Der Beigeordnete Ragnar Migenda nimmt Petition und Unterschriften entgegen.

250 Menschen haben am Sonntag in Bergisch Gladbach mit einer bunten Fahrrad-Demo mehr Sicherheit für Kinder im Straßenverkehr gefordert und am Rathaus eine Petition abgegeben. Dabei waren auch Schulwege und Elterntaxis große Themen.

Die Demonstration in Bergisch Gladbach war Teil eines Aktionswochenendes, an dem in über 200 Städten in Deutschland mit Unterstützung von Organisationen wie dem ADFC und dem Kinderhilfswerk eine „Kidical Mass“ durchgeführt wurde. Das Bündnis hatte über 84.000 Unterschriften für eine kinderfreundliche Verkehrspolitik gesammelt.

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In Bergisch Gladbach nahm der Beigeordnete für Stadtentwicklung und Klimaschutz, Ragnar Migenda, die Petition vor dem Rathaus entgegen und bedankte sich bei den Eltern und Kindern für ihr Engagement. Viele hatten selbstgemalte Schilder mit Sprüchen wie „Ich will sicher zur Schule“, „Kinder aufs Rad statt Elterntaxi“ oder „Ich möchte Fahrrad fahren – aber sicher“ mitgebracht.

Schulwege waren dabei ein häufiges Thema. Eine kürzlich veröffentlichte repräsentative Forsa-Umfrage ergab, dass fast ein Drittel der Lehrer*innen an Grundschulen mindestens wöchentlich eine gefährliche Situation vor der eigenen Schule erleben – verursacht durch Eltern, die ihr Kind mit dem Auto zur Schule bringen.

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„Geschützte Radwege, breite Gehwege oder temporäre Kfz-Durchfahrtsverbote würden dazu beitragen, dass mehr Kinder in Bergisch Gladbach selbstständig zur Schule kommen,“ sagte Jonathan Ufer, der die Veranstaltung zusammen mit weiteren Eltern organisierte.

Die Fahrrad-Demo startete am Konrad-Adenauer-Platz und führte durch die Stadtmitte unter anderem über die Laurentiusstraße, die nächstes Jahr endlich die erste Fahrradstraße der Stadt werden soll.

Zum Abschluss bemalten die Kinder den Forumplatz mit Straßenkreide. Die Polizei sperrte die Strecke für den Autoverkehr und sorgte dafür, dass kleine Kinder erleben konnten, was in Bergisch Gladbach sonst kaum möglich ist: sicheres Radfahren auch für schwache Verkehrsteilnehmende.

Denn auch wenn im Verkehrs-Ausschuss an diesem Dienstag Maßnahmen wie die Umgestaltung der Paffrather Straße auf den Weg gebracht werden sollen, fehlt es in großen Teilen der Stadt weiterhin an sicheren Radwegen für Kinder.

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Redaktion

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22 Kommentare

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  1. Lieber Christian -Andreas,
    haben sie auf meinen Kommentar geantwortet? Ich selbst wohne in Refrath und kenne einige Familien wo Grundschulkinder mit Bus/ oder Bahn aus BGL kommen. Die Waldorfschule wird z.b von vielen Schülerinnen und Schülern besucht, die außerhalb wohnen. Es lohnt sich mit den einzelnen Schulen und Schülern über das Thema * Sicherer Schulweg * zu sprechen , wie die individuelle Mobilität ist und welche Vorschläge die Schule entwickelt in Zusammenarbeit mit den Eltern.

    1. Liebe Frau Opiela, genau, mein Kommentar bezieht sich auf Ihren Kommentar.
      Sie schrieben über die Grundschule, die dem Wohnort am nächsten liegt und nicht auf die tatsächlich besuchte Grundschule.
      Leider kenne ich viele Schülerinnen und Schüler, die mit dem Auto zur Grundschule gefahren werden und mit dem Auto dort abgeholt werden. Das liegt in den allermeisten Fällen aber nicht daran, dass man außerhalb wohnt. Diese Form der individuellen Mobilität schadet der Gesellschaft und den gefahrenen Kindern. Die Ansprache der Autler-Eltern ist ein Reden gegen Wände. Wir brauchen ein absolutes Halteverbot.

