Fast vier Stunden hat sich der Verkehrsausschuss mit der Frage befasst, wie die Mobilität in Bergisch Gladbach gestärkt werden kann, mit vielen Detailfragen. Und erstaunlich sachlich – sogar bei Themen wie Fahrradstraßen. Darüber hinaus ging es um die Streckensperrung der KVB, das Straßenbau-Programm, die Zukunft der Schulstraßen, die Rotationsschule am Lerbacher Weg und die neue Kita in Sand.
Im Ausschuss für Verkehr und Mobilität (AMV) werden die Themen verhandelt, die in der Stadtgesellschaft am heftigsten umstritten sind – und entsprechend konfrontativ verlaufen viele Debatten. Doch womöglich dreht sich der Wind: An diesem Dienstagabend sind CDU auf der einen und SPD und Grüne auf der anderen Seite aufeinander zugegangen und haben weitgehend sachlich diskutiert. Obwohl es die Themen in sich hatten.
Die Sitzung startet mit kurzen aktuellen „Mitteilungen des Bürgermeisters“. In diesem Fall kann Martin Hardt, der für die Straßen zuständig ist, zwei positive Nachrichten verkünden: Die großen Baustellen laufen im Zeit- und Kostenplan:
- In der Altenberger-Dom-Straße werde die abschließende Decke direkt nach den Sommerferien aufgetragen.
- Der letzte Abschnitt der Laurentiusstraße soll im Laufe des Augusts und damit vorzeitig fertig werden, die Kosten lägen sogar unter dem Plan.
Die Pläne der KVB
Die KVB hat zwei Projektleiter geschickt, um die Baumaßnahmen an der Linie 1 in den nächsten Wochen und den Ersatzverkehr zu erläutern. Die Arbeiten seien vielschichtig, und unbedingt notwendig, um den Fahrbetrieb für die nächsten 20 Jahren aufrecht zu erhalten.
Sie bestätigen die Sperrzeiten in insgesamt drei Phasen, über die das Bürgerportal bereits detailliert berichtet hatte – und die auf Bergisch Gladbacher Stadtgebiet am 13. Juli beginnen. Oberste Prämisse sei es, zum Schulstart am 2. September fertig zu werden.
Linie 1 fährt Bensberg sieben Wochen lang nicht an
Die KVB hat die Angaben der Stadt über die Bauarbeiten und Sperrungen entlang der Linie 1 konkretisiert und erweitert. Der U-Bahnhof Bensberg wird vom 13. Juli bis zum 2. September nicht angefahren, schon zwei Wochen vorher ist die Verbindung in die Kölner Innenstadt unterbrochen. Auch die Park & Ride-Anlage in Bensberg wird gesperrt.
Ein Ersatzverkehr mit Bussen werde in einer ausreichenden Taktung eingesetzt; allerdings könnten sich die Fahrzeiten damit verdoppeln oder in besonders belasteten Zeiten auch verdreifachen.
Phase 1: 29. Juni – 13. Juli 2026 Phase 2: 13. Juli – 14. August 2026 Phase 3: 14. August – 2. September August 2026,Sperrzeiten und Ersatzverkehr im Detail
Sperrung zwischen Bahnhof Deutz/Messe und Heumarkt.
Ab Bensberg kann man bis Deutz fahren, dort starten Ersatzbusse der Linie 101 zum Neumarkt.
Sperrung zwischen Bensberg und Merheim sowie Deutz/Messe und Heumarkt.
Vom U-Bahnhof Bensberg fährt der Ersatzbus 101 entlang der L 136 (Lustheide/Frankenforster Straße/Kölner Straße/Steinstraße) bis Merheim.
Auch zwischen Deutz und Neumarkt pendeln Busse.
Wer also von Bensberg in die Kölner Innenstadt will, muss zunächst den Ersatzbus, zwischen Merheim und Deutz/Messe die Straßenbahn und anschließend wieder den Ersatzbus nehmen, da in dieser Zeit auch die KVB-Linien 7 und 9 unterbrochen sind.
Sperrung zwischen Bensberg und Heumarkt.
Der Ersatzverkehr der Linie 101 fährt von Bensberg direkt bis zum Neumarkt.
Für die Bauarbeiten seien auch Eingriffe in den Straßenverkehr erforderlich. Der Bahnübergang Vürfels in Refrath werde für die ganzen sieben Wochen vom 13.7. bis 2.9. komplett gesperrt, auch für Fußgänger.
