Ein paar Wochen nach der Geburt unseres Sohnes kam ein Brief. Vom Jugendamt. Unsere ersten Gedanken waren: Haben wir etwas falsch gemacht? Werden wir jetzt kontrolliert? – Fug und Janina entdecken, dass das Jugendamt viel mehr kann, als Familien auf die Finger zu schauen.

Wer in Bergisch Gladbach ein Kind bekommt, wird vom Jugendamt besucht – wenn das gewünscht ist. Der Brief vom Jugendamt löste bei uns leider erstmal negative Assoziationen aus: Kinder werden aus Familien genommen, wenn sie dort nicht angemessen versorgt werden können. Eltern wird auf die Finger geguckt, ob sie denn auch alles richtig machen.

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Aber stimmen diese Vorstellungen?

Eine kurze Recherche ergibt: Das Jugendamt hat viele Aufgaben und kümmert sich um ganz verschiedene Belange von jungen Menschen und Familien – Förderung von Jugendarbeit, Erziehungshilfen, Beratungs- und Unterstützungsangebote, Adoptionsvermittlung, Pflegekinderdienst, Unterhaltsvorschuss und vieles mehr.

Da müssen wir doch alle fleißig nicken und denken: Das sind alles wichtige und gute Maßnahmen, und wir können froh sein, dass sie vom Jugendamt übernommen werden!

Und es gibt noch einen weiteren Grund, das Bild vom Jugendamt im Kopf positiver zu zeichnen – und damit kommen wir zurück zu unserem Brief: Der Besuchsdienst des Jugendamtes ist Teil der Hilfsangebote „Frühe Hilfen“ und wird jeder frisch gebackenen Familie angeboten. Nachdem wir das herausgefunden hatten, warteten wir gespannt auf den im Brief vorgeschlagenen Termin.

Zugegeben: Wir haben an dem Tag etwas gründlicher aufgeräumt, geputzt und das Kind hübsch angezogen. Werden wir jetzt bewertet? Kontrolliert? Wird die Dame das Kind beäugen und in die Ecken gucken?

„Ding Dong“ – da stand Frau K.

Mit einem großen freundlichen Lächeln fragte sie, ob wir an den Termin gedacht und Besuch haben möchten. Hereinspaziert! Wegen Corona setzten wir uns auf den Balkon. Auf dem Weg durch die Wohnung sah sich Frau K. nicht um, und sie bat auch nicht darum, unser Baby zu sehen, das gerade im Nebenraum schlief.

Frau K. erkundigte sich danach, ob bei uns alles gut sei und legte direkt los. Denn sie hatte uns eine Menge mitgebracht.

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Ein Lätzchen mit dem Bergischen Löwen, eine Tasche mit den Kinderrechten aufgedruckt und eine große Mappe mit den Angeboten der Frühen Hilfen. In einem kurzen Vortrag erklärte uns die freundliche Dame, was alles im Ordner zu finden ist.

Wir staunten! Es ist ein schönes Begrüßungspaket für junge Familien in Bergisch Gladbach mit allen wichtigen Adressen und Angeboten. Zum Beispiel auch ein Gutschein für eine Jahreskarte der Bücherei.

Fazit: Freuen!

Der Besuch war sehr angenehm und freundlich und es gab Geschenke! Wir empfehlen also, das Angebot des Jugendamtes anzunehmen. Auch wenn manche Infos zu spät kamen – die Angebote für Schwangere brauchten wir jetzt nicht mehr, und Kinder- und Elterngeld hatten wir längst beantragt – gibt es hier auch die Möglichkeit Fragen zu stellen und Wünsche zu äußern (wir unterhielten und natürlich über Musik und Theater in Bergisch Gladbach).

Eine schöne Maßnahme, sich als junge Familie mehr mit unserer Stadt zu verbinden.

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1 Kommentar

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  1. Schön, dass es jetzt auch ein Lätzchen gibt. Auch schön, dass die Karte für die Bücherei nun 12 und nicht wie damals 6 Monate gültig ist. Es ist auch toll, dass der Kontrollbesuch (der nicht so genannt werden sollte aber als solcher empfunden wurde) hier offenbar etwas länger als 30 Sekunden gedauert hat. Es ist auch nett, dass der Besuch offenbar mit Vorlaufzeit angekündigt wird. Wir haben am Freitag den Brief erhalten, dass am Montag der Kontrollbesuch (der nicht so genannt werden sollte aber als solcher empfunden wurde) stattfinden soll. Eine Absage wäre rein zeitlich nicht möglich gewesen. Was hat sich denn beim Jugendamt geändert? Ist vielleicht der Verbesserungsvorschlag aufgegriffen worden, ehrenamtliche Helfer für diese Aufgabe einzusetzen?