  2. Das Hebborner Feld wurde seinerzeit vorbildlich so konzipiert, dass es keinen Durchgangsverkehr für Autos gibt sondern Stichstraßen. Dies auch mit Rücksicht auf die große Anzahl von Kindern, die sich auf dem Schulweg zur Realschule Im Klefeld, zum NCG, zur GGS Hebborn oder den angrenzenden 3 Kindergärten befinden.
    Neuerdings kann aber leider festgestellt werden, dass man durch die gestiegene Anzahl von Radfahrenden schon beim Verlassen seines Hauses als Fußgänger acht geben muß, nicht über den Haufen gefahren zu werden.
    Die seinerzeit als sichere Fußwege gebauten Verkehrswege werden nämlich mittlerweile von einer großen Zahl erwachsener Radfahrenden in einem Tempo befahren, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis es hier zu einem Unfall kommt.
    Es ist ja schön, dass man sich so für die Radfahrenden in Bergisch Gladbach einsetzt, der ADFC sollte aber auch an seine Klientel einmal appellieren, Rücksicht auf die Fußgänger:innen und Kinder zu nehmen, die im Straßenverkehr bekanntlich zu den Schwächsten gehören.

    1. Der ADAC sollte dann bitte auch an die ganzen Falschparker in Hebborn appellieren. Täglich, mehrfach passiert das. Gerne auch vor Schulen und Kitas. Und übrigens steigt die Anzahl der Autos in Hebborn seit Jahren…. Das mit den Radfahrern ist mir bislang überhaupt noch nicht aufgefallen. Und wenn, dann wird doch die Straße genutzt…

  3. Warum ist hier eigentlich nur von Grundschulkindern die Rede?
    Richtig interessant wird es m.E. mit dem Eintritt in die weiterführende Schule: gerade mal 10 Jahre alt, die Fahrprüfung gerade in der 4. Klasse absolviert, dürfen diese Kinder aber nicht mehr auf dem Gehweg fahren. Wenn kein Radweg da ist, heißt es: ab auf die Straße. Morgens im Berufsverkehr ist das besonders schön.
    Fußläufigkeit ist hier nur selten gegeben, Fahrtkosten werden erst ab 3,5km bezuschusst, je nach Start- und Zielstadtteil ist man ohnehin mit dem Rad schneller. Aber mit dem Rad zur Schule ist die gefährlichste Variante, die man in unserer Stadt wählen kann.
    Schade…

  4. Die Verkehrswacht spricht eine Empfehlung aus. Das geht in Ordnung. Diese als gesetzt und unabwendbar zu akzeptieren widerstrebt mir. Und genau deswegen gibt es das Aktionsbündnis #kidcalmass, für das auch mich aktiv einsetze und deren Forderungen zusammen mit bundesweit über 80.000 Menschen unterschreibe.

    Damit Kinder und Jugendliche zukünftig selbst bestimmt aber auch in Begleitung sicher am Straßenverkehr teilnehmen können. Frei in der Wahl der Mobilität. Ob zu Fuß, mit dem Roller, dem ÖPNV oder eben mit dem Rad.

    Aktuell wird vorwiegend darauf hingewiesen, dass sich Kinder dem Verkehr – meint Autoverkehr – in ihrem Verhalten zu ihrer eigenen Sicherheit unterzuordnen hätten. Das ist fatal. Wir brauchen eine Werteumkehr und fehlertolerante Verkehrswege (u.a. bauliche Radwege) zum Schutz der schwachen Verkehrsteilnehmenden, die letztendlich allen Altersgruppen nutzten.

  5. In die Diskussion würde ich auch nochmal die Verbesserung des ÖPNV mit hinein nehmen . Viele Kinder haben nicht die Möglichkeit die nächstgelegene Grundschule zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erreichen. Hier sollte auch nochmal hingeguckt werden .

    1. Ob dies in Bergisch Gladbach viele Kinder sind, wage ich zu bezweifeln.
      Im Ortsteil Refrath ist davon niemand betroffen.