Auf Rückfragen stellen die KVB-Vertreter klar, dass diese Arbeiten nichts mit der geplanten Verlängerung der Bahnsteige zu tun habe. Das sei ein Teil des großen Projektes zum Ausbau der Ost-West-Achse und hänge sicherlich noch einige Jahr lang in den Genehmigungsschleifen der Stadt Köln – die zudem noch eine Finanzierung finden müsse.
Erst wenn dieses Projekt umgesetzt werde, könne man die Gefahrenstelle am Bahnübergang Vürfels entschärfen. Denn dafür sei eine Verkehrsinsel notwendig, für die erst nach einer Verlegung des Bahnsteigs genügend Platz sei.
Wie die Schule am Lerbacher Weg erschlossen werden soll
Ein Planungsbüro hatte geprüft, ob für die geplante Rotationsschule am Lerbacher Weg eine funktionierende Einbindung in den Verkehr mit einem sicheren Rad- und Fußverkehr möglich sei. Grundsätzlich sei das machbar, in zwei Varianten, lautet das jetzt im Ausschuss vorgestellte Ergebnis.
In beiden Varianten soll der Lerbacher Weg ausgebaut werden, mit Fuß- und Radwegen, Parkflächen für Elterntaxis bzw. Spaziergänger sowie Bushaltestellen am östlichen Ende. Die Baumreihe auf der Südseite der Straße soll erhalten bleiben.
Rotationsschule am Lerbacher Weg soll „kompakt“ gebaut werden
Die Stadtverwaltung geht mit der Planung für die Ausweichschule am Lerbacher Weg voran: Nach dem mehrheitlichen Beschluss des Schulausschusses will sie jetzt einen Bebauungsplan für die städtische Wiese aufstellen. In der Vorlage für den Stadtplanungsausschuss werden erste Umrisse einer vierstöckigen Rotationsschule für bis zu 1000 Schüler:innen plus Sporthalle deutlich.
Variante 1 sieht Gehwege auf beiden Seiten plus separate Radweg vor. Diese Lösung wäre jedoch teurer und würde einen Eingriff in die Waldfläche von etwa 800 Quadratmetern bedeuten.
Variante 2 ist etwas kleiner; dafür würde der bisherige Trampelpfad hinter der Baumreihe zum Radweg ausgebaut. Neben dem geringeren Flächenverbrauch sprächen auch geringere Kosten aufgrund einer einfacheren Entwässerung für diese Lösung.
Eine Entscheidung über die Varianten wird erst der Planungsausschuss treffen.
Dokumentation: Die Präsentation der Verkehrsplaner
Welche Straßen warum (nicht) saniert werden
Die erste große Debatte kommt bei der Vorlage des Straßenbauprogramms auf. Die Vorhaben für das laufende Jahr waren bereits in der vergangenen Sitzung beschlossen worden, jetzt ging es um die lange Liste aller Projekte bis 2030 – immerhin 131 hatte die Stadtverwaltung aufgelistet (siehe Dokumentation weiter unten), versehen mit einer Kostenschätzung und einer Jahreszahl.
Was jedoch fehle, monieren die Fraktionen im Ausschuss, ist eine Priorisierung – ähnlich wie beim Schulbauprogramm. Warum, fragt die CDU, sind zum Beispiel die Sander Straße oder der Rheinhöhenweg um zwei Jahre aufgeschoben worden? Und warum fehlen die kritischsten Punkte im Netz, die großen Verkehrsachsen weitgehend?
Daher fordert die CDU für die Zukunft einen Kriterienkatalog, der die Entscheidungen für oder gegen eine Maßnahme transparent mache. Das Kriterium „Leichtigkeit und Flüssigkeit des Verkehrs“ müsse dabei eine wichtige Rolle spielen, wolle man bei steigendem Verkehrsaufkommen einen Infarkt vermeiden.
Die Grünen schließen sich dieser Forderung an. Betonen aber, dass es nun darauf ankomme, ins Tun zu kommen und die Arbeit der Verwaltung nicht noch komplizierter zu machen.
In der Vorlage hatte die Verwaltung angekündigt, für die nächste Sitzung im September eine Priorisierung vorzulegen. Jetzt ergänzt sie, dass es bei jeder Entscheidung eine Vielzahl von Faktoren abzuwägen gelte: Sind im Umfeld Projekte des Abwasserwerks, der Bahn oder für die Wärmeplanung vorgesehen, wie schlecht ist der Zustand, gibt es eine Finanzierung, stehen genügend Bauleiter zur Verfügung? Zudem könne man nicht zu viele Baustellen gleichzeitig öffnen, ohne den Verkehr zum Erliegen zu bringen.
