Auch im April verzeichnet Bergisch Gladbachs Flüchtlingsstatistik mehr Ab- als Zugänge: acht Personen kamen im Zuge von Familienzusammenführungen hinzu, 50 Menschen verließen die von der Stadt gestellten Unterkünfte. Damit sank die Gesamtzahl auf 1503 Flüchtlinge.

Nach wie vor bekommt die Stadtverwaltung weder von der Bezirks- noch von der Landesregierung Anhaltspunkte, ob und wann die Zuweisung von Flüchtlingen wieder aufgenommen wird. Die politische Großwetterlage spricht im Moment dagegen: In ganz Deutschland waren im April „nur” 16.000 Flüchtlinge angekommen, im März waren es noch 21.000, im November 2015 sogar 200.000.

In Bergisch Gladbach wagt die Stadtverwaltung daher erste vorsichtige Reduzierungen der Kapazitäten. Das die Turnhalle in Sand im Sommer geräumt werden soll, steht schon länger fest. Aber auch die kleine Turnhalle in der Schwerfelstraße in Refrath (knapp 40 Bewohner) soll nun relativ rasch leer gezogen werden.

Unter anderem aus dem großen  Camp in Katterbach sollen Menschen in das Containerlager Paffrath umziehen. Die Container an der IGP in Paffrath sind zum Teil seit Monaten bezugsfähig, zuletzt hatte aber ein Verwaltungsfehler bei der Bestellung der Kücheneinrichtungen zu einer Verzögerung von mehr als vier Wochen geführt.

In Paffrath werden letzte Außenarbeiten erledigt. Foto: Evelyn Barth

Noch im Mai, so die aktuelle Aussage der Stadtverwaltung, sollen die qualitativ hochwertigen Unterkünfte in Paffrath und auch das sowie das sogenannte Kenfenheuer-Haus in Heidkamp aber jetzt wirklich bezogen werden.

Damit könnte es in den zugigen Unterkünften, vor allem in Katterbach, rasch ziemlich leer werden. Schon jetzt wohnen in Katterbach nur noch 190 Menschen, 200 Betten stehen leer. Und auch die Dreifachturnhalle Feldstraße ist mit 97 Personen nur zu gut einem Drittel ausgelastet.

Alleine an der IGP ist Platz für 250 Menschen, die dort in kleinen Einheiten wohnen und sich selbst versorgen können.

Leere Flüchtlingsbetten. Ein Archivbild auf dem Oktober 2015. Inzwischen ist die Halle in der Feldstraße längst mit Trennwänden ausgebaut worden.

Daher, so die Verwaltung, stehen die Massenunterkünfte in Katterbach und in der Feldstraße „mittel- und langfristig” zur Disposition. Bislang hatte die Verwaltung geplant, wenigstens die Feldstraße noch länger als Reservekapazität in der Hinterhand zu halten.

Bürgermeister Lutz Urbach hatte vor einem Monat dafür plädiert, bis zum Sommer abzuwarten und die Lage dann neu zu beurteilen. Denn nach wie vor will und kann niemand ausschließen, dass es zu einer neuen Flüchtlingswelle kommt.

Gleichzeitig hält die Stadt an den Plänen fest, neben der Anlage in Paffrath auch in Lückerath eine (auf 300 Plätze reduzierte) Containerunterkunft aufzubauen, die bis zu zehn Jahr lang Wohnraum bieten könnte. Dieser Wohnraum, so die Stadt, werde für eine dauerhafte Unterbringung der Menschen, die schon in Bergisch Gladbach sind, einfach gebraucht.

Die Container sind längst bestellt, die vorbereitenden Arbeiten auf dem Grundstück an der Bensberger Straße haben gerade begonnen. Der Bezug der ersten Einheiten ist für Juli geplant. Wann (und ob) die Anlage voll ausgelastet sein wird steht jedoch in den Sternen.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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