiv auf ein Kraftfahrzeug verzichtet hat in der Regel sogar mehr Geld zur Verfügung. Viele Gründe, die die lokalen Einzelhändler doch dazu bewegen sollten, hier mehr für diese Klientel zu unternehmen. Vom Einzelhandel in Schildgen werden Zahlen kommuniziert, dass ca. 70% der Kunden mit dem Auto kommen. Wir wollen den Autoverkehr reduzieren? Dann müssen wir doch gerade für diese Klientel attraktive Möglichkeiten schaffen: Vernünftige Radspuren und Rad-Abstellmöglichkeiten sowie getrennte Fußwege. Beides heute leider nicht vorhanden und in den Forderungen der Einzelhändler kommen sie nicht vor.
        Tempo 30 und Beibehaltung der Parkplätze bedeutet den Status Quo zu manifestieren: Vier Spuren dem Autoverkehr (2* fahren, 2*parken) und den Rest den Fußgängern. Sicherere Radfahrer nutzen die Autospuren, andere den Fußweg mit den schon derzeitigen Konflikten mit dem Fußverkehr. Unsichere Radfahrer motiviert das nicht zum Wechsel vom KfZ weg und für Kinder ist das auch nicht sicher.
        Bisher hat niemand nachvollziehbar dargestellt, warum durch den Wegfall von Parkplätzen an der Altenberger-Dom-Straße der Einzelhandel akut gefährdet ist – es gibt zahlreiche andere Parkplätze und diese werden auch gut genutzt. Warum sollte sich das ändern? Außerdem sieht die Planung doch auch noch weitere Parkmöglichkeiten vor – nur eben nicht direkt an der Altenberger-Dom-Straße.

      2. Liebe(r) M. Leinker,
        Nein, die Planung sieht bisher keine weiteren Parkplätze vor. Und nein, es gibt nicht zahlreiche andere Parkplätze. Ich bin auch dafür, die Bürger zu motivieren, mit dem Fahrrad zu fahren. Ein beträchtlicher Teil der Kunden in Schildgen stammen aus dem Durchgangsverkehr. Diese sind u.a. der Garant, dass die Geschäfte sich halten können. Mal gerade anhalten, etwas kaufen, und nach Hause fahren. Diese steigen nicht um aufs Fahrrad, werden dann aber auf jedenFall fehlen. Und auch der Ortsbinnenverkehr wird nicht überwiegend umsteigen. Ich bin mir sehr sicher: der Wegfall aller straßenbegleitenden Parkplätze wird für die Schildgener Händler und damit für die Schildgener Bürger eine drastische Verschlechterung.

      3. Lieber Herr Lehner,

        Ihre Aussage scheint mir nicht richtig zu sein, in der Beschlussvorlage lese ich den Punkt „Sachstand Ersatzparkplätze“, den ich durchaus so verstehe, dass dort Parkplätze geplant werden.
        Können Sie für das von Ihnen aufgezeigt Szenario irgendwelche Belege/Quellen liefern? Schildgen ist ja nicht der erste Ort, der seine Ortsdurchfahrt umgestaltet und Parkplätze entfernt. In der Regel ist es so, dass überall mit gleichen von Ihnen aufgezeigten Befürchtungen gewarnt wird. Dann müssten diese doch auch belegbar sein?
        Umgekehrt kennen wir den Status Quo und der wird sich bei Beibehaltung der Parkplätze nicht ändern.
        Hier ist Mut zum Change gefragt!

  11. Herr Hahne, das ist nicht nur in Schildgen so. Und das ändert sich nicht, solange die Räder kein Nummernschild haben.
    Ausserden gehen die politischen Gremien davon aus, dass alle in der Lage sind, mit dem Rad zu fahren. Viele ältere Bürger können das nicht mehr, egal wie schön die Radwege sind. Diese werden immer stärker ausgesperrt.
    Ich z.B kann problemlos Roller fahren. Die dazu bereit gestellten Parkplätze finde ich gut, für mich sind sie oft zu weit weg.
    Wenn ich dann erlebe, dass ich für mein Roller, der nicht behindernd abgestellt wird, sofort mit 35 bis 50 € zur Kasse gebeten werde und ich gleichzeitig sehe, dass Radfahrer mit hohem Tempo durch die Fussgängerzone rasen, bin ich nicht mehr amüsiert. Aber ich habe ein Nummernschild, kann also zur Sanierung der maroden Stadtkasse beitragen.
    Die Hetzjagd auf alles, was motorisiert ist und das totale lassy fair gegenüber Radlern ist fast schon unerträglich.