Der Beigeordnete Ragnar Migenda sagt zu, für mehr Transparenz zu sorgen. Und weist darauf hin, dass in den vergangenen Jahren immer mehr Straßen saniert worden seien. Das Jahresbudget von zehn Millionen Euro sei 2025 voll ausgeschöpft worden, ebenso wie ein Übertrag aus dem Vorjahr. (Hier finden Sie alle Straßenbauprojekte.)
Bei der Abstimmung votieren alle Fraktionen für das Maßnahmenprogramm. Nur die AfD stimmt dagegen – weil zu viele Projekte für den Radverkehr dabei seien.
Dokumentation: Maßnahmenprogramm Mobilität und Verkehr 2026 – 2030
Was aus den Fahradstraßen wird
Das Verwaltungsgericht Köln hatte die erste und einzige Fahrradstaße der Stadt im Hasenweg gekippt, weil eine ausreichende Datengrundlage gefehlt habe. Die Niederlage wird von allen Seiten als „Klatsche“ oder „Ohrfeige“ gewertet, und auch der Beigeordnete Migenda räumt die Niederlage unumwunden ein. Aber selbst die CDU spricht bei der Fehleranalyse von „wir“ – und nicht von „ihr“.
Stadt GL setzt alle Fahrradstraßen aus
Der Beigeordnete Ragnar Migenda akzeptiert das Urteil des Verwaltungsgerichts gegen die Fahrradstraße Hasenweg und lässt kurzfristig in allen drei Fahrradstraßen die Schilder und Markierungen aufheben. Die Verwaltung werde nun ihre Hausaufgaben nachholen und prüfen, wieweit das verabschiedete Radwege-Konzept angepasst werden muss – mit oder ohne Fahrradstraße. Die CDU äußert grundlegende Kritik.
Volt/FWG und CDU stellen die Sinnhaftigkeiten von Fahrradstraßen unter diesen Voraussetzungen grundsätzlich in Frage. Ziel sei es, das Netz der Fahrradrouten schnell auszubauen, betont der Vertreter von Volt/FWG – dafür seien in 80 Prozent Fahrradstraßen gar nicht notwendig.
Die CDU weist darauf hin, dass Fahrradstraßen nicht gegen die Anwohner und schon gar nicht als „Antiautopolitik“ durchsetzbar seien. Es gelte, den Radverkehr zu verbessern, ohne andere Verkehrsmittel zu belasten. Daher solle das Konzept jetzt nicht mit Druck weiterverfolgt, sondern die Radrouten mit einfacheren Maßnahmen umgesetzt werden. Eine einfache Ausweisung der Routen durch Schilder – wie es auch in Köln geschehe – reiche in vielen Fällen aus.
Auch die SPD spricht von einer „fürchterlichen Niederlage“. Es bleibe aber dabei: Wenn man mehr Mobilität für alle ermöglichen wollen, müssten mehr Leute auf das Rad umsteigen. Jeder, der auf dem Rad sitze, helfe auch dem Autofahrer, weil der mehr Platz bekomme. Man müsse aufpassen, die Verkehrsteilnehmer nicht gegeneinander auszuspielen.
Selbst die Grünen plädieren dafür, „nicht krampfhaft an den Fahrradstraßen festzuhalten“, man müsse aber auch nicht „krampfhaft dagegen“ sein. Sie räumen ein, dass man die Gestaltung optisch besser machen könne – und mit weniger roter Farbe vielleicht auch weniger Anwohner gegen sich aufbringe.
Kurz kehrt an diesem Punkt der alte Kampfgeist in die Debatte zurück, als die CDU erklärt, sie verstehe es nicht als ihren Auftrag, die Verkehrsteilnehmer zu erziehen. Davon war bislang auch keine Rede; dennoch müssen die Grünen nun klarstellen, dass es nicht um Erziehung, sondern um Wahlfreiheit gehe. Die Freiheit, das Rad zu wählen, hätten gerade viele ältere Bürger:innen jedoch nicht, weil ihnen der Radverkehr nicht sicher genug sei.
Migenda bedankt sich ausdrücklich für die „sehr sachliche“ Diskussion und sagt zu, mit mehr Augenmaß an die Sache ranzugehen und im Einzelfall zu prüfen, welche Lösung die beste sei. Bei der Beschilderung sei man an gesetzliche Vorschriften gebunden, aber bei der roten Farbe sei die Stadt tatsächlich über das Ziel hinausgeschossen.

