Das Stadtarchiv startet mit der Digitalisierung von Akten. Der Zugriff auf Digitalisate schont die Originale, welche länger haltbar bleiben. Da auch das Stadtarchiv derzeit geschlossen bleiben muss, hat sich die Digitalisierung schon von großem Nutzen erwiesen.

Sorgfältig und vorsichtig legt Jan Fassin, Fachangestellter für Medien und Informationsdienste im Stadtarchiv Bergisch Gladbach, Blätter einer offensichtlich sehr alten Akte mittig auf die Scheibe eines üppig dimensionierten Scanners. Ein Klick mit der Computer-Maus, und im Bruchteil einer Sekunde huscht ein Lichtstrahl die Scheibe entlang. Unmittelbar darauf erscheint auf dem Monitor ein scharfes digitales Abbild, während Jan Fassin bereits die nächste Doppelseite auf dem Scanner platziert.

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„Carl Theodor von Gottes Gnaden Pfaltzgraf bey Rhein“ lässt sich im oberen Teil des sehr ordentlich handgeschriebenen Dokuments lesen, darüber findet sich ein mit Bleistift nachgetragenes Datum: 1774 Januar 28. „Es handelt sich hierbei um eine der ältesten Akten des Stadtarchivs, aus dem Bestand Amt Porz, der bis in das 16. Jahrhundert zurückreicht“, weiß der Archivmitarbeiter zu berichten. Das Amtsgebiet erstreckte sich seinerzeit über das gesamte heutige Bergisch Gladbacher Stadtgebiet und darüber hinaus.

Vor wenigen Wochen startete das Stadtarchiv mit der Digitalisierung von Akten. Der Bestand „Amt Porz“ bot sich als Pilot an, da er einerseits das älteste Archivgut umfasst, andererseits einen gut überschaubaren Umfang hat. Und obwohl Fassin nur ein paar Stunden wöchentlich scannt, konnte er bereits einen beachtlichen Teil digitalisieren.

Mittels Acrobat Pro fasst er die Scans jeweils aktenmäßig zu einem speziellen PDF zusammen namens PDF/A. Da es sich hierbei um ein digitales Langzeitarchivformat handelt, lassen sich diese Dateien noch in Jahrzehnten öffnen und anschauen – perfekte digitale Abbilder ihrer kostbaren Originale, die ja allesamt Unikate sind. Und da in Zukunft nur noch auf die Digitalisate zurückgegriffen werden muss, werden die Originale geschont, und sie bleiben länger erhalten.

Die Digitalisate bieten viele Vorteile für das Archiv und seine Nutzer, erklärt Archivleiter Dr. Thomas Schwabach: „Die Quellen lassen sich beispielsweise online stellen und somit weltweit verfügbar machen. Und bei nicht allzu großen Dateien ist sogar ein Versand per E-Mail-Anhang möglich.“

Gerade jetzt, in der Zeit der Corona-Pandemie, in der das Archiv für Benutzer geschlossen sein muss, so Schwabach, sei dies besonders wichtig. „Wir haben so schon einigen Interessenten trotz der besonderen Lage helfen können. Aber natürlich muss sich der Umfang in Grenzen halten.“ So führt denn gerade auch die Corona-Pandemie eine der vielen großen Vorteile der Digitalisierung im Archiv deutlich vor Augen.

Pressestelle Stadt BGL

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