Stefanie Marx-Bleikertz, Inhaberin des „Büggel“. Fotos: Thomas Merkenich

Der Unverpackt-Laden Büggel zieht aus der Innenstadt nach Paffrath. Um Kosten zu senken und damit die Existenz des umweltfreundlichen Geschäfts zu sichern. In einem Crowdfunding bittet Inhaberin Stefanie Marx-Bleikertz jetzt um Unterstützungen, mit denen der Umzug, ein Kühlraum und eine Käsetheke mitfinanziert werden sollen.

Der „BÜGGEL – bergisch unverpackt“ hatte vor gut drei drei Jahren sein Ladengeschäft in der Paffrather Straße am Markt eröffnet – und bietet dort unverpackte Lebensmittel, Haushaltsartikel sowie Kosmetik- und Pflegeprodukte an. Das Team um Inhaberin Stefanie Marx-Bleikertz hat sich einen treuen Kundenstamm aufgebaut, aber die aktuellen Krisen sind auch an den Unverpackt-Läden nicht spurlos vorüber gegangen.

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Sie spüre seit April 2022 einen Rückgang der Kunden und ein zurückhaltendes Einkaufsverhalten, berichtet Marx-Bleikertz. Lange habe sie überlegt, ob das Konzept überhaupt noch wirtschaftlich funktionieren kann. Aber die vielen treuen Kunden haben sie bestärkt, weiterzumachen. Ein neues Abo-System, mit dem Stammkunden dem Laden eine Planungssicherheit geben, wer gut angenommen.

Dennoch sei der Laden in der Innenstadt zu groß für das geringe Kundenaufkommen. Daher wird der Büggel im Mai nach Paffrath in ein kleineres Ladenlokal umziehen. In der Nussbaumer Str. 7 (alte Dorfbäckerei) werde er sein neues Zuhause finden.

Um den Umzug zu stemmen und da einige Neuanschaffungen finanziert werden sollen, hat Marx-Bleikertz ein Crowdfunding unter dem Motto „BÜGGEL goes Paffrath“ gestartet.

Bei dieser Form der Finanzierung („Funding“) können sich viele („Crowd“) mit einer kleineren oder größeren Summe an einem Projekt beteiligen. Der Büggel möchte auf diesem Weg 10.000 Euro einwerben. Im Gegenzug für einen Beitrag kann man einen Einkaufsgutschein, eine Einkaufstasche oder auch eine Einladung zu einem Büggel-Abend auswählen.

Hinweis der Redaktion: Hier gelangen Sie zum Büggel-Crowdfunding. Dort wird das Projekt im Detail erklärt, zudem gibt es ein Video.

Von dem Geld soll neben dem Umzug auch ein Kühlraum für Gemüse und eine Frischetheke für noch mehr Käse angeschafft werden. Die lange gewünschte Bio-Zertifizierung soll ebenfalls endlich umgesetzt werden. Das Crowdfunding läuft bis zum 8. April.

Für Firmen bietet der Büggel zudem eine Spender-Patenschaft an. An einem der Spender, aus dem Müsli, Reis & Co. Abgefüllt werden kann, wird dann ein werbewirksames Namensschild der Firma angebracht werden. Eine gute Möglichkeit für eine nachhaltige Werbung.

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Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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10 Kommentare

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  1. Sehr geehrter Dr. Alban, sehr geehrter Herr Knechtmann,

    es überrascht mich immer wieder, dass unser Konzept auf solche Kritik stößt, aber so erklärt es sich vielleicht auch, dass wir in Bergisch Gladbach nicht so erfolgreich sind, dass wir unseren Umzug aus eigener Kraft finanzieren können. Und wir sind so dankbar und froh, dass wir unsere treuen Kunden haben, die uns die Stange halten und mit uns zusammen für ein Fortbestehen des Konzeptes kämpfen. Vielen Dank für die positiven Antworten.

    Im übrigen war es in 2019 und 2020 ganz üblich über Crowdfunding Unverpackt Läden zu finanzieren. Und nein, ich bekomme auch mit einem guten Businessplan keinen Euro mehr von der Bank, da diese Quelle schon ausgereizt ist.
    Übrigens ist es mittlerweile auch üblich, Projekte über die Unterstützung von vielen kleinen Geldgebern zu finanzieren. Vielleicht ist das noch nicht bei Ihnen angekommen? Denn es geht dabei auch darum, dass die Menge Verantwortung übernimmt und somit die Verantwortung nicht nur auf wenigen Schultern liegt.

    Und nein, es ist nicht eine Verlagerung des Problems. Denn wir brauchen das Geld für den Start und nicht alle werden ihre Gutscheine sofort einlösen. Somit können wir aber ersteinmal mit dem Geld arbeiten.

    Also, bevor Sie unser Konzept kritisieren oder es sogar für tot erklären, nehmen Sie Ihre eigene Verantwortung in die Hand und kommen in unseren Laden. Überzeugen Sie sich vor Ort, ob Sie nicht doch das ein oder andere bei uns mitnehmen wollen. Denn Veränderung beginnt bei einem selber.

