Foto: Büro für Fotografie, VDI / VDE

In Bergisch Gladbach gibt es einige technische Weltmarktführer. In der Bevölkerung sind die Unternehmen jedoch wenig bekannt, die Betriebe in der Regel kaum zugänglich. Beides ändert die „Nacht der Technik“: Sie öffnet viele Türen und stößt bei Anbietern wie Nachfragern auf eine große Resonanz. Anmeldungen für den 21. Juni sind jetzt möglich, einige Touren sind rasch ausgebucht.

Zum neunten Mal findet die Nacht der Technik in Köln am 21. Juni statt, und schon zum fünften Mal ist Bergisch Gladbach mit einem eigenen „Cluster“ von neun spannenden Adressen an dieser Veranstaltung beteiligt. „Viele Menschen wissen nicht, was es in ihrer Nachbarschaft an Technik gibt – das wollen wir transparent und sichtbar machen“, sagt Projektleiter Hans-Arnold Büscher bei der Vorstellung des Programms im EVK.

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Dazu öffnen 61 Unternehmen in Köln und immerhin neun in Bergisch Gladbach ihre Türen für Interessierte, für Vorführungen, Führungen und Gespräche. Damit das vielfältige Programm unter dem Motto „Technik sehen, verstehen, erleben“ intensiv genutzt werden kann gibt es einen gut strukturierten Shuttle-Service, der Bergisch Gladbach über einen eigenen Hub erschließt und mit den Adressen in Köln verbindet.

Ein Ticket für die ganze Nacht inklusive Transport kostet 12 Euro, für Schüler:innen und Studierende ist das ganze kostenlos. Für besonders interessante Programme ist eine rasche Reservierung zu empfehlen (s.u.).

Das Shuttle-Drehkreuz für den Cluster Bergisch Gladbach befindet sich am Campus von FHDW und bib, aber auch der S-Bahnhof und der Busbahnhof Bensberg sind angebunden.

„Drei bis vier Adressen kann man schon schaffen“, berichtet Büscher. „Beim vergangenen Mal kam der letzte bei uns um zehn vor zwölf an“, erzählt Sabine Kipke, Betriebsleiterin bei P.J. Schulz in Bensberg. „Und den haben wir auch noch kurz reingelassen.“ Diese Art der Anstrengung mache nicht nur Spaß, sondern lohne sich auch für das Unternehmen: „Danach hatten wir einen Haufen neuer Bewerbungen, für Praktika und Ausbildlungsplätze“, berichtet Kipke.

Andreas Hecker, ärztlicher Direktor des EVK auf dem Gesundheitscampus Quirlsberg, ist vor allem vom intensiven Interesse der Besucherinnen und Besucherinnen der Nacht der Technik begeistert: „Das geht von jung bis alt, die wollen alles wissen über unsere OP-Roboter bis hin zu den Notstromaggregaten“. Daher wird das EVK nicht nur den neuen ROSA Operations-Roboter mit der Knochensäge für Knietransplantationen demonstrieren, sondern auch erklären, wie die Klinik bei einem dreiwöchigen Blackout über die Runden kommt.

Zu den Anbietern in Bergisch Gladbach gehören:

  • Die DEUTA Werke entwicklen Highend-Technologie für den weltweiten Hochgeschwindigkeits-Zugverkehr und die Industrie. Bei der Nacht der Technik wird eine „Blackbox“ für Züge vorgestellt, es gibt eine Führung durch die Fertigung und Vorträge zu MINT-Berufen. Im U23-Programm wir das Duale Studium bei DEUTA vorgestellt. Ohne Reservierung, mehr Infos.
  • RI Research Instruments im Technologiepark demonstriert Entwicklung und Bau von extrem genauen Messinstrumenten. Wie das gelingt, wird bei Führungen demonstriert. Dabei kann man u.a. beobachten, wie Spezialinstrumente in Reinräumen gebaut und versiegelt werden. Reservierungspflichtig, mehr Informationen.
  • P.J. Schulz war 2019 aus Köln nach Bensberg gezogen und ist auf die Bereiche Dichtungstechnik, Schlauchleitungstechnik und allgemeine Industrietechnik spezialisiert. Es gibt einen „technisch hochqualifizierten Spaziergang“ durch das Unternehmen und viele Infos zur Ausbildung. Diese Angebote sind zum Teil reservierungspflichtig.
  • Bandis Knopp führt seinen Maschinenpark für die Herstellung von Verpackung aus Wellpappe vor, mit drei Führungen um 19, 21 und 23 Uhr. Im U23-Programm geht um „Deine Zukunft in der Wellpappe“. Diese Angebote sind reservierungspflichtig.
  • Schmersal Böhnke und Partner stellt Steuerungen für Aufzüge her und bietet Führungen „in die Welt der Aufzüge“ an. Ohne Reservierung, mehr Infos.
  • Der Energieversorger Belkaw zeigt die Umspannanlage bei Führungen und stellt Entstörungsfahrzeuge vor. Keine Reservierung erforderlich, mehr Infos zum Programm.
  • Das Evangelische Krankenhaus (EVK) führt den OP-Roboter ROSA vor und gibt einen Einblick hinter die Kulissen der Energieversorgung in einer Führung mit dem Titel „Blackout in Bergisch Gladbach“. Reservierungspflichtig, mehr Infos.
  • Die Fachhochschule der Wirtschaft (FHDW) stellt Studierenden und Unternehmen marktgerechtes und zeitgemäßes Know-how in den Bereichen Betriebswirtschaft und Informationstechnologie zur Verfügung. In der Nacht der Technik geht es um Robotik, die Objekterkennung per KU und Smart Home. Ohne Reservierung, mehr Infos.
  • Das bib International College bietet Ausbildungen und Studienmöglichkeiten in den Bereichen Informatik, Game, Mediendesign und Wirtschaft. Geboten werden ein Fotoworkshop mit KI-Bearbeitung, ein VR-Escape-Room und ein Workshop zur Programmierung eines Computerspiels. Ohne Reservierung, mehr Infos.

Die Nacht der Technik ist vom VDI und VDE initiiert worden und findet alle zwei Jahre statt. Sie richtet sich gezielt an Jugendliche und junge Erwachsene, denen sie eine besonders praxisnahe Form der Berufsorientierung ermöglicht. Zielgruppe sind aber auch die Menschen, die sich dafür interessieren, was in ihrer Nachbarschaft wir produziert wird.

Eintritt: Einzeltickets kosten 12 Euro, ermäßigt 6 Euro. Schüler:innen und Studierende haben dank eines Sponsorings der IHK Köln freien Eintritt. Enthalten sind der Zugang zu den reservierungsfreien Stationen, zu bis zu drei reservierungspflichtigen Programmen sowie der Shuttle-Service.

Vor Corona hatte insgesamt bis zu 5000 Menschen teilgenommen, davon in Bergisch Gladbach rund 400. Zahlen, die in diesem Jahr nach Einschätzung der Veranstalter wieder annähernd erreicht werden könnten.

Weitere Infos und Hilfen für die Planung der Nacht der Technik am 21. Juni von 18 bis 24 Uhr gibt es auf der Website.

Dokumentation: Das gesamte Programm

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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