    1. Wenn Sie der Meinung sind, dass Ihnen mit Bußgeldern ein Unrecht widerfahren ist, können Sie das überprüfen lassen. Offenbar sind es ja verschiedene Bußgelder, da Sie einen Bereich von 35 bis 50 EUR angeben.

    2. Hätten Sie den Roller behindernd abgestellt, wäre das Bußgeld höher gewesen. Stellen Sie ihn einfach nur dort ab, wo es erlaubt ist, dann gibt es gar kein Bußgeld.

      Und das Nummernschild für Radfahrer? Das ist so ein Thema, das alle Jahre wieder zur Saure-Gurken-Zeit aus der Mottenkiste geholt wird. Der zu erwartende Effekt ist minimal, der Verwaltungsaufwand gigantisch. Die Schweiz hatte viele Jahre lang verpflichtende Fahrradkennzeichen, hat sie aber 2012 abgeschafft, weil der Nutzen nicht messbar war.

  12. Das größte Problem für mich als Autofahrer in Schildgen sind undisziplinierte Radfahrer! Die fahren kreuz und quer, auf Bürgersteigen, gegen die Fahrtrichtung, beachten rote Ampeln nicht. Das neue Konzept wird daran nichts ändern!
    Und zum Vorschlag Tempo 30 in Schildgen: Ich weise mal darauf hin, das Autos mit Verbrennungsmotor etwa 20% mehr Kraftstoff verbrauchen als bei Tempo 50!

    1. Dann können wir uns ja auch die Fahrbahnsanierung schenken bevor nicht jeder einzelne Auto-, LKW- und KRAD-Fahrer sich immer und überall an alle Verkehrsregeln hält. Und einen Ausbau der Gehwege sollten wir auch solange zurückstellen, bis sich alle Fußgänger*innen nachweißlich korrekt verhalten.

      Ich glaube es ist durch meine zugegeben überspitzte Darstellung deutlich geworden, was ich sagen wollte. Und ich bin sicher, dass durchgängige und getrennte Radwege das regelkonforme Verhalten positiv unterstützen werden. Einzelnes Fehlverhalten wird es aber immer geben. Auf allen Seiten.

      Und bei Tempo 30 geht es vor allem auch um die Reduzierung von Lärm und die Steigerung der allgemeinen Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden.

      1. Was zumindest jetzt schon so gut wie feststeht, ist, dass fast keiner der Rennradfahrer, die zum Training regelmäßig ins Bergische fahren, den Radweg benutzen wird.

      2. Das wird er auch nicht müssen, denn Tempo 30 schließt eigentlich immer eine Radwegbenutzungspflicht aus. Und das aus guten Gründen.

    2. Als jemand, der täglich mit dem Rad unterwegs ist und wirklich auf jeder Fahrt mindestens einmal gefährdend überholt wird (in der Regel, um 5 Sekunden später an einer roten Ampel zu stehen), empfinde ich Ihren Kommentar als blanken Hohn.

      Untersuchungen zeigen übrigens, dass mit einer verbesserten Radverkehrsinfrastruktur Verkehrsverstöße von Radfahrenden abnehmen. Ebenso ist belegt, dass Autofahrende häufiger Verkehrsverstöße begehen als Radfahrende.

      https://www.forbes.com/sites/carltonreid/2019/05/10/cyclists-break-far-fewer-road-rules-than-motorists-finds-new-video-study/?sh=a597ce34bfaa

      https://www.welt.de/motor/news/article184549178/Mehr-als-ein-Drittel-missachtet-Verkehrsregeln-Studie-zu-Auto-und-Radfahrern.html

      https://www.euractiv.de/section/eu-innenpolitik/news/studie-deutsche-sind-europaweit-die-aggressivsten-autofahrer/

      Wie viele der fast 100.000 Verkehrstoten in Deutschland seit dem Jahr 2000 sind denn durch das Fehlverhalten von Radfahrenden, wie viele durch das Fehlverhalten von Autofahrenden ums Leben gekommen?