Aber nach wie vor gehe es darum, eine „Gleichheit des Angebots“ zu schaffen, und dabei liege der Radverkehr noch deutlich zurück, betont Migenda. Das eigentliche Problem Bergisch Gladbachs, mit dem die Stadtplaner bei allen Projekten konfrontiert würden, sei der ruhende Verkehr. Wenn Parkplätze wegfielen, gebe es immer jemanden, der dagegen klage.
Beim Hasenweg und allen weiteren Projekten werde die Stadt nun externe Planer einschalten, um die vom Gericht geforderten Daten zu sammeln. Auf der Basis solle dann „ergebnisoffen, jedoch nicht unter Ausschluss der weiteren Möglichkeit auch der Einrichtung einer Fahrradstraße im Hasenweg erörtert“ werden. Ob dabei Halteverbote angeordnet werden müssen, werde ebenfalls offen geprüft.
Wie es mit den Schulstraßen weitergeht
Das Thema Schulstraßen steht zweimal auf der Tagesordnung. Zunächst als Bericht über die Einrichtung der ersten Straße dieser Art an der KGS In der Auen in Refrath – die nach Ansicht der Stadt erfolgreich und weitgehend reibungslos erfolgt ist.
Das wird von den Grünen bestätigt – die nun darauf drängen, auf diesen Erfahrungen aufzubauen und weitere Schulstraßen zugunsten der Schulwegsicherheit rascher umzusetzen.
In einer Anfrage hatten Grüne und SPD nach dem Stand der Dinge an der GGS Kippekausen, der EGS Bensberg und der Concordiaschule gefragt, in der Sitzung reicht die SPD eine Frage zu einer Schulstraße an der GGS Paffrath nach, die der Ausschuss für Anregungen bereits behandelt und an den Fachausschuss weiter gereicht hatte.
Zuletzt hatte Bürgermeister Marcel Kreutz bei der Kidical Mass am Sonntag sein persönliches Votum für Schulstraßen und Schulwegsicherheit abgegeben – nachdem aufgrund der Sparbeschlüsse des Stadtrats und Personalkürzungen der weitere Ausbau in Frage gestellt worden war.
GL erhält erste dauerhafte Schulstraße – Weiterer Ausbau ungewiss
In Refrath soll Bergisch Gladbachs erste Schulstraße nach einem einjährigen Verkehrsversuch dauerhaft eingerichtet werden. Der Schulweg ist für die Kinder durch die Maßnahme deutlich sicherer geworden, belegt eine Auswertung. Der Ausbau weiterer Schulstraßen gerät durch den Sparkurs der Stadt jedoch ins Stocken.
Im Ausschuss äußert sich die Verwaltung dazu wie in der bereits zuvor veröffentlichten Vorlage zurückhaltend. Wegen der „sich weiter zuspitzenden Personalsituation im Sachgebiet Mobilität ist es aktuell nicht möglich, die Verkehrsversuche an den Schulstandorten wie geplant zu beginnen“, steht mit Blick auf die GGS Kippekausen, der EGS Bensberg und der Concordiaschule in der Vorlage.
Auch mündlich bekräftigt die Verwaltung im Ausschuss, im Moment an einem neuen Konzept zu arbeiten, das im September dem Ausschuss vorgelegt werden soll.
Das Schicksal der Kita Schulstraße
In einem Antrag der CDU geht es ebenfalls um eine Schulstraße, in diesem Fall allerdings um die neue Kita in der Straße „Schulstraße“ in Sand – und hier um das Verkehrskonzept. Nach Informationen der Schulbaugesellschaft ist diese „Sofortkita“ so gut wie fertig und soll im August an die Stadt übergeben werden.
Ob sie aber tatsächlich in Betrieb gehen kann, steht laut CDU in den Sternen. Denn nach wie vor und im Gegensatz zur Darstellung der Stadtverwaltung gebe es keinen Konsens zwischen der Schulbaugesellschaft und einigen Anwohnern über die Verkehrsführung. Dabei gehe es um die Zufahrt zum Grundstück, um Platz für Lieferfahrzeuge sowie Heizöllaster und das Versorgungsrecht.
Diese Bedenken hatte die Verwaltung mit Bezug auf die Fachplaner und das Rechtsamt zurückgewiesen.
Dennoch warnt die CDU davor, dass es eine „hohe Chance für Klagen“ gebe – und damit einen dringenden Zwang, einen Kompromiss mit den Anwohnern zu finden. Ansonsten werde eine Klage sehr schnell zu einer Stilllegung der Baustelle führen und die Kita könne nicht eröffnet werden.
