Viel Pflaster, kaum Bäume und einen Trinkwasserbrunnen nur am Bahnhof bietet die Gladbacher Fußgängerzone. Foto: Archiv

Der Stadtrat hat einen Hitzeaktionsplan für das Stadtgebiet beschlossen. Um dabei möglichst viele Menschen miteinzubeziehen startet die Stadtverwaltung eine Bürgerbefragung zu dem Thema „Hitze in Bergisch Gladbach“. Die Beteiligung ist online und vor Ort möglich.

In der Befragung, die online und vor Ort im Stadtgebiet Bergisch Gladbach durchgeführt wird, bittet die Stadt Bürgerinnen und Bürger, ihre Erfahrungen mit Hitze zu teilen. Dabei geht es um folgende Fragen:

  • Wie nehmen Sie Hitze in Bergisch Gladbach wahr?
  • Wie passen Sie Ihr Verhalten an extreme Temperaturen an?

Unter anderem sollen Orte im Stadtgebiet identifiziert werden, die von den Bürgerinnen und Bürgern als besonders heiß empfunden werden. Aber auch Ideen seitens der Bevölkerung, um künftig besser für Hitzewellen gewappnet zu sein, sind willkommen.

„Ziel des Projektes ist es, für ‚Hot Spots‘, als besonders heiße Bereiche, und Orte mit einem hohen Anteil hitzeempfindlicher Personen, geeignete Maßnahmen zu entwickeln.“, so die projektverantwortlichen Mitarbeiterinnen der Stadt Bergisch Gladbach Kirsten Hübner, Jana Latschan und Heike Behrendt.

Online kann man an der Umfrage über diesen Link teilnehmen. 

Bis zum 11.06.2023 sind alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt Bergisch Gladbach herzlich eingeladen, Ihre Erfahrungen mit Hitze und Ihre Wünsche für einen Hitzeaktionsplan für die Stadt Bergisch Gladbach mitzuteilen.

Teilnahme auch vor Ort möglich

Zusätzlich wird die Befragung an belebten Plätzen vor Ort durchgeführt. Ein Team des bifa Umweltinstituts befindet sich am Freitagvormittag, den 26.05.2023 auf dem Markt in Refrath. Am Nachmittag wird das Team seinen Stand ab ca. 13:00 Uhr am Trotzenburgplatz aufbauen und die Befragung in der Stadtmitte fortsetzen.

Diese Maßnahme ist der erste Schritt eines mehrstufigen Beteiligungsverfahrens zur Entwicklung des Hitzeaktionsplans. Hierbei werden sowohl die Bürgerinnen und Bürger Bergisch Gladbachs als auch Expertinnen und Experten, die Stadtverwaltung und die Politik in den kommenden Monaten eingebunden. Die Ergebnisse der Befragung fließen in Workshops zur Entwicklung von Maßnahmen ein, die im Juni und August stattfinden werden.

Link für weitere Infos hier: Hitzeaktionsplan, Klimaanpassung

Das Projekt wird vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen zu 100 Prozent gefördert.

Hintergrund

Die Sommer in Bergisch Gladbach werden heißer. Für die Zukunft wird eine immer weiter steigende Zahl an Hitzetagen – Tage mit einer Temperatur von mindestens 30°C – erwartet. Diese Hitzeextreme können eine erhebliche Auswirkung auf die Gesundheit haben. So warnt das Umweltbundesamt, dass bei anhaltend hohen Temperaturen während Hitzeperioden das körpereigene Kühlsystem überlastet werden kann. Gerade ältere Menschen, Menschen mit relevanten Vorerkrankungen, Kleinkinder und Säuglinge oder Wohnungslose leiden häufig stark unter diesen Temperaturen.

Vor diesem Hintergrund müssen Maßnahmen ergriffen werden, um Bürgerinnen und Bürger zu helfen, sich auf weitere Hitzeereignisse besser vorzubereiten. Die Stadt hat deshalb die Erstellung eines Hitzeaktionsplans, der bis September 2023 entwickelt wird, beauftragt.