      1. Hallo Herr Werner,
        ich glaube auch, dass es mehr (und schlimmerer) Verkehrsunfälle durch das Fehlverhalten von Autofahrenden gibt als durch Radfahrende.

        Ich gebe zu, dass ich bei schlechtem Wetter – Regen, Schnee – auch mal den abkürzenden Weg wähle, da ich kein Dach über mir habe wie ein Autofahrer. Und je nach Straßenlage nutze ich den Fußweg, obwohl der für mich ja eigentlich verboten ist. Aber so wie die Autos an manchen Stellen überholen nehme ich „gerne“ das Risiko einer Verwarnung in Kauf anstatt mich dem Risiko eines Knochenbruchs auszusetzen. (Das entschuldigt natürlich nicht mein Fehlverhalten, aber begründet es.)

        Jeder Autofahrer sollte mal einen Monat seinen Führerschein abgeben und sich mit dem Rad durch den Verkehr bewegen. Das Fahrverhalten würde sich schlagartig ändern. Ich habe die Erfahrung ( Wortspiel :-) ) gemacht, dass regelmäßig Radelnde die umsichtigeren und verständnisvolleren Autofahrer sind.

    3. Undisziplinierte Radfahrer – das gute alte Schreckbild vom Rambo-Radler. Suchen Sie mal bei Youtube nach Dashcam-Videos, da sehen Sie die autofahrenden Gegenstücke. Die Verkehrsteilnehmer schenken sich da nichts, nur können die einen mehr Schaden anrichten als die anderen.

      Der Kraftstoffverbrauch hängt übrigens in erster Linie von der Drehzahl ab und nicht vom Tempo. Schalten Sie bei 30 in den dritten Gang, schon sinkt der Verbrauch erheblich.

  13. Ich möchte gerne noch einen Nachtrag einreichen, vielleicht kann das Bürgerportal Bergisch Gladbach hier ja ebenfalls Aufklärung betreiben oder eines der zuständigen Ratsmitglieder liest mit.

    Ich habe die Tagesordnung der Verkehrsausschusssitzung am kommenden Dienstag gelesen. Es liest sich für mich so, als ob dort bereits für einen Teil der Altenberger-Dom-Straße (ab der Kreuzung abwärts Richtung Odenthal) die endgültige Planung beschlossen wird. Denn es soll die Verwaltung mit einer „Entwurfsplanung“ (was genau ist das?) beauftragt werden und auch sollen bereits finanzielle Mittel bereitgestellt werden. Noch vor wenigen Tagen hat die Pressestelle der Stadt eine entsprechende Bürgerbeteiligung angekündigt. Wäre es nicht im Sinne aller Beteiligten, diese vor irgendwelchen Beschlüssen durchzuführen?

    1. Dies ist ein frommer Wunsch. Mir allerdings drängt sich der Eindruck auf, dass hier erst einmal Fakten geschaffen werden sollen, danach kann man ja immer noch darüber sprechen und es als beschlossen hinnehmen.

      1. Ist denn hier ein Planfeststellungsverfahren notwendig? Wenn nicht, dann sieht es ja mit Bürgerbeteiligung bei der Planung ganz mau aus. Oder übersehe ich da was?

      2. Sehr geehrte Frau Meinhardt,

        herzlichen Dank für die Skizze. In der Tat bin ich nun ein wenig schlauer, zumindest was die theoretische Bürgerbeteiligung betrifft. Ich vermisse aber dennoch die dort genannte „Informelle Beteiligung“. Leider geht der Skizze auch nicht hervor, ob die jeweiligen Beteiligungsformen vor oder nach der entsprechenden Beschlussfassung erfolgen.

        Denn es soll doch nun im morgigen Ausschuss eine Entwurfsplanung beschlossen werden. Insofern wäre doch nun spätestens jetzt (oder nicht sogar schon vorher?) der richtige Zeitpunkt dafür. Es ist doch hoffentlich nicht mit irgendwelchen Beschlussvorlagen und ähnlichem in komplizierter Fachsprache im Ratsinformationssystem getan? Ich habe zumindest so meine Zeit benötigt, um das System und dort hinterlegten Dokumente zu verstehen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass es vielen Bürgern ähnlich geht.