  6. Der nun folgende Kommentar gilt unabhänig von der Schreibweise für alle Geschlechter!

    Oh ja, Hubschraubereltern stellen ein großes Problem dar, aber Autofahrer, schlechte Radwege und unübersichtlich Beschilderung ebenfalles. Die Stadt kann aber auch nicht von jedem Wohnort aus den sicherst möglichen Schulweg jedem Kind bieten. Darum ist es an den Eltern Vorsorge zu tragen
    – die Kinder nicht ohne Fahrradprüfung mit dem Fahrrad zur Schule zu schicken
    – Mit den Kindern zusammen so häufig den Schulweg gehen, bis er von den
    Kleinen verinnerlicht ist
    – Dabei interaktiv auf die Gefahren aufmerksam machen
    – Radtouren in anderen Bereichen mit den Kindern unternehmen, damit sie
    unterschiedliche Begebenheiten kennenlernen
    – Selbst den Kindern als Vorbild dienen

  7. Eine richtig tolle Aktion und schon die zweite Kidical Mass in diesem Jahr in Bergisch Gladbach. Vielen Dank an den engagierten Organisator!
    Eine Teilnahme lohnt sich allein schon für das Gefühl, sicher auf breiten Wegen durch die Stadt fahren zu können. Leider wird einem dann auch schmerzlich bewusst, für wen diese (und andere) Städte gebaut wurden: für den motorisierten Individualverkehr.
    Für mich und meine Kinder freue ich mich über jeden kleinen Schritt Richtung Verkehrsgerechtigkeit für alle Verkehrsteilnehmer, aber wir haben noch einen sehr langen und steinigen Weg zu gehen.

  8. Wenn man etwas genauer sinnerfassend liest, dann erkennt man, dass von der Verkehrswacht die Meinung vertreten wird, dass Kinder nicht vor der noch in der Grundschulzeit stattfindenden sog. Radfahrausbildung mit dem Fahrrad zur Schule fahren sollten.

    Außerdem wird von der Verkehrswachte die Meinung vertreten, dass Kinder nicht mit dem PKW gebracht werden sollten.

    Ich selbst bin im Alter von acht Jahren mit dem Rad zur Schule gefahren. Das wird heute als zu gefährlich bewertet, weil die PKW Nutzung dramatisch zugenommen hat. Daraus wird aber von vielen Leuten abgeleitet, dass die Kinder sich anzupassen hätten, obwohl die Gefährdung durch die PKW Nutzung bedingt ist. Meiner Meinung nach ist das eine Werteumkehr.

    Der Forderung nach zeitlich begrenzten PKW-Sperren vor Grundschulen schließe ich mich an. Ein absolutes Halteverbot vor Grundschulen würde – sofern effektiv durchgesetzt – das Elterntaxiproblem lösen.

    1. Unsere Kinder fahren mit dem Roller, zumindest unser Sohn könnte aber auch mit dem Fahrrad fahren. Generell eine Empfehlung für das Zu-Fuß gehen auszusprechen, finde ich etwas befremdlich. Es kommt ja auf die Fähigkeiten des einzelnen Kindes und das Vertrauen der Eltern an.
      Geschockt war ich, als ich letztens (ausnahmsweise) meine Tochter von der Schule abgeholt habe. Selbst die kleine Sackgasse zum Schultor war voll mit Autos, und wir sprechen da in der Regel von großen SUVs. Andere Parken zwar auf dem Parkplatz, stehen aber mit dem Hinterteil mehr als auf dem halben Bürgersteig.
      Es sollte tatsächlich eine Bannmeile um Grundschulen geben, mit der Möglichkeit natürlich auch mal für wichtige Fälle eine Ausnahme zu machen, zum Beispiel wenn man sein am Fuß verletztes Kind abholen muss.

    1. Liebe Frau Opiela, es geht hier nicht zwangsläufig um unbegleitetes Fahren zur Schule oder zu Freizeitangeboten. Die Situation der Radwege, die allgemeine Verkehrsführung und das wenig defensive Fahrverhalten vieler Verkehrsteilnehmer führt auch bei Fahrten mit Elternbegleitung zu erheblichen Gefahrensituationen.

