Auf der ehemaligen Pferdewiese wollte WvM Wohnhäuser und eine Kita bauen; die Stadt lehnte aufgrund von Hochwassergefahren ab. Foto: Thomas Merkenich

Das Immobilienunternehmen WvM hat nach dem negativen Votum des Planungsausschuss angekündigt, das Bauprojekt „Benesfeld“ an der Alten Marktstraße aufzugeben. Statt dessen wolle man nun dafür sorgen, dass die Stadt nicht mehr aus das Grundstück entwässern könne. Aussagen, wonach der Investor die SPD unter Druck gesetzt habe, gingen auf Zitate zurück, die aus dem Zusammenhang gerissen worden seien.

Die Entscheidung des Stadtentwicklungs- und Planungsausschusses, das Verfahren für einen Bebauungsplan für die alte Pferdewiese an der Alten Marktstraße zu beenden, wertet der Investor WvM als Niederlage. Es sei klar geworden, „dass unsere Visionen und Ziele nicht in ausreichendem Maße von den politischen Akteuren und der Stadtverwaltung geteilt werden“, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

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Daher werde WvM die Pläne „für die Errichtung des ersten ökologischen Viertels in der Stadt Bergisch Gladbach“ nicht weiterverfolgen. Stattdessen wolle das Unternehmen jetzt prüfen, wie die Stadt davon abgehalten werden könne, „weiterhin auf unserem Grundstück zu entwässern“.

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Bis zum Schluss hat der Investor mit harten Bandagen für das Wohnungsbauprojekt „Benesfeld“ an der Alten Marktstraße in Refrath gekämpft. Doch am Ende fiel die Entscheidung sehr deutlich aus, die Arbeiten an einem Bebauungsplan werden endgültig beendet. Zuvor machte die SPD einen ungewöhnlichen Hinweis der Einflussnahme des Investors öffentlich.

Die Darstellung von SPD-Fraktionschef Klaus Waldschmidt, dass WvM-Geschäftsführerin Erika Werres in einer Mail gedroht habe, dafür zu sorgen, dass die SPD und Bürgermeister Frank Stein bis zur nächsten Wahl in der Presse schlecht aussehe, wies das Unternehmen zurück. Diese Zitate seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Das Unternehmen wollte nach eigener Darstellung „ausschließlich auf potenzielle rechtliche Konsequenzen und die begleitende Medienberichterstattung hinweisen, sollten bestimmte Entscheidungen getroffen werden“.

Der Wortlaut der Mail von Werres an Waldschmidt liegt dem Bürgerportal vor; eine verzerrte Darstellung der Sachlage durch den SPD-Fraktionschef ist für uns nicht erkennbar. Konkrete Fragen zu den Aussagen in der Mail ließ WvM unbeantwortet.

WvM führt an, „eine Million Euro und 10 Jahre harte Arbeit in Bergisch Gladbach investiert“ zu haben. Dahinter stehe „der wahrhaftige Glaube an eine nachhaltige Stadtentwicklung“. Nach wir vor hoffe WvM, „dass die Stadtverwaltung und die politischen Akteure zukünftig ein offenes Ohr für solche Projekte haben werden.“

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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  1. Die meisten Refrather freuen sich jedenfalls, dass mal wenigstens eine kleine Wiese (Hochwasser sei „Dank“ !) nicht zubetoniert wird und dass immer noch die Politik entscheidet und nicht die Investoren.

  2. Was soll das denn heißen „wie die Stadt davon abgehalten werden könne, „weiterhin auf unserem Grundstück zu entwässern“? Will dieser ökologisch so engagierte Investor jetzt 9000 qm zubetonieren? Und warum? Aus „Rache“? Oh Mann …

    1. Das Gelände ist so beschaffen, dass Wasser aus dem Umfeld auf das Grundstück des Investors fließt und dort versickert.

      1. Ich kann nur noch mit dem Kopf schütteln. Haben Investoren kein Rücktrittsrecht, wenn so ein Grundstück nicht bebaut werden darf? Das ist schlimmer als im Kindergarten.