        In dem von Ihnen genannten Dokument werden als Beispiele Dialogforen und Infomessen genannt. Ist so etwas auch in absehbarer Zeit für Schildgen geplant?

    2. Hallo Herr Kamp,
      die Pläne der Stadtverwaltung sind in der Vorentwurfsphase, also der allerersten Planungsphase. Entsprechend grob sind sie noch. In der Entwurfsphase, die danach folgt ist üblicherweise eine Bürgerbeteiligung vorgesehen und benötigt natürlich einen Vorentwurf.
      Und jede Planungsphase benötigt finanzielle Mittel, ohne das etwas gebaut wird.
      die Planung schließt dann mit einer Ausführungsplanung, danach wird erst das Bauwerk erstellt. Ich habe die TOPs nicht gelesen.

  14. Als bislang stiller Verfolger (und Schildgener Bürger) möchte ich zunächst dem Bürgerportal ein Lob für die äußerst schnelle und in der Regel sehr detaillierte Berichterstattung aussprechen. Auch, dass kritisch hinterfragt wird schätze ich.

    Einigermaßen verwirrt bin ich jedoch über die Nutzung dieser Skizze aus einem sehr frühen Planungsentwurf. Dieser wurde meines Wissens bereits vor längerem verworfen und stellt somit nicht die Realität dar. Auch die beiden verwendeten Bilder suggerieren einen leere Altenberger-Dom-Straße, auf der man sich als Radfahrer fast schon wohlfühlen würde. In der Realität ist diese aber wohl zu wenigen Tages- und Uhrzeiten so leer.

    Im übrigen unterstütze ich die Forderungen der IG Schildgen. In Schildgen haben wir ein äußerst intaktes Nahversorgungszentrum, das auch davon lebt, dass es von älteren Mitbürgern wie mir auch mit dem Auto erreicht werden kann. Wir laufen gerne einmal, meine Frau nutzt bei gutem Wetter gerne auch das Rad. Aber das schaffen wir gesundheitlich nicht immer und wer weiß, wie lange wir noch so fit sind. Entlang der Altenberger-Dom-Straße befinden sich (nach meiner vorsichtigen Schätzung) 20-30 Geschäfte. Dahinter stecken Existenzen, die teilweise über mehrere Generationen aufgebaut wurden und Mitarbeiter, die ihre Arbeit nur machen können, wenn entsprechende Nachfrage durch ausreichend Kunden vorhanden ist. Es wurde doch eine Umfrage gemacht, die klar die Verteilung auf unterschiedliche Verkehrsmittel zeigt. Politik und Verwaltung im Sinne der Bürger zu machen wäre für mich, diese deutliche Mehrheit auch zu berücksichtigen und sie nicht zu etwas zwingen, was sie ja augenscheinlich gar nicht möchten.

    1. Es wäre natürlich auch für die Händler, Angestellten und deren Familien schlecht, aber vor allem auch für uns Bürger. Hier wird ein funktionierender Ortskern mit zuviel Durchgangsverkehr in einen nicht mehr funktionierenden Ortskern mit vielleicht noch mehr Durchgangsverkehr und Stau verändert. Dafür wird nicht wenig Geld ausgegeben. In anderen Teilen des Rhein.Berg. Kreises versucht man Dorfmitten mit viel Geld zu reaktivieren, in Schildgen nimmt man viel Geld in die Hand um ihn kaputt zu machen. Das ist eine sehr spezielle Logik.

      1. Reaktivieren heißt aber nicht zwangsläufig „Belebung durch Parkplätze“. Auch wenn ich mich hier wiederhole, fast jedes Geschäft im Teilbereich 1 hat eigene Parkplätze. Nicht jeder, der mit dem PKW ins Dorf fährt, hat gesundheitliche Einschränkungen. An diese Menschen, die aus Bequemlichkeit auf Parkplätze vor der Tür bestehen, richtet sich mein Appell: jeder sollte seine Besorgungen bündeln bzw. alternative Mobilitätsmöglichkeiten nutzen, aus Rücksicht gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern und nachfolgenden Generationen.

