Kein Thema polarisiert die Menschen in Bergisch Gladbach so sehr wie der Verkehr - ebenso die Frage, wie ein Nebeneinander von Rad- und Autoverkehr künftig gelingen kann. Symbolfoto: Thomas Merkenich

Der Ausschuss für Mobilität und Verkehr entscheidet, was sich auf Bergisch Gladbachs Straßen ändern wird – und geht dabei sehr gründlich vor. Am Dienstag sind einige Entscheidungen gefallen, in Sachen Altenberger-Dom-Straße gibt es einen weiteren Aufschub. Es ging aber auch um Verkehrssicherheit, Fußverkehr, Radrouten, die S 11 und einige Baustellen.

Den nächsten Planungsschritt zur Altenberger-Dom-Straße hat der Ausschuss für Mobilität und Verkehr (AMV) am Dienstagabend auf Drängen der CDU mit breiter Mehrheit vertagt, bei Enthaltung der Grünen. Zunächst sollen die Gespräche mit Grundstückseigentümer:innen abgeschlossen sowie die Eingaben im Rahmen der Bürgerbeteiligung ausgewertet und dem Ausschuss vorgelegt werden. Dem Vorschlag der Verwaltung, die Ausbauvariante „Mittenflexibilität“ zu verwerfen und mit der Variante „Parken“ weiter zu arbeiten, folgte der Ausschuss einstimmig. in-gl.de**, Hintergrund, Ratsinfosystem

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Konkrete Verbesserungen für den Fußverkehr in Gronau sind beim Projekt „Fußverkehrscheck“ mit Bürger:innen erarbeitet worden. Einer Liste von zehn Sofortmaßnahmen stimmte der AMV einstimmig zu. Weitere 30 Punkte sollen in die Planung aufgenommen bzw. beim Strategischen Entwicklungskonzept Gronau berücksichtigt werden. Auf Antrag der CDU wurden drei Vorschläge (Zufahrt Park & Ride Parkplatz (6c), Unterführung und Linksabbieger Mülheimer Straße Richtung Nahversorger (10 a, 10 b, 12a) gestrichen. Ratsinfosystem

Die Kreuzung Moitzfeld / Dr.-Müller-Frank-Straße wird nach einem Unfall mit einem Kind in der Unfallkommission erneut betrachtet, kündigte die Verwaltung im AMV an; bereits vor zwei Jahren sei die Signalanlage für den abbiegenden Verkehr deutlich verbessert worden. Die CDU hatte in einem Dringlichkeitsantrag Vorschläge zur Verbesserung der Verkehrssicherheit gefordert. Ratsinfosystem (pdf)

Die Umwandlung der Straße „Im Grafeld“ in Hand in eine Einbahnstraße zugunsten von mehr Sicherheit auf dem Weg zur Schule und Kita will die Verwaltung nach einer ersten Ablehnung durch die Straßenverkehrsbehörde intern noch einmal prüfen; er habe dafür große Sympathie sagte der Beigeordnete Ragnar Migenda an.

Eine Verbesserung der Verkehrssicherheit auf der Katterbachstraße in drei Stufen hatte die Verwaltung auf Antrag der CDU ausgearbeitet. Der Umsetzung stimmte der AVM einstimmig zu. Ratsinfosystem

Die Führung einer Radpendler-Zubringerroute durch Refrath und Bensberg wurde im AMV von der CDU in Teilen kritisiert; SPD und Grüne argumentierten, dass diese Route zwar nicht optimal, aber relativ rasch umsetzbar sei. Wenn etwa der Bahndamm später zur Verfügung stehe, könne die Route geändert werden. Bis auf die CDU stimmten alle Fraktionen zu. Die Verwaltung betonte, dass diese überörtliche Route von Köln nach Bensberg das zuletzt beschlossene Radrouten-Netz der Stadt ergänze. Ratsinfosystem

Das Planfeststellungsverfahren für den 2. Abschnitt des Ausbaus der S 11 startet am kommenden Montag, bis zum 14. Mai können Bürger:innen Eingaben machen, teilte die Verwaltung im AMV mit.

Die Fertigstellung der Schlossstraße in Bensberg ist laut der Liste „Nachverfolgung aller wesentlichen Maßnahmen“, die die Verwaltung ab sofort regelmäßig dem AMV vorlegt, für den 1.8.2025 geplant. Noch bestehe Hoffnung, dieses Ziel zu erreichen, sagte der zuständige Abteilungsleiter Martin Hardt. Ratsinfosystem

Die Baustelle auf der Paffrather Straße (im Abschnitt zwischen Reuterstraße und Handstraße) soll bis Juni endgültig abgeschlossen werden, teilte die Verwaltung mit. Zuletzt seien weitere Aufgaben hinzugekommen, nun werde noch der Bürgersteig vor Opel Gieraths erneuert und gefällte Bäume ersetzt.

Die maroden Brücken am Kahnweiher in Refrath sollen spätstens bis Mitte Mai ersetzt sein, kündigte die Verwaltung an. Nach dem Abbau habe es einige technische Probleme gegeben, daher sei der Termin mehrfach verschoben worden.