    Mit unverpackten Grüßen, das Team vom BÜGGEL

  2. Immer diese Kommentare die die Idee des Büggel meinen schlecht zu reden.
    Die Wahrheit ist:
    Es erfordert viel Mut und Geschick ein eigenes Unternehmen zu erschaffen.
    Die Preise sind hoch und die Nachfrage ist rückläufig.
    Aber das beflügelt einen wahren Unternehmer /in. Er sieht darin eine Herausforderung
    Ich wünsche ihr gutes Gelingen. Und den Mitbürgern vielleicht ein größeres Umweltbewusstsein.

    Wir leben im Jahre 2023 und die Leute leben immer noch im Verpackungsmüll. Und trotz des Interesses an Umweltschutzes geht der Trend leider auch in Richtung unnatürlichkeit.
    Ein bisschen Nachhaltigkeit hier und da kommt an. Auch weniger Verpackung wird per Gesetz beschlossen.
    Im Nächstenatemzug sieht man aber Einmal-E-Zigaretten und E-Scooter auf Gladbachs Straßen.
    Und Masken in den Flüssen…..

    Ich denke das Bewusstsein ist noch nicht ganz da.
    Es sind die vielen kleinen Schrauben die verändert werden sollten.
    Schaut man sich nur mal die Kosmetik an. Plastikflaschen und Alu-Deosprays.

    Ich habe von 2017 bis 2023 so gut wie 0 Deos und Shampoo mehr gekauft.
    Und meine Haare sind Tip Top und Ich rieche sogar besser als zu Zeiten von Deo/Parfum

    Für sowas sind die ganzen Büggels da. Um Menschen zu zeigen wie man sich so sein Eigenes Deo oder Duschgel macht.
    Mit Zutaten die man sogar Essen kann

    Wer also nicht bereit ist sein Duschgel zu trinken oder sein Deo zu essen der konsumiert auf Kosten von NATUR und Gesundheit.

    Hoffentlich gelingts und hoffentlich bekommen die menschen eine Bewusstsein für Mensch und Erde

  3. Der Businessplan reicht wohl nicht aus, um einen Kleinkredit zu erhalten und den dann über den Geschäftsbetrieb zu bedienen.

    Einen Umzug inklusive Renovierung von Spendern bezahlen lassen.
    In der Klientel wirklich clever, gibt sicherlich genug gut betuchte, die das unterstützen. Geld ist zwar weg, aber für das gute Gefühl ist etwas getan.

    Auf der CF-Seite sind folgende Dinge genannt:
    -Renovierung des neuen Ladenlokals
    -Umzugskosten
    -Kühlhaus für Obst und Gemüse
    -Frischetheke für Käse und andere frische Lebensmittel
    -Markise für den Cafébereich vor dem Laden
    -neues Laden-Schild und -Außenbeleuchtung
    -Bio-Zertifizierung

    In zwei Jahren dann an gleicher Stelle die Info, dass der Laden zu macht, was wir nicht wünschen, aber doch sehr stark den Anschein hat in der aktuellen Situation.

    1. Was Sie nicht erwähnen: für einen Beitrag erhält man (wenn gewünscht) eine handfeste Gegenleistung, zum Beispiel einen Warengutschein in voller Höhe.

      1. Dann sollten Sie auch dazu erwähnen, dass diese Angebot begrenzt ist.

        Von dem Umsatz Renovierung/Umzug bezahlen und dann wochenlang Ware gegen Gutschein herausgeben führt ja direkt ins nächste Problem.

        Und sollten die eigentlich Umsätze reichen, um diese Projekt zu finanzieren, wäre es wirklich ein kluger Schachzug, günstig/kurzfristig an Geld zu kommen bei der aktuellen Zinslage.

        Drücken wir die Daumen, dass es nur Geschäftsgeist ist und kein schlechtes Wirtschaften ;)

  4. Eine Weisheit der Dakota-Indianer besagt: „Wenn Du merkst, dass Du ein totes Pferd reitest, steig ab!”.

    1. Guten Morgen Herr Knechtmann,

      sicherlich haben die Dakota-Indianer Recht. Allerdings in Bezug auf dem Büggel ganz sicher nicht! Das unverpackte Einkaufen ist ein wichtiger, wertvoller und immer sinnvollerer Beitrag um unsere Verpackungsflut einzudämmen und zum Glück in Bergisch Gladbach kein „totes Pferd“.
      Mein Verpackungsmüll hat sich dadurch um mindestens 70 % reduziert.
      Sicherlich stecken die Unverpackt-Läden in Deutschland durch die Pandemie und die Inflation in der Krise. Um so bemerkenswerter ist, wenn Kunden und Inhaber an einem Strang ziehen (wie im Fall des Büggels) und diese wunderbare Idee am Leben erhalten!

      Ich bin Kundin seit der Eröffnung und bin froh, dieses Einkaufsmöglichkeit in Bergisch Gladbach auch weiterhin zu haben!

    2. Ob das Pferd tot ist, sollte dann aber auch feststehen. Eine Toterklärung per flottem Spruch von Unbeteiligten aus der Ferne ist jedenfalls keine verlässliche Diagnose.

  5. Bitte was genau ist „Crowdfunding“ ? Wir leben in Deutschland und schlagen uns mit englischen Ausdrücken rum….wäre nett unsere Sprache nicht zu vergessen!!

    1. Liebe Frau Eck, wir sind ganz Ihrer Meinung. Daher ist der Begriff auch im Beitrag erklärt:

      „Bei dieser Form der Finanzierung („Funding“) können sich viele („Crowd“) mit einer kleineren oder größeren Summe an einem Projekt beteiligen.“