  3. Ich würde es begrüßen, wenn Sie die E-Mail der WvM an die SPD-Fraktion veröffentlichten. Nur so kann sich der Leser ein umfassendes Bild über eine Entscheidung machen, die für sich genommen nur unter dem Gesichtspunkt nachzuvollziehen ist, mit wohlklingenden Begründungen, Stichworte “Hochwasserschutz” und “Frischluftschneise”, jede weitere Stadtentwicklung verhindern zu wollen.

    Das ist als Grünenpolitik aufgrund dessen, dass die Grünen bei der letzten Kommunalwahl mehr Stimmen als die SPD bekommen hat, zu akzeptieren. Einen Großteil der Wähler, die der Vor-Ort-SPD trotz nicht immer glücklicher Performance die Treue gehalten hat, vergrätzt man sich auf diese Art und Weise endgültig.

    Die SPD ist nicht die Partei des saturierten Bürgertums, das mit fortschrittlich und moralisch gut klingenden Worten alles das verhindert, was den status quo gefährdet, oder doch? Es dürfte an der Zeit sein, das Bündnis mit den Grünen einer sorgfältigen Prüfung zu unterziehen.

    1. Vollkommen richtig geschrieben, Mario Jorberg.
      Ich würde auch sehr gerne diese Mail von WvM lesen. Vielleicht kann die Projektleiterin dies Mail zur Kenntnis geben?! Aber hier wird sie sicher sofort gelöscht, oder garnicht erst eingestellt. Hier könnte Herr Watzlawek zeigen, das In-gl.de kein Meinungsfunk der Restampel ist.
      Außerdem wäre es für die Bürger sehr hilfreich und informativ den gesamten Diskussionsverlauf hier abzubilden.

      1. Wenn Sie die vertrauliche Mail von Frau Werres gerne lesen wollen dann sollten Sie sich an Frau Werres wenden. Die Mail enthält gibt lange Passagen von Antwaltsschreiben wieder, die ausdrücklich nicht für die Veröffentlichung gedacht sind.

        Wir halten uns an die Regeln, werden aber der Sache weiter nachgehen – keine Sorge.

        Ihre Aussage zum „Meinungsfunk“ weisen wir zurück. Dass Sie unser offenes Meinungsforum hier ausgiebig nutzen und uns dann Einseitigkeit vorwerfen, spricht für sich.

    2. Wenn Sie die vertrauliche Mail von Frau Werres lesen wollen dann sollten Sie sich an Frau Werres wenden. Die Mail enthält gibt lange Passagen von Antwaltsschreiben wieder, die ausdrücklich nicht für die Veröffentlichung gedacht sind.

      Wir halten uns an die Regeln, werden aber der Sache weiter nachgehen – keine Sorge.

      Was spricht dagegen, sich auf die Berichterstattung und Einordnung guter Journalist:innen zu verlassen. Wir haben sehr ausführlich berichtet, der KSTA ebenfalls.

    3. Aber wenn Sie als Mitglied des “saturierten Bürgertums” der SPD trotz ihrer “nicht immer glücklichen Performance” so lange die Treue gehalten haben und so gute Tipps zum Überleben geben, hat die Partei Ihres Herzens ja doch nicht alles falsch gemacht.

      1. Die Partei meines Herzens ist meine Partnerin und nicht die SPD. Es geht auch nicht um gute Tipps, sondern um eine Kritik, die ich mir als Wähler erlauben darf. Und ob ich Mitglied des “saturierten Bürgertums” bin, sehr geehrter Herr Dettmar, werden Sie nicht beurteilen können.

    4. In der Vergangenheit wurden in vielen Fällen Retentionsgebiete und Frischluftschneisen zugunsten von Bauprojekten in Bergisch Gladbach überbaut. Es ist allgemein bekannt, dass dies negative Auswirkungen auf die Umwelt, das Klima und die Lebensqualität hat. Allerdings sind sich Stadtplaner und Entscheidungsträger zunehmend bewusst, dass der Schutz solcher natürlichen Ressourcen wichtig ist, um eine nachhaltige Stadtentwicklung zu gewährleisten. Und das ist gut so, zumal für mich bei diesem geplanten Projekt nicht erkennbar war, inwieweit die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum erreicht worden wäre und damit das SPD-Ziel des sozialen Wohnungsbaus.