    2. Einiges ist bestimmt richtig bzw. zu berücksichtigen. Über die absolute Schlussfolgerung der Verkehrswacht lässt sich trefflich streiten.

      Aber genau deswegen gibt es das Aktionsbündnis #kidicalmass. Die verkehrlichen Voraussetzungen müssen sich für Kinder gesamtheitlich ändern und kindgerecht angepasst werden. Kinder und Jugendliche müssen zukünftig selbst bestimmt und sicher mit dem Mittel der Wahl – ob zu Fuß, mit dem Roller, dem ÖPNV oder eben dem Rad – zur Schule, zu Freunden oder anderen Freizeitaktivitäten gelangen können.

      Im Übrigen sind kindgerechte Verkehrswege dann auch für alle anderen Altersgruppen sicherer.

  9. Eine tolle Aktion. Ohne sichere Fahrradwege ist es für alle Menschen gefährlich, aber die kleinsten Verkehrsteilnehmer verlieren den Spaß am Radfahren und lernen, am sichersten ist es im Eltern-PKW. Dabei haben gerade Kinder noch einen natürlichen Bewegungsdrang. Bitte mehr sichere Radwege auch in Bergisch Gladbach – für alle.

    1. Oh, bitte nicht! Die zwanghafte Separierung des Radverkehrs schafft nicht mehr Sicherheit, im Gegenteil. Die (für Radfahrer) tödlichen Abbiegerunfälle zum Beispiel, über die immer wieder berichtet wird, geschehen ja nicht in erster Linie, weil Lkw und Lieferwagen nicht mit dem neuesten Warn-Schnickschnack ausgerüstet sind, sondern weil irrsinngerweise ganz absichtsvoll eine geradeaus führende Spur (nämlich der Radweg) rechts neben einer Rechtsabbiegerspur (der Fahrbahn) geführt wird.

      Stellen Sie sich diese Situation mal an Autobahn-Ausfahrten vor. Da würde sich jeder an die Stirn tippen, aber an städtischen Kreuzungen und Einmündungen nimmt man das als gottgegeben hin und empfindet dabei auch noch eine subjektiv höhere Sicherheit. Dass dem nicht so ist, hat die BASt schon vor Jahren erforscht und veröffentlicht. Hat das geholfen? Nein, nach wie vor kräht jeder nach mehr Radwegen.

      Radwege dienen seit der Einführung der Benutzungspflicht im Jahr 1937 bis heute in erster Linie dazu, dem Autoverkehr die Radfahrer aus dem Weg zu schaffen. Mehr steckt nicht dahinter.

      1. Was für eine Logik, Radwege sollen den PKWs die Fahrradfahrer aus dem Weg schaffen? Da ist doch der ADAC heute schon fortschrittlicher unterwegs. Umgekehrt ist es richtig, Radwege sollen die Radler vor den Autofahrern schützen. Sie sind im Vergleich zu den PKWs die schwächeren Verkehrsteilnehmer.

      2. Wenn der ADAC Radwege fordert, während er selbst in erster Linie Autofahrer vertritt, dann passt das perfekt zusammen.

        Das alles ist aber schon etliche Male im In- und Ausland durchexerziert worden. Und die Erfahrung aus Feldversuchen lehrt: Am sichersten für Radfahrer ist es da, wo sie bei insgesamt reduzierter Geschwindigkeit im Mischverkehr unterwegs und damit auch ständig in Sicht der Autofahrer sind. Natürlich bedeutet das für Autofahrer einen gewissen Komfortverlust, aber das kann ja nun wirklich nicht der Maßstab für Verkehrsplanung sein.

        Interessant übrigens ein Satz, mit dem die Einführung der Radwegebenutzungspflicht 1934 (1937 stand sie dann auch in der StVO) im Vorfeld der olympischen Spiele 1936 durch das Reichsverkehrsministerium begründet wurde: „Zeigen wir dem staunenden Ausländer einen neuen Beweis für ein aufstrebendes Deutschland, in dem der Kraftfahrer nicht nur auf den Autobahnen, sondern auf allen Straßen durch den Radfahrer freie, sichere Bahn findet.“ Diese Mentalität ist bis heute nicht ausgestorben.