Hier werden offizielle Pressemitteilungen der Stadtverwaltung veröffentlicht. Sie geben nicht die Meinung des unabhängigen Bürgerportals iGL wieder.

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  1. In der Gladbacher Fußgängerzone würde ich mich einfach vor die Türe des Bekleidungsgeschäftes H&M stellen. Dort gibt es eine Klimaanlage und die Türe sind dauer-offen, sodaß auch die Menschen in der heißen Sonne abgekühlt werden…

  2. Bürgerbeteiligung hört sich ja toll an, scheint mir aber inzwischen ein „Mäntelchen“ , konkrete Maßnahmen noch lange hinauszuschieben.
    Es gibt doch seit Jahren zig Vorschläge und bereits einiges Umgesetztes aus vielen Städten.
    Es gab bereits OnlineBefragungen zum Klimakonzept (hat irgendjemand von Ergebnissen gehört ?, geschweige denn von UMGESETZTEM ???
    Wichtig Naturschattenplätze (Bäume) in der immer mehr (und nicht weniger) versiegelten Stadt (mit Bänken), Klimaanlagen in Seniorenheimen (vor allem in den Stationen unterm Dach) usw usw (siehe oben) . Siehe die Eingaben von Frau Erika Bauer und vielen anderen.

    1. Ich verstehe Ihren Kritikpunkt nicht, Herr Thiel. Die Stadt hat ein Klimaschutzkonzept entwickelt (wie an anderer Stelle im Bürgerportal berichtet wird) und will im Herbst einen Hitzeaktionsplan vorlegen (wie hier oben steht). Zudem wurden bzw. werden Bürger zu Ihren Erfahrungen und Ideen befragt. Das hört sich für mich alles sehr vernünftig an, jedenfalls nicht nach “Mäntelchen” oder “Hinausschieben”. Für Verzögerungen werden eher jene politischne Kräfte sorgen, die von Klimaschutz wenig halten oder das Klimaproblem gar nicht sehen. Verlassen Sie sich drauf.

  3. GL hat das Glueck, dass es rundherum viel Wald gibt – bei Hitze kann mensch also relativ leicht ins Gruene “fliehen”, wo es zumindest *etwas* kuehler ist.

    Was fehlt, sind groessere innerstaedtische Wasserflaechen. Die Haelfte des Zanders-Gelaendes ist laut Hochwasserkarten ohnehin Ueberschwemmungsgebiet – wie waers mit einem oeffentlichen Badesee?

  4. Was nützen solche Befragungen wenn man sieht wie Bensberg trotz Klimawandel zugepflastert wird. Beete statt Parkplaetze wuerde auch weiterhelfen.

    1. Tja, ich frage mich auch ob das was bringt, weil Bergisch Gladbach schon 2021 schwarz auf weiß eine umfangreiche Analyse von der Lohmeyer gmbh erhalten hat. Sie nennt sich Klimafunktions- und Planungshinweiskarte für die Stadt Bergisch Gladbach und kann auf der Stadtwebsite angesehen werden (110 Seiten!) Dort sind Hitzebereiche und klimatisch schlechte Areale verzeichnet und es gibt auch schon klare Handlungsempfehlungen.
      Da fragt man sich schon, warum nicht gehandelt wird, wenn das Wissen rund um klimatisch schlechte Areale bereits bekannt sind.

      Zusätzlich fraglich ist, wie representativ solche Umfragen sind. Die Einholung von Meinungen ist zwar prinzipiell zu begrüßen aber letztendlich wird nur ein ganz kleiner Teil der Bürgerschaft teilnehmen. Was wird nachher als datengetriebene Entscheidungsgrundlage dienen? Die Meinung von Experten oder die Wahrnehmung einiger weniger Bürger?

      1. Die Bedenken sind berechtigt. Wer weiß denn sowas? Hoffen wir mal, dass also so eintritt. Obwohl ich glaube , die Zuverlässigkeit der Wettervorhersage sollte man schon einrechnen.