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Es geht um die Brücken in der Straße “Im Letsch”, nicht am Kahnweiher (auch wenn diese älter sein werden). Die lange Bauzeit ist ärgerlich. Die Schilder gaben zunächst die Bauzeit von KW3 bis KW9, dann bis KW14 und nun bis KW17 an. Wenn es nun Mitte Mai werden soll, wird eine weitere Verzögerung angedeutet. Hier müsste man schon etwas genauer erklären, welche technische Problem vorlagen. So könnte der Eindruck entstehen, dass schlechte Arbeitsplanung der Grund sein könnte. Die Brücken sind auch Schulwege, die Sperrung sorgt für nicht kleine Umwege. Leider scheinen Fuß- und Radverkehr nach wie vor schlechte Priorität zu habe.

    1. An dieser Stelle kennt man das schon. Vor einigen Jahren wurde dort neuer Splitt ausgebracht, ohne ihn auch nur ansatzweise zu verfestigen. Das Ergebnis: Wochenlang blieb man mit dem Fahrrad in der lockeren Aufschüttung stecken, bis sie ausreichend festgetreten war. Da wird entweder von den Ausführenden einfach nicht nachgedacht oder der Auftrag ist schlampig formuliert.

    2. Die Stadtverwaltung hat inzwischen eine ausführliche Erläuterung nachgeliefert. Es geht in der Tat (anders als von der CDU im Ausschuss vorgebracht) um zwei Brücken an der Straße „Im Letsch“ und eine dritte in Heidkamp. Die Stadt erläutert:

      „Die drei Holzbrücken waren schon seit einigen Jahren in einem sanierungsbedürftigen Zustand, sodass der Belag zwischenzeitlich mehrmals notdürftig mit Gerüstdielen gesichert werden musste. Somit war ein Ersatzneubau der Brücken unumgänglich. Hierzu erfolgte im Vorfeld eine statische Berechnung durch ein Ingenieurbüro. Aufgrund der besseren Dauerhaftigkeit wurde anstatt einer Konstruktion aus Holz, eine aus Aluminium gewählt. Hierbei fiel der Zuschlag auf dieselbe Firma, die bereits die Brücke in der Schwerfelstraße gebaut hat.

      Da für die neuen Brücken aus statischen Gründen auch die Stahlbetonfundamente erneuert werden mussten, wurden die Brücken bereits im Januar 2024 gesperrt und abgerissen. Da es von den alten Fundamenten keine Pläne gab, wurde erst im Zuge des Rückbaus klar, dass die neuen Fundamente tiefer gegründet und für den Neubau die Baugruben erweitert werden mussten. Hierbei erschwerte die kalte und feuchte Witterung am Anfang des Jahres die Fundamentherstellung und es kam zu der ersten Bauzeitverschiebung. Für die Fundamentherstellung waren ursprünglich drei Wochen geplant. Allerdings wurden hierfür alleine ca. sieben Wochen benötigt, sodass der erstmalig avisierte Fertigstellungstermin in der 8. KW verschoben werden musste. Darüber hinaus kamen zusätzliche Arbeiten durch Versorgungs- und Telekommunikationsleitungen hinzu.

      Aufgrund der längeren Bauzeit für die Fundamente konnte zunächst kein gemeinsamer Termin für die Lieferung der Brücken und des dafür benötigten Krans gefunden werden, da auch die Firmen anders disponieren mussten. Hier wurden seitens der Stadt Bergisch Gladbach die benötigten Vorlaufzeiten für Sonderfahrgenehmigungen des Krans und der Spedition unterschätzt, sodass auch der Ersatztermin in der 14. KW erneut nicht gehalten werden konnte.

      Nunmehr liegt die nötige Sonderfahrerlaubnis vor und der Liefertermin (Dienstag, der 7. Mai 2024) für das Einheben der im Werk vorgefertigten Brücken steht fest. Die Anliegerinnen und Anlieger werden vorab nochmals gesondert informiert und die Beschilderung angepasst. Nachdem die Brücken auf die neuen Fundamente gesetzt worden sind, erfolgen die Wegeangleichungsarbeiten. Hierfür sind pro Brücke zwei Arbeitstage kalkuliert, sodass die Angleichungsarbeiten voraussichtlich am Donnerstag, den 17. Mai 2024 abgeschlossen sind und die Brücken für den Verkehr freigegeben werden können.

      Der Stadtverwaltung ist bewusst, dass viele Refrather und Heidkamper Bürgerinnen und Bürger lange Zeit Umwege in Kauf nehmen mussten und bedankt sich ausdrücklich für das lang andauernde Verständnis, sowie die Geduld und Flexibilität aller Betroffenen.“

      1. Vielen Dank für die Information. Das sieht für mich tatsächlich nach Fehlern bei der Arbeitsplanung aus. Im Winter muss man mit winterlichem Wetter rechnen. Der Abriss erfolgte schnell und sofort nach der Sperrung in KW3. Eine weitere Bautätigkeit danach habe ich erst in KW8 beobachtet. Alle weiteren Probleme sind offenbar organisatorische und bürokratische Folgeprobleme, keine technischen Probleme.
        Fazit: es nutzt nichts. Der Bürger muss einfach warten und hoffen.