Roland Hartwig

Die AfD Rhein-Berg hat am Mittwoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit ihre Direktkandidaten für die Landtags- und Bundestagswahl im kommenden Jahr gewählt.

Für die Bundestagswahl gab es nach Angaben der AfD drei Kandidaten, gewählt wurde Roland Hartwig. Der 62-Jährige aus Bergisch Gladbach sei ein international erfahrener Jurist, der zuletzt lange Jahre als Chefsyndikus für einen bekannten Konzern gearbeitet habe. Tatsächlich war Hartwig  „Group Compliance Officer” der Bayer AG, also dafür verantwortlich, dass sich die Mitarbeiter des Leverkusener Konzern an Recht und Gesetz halten. Im September 2016 habe er das Amt des Syndikus abgegeben und arbeite weiterhin als Rechtsanwalt.

Hartwig stehe dem Stadtverband Bergisch Gladbach vor, zudem sei er Mitglied des Kreisvorstandes. Seine politische Priorität sei die „Wiederherstellung der rechtsstaatlichen Ordnung”, erklärt die AfD. Zudem wolle er sich für die Vertretung deutscher Interessen in der Außenpolitik stark machen.

„Als konservativ-liberal denkender Mensch”, so Hartwig, sei er politisch heimatlos geworden, ohne seine Standpunkte verändert zu haben. Durch „emotionale Etikettierungen” gehe die Fähigkeit verloren, Probleme sachlich zu lösen. In der AfD sehe er „die große Chance, diesen Fehlentwicklungen demokratisch entgegen zu treten”. Sein Ziel sei es, dazu beitragen, die AfD dauerhaft zu etablieren, damit sie „in einigen Jahren auch Regierungsverantwortung übernehmen kann”.

Als Funktionär der AfD war Hartwig bislang nicht bekannt; nach der Neuformierung der AfD nach dem Austritt vieler moderater Mitglieder und der Gründung der neuen Partei Alfa 2015 war er noch nicht im Kreisvorstand der Partei; auch seine Rolle als Chef eines Stadtverbandes Bergisch Gladbach war bislang nicht öffentlich bekannt geworden.

Beim Auftritt von Bundessprecher Jörg Meuthen im Bergischen Löwen war der Bergisch Gladbacher Arzt Uwe Höller bereits als Bundestagskandidat vorgestellt worden. Er war, ebenso wie Harald Weyel, gegen Hartwig angetreten und hatte die Wahl verloren.

Thomas Kunze

Für die Landtagswahl wurde Thomas Kunze (51), ebenfalls aus Bergisch Gladbach, zum Direktkandidaten für den Wahlkreis Bergisch Gladbach/Rösrath bestimmt. Der Diplom-Kaufmann ist Mitglied des Kreisvorstandes und als Unternehmer aktiv in der Mittelstandsvereinigung der AfD. Er werde sich für eine echte Mittelstandspolitik einsetzen. Ein weiterer Schwerpunkt sei die Integration. Kunze sei mit einer Hondurianer verheiratet und stellvertretendes Mitglied des Integrationsrates, heißt es in der AfD-Mitteilung.

Tatsächlich ist Kunze im Integrationsrat Stellvertreter seiner Ehefrau, die als Einzelbewerberin gewählt wurde und die er bislang bei jeder Sitzung vertreten hat. Beruflich beschäftig er sich mit dem Vertrieb von technischer Ausrüstung für Naturwerksteinbrüche. Er sei über die Euro-Politik zur AfD gekommen, die derzeit die einzige Partei sei, „in der sachlich und im wesentlichen frei von ideologischen Vorgaben diskutiert wird”, schreibt er auf der AfD-Website.

Sebastian Weihrauch

Sebastian Weihrauch (49) aus Kürten wurde im zweiten Landtagswahlkreis des Rheinisch-Bergischen Kreises aufgestellt. Der Landschaftsarchitekt wolle seinen Fokus auf den Landschafts- und Naturschutz legen.

G. Watzlawek

Journalist, Volkswirt und Gründer des Bürgerportals. Mail: gwatzlawek@in-gl.de.

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