      3. Ach ja, falls Sie mir das nicht glauben, können Sie das mit dieser Lektüre (und der darin genannten Quellen, darunter einige BASt-Studienergebnisse) verifizieren:
        https://de-academic.com/dic.nsf/dewiki/1154185#Kritik_wegen_stark_erh.C3.B6hter_Unfallgefahr

        Und als Schmankerl noch eine Auskunft der Bundesregierung vom 9. Mai 2007 auf eine entsprechende parlamentarische Anfrage hin:

        „Die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) hat im Jahr 1992 eine Untersuchung zu ,Sicherung des Radverkehrs an städtischen Knotenpunkten‘ (Forschungsberichte der BASt, Nr. 262) durchgeführt. Die Untersuchung behandelte verschiedene Führungsarten für geradeausfahrenden Radverkehr an Knotenpunkten im Verlauf städtischer Hauptverkehrsstraßen, insbesondere im Hinblick auf Verkehrssicherheit, aber auch hinsichtlich der Verkehrsqualität für den Kraftfahrzeug- und Radverkehr, die Leistungsfähigkeit der Knotenpunkte sowie gestalterische Gesichtspunkte.
        Die genannte Untersuchung und auch nachfolgende Untersuchungen liefern Hinweise darauf, dass die Radverkehrsführung auf der Fahrbahn vor allem in Knotenpunktbereichen ein höheres Sicherheitsniveau für den Radverkehr erreichen kann als auf Radwegen. Dies gilt insbesondere für Erschließungsstraßen.“

      4. Ich denke die Fachleute haben seitdem erkannt, dass es ein schwarz (Radfahrende auf der Fahrbahn /im Mischverkehr) oder weiß (im Seitenraum) so nicht gibt.

        Zahlreiche Publikationen z.B. durch den ADFC oder auch das Regelwerk der FGSV die ERA (Empfehlungen für Radverkehrsanlagen) wägen verschiedene Führungsformen mit den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten ab. Belastung des Straßenzuges, Höchstgeschwindigkeiten, verfügbare Verkehrsquerschnitte und vieles mehr spielen dabei eine Rolle. Darüber hinaus muss zur Stärkung des Radverkehrs und der Motivation zum Umstieg neben der objektiven Sicherheit ebenfalls über subjektives Empfinden verstärkt nachgedacht werden. Hier werden bauliche breite Radwege und geschützte Radfahrstreifen eindeutig bevorzugt.

        Niederländisches Vorbild außerhalb von Wohnstraßen ist die Führung auf baulichen Radwegen, aber mit entsprechenden Kreuzungsdesigns, die Radfahrende durch Sicherheitselemente wie Schutzinseln, verschwenkte Radwege, vorgezogene Haltelinien in die deutliche Wahrnehmung der Autofahrenden bringen.

        Die „Wahrheit“ liegt wie so oft irgendwo dazwischen.

      5. „Seitdem“? Seit 2007? Hat sich da so viel Neues in der praktischen und wissenschaftlichen Erforschung des Radverkehrs getan? Da wäre ich ernstlich an Quellen interessiert.

        Den ADFC sehe ich in diesen Fragen nicht als besonders satisfaktionsfähig an. Der Verein hat sich lange Zeit vor allem mit der Organisation von Radtouristik befasst und musste verkehrspolitisch oft genug zum Jagen getragen werden. Da haben sich Vereinigungen wie der VCD oft weit kompetenter gezeigt.

        Etwas verblüfft bin ich über Ihren Satz „Darüber hinaus muss zur Stärkung des Radverkehrs und der Motivation zum Umstieg neben der objektiven Sicherheit ebenfalls über subjektives Empfinden verstärkt nachgedacht werden.“ Mal im Ernst: Wenn das subjektive Empfinden den objektiv festgestellten Tatsachen widerspricht, dann besteht die Lösung nicht darin, irrationalen Vorstellungen nachzugeben, sondern die objektiven Erkenntnisse der Forschung stärker ins Bewusstsein der Allgemeinheit zu rücken.