Der Antrag der CDU fordert daher den Einsatz eines externen Büros, das die Lage nicht nur prüfen, sondern auch Gespräche mit den Bürgern vor Ort führen soll.
Auf Vorschlag der Grünen wandelt die CDU ihren Antrag in einen Prüfauftrag um, wonach nun die Verwaltung selbst noch einmal vor Ort verhandeln soll und nur im Fall eines Scheiterns ein externe Büro eingeschaltet wird.
Auch das sei schwierig, sagt Migenda, weil er für alle Kommunikationsmaßnahmen in seinem Aufgabenbereich nur noch eine einzige Person zur Verfügung habe.
Bei der Abstimmung votiert nur die CDU für den abgeschwächten Antrag, und verliert mit 9 : 11 gegen SPD, Gründe, Volt/FWG und AfD.
Eine Einbahnstraße in der vorderen Schlossstraße
In einem weiteren Antrag befasst sich die CDU mit der oftmals chaotischen Verkehrssituation in der „neuen“ Schlossstraße. Nicht im oberen Teil, sondern im unteren, zwischen Kölner Straße und Nikolausstraße. Hier würden Autofahrer davor scheuen, die Holperpiste hinauf zum Schloss zu fahren oder die 600 Meter Umweg durch den Rest der Schlossstraße in Kauf zu nehmen; die Ausfahrt durch die Nikolausstraße ist versperrt.
Stattdessen wenden einige Fahrzeuge auf der Straße oder im Kreuzungsbereich, was in Kombination mit dem weit verbreiteten Parken in zweiter Reihe zu gefährlichen Situationen führe.
Daher der einfache Vorschlag: Die Schlossstraße in diesem Bereich in Fahrtrichtung Schloss zur Einbahnstraße machen und die Richtung der Einbahnstraße in der Nikolausstraße umkehren, so dass eine schnelle Ausfahrt möglich wird.
Dagegen wendet die Verwaltung jedoch ein, dass eine solche Umwidmung so einfach nicht sei und umfangreich geprüft werden müsse. Das sei rechtlich vorgeschrieben, einen Spielraum gebe es nicht. Daher könne das der Ausschuss zwar beschließen, umgesetzt werde es aber allenfalls nach der Prüfung.
Nach einiger Debatte schwächt die CDU auch diesen Antrag zu einem Prüfauftrag ab. Dieses Mal mit Erfolg – der Ausschuss stimmt einstimmig zu.
Kurze Fragen, kurze Antworten
Wie immer haben die Ausschussmitglieder noch ein paar Fragen mitgebracht, hier in aller Kürze eine Auswahl:
Die Bordsteinkanten an der Altenberger-Dom-Straße wurden zum Teil gegen weiße ausgetauscht, nun sehe die Kante wie ein Zebra aus. Könne man die alten Steine nicht auch weiß streichen, fragt die CDU. Wird geprüft, verspricht die Verwaltung.
Die Berliner Kissen an der Einfahrt zum Turbokreisel sind verschwunden, bleibt das so, fragt die CDU? Nein, die seien einem Schneepflug zum Opfer gefallen und werden rasch ersetzt, so die Verwaltung.
Wer ist eigentlich für den Rückschnitt der Böschung an der Alten Wipperfürther Straße zuständig? Wir, antwortet die Stadt, wird erledigt.
Nach einer Fahrplanänderung haben die Schüler:innen der GGS Hebborn nach Schulschluss nur noch wenige Minuten Zeit, die gegenüberliegende Bushaltestelle zu erreichen. Könne die unübersichtliche Situation verbessert werden, fragt die Linke. Die Haltestelle werde demnächst barrierefrei ausgebaut, dabei werde auch eine Verlegung geprüft, verspricht die Stadt.
Was ist aus dem Radweg Herkenrath – Spitze geworden, den der Landesbetrieb Straßen versprochen hatte, fragt die CDU. Der sei nicht vergessen und soll angeblich nun im dritten Quartal gebaut werden, antwortet die Verwaltung.
Was ist eigentlich mit den Baken an der Ausfahrt der Gartenstraße zur Steinstraße, die nach der Sanierung stehen geblieben sind – können die nicht mal weg, fragen die Grünen. Da sollen wieder Poller hin, antwortet die Stadt. Aber nicht die normalen, sondern die edlen, wie aus der Schlossstraße bekannt. Die sollen noch in den Sommerferien kommen.

