Übergabe der Postkarten-Alben mit (v.l.) Michael Krischak, Dr. Thomas Schwabach, Karl Haas und Rosemarie Katzenbach

Karl Haas hat viele Jahre lang einen Spielzeugladen in Bergisch Gladbachs Innenstand geführt – und schon immer Ansichtskarten gesammelt. Die etwa 2000 Karten ab den 1890er Jahren bis in die 1960er Jahre belegen die Stadtentwicklung auf einzigartige Weise und stellen eine unschätzbare Quelle zur Stadtgeschichte dar. Jetzt sind sie ins Stadtarchiv gewandert.

Dem Stadtarchiv ist es gelungen, diese beeindruckende Kollektion mit großzügiger finanzieller Förderung durch die Kultur- und Umweltstiftung der Kreissparkasse Köln zu erwerben. Der Sammler ist sehr erfreut, dass die Sammlung im Stadtarchiv eine dauernde Bleibe findet und dort professionell aufbereitet und archiviert wird. Archivleiter Dr. Thomas Schwabach und sein Mitarbeiter Michael Krischak holten jetzt die Alben im Haus von Karl Haas in Overath ab.

Bereits im Frühjahr konnte das Stadtarchiv in der städtischen VHS eine Ausstellung mit zahlreichen Lithografie-Ansichtskarten zeigen, die größtenteils aus der Sammlung Haas stammten.

Die Ausstellung mit Karten zahlreicher Bergisch Gladbacher Stadtteile stieß auf sehr positive Resonanz. „Wir hatten uns einen neuen A4-Scanner angeschafft und suchten nun nach Motiven, die sich für eine Ausstellung eigneten“, berichtet Archivleiter Dr. Thomas Schwabach. „Dabei stieß ich auf eine Anzahl von Litho-Postkarten von Bergisch Gladbach, die sehr schön anschaulich waren.“

Da war der Weg zu Sammler Haas nicht weit; der Geschichtsverein stellte den Kontakt her. „Drei Viertel der ausgestellten Objekte stammte damals aus der Sammlung Haas“, so der Archivleiter.

Karl Haas führte bis 1996 einen Spielzeugladen in der Bergisch Gladbacher Fußgängerzone; die Familie ist seit Generationen im Bergischen gut bekannt. „Mein Urgroßvater ging mit der Kiepe durchs Land und hat Senf verkauft; er hieß der Mostert-Haas“, berichtet er. Die Karten hat Haas nicht alle selbst zusammengetragen; schon sein Vater war leidenschaftlicher Sammler.

Ebenso war Bergisch Gladbach nicht der einzige Fokus, auf den die Familie ihre Leidenschaft richtete. Auch von anderen bergischen Städten wurden Ansichtskarten gehortet, außerdem aus Übersee, aus den USA, aus Kuba oder aus Panama. Bei der stattlichen Anzahl der Bergisch Gladbacher Sammlung seien übrigens nicht allzu viele Doppelungen dabei, so Haas: „Ich habe einmal herausgefunden, dass es mehr als 100 Verlage gab, die Gladbach-Karten gedruckt haben.“ Bei manchen Motiven seien nur Details unterschiedlich, aber man erkenne deutlich, dass es sich um unterschiedliche Vorlagen handele. 

Rosemarie Katzenbach vertritt die Kultur- und Umweltstiftung der Kreissparkasse Köln und war bei der Übergabe ebenfalls dabei. „Uns ist sehr daran gelegen, dass die Sammlung in gute Hände gerät und der Nachwelt erhalten bleibt“, erklärte sie, „insbesondere ist uns wichtig, dass die Karten dort beisammen bleiben, von wo sie auch stammen. Dort können sie am sinnvollsten gezeigt und gewürdigt werden.“

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