Die Klimafreunde Rhein-Berg haben mehrere Eimer und Tüten voller weggeworfener Zigarettenkippen in der Bergisch Gladbacher Fußgängerzone, an Bushaltestellen und auf Parkplätzen eingesammelt. Dabei informierten sie die Bürger:innen darüber, wie schädlich dieser besondere Müll für die Umwelt ist.

Wir veröffentlichen einen Beitrag der Klimafreunde Rhein-Berg

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Bei sommerlichen Temperaturen legten sich am 14. Juni einige Aktive der Arbeitsgruppe StadtNatur des Klimafreunde Rhein-Berg e.V. ins Zeug, um auf die Vermüllung durch Zigarettenkippen aufmerksam zu machen. In der Innenstadt von Bergisch Gladbach sammelten sie auf Parkplätzen, an Bushaltestellen, Taxiständen und in der Fußgängerzone Zigarettenkippen.

„Unsere Aktion am 14.06. war leider wieder ein voller Erfolg“, sagt eine der Akteurinnen. „Leider“, denn die Sammler:innen befreiten den öffentlichen Raum von jeder Menge Kippenmüll. „Erfolg“ aber natürlich auch, weil sie nicht nur sammelten, sondern in zahlreichen Gesprächen mit Bürgerinnen und Bürgern auf diesen besonderen Müll aufmerksam machten und so das Bewusstsein für einen pfleglichen Umgang mit Stadt und Natur stärkten. Die Aktion kam gut an, es gab vielfach Anerkennung und Lob.

Kippen sind giftiger Sondermüll, enthalten Nikotin, Arsen, Blei, Chrom, Kupfer, Cadmium, Formaldehyd, Benzol und weitere umweltschädigende Inhaltsstoffe.
Zigarettenkippen werden weltweit am häufigsten achtlos weggeworfen (Quelle BUND: Stand 2017, 106 Mrd. Zigaretten werden in Deutschland geraucht, davon ca. 2/3 der Kippen achtlos weggeworfen)

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Jede Aktion für mehr Sauberkeit ist gut, urteilt unser Autor. Allerdings werde dabei ein besonders sensibler Ort häufig übersehen: Der Kinderspielplatz. Eigentlich herrscht dort Rauchverbot, aber niemand kümmert sich darum. Berge von Kippen sind das Ergebnis.

Auf der Kippe

Unsere Stadt ist voll mit weggeworfenen Kippen. Sie liegen überall. Über die Motive dieser Respekt- und Rücksichtslosigkeit können wir nur spekulieren. Wir können aber klären, wie andere Städte damit umgehen – und Strategien für ein angenehm anderes GL suchen.


Die Besonderheiten von diesem Müll:

  • Eine Kippe vergiftet bis zu 100 Liter Wasser und die Lebewesen darin. Die Aufbereitung des Trinkwassers wird immer teurer – Wasserfilteranlagen müssen eingesetzt werden. 
  • Der Zigarettenfilter besteht aus Plastik und braucht 15 Jahre, bis er sich zersetzt – d.h. meistens wird er zu Mikroplastik, das sich auch im menschlichen Organismus anreichert, denn auch wir nehmen es über unsere Nahrung auf, genauso wie die Giftstoffe. 
  • Waldbrände können durch achtlos in der Natur weggeworfene Kippen entstehen.

Hinzu kommt, dass jede Kippe die Umgebung hässlicher und dreckiger macht. Kurz und gut: Eine wichtige Aktion der Klimafreunde, die manch eine/n vielleicht künftig besser nachdenken lässt.

Die „Klimafreunde Rhein-Berg“, im Frühjahr 2019 als Bürgerinitiative ins Leben gerufen, sind seit Herbst 2021 ein gemeinnütziger Verein. Gemäß dem Grundsatz „Global denken – lokal handeln“ wollen die Mitglieder des e.V. vor Ort möglichst viele Menschen für das drängende Thema Klimaschutz sensibilisieren und fürs Mitmachen begeistern. 

Rund 100 Bürger:innen engagieren sich derzeit bereits in den Arbeitsgruppen der Klimafreunde zu den Themen Energie, Verkehrswende, Gesundheit, Baumschutz, Wirtschaft und konnten so bereits zahlreiche lokale Klimaschutz-Projekte anregen und erfolgreich umsetzen. Die erfolgreiche Gründung der BürgerEnergie Bergisch Gladbach eG z.B. ist eine Initiative der Klimafreunde. Weitere Mitstreiterinnen und Mitstreiter sind herzlich willkommen. www.klimafreunde-rheinberg.de

Die „Klimafreunde Rhein-Berg“, 2019 als Bürgerinitiative ins Leben gerufen, sind seit 2021 ein gemeinnütziger Verein. Gemäß dem Grundsatz „Global denken – lokal handeln“ wollen die Mitglieder vor Ort möglichst viele Menschen für das drängende Thema Klimaschutz sensibilisieren und fürs...

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  1. Tolle Aktion. Lob geht raus an die, die mitgemacht haben die Stadt sauberer zu halten :)

  2. Dem Lob an die KippensammlerInnen
    schließe ich mich an ! – ekelige Arbeit, für den Moment super! und schnell wieder zunichte

    Guter Vorschlag, sehr guter Vorschlag!
    Jede.r Rauchende entsorgt ihre/seine Kippe bei sich selbst,
    Taschen Aschenbecher
    ich habe wirklich schon, (sehr wenige), Menschen getroffen die dies praktizieren und für völlig angemessen halten, sagen sie von sich selbst: “Ich rauche – also entsorge ich meinen produzierten Müll”

  3. Erschreckend, diese vielen gesammelten Kippen zu sehen. Sicher riechen sie auch ekelig in dieser Menge. Jede Person, die raucht, kann doch einen kleinen Taschen-Ascher mitführen und dort die eigenen Kippen entsorgen. Jede weggeworfene Kippe kostet 20 € Strafe, das ist viel Geld, wenn es konsequent geahndet wird. Aber es gibt ja Personal (Stadtreinigung) die auf Kosten der Allgemeinheit alles aufräumt. Ein großes Lob an die Kippensammler!