Nach mehreren Unfällen ist die Ampelschaltung an der großen Kreuzung in Moitzfeld verändert worden. Das soll vor allem Kindern und Jugendlichen mehr Sicherheit geben. Die CDU hatte das über Jahre hinweg gefordert. Jetzt freut sie sich über den Erfolg und kritisiert, dass sich der SPD-Bürgermeisterkandidat „mit fremden Federn“ schmücke.

Wir veröffentlichen einen Beitrag der CDU

Kinder müssen sicher zur Schule kommen. Das ist ein Anliegen, das jede Mühe rechtfertigt. Besonders riskant ist der Schulweg leider für Schüler an der großen Verkehrskreuzung in Moitzfeld. Für uns gilt das wegen mehrerer Verkehrsunfälle bereits seit Februar 2022 – völlig wahlkampfunabhängig. Und nun sind wir erfolgreich: Heute ist die Ampelschaltung wie von uns beantragt geändert worden, für mehr Sicherheit für die Schwächsten im Straßenverkehr.

Anders für den Bürgermeisterkandidaten der SPD, der mit einem schneidigen Instagram-Video an der Kreuzung vor kurzem versuchte, die Früchte beharrlicher CDU-Arbeit zur Verbesserung der Sicherheit der Querung zu ernten. Wenn es so einfach wäre, hätten wir es schon früher getan. Kreutz war an dem komplexen Vorgang gar nicht beteiligt.

Hinweis der Redaktion: Hier finden Sie das Instagram-Video von SPD-Kandidat Marcel Kreutz.

„Mehr Sicherheit für querende Fußgänger lässt sich bei der Verwaltung leider nicht mal eben durch einen Einsatz im Nachgang zu einem 44-Sekunden-Video erreichen“, erklärt Lutz Schade, Mitglied der CDU-Fraktion im Rat der Stadt. „Entsprechende Maßnahmen treiben wir als CDU-Fraktion seit 2022 nachhaltig und konsequent im Ausschuss für Mobilität und Verkehr gemeinsam mit den zuständigen Gremien voran.“

Dass man hierbei leider einen langen Atem braucht, lässt sich anhand der folgenden Chronik anschaulich darlegen: 

1. 07.02.2022 – Erster Antrag der CDU-Fraktion (0082/20220):

Nach einem Unfall forderte die CDU-Fraktion eine Verbesserung der Verkehrssicherheit an der zentralen Kreuzung in Moitzfeld. Maßnahmen: Einführung eines Schülerlotsendienstes, stärkere Beleuchtung der Fußgängerüberwege, blinkende Warnsignale und eine stationäre Rotlichtüberwachung der Kreuzung. 

2. 22.03.2022 – Reaktion der Verwaltung:

Die Verwaltung kündigt eine Situationsanalyse durch eine Unfallkommission an. Die Maßnahmen gemäß den Vorschlägen der CDU-Fraktion wurden beschlossen, die Aufforderung an die Straßenverkehrsbehörde und an den Baulastträger zur Umsetzung sollten erfolgen. 

3. 02.04.2024 – Dringlichkeitsantrag nach erneutem Unfall (0227/2024):

Ein erneuter Unfall am 23.03.2024 hat die CDU-Fraktion veranlasst, den fortwährenden Verzug der beschlossenen Maßnahmen als unverantwortlich zu kritisieren. Sie forderte konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Fußgängersicherheit für die nächste Ausschusssitzung am 09.04.2024. 

4. 09.04.2024 – Ausschusssitzung:

Der Dringlichkeitsantrag der CDU-Fraktion wurde einstimmig angenommen. Die Verwaltung erklärte jedoch, dass die Ergebnisse der Unfalluntersuchung durch die Kreispolizeibehörde noch nicht vorliegen. Erst danach seien Präventivmaßnahmen möglich. 

5. 11.06.2024 – Lösungsansätze der Verwaltung:

Die Verwaltung schlug vor, Fußgängerquerungen nicht mehr mit linksabbiegenden, sondern mit rechtsabbiegenden Fahrzeugen zu schalten. Die CDU-Fraktion begrüßte diesen Ansatz als ersten wichtigen Schritt. 

6. 10.09.2024 – Nachfragen zur Umsetzung:

Lutz Schade, Sprecher der CDU-Fraktion im Ausschuss für Mobilität und Verkehrsflächen, erinnerte an die angedachte Ampelschaltung vom 11.06. zur Erhöhung der Kindersicherheit bei Überquerung der Straße, und fragte, ob diese inzwischen umgesetzt sei. Die Verwaltung bestätigte eine Anordnung durch die Verkehrsbehörde und kündigte eine schriftliche Antwort an. 

7. 12.11.2024 – Fehlende Umsetzung:

Die schriftliche Antwort der Verwaltung zur Ampelschaltung ist weiter ausgeblieben. 

