Kinderärztin Dr. med Uta Römer. Foto: privat

Insekten wie Mücken, Bienen und Wespen können im Sommer zur Herausforderung werden. Ihre Stiche sind nicht nur lästig, sondern können auch unangenehme Symptome auslösen. Kinderärztin Uta Römer erklärt, was überhaupt bei einem Insektenstich im Körper passiert, wie man diesem vorbeugen kann und was zu tun ist, wenn man doch gestochen wird – auch und vor allem, wenn eine Allergie vorliegt.

Ein Insektenstich löst eine komplexe Reaktion im Körper aus. Mit dem Stich gelangt das Insektengift oder -sekret unter die Haut. Das Immunsystem erkennt diese Substanzen als potentielle Gefahr und startet eine Abwehrreaktion. Dabei werden verschiedene Botenstoffe freigesetzt, darunter Histamin, das für die typischen Symptome wie Rötungen, Schwellungen und Juckreiz verantwortlich ist.

Bei Menschen, die allergisch auf Insektenstiche reagieren, ist diese Reaktion besonders stark und kann zu schwerwiegenden Symptomen führen wie Atembeschwerden und Kreislaufproblemen bis hin zur Bewusstlosigkeit. Es ist daher wichtig, die Symptome aufmerksam zu beobachten und im Falle schwerwiegender Reaktionen sofort medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Bei Reisen ins Ausland besteht bei Mückenstichen außerdem das Risiko der Übertragung von Krankheiten wie z.B. Dengue-Fieber und Zika-Virus.

Vorbeugende Maßnahmen

Um Insektenstiche zu vermeiden, können einige Vorkehrungen getroffen werden. Helle Kleidung, der Verzicht auf stark parfümierte Produkte und das Tragen von geschlossenen Schuhen und langen Kleidern können dazu beitragen, Insekten fernzuhalten.

Insektenabweisende Mittel, speziell für Kinder entwickelt, sind eine weitere Möglichkeit, um Stiche zu verhindern.

Zusätzlich können folgende Vorkehrungen helfen:

  • Vermeiden Sie auffällige Kleidung, da bestimmte Farben wie Gelb Insekten anziehen können.
  • Verwenden Sie milde Seifen oder Duschgels ohne starke Duftstoffe, da Insekten auf intensive Gerüche reagieren können.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Kind keine Süßigkeiten im Freien isst und süße Getränke nur mit einem Strohhalm trinkt, um keine Insekten anzulocken.
  • Halten Sie den Rasen kurz und lassen Sie Ihr Kind nicht barfuß auf Wiesen laufen.
  • Verschließen Sie Getränkeflaschen immer, um das Risiko eines Stichs in den Mund oder Hals zu verringern.
  • Vermeiden Sie es, Ihr Kind in der Nähe von Müllbehältern spielen zu lassen, da diese Insekten anziehen können.
  • Bewahren Sie Ruhe, wenn Ihr Kind von Bienen oder Wespen umschwirrt wird, und versuchen Sie, das Insekt mit langsamen Bewegungen zu vertreiben.
  • Schließen Sie tagsüber die Fenster des Kinderzimmers oder installieren Sie Fliegengitter, um Insekten fernzuhalten.

Dieser Text ist zuerst im Newsletter „GL Familie“ erschienen. Er richtet sich an die Eltern (und Großeltern) jüngerer Kinder, hier können Sie ihn kostenlos bestellen.

Behandlung von Insektenstichen

Falls Ihr Kind dennoch gestochen wird, gibt es verschiedene Maßnahmen, um die Beschwerden zu lindern. Bei Bienen- und Wespenstichen können kühlende Umschläge und Eispacks sowie spezielle Gels wie z.B. Fenistil den Schmerz, Juckreiz und die Schwellung reduzieren.

Bei starken Beschwerden können auch antiallergische Medikamente wie Antihistaminika helfen, jedoch immer in Absprache mit einem Kinderarzt oder einer Kinderärztin. Bei bekannter Insektenstichallergie sollte immer ein Notfallset mit sich getragen werden.

Bei Atemnot, einem Zeichen einer schwerwiegenden allergischen Reaktion, ist sofortige medizinische Hilfe erforderlich.

Diagnose und Behandlung von Insektengiftallergien

Die Diagnose einer Insektengiftallergie erfolgt durch Hauttests oder Blutuntersuchungen. Bei positivem Befund kann eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung) in Betracht gezogen werden. Dabei wird das Immunsystem des Kindes langsam an das Insektengift gewöhnt, um allergische Reaktionen zu verhindern oder zu reduzieren. Diese Therapie erstreckt sich über mehrere Jahre und kann gute Erfolge erzielen.

Ob mit oder ohne Allergie: Mit einfachen Vorsichtsmaßnahmen und der richtigen Behandlung können Sie unbeschwerte Tage im Freien genießen. Bei Fragen oder Unsicherheiten können Sie sich immer an Ihren Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin wenden.

Wir wünschen Ihnen einen wunderschönen und insektenstichfreien Start in den Sommer!

Ihre Dr. med. Uta Römer und das gesamte Praxisteam

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter anderem auf Kinderärzte-im-Netz, der Deutschen Gesellschaft für Allergologie und Klinische Immunologie (DGAKI) und dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB). Hier geht es zur Webseite meiner Gemeinschaftspraxis für Kinder- und Jugendmedizin in Refrath.


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Fachärztin für Kinder- und Jugendmedizin. Sie hat eine Praxis in Refrath.

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