    2. Lieber Herr Kamp, stimmt, es handelt sich um eine Skizze aus einem frühen Entwurf – aber leider die bislang einzige, die schematisch darstellt, was mit „Mittenflexibilität“ gemeint ist. Wir haben das in der Bildzeile noch klarer gemacht. Bei den Fotos handelt es sich um Archivbilder, die (gerade auch für Ortsfremde) die Örtlichkeit darstellen; für jeden Beitrag aktuelle Fotos zu machen überfordert unsere Kapazitäten.

      1. Liebe Frau Apicella,
        Nein, die Geschäfte haben nicht fast alle eigene Parkplätze. Pub? Nein ! Tatooladen, Nein! H&Ä, ich glaube einen hinten im Hof! Tauchshop, Nein! Friseur Brungs, hat jetzt, glaube ich, welche privat gemietet, die morgen schon weg sein können, Bäckerei Kraus? Nein! Foto Huber? Nein! WW Sport? Nein! …………….
        Ich stimme Ihnen zu, dass viele Bürger zu bequem sind, um mit dem Fahrrad zu fahren, obwohl dies für alle besser wäre. Aber glauben Sie ernsthaft, dass dann die große Radlermasse so schnell kommen wird, dass die Geschäfte davon noch profitieren können? Ich glaube dies niemals. Es wird dann einfach mit dem Auto noch weitere Strecken gefahren oder halt im Netz bestellt und mit Lieferwagen nach Hause geliefert. Ich versuche alles was möglich ist, und das ist noch viel, hier im Ort zu kaufen und mit dem Fahrrad abzuholen. Das ist in akuter Gefahr durch diese unsägliche Planung!

      2. Liebe Redaktion,

        haben Sie vielen Dank für diese Information und auch die entsprechende Ergänzung. Ich finde es tatsächlich sehr wichtig, dass darauf klar hingewiesen wird. Denn es erzeugt andernfalls ein verzerrtes Bild der tatsächlichen Situation und falsche Vorstellungen.

        Für Interessenten: Die Google-Bildersuche zeigt einige Bilder aus anderen Städten an. Meine persönliche Meinung: Schön sieht anders aus! Und auch die äußerst geringe Zahl an Fotos belegt wohl, dass es sich hierbei um ein nicht ausgereiftes Konzept handeln kann.

  15. Liebe Redaktion,

    auf dem von Ihnen in diesem Artikel veröffentlichen Foto (Screenshot Planersocietät) sind fünf Fußgehende, ein Radfahrender und zwei PKW auf der Straße zu sehen.

    Zusammen mit der Überschrift Ihre Artikels „Was für die Altenberger-Dom-Straße“ geplant ist, könnte der unkritische Leser annehmen, Schildgen werde durch Umsetzung der Planungen der Stadt zu einem idyllischen Ort.

    In der Realität sieht es in Schildgen aber völlig anders aus. Will man den zuletzt veröffentlichten Zählungen glauben, durchfahren täglich mehr als 15.000 Fahrzeuge die Altenberger-Dom-Straße, verursachen dort die täglichen Staus sowie Lärm und weitere schädliche Emissionen. Diese Fahrzeuge werden durch Umsetzung der Planungen nicht weggezaubert. Denn die Menschen, die den Ort täglich mit einem Fahrzeug aufsuchen, um Einkäufe oder andere Besorgungen zu tätigen, verursachen nur einen unwesentlichen Teil dieses Verkehrsaufkommens.

    Das Foto gibt daher ein völlig verzerrtes Bild der zu erwartenden Situation wieder.

    Realitätsnaher wäre es wohl, ein Bild zu designen, in welchem neben Mittenflexibilität und Radwegen auch der tägliche Stau und vielleicht auch ein paar Leerstände zu sehen sind. Die mit dem von Ihnen veröffentlichen Foto suggerierte, bei Umsetzung der Planungen der Stadt angeblich zu erwartende Idylle wäre dann wie weggeblasen.

    Ich weiß wohl, dass das Bild aus einem Planungsvorschlag stammt, der der Stadt im Rahmen des von ihr initiierten Ideenwettbewerbs unterbreitet wurde. Dies ändert aber nichts an der Tatsache das dieses Bild den täglichen und sich künftig nicht merklich reduzierenden Fahrzeugverkehr auf der Altenberger-Dom-Straße schlicht ausblendet.