8. Januar 2025 – Umsetzung des Verbesserungsvorschlags durch Straßen NRW

„Auch wenn die Verwaltung nur schleppend auf unsere konkreten Vorschläge und Dringlichkeitsanträge reagiert, hat es sich ausgezahlt, dass wir konkrete Maßnahmen zur Schulwegsicherung an der Kreuzung in Moitzfeld mit Beharrlichkeit weiterverfolgt haben, um tatsächliche und spürbare Verbesserungen zu erreichen“, fasst Bettina Mittenbühler, Vorsitzende der CDU Bensberg/Moitzfeld, die Arbeit der CDU zusammen. „Und das auch über den Wahlkampf hinaus.“

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

18

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

    1. Im Vürfels ist nichts passiert, keiner der vier geforderten Maßnahmen sind erkennbar. Es gibt vor der Schule eine Ampel seit Jahren, so dass die Kinder so sicher über die Straße kommen.

      1. Wäre interesssant, ob das die CDU im Stadtrat bzw. im zuständigen Ausschuss weiter verfolgt hat oder ob es ihr reichte, eine alarmistische Pressemitteilung durch den Blätterwald rauschen zu lassen. Zu der Zeit, als diese Partei die Stadtspitze stellte, scheint man das ja auch eher mit einem Achselzucken zur Kenntnis genommen zu haben.

      2. Ich denke, dass Projekt hat nur zeitlich nicht hingehauen.
        Wie hätte die CDU dagestanden vor den Bürgern, wenn Sie das “Projekt” Vürfels weiterforciert hätte (Verschönerungs- und Verkehrsberuhigungsmaßnahmen).
        Und wenig später, wie sie es betrieben hat, über Herrn Stein, Herrn Migenda, die Verwaltung und sogar die Polizei Kübelweise Spucke und Galle ergossen hat wegen den geplanten Verschönerungs- und Verkehrsberuhigungsmaßnahmen in der Laurentiusstraße.

      3. Aus der Niederschrift der Sitzung des entsprechenden Ratsausschusses vom 22.03.2022 erging auf den Antrag der CDU hin folgender Beschluss:

        “Beschluss: (einstimmig)
        Die Verwaltung wird beauftragt, unter Einbeziehung der im Antrag vorgeschlagenen Maßnahmen
        Lösungsvorschläge zur Verbesserung der Verkehrssituation der Straße Vürfels und der
        angrenzenden Straßen in der näheren Umgebung zu erarbeiten.”

        Damit lag oder liegt der Ball wohl im Spielfeld der Verwaltung.

      4. @Elena
        Ja, das Sitzungsergebnis ist wohl seinerzeit bekanntgegeben worden.
        Aber WARUM wir von dieser, offenbar ins Stocken geratenen Maßnahme bzw. CDU Antrag, nun bereits seit fast 3 Jahren nichts gehört und gesehen haben, können Sie sich offensichtlich auch nicht anders erklären.

        “Lösungsvorschläge zur Verbesserung der Verkehrssituation der Straße Vürfels und der angrenzenden Straßen in der näheren Umgebung zu erarbeiten”
        Diese Bearbeitung verschlingt immerhin auch bereits viel Aufwand und Geld, daher sollte sie nicht einfach in irgendeiner Schublade verschwinden dürfen.

      5. In der Straße Vürfels wurde (nh. Straßenbahn) ein Messgerät aufgestellt, um Geschwindigkeitsverstößte festzustellen. Offenbar gab es (fast) keine – was allerdings nach Aussage von Anwohner:innen daran liegt, dass an der falschen Stelle gemessen wurde. Sie sagen, dass weiter östlich häufig zu schnell gefahren wird (ich kann das persönlich nicht beurteilen, daher gebe ich es nur wieder).

  1. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Kreuzung wohnend ist bzw. war deren bisherige Ampelsteuerung uns seit vielen Jahren ein Dorn im Auge, weil höchst gefährlich. Die CDU setzt sich seitdem für eine geänderte Schaltung ein.
    Völlig unverständlich dass Herr Kreutz von der SPD dies als seinen Erfolg wertet – HÖCHST PEINLICH.
    Auch in GL ist „Ampel “ hoffentlich bald Geschichte!

    1. Auch die CDU hatte gerade im letzten Jahr (und mehrere Jahre davor) die Möglichkeit, eine Veränderung herbei zuführen. Warum sich aber dann am Ende nie etwas getan, können die Personen nur selber beantworten. Und wenn sich nach Jahren des Redens und aufzeigen der Gefahren keine Verbesserung in Aussicht stellt, muss man sich nach Alternativen umschauen.

  2. “Kinder müssen sicher zur Schule kommen. Das ist ein Anliegen, das jede Mühe rechtfertigt.” und “[..] mehr Sicherheit für die Schwächsten im Straßenverkehr”

    Scheint nur leider für die Altenberger-Dom-Str. in Schildgen oder auch die Schlossstraße in Bensberg dann wiederum nicht zu gelten, sobald dies den (teilweise) Entfall von Parkplätzen bedingt und stattdessen die Forderungen der Interessen Gemeinschaften des lokalen Handels stärker als die allgemeine Verkehrssicherheit gewichtet werden.

