So soll das neue Feuerwehrhaus in Schildgen aussehen.

Häufig fallen städtische Bauprojekte am Ende sehr viel kostspieliger aus, als in der Planung zunächst kalkuliert worden war. Das hat strukturelle Gründe, die jetzt aber durch die heftigen Preissteigerungen auf dem Baustoffmarkt noch verschärft werden – wie das Feuerwehrhaus in Schildgen exemplarisch zeigt.

2.070.000 Euro sollte das neue Feuerwehrhaus in Schildgen kosten, das zur Zeit an der Altenberger-Dom-Straße gebaut wird. Das stand 2018 in der Kostenplanung des Architekten und war vom Stadtrat beschlossen worden.

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Als Referenz diente damals das nahezu identische Feuerwehrhaus in Herkenrath, das für 1,75 Millionen Euro fertig gestellt worden war. Eine Kostensteigerung von 17 Prozent war also schon einkalkuliert.

Doch dann liefen die Baupreise auf und davon – und die Stadtverwaltung mit ansehen, dass es immer schwieriger wurde, Material und auch Baufirmen zu bekommen, berichtet sie jetzt in einer Mitteilungsvorlage für den Finanzausschuss. Immer wieder sei es zu Verzögerungen gekommen. Hinzu komme, dass die Stadt Aufträge nur sukzessive nach Baufortschritt für Einzelgewerke vergeben darf.

Nach Abschluss der Ausführungsplanung 2020 wurde die Kostenberechnung aktualisiert – und belief sich auf 2.720.182 Euro.

Angesichts der allgemein steigenden Kosten fordert die Stadt in diesen Frühjahr den Architekten auf, den aktuellen Stand auszurechnen. Und damit steht das Preisschild jetzt bei 3.020.161,15 Euro. Das sind 50 Prozent mehr als zum Start.

Das Ende der Fahnenstange ist damit aber noch nicht erreicht, die endgültige Kostenentwicklung müsse abgewartet werden, heißt es in der Vorlage. Und dabei ist das Feuerwehrhaus in Schildgen nur eins von Dutzenden Bauprojekten, die auf dem Arbeitsplan der Stadtverwaltung stehen.

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Redaktion

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3 Kommentare

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  1. solange abgeschlossene und schon mehrfach öffentlich diskutierte Verfahren immer wieder in Frage gestellt werden, insbesondere nach jeder Wahl, ist eine Verbesserung der Arbeitsleistung in der Verwaltung nicht stattfinden.
    Das Stadthaus war, unter Beteiligung aller Parteien war einstimmig beschlossen. Jetzt fängt man wieder von Vorne an.
    Dito Wachendorff, Alte Marktstrasse,
    Immer wieder neue Gutachten über FNP Flächen, neue Ratsmehrheiten bewirken immer wieder neue Änderungen von bereits beschlossenen Plänen.
    Kostenschätzungen durch die Verwaltung werden immer wieder überschritten, weil die Umsetzung viel zu lange dauert, durch die Preisentwicklung am Markt- und durch neue Gesetze hochgetrieben wird. Der Bürokratismus viel zu lange Prüfphasen erzeugt. Es würde enorm helfen ,wenn mann echte Profis aus der Privatwirtschaft ran lassen würde, z.B. durch “Sell and Lease back” mit festen Fertigstellung- und Kostengarantien.
    Etc.,etc.

    1. Den Beteiligten der Stadt Unprofessionalität vorzuwerfen („wenn mann echte Profis …“) und Faulheit („eine Verbesserung der Arbeitsleistung in der Verwaltung nicht ..“) halte ich für ungerechtfertigt und unanständig.

      Aber die Hinweise auf überbordende Bürokratie und „immer wieder neue Änderungen von bereits beschlossenen Plänen“ sind m.E. richtig. Auch der Hinweis in dem Artikel „Hinzu komme, dass die Stadt Aufträge nur sukzessive nach Baufortschritt für Einzelgewerke vergeben darf.“ ist für mich ein Zeichen für Bauverzögerungen. Das kann aber wohl kaum der Verwaltung, sondern wiederum eher der Bürokratie vorgeworfen werden.

    2. Lieber Bernd,
      Profis sind nicht Willkommen. Am 02.05.2011 war ich bei Urbach und Martmann wegen der Idee, ein Stadthaus für die Stadt am Kopfbahnhof zu bauen und dieses dann zu „verleasen“ bis zur Übernahme. Das Ergebnis kennst Du.