    Das finde ich absolut inkonsequent. Zum üblichen Wahlkampfgetöse und dem Reklamieren von Erfolgen enthalte ich mich des Kommentars. Auch ich würde mir in der Politik mehr miteinander wünschen.

    Bei der Umsetzung von Maßnahmen in verschiedenen Zuständigkeit und Bauträgerlasten brauchen wir dringend eine Verschlankung und Entbürokratisierung der Prozesse.

  3. Ein schönes Beispiel, woran dieses Land krankt: Schnelle, pragmatische Lösungen mit wenig Aufwand sind scheinbar unmöglich. Wenn nur irgendwer mal die Abläufe in Politik und Verwaltung analysieren und entsprechende Verbesserungen in unserem Sinne (der Bevölkerung) schnell umsetzen würde…

    1. Alle wünschen sich pragmatische Lösungen – sie scheitern meist an kleinen Bevölkerungsgruppen, die sich dadurch benachteiligt fühlen, und an Parteien, die dieser lautstarken Minderheit hinterherlaufen. Verkehrspolitik ist ein gutes Beispiel: “Eigentlich” sind ja Alle für sichere Fuß- und Radwege, gerade für Schüler:innen – aber wehe, es fällt auch nur ein Parkplatz weg oder der Autoverkehr wird sonstwie eingeschränkt!

  4. Vielleicht schaffen es unsere Politiker ja in Zukunft mal zusammen daran zu arbeiten, dass gewisse Themen zügig und zeitnah umgesetzt werden. Man sollte doch meinen, dass zumindest das Thema “Sicherheit von Kindern im Straßenverkehr” von allen gleich wichtig angesehen wird. Einfach mal zusammen pragmatische Lösungen finden ohne direkt wieder betonen zu müssen, warum der oder die andere alles falsch gemacht hat. Das wäre wirklich innovativ.

  5. Ich weiß gerade nicht, ob ich lachen soll oder vor Wut schäumen. Ich lebe seit 10 Jahren in Moitzfeld und davor war diese besagte Kreuzung Dauerthema. Passiert ist nie etwas! Die dreisteste Antwort war, es kann nichts gemacht werden, da der Verkehr aus Herkenrath abfließen muss. Da war war der Verkehr wichtiger, als die Sicherheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer. Außerdem würde ich gerne von der CDU wissen, wann Schülerlotsen eingesetzt wurden sind und an welchen Tagen eine Rotlichtüberwachung statt fand. So etwas wurde ja mit Sicherheit protokolliert.

    Vielleicht war das jetzt Wahlkampf, aber andere hatten jahrelang davor die Möglichkeit, etwas zu verändern. Aber wir Bürger und Anwohner wurden bisher nie gehört!

  6. Also so liest es sich wohl, als ginge es der CDU gar nicht darum, dass die Kinder sicher zur Schule fahren können, sondern lediglich, dass man sie dafür feiert.
    Wenn es um sichere Rad- und Fußwege geht, sind ihnen Parkplätze für Autos näher gelegen…

    1. Liebe Tante Anneliese,
      fahren Sie Auto?
      fahren Sie Fahrrad?
      sind Sie an dieser Kreuzung als Fussgänger unterwegs?
      Wir sind es mit Kindern und allen Fortbewegungsmitteln täglich.
      Wir erleben täglich 2x (zwei!) Elterntaxis, über 20Sprinter für Kita, Grund- und Fröbel-Schule und es herrscht Chaos an dieser Kreuzung.

      Kennen Sie die Einwände der CDU? Kennen Sie die Schwierigkeiten mit Vernunft gegen Ideologen zu argumentieren?
      Ihre Aussage passt nicht und fusst auf Unwissen.

  7. Das Video von Herrn Kreutz ist bereits zu Beginn des Wahlkampfes ein wahrhaftig bezeichnendes Stück. Sich so darzustellen, als hätte er binnen weniger Tage die Lösung für alles herbeigezaubert, ist schon fast dreist. Sicherlich hat die Ampelkoalition ihren Beitrag zur Umsetzung der wohl sinnvollen Maßnahme geleistet – doch dass der derzeitige Bürgermeisterkandidat in seiner Funktion als Wahlkandidat hier einen entscheidenden Anteil hatte, ist schlichtweg unbegründet.

  8. Schon lustig, wie sich die tendenziell eher autogesteuerte CDU jetzt als Retter für die Kindersicherheit inszenieren. Man muss sich nur vergangenen 15 Jahre (vor Ampel) anschauen und wird feststellen, dass fast jeder Schulweg für die kleinen viele Gefahren birgt.

    Und völlig egal, ob sie den Vorschlag gemacht haben. Umgesetzt wurde er von der Ampel..beanspruchen sie gerne dies als gelungenes Beispiel von Oppositionsarbeit.