In Gronau wehrt sich die BI Schlodderdeichs Wiese dagegen, dass ihre Einwände gegen die Erweiterung der Psychosomatischen Klink ignoriert werden. Teil 5 der Serie zum FNP.

Wir dokumentieren die Stellungnahme der Bürgerinitiative Schlodderdeichs Wiese Gronau (BSW) im Wortlaut:

„Unsere Forderungen und unsere Kritik sind in keiner Weise berücksichtigt worden. Es geht um die Einhaltung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie, deren Vorgaben für die Strunde nur noch auf Gr7b umgesetzt werden kann. Es geht um einen Frischluftaustauschbereich, der Gronau und das angrenzende Köln versorgt. Und da gibt es noch die Bergische Heideterrasse, für deren Teilgebiete die Schlodderdeichs Wiese einen wichtigen Vernetzungskorridor darstellt.

Daneben gibt es noch andere Belange – auch soziale Aspekte – die die Anwohner in der Bürgervereinsversammlung 2018 vorgetragen haben. „Das fließt alles in die Abwägung ein.“ Eine an diesem Abend gern und häufig benutzte Formulierung der Herren Höring (CDU) und Orth (SPD), die an der Versammlung teilgenommen haben.

Reden Sie mit: Am politischen Stammtisch des Bürgerportals am 6. November stehen Stadtbaurat Flügge, CDU-Ratsherr Lennart Höring sowie Vertreter der Bürgerinitiativen und des Naturschutzbundes Rede und Antwort. Ab 19 Uhr im Gasthaus am Bock. Mehr Infos auf Facebook

Im weiteren Verlauf klärt Herr Orth die „unwissende“ Bürgerschaft aber auf: „Sie müssen wissen, dass es quasi unmöglich ist, dass eine Klinik wie die PSK umzieht.“ Damit sagt er doch gleichzeitig, wie viel Gewicht die Naturschutz –, Verkehrs- und sozialen Argumente haben: nämlich so gut wie keines.

Der vorhabenbezogene Bebauungsplan ist bereits auf den Weg gebracht.

Die Zuwegung soll zwischen den Gebäuden der angrenzenden Behindertenwerkstatt (GWK) erfolgen. Der damit entstehende öffentliche Verkehr in diesem Bereich des Schlodderdicher Weges stellt eine große Gefahr für die Menschen mit Handikap dar. Wir hoffen nun, dass es der GWK gelingt, ihre über 300 Mitarbeiter zu schützen, indem sie die Zuwegung verhindert.

Da es für die Zuwegung keine Alternative gibt, würden auch die Natur und die Bürger davon profitieren. Mit einem Abwägungsprozess, wie es uns die Stadt glauben machen will, hat das aber nichts zu tun.”

Mehr Informationen finden Sie auf der Website der Bürgerinitiative

Mehr Beiträge zu Schlodderdeichs Wiese:

Schlodderdeich: Nächster Schritt zum Klinik-Ausbau

FNP: Für den Erhalt von Schlodderdeichs Wiese

Klinik-Erweiterung auf Basis des alten FNP

Gronauer BI wehrt sich gegen Gesundheits-Sondergebiet

Alle Beiträge der Serie:

Bürgerinitiativen: „FNP ignoriert 2300 Einsprüche”

FNP-Widerspruch Moitzfeld: Ohrfeige für engagierte Bürger

Widerspruch Nu7: Stadtrat als (vor-)letzte Hoffnung

Widerspruch Sc16b /Sc16d: „Ein schlechter Witz”

Die ELF: Unzulässige Darstellung der Bahntrasse im FNP

Weitere aktuelle Beiträge zum FNP:

Unterlagen für den Beschluss des FNP liegen vor

Was Sie über den FNP wissen müssen (2)

Eklatante Fehler bei der Bürgerbeteiligung zum FNP

Grünes Licht für Krüger-Bau im Neuborner Busch

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6 Kommentare

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  1. Das Sankt-Florian-Prinzip wird den Menschen, die sich für den Erhalt der Wiese einsetzen, hier und da gerne vorgeworfen. Dabei geht es nicht primär darum, nicht mehr Patienten dulden zu wollen. Es geht da viel mehr um die schützenswerte Landschaft im Thielenbruch. Sie darf für die geplante Zusammenlegung der beiden Klinikgebäude nicht weichen. Grundsätzlich ist Verdichtung zu begrüßen, aber nicht an dieser Stelle. Dort besteht z. B. die letzte Möglichkeit, die EU-Vorgaben der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie für die Strunde umzusetzen. Weiterhin hat die Wiese z. B. im Biotopverbund der Bergischen Heideterrasse eine wichtIge Funktion.
    Es mag unterschiedliche Ansichten geben, ob eine Entzugsklinik bei einem mehrwöchigen Aufentalt „zentral“ liegen muss. Fakt ist aber, dass der Thielenbruch trotz seiner ökologischen Bedeutung heute schon enormen Erholungsdruck unterliegt. Die geplante Klinikzusammenlegung wäre in Gummersbach ebenso denkbar wie ein Umzug z. B. in das Wachensdorffgelände. Das wäre eine sinnvolle Verdichtung.

  2. Hallo Herr Havermann, ich kapiere Ihren wirren Post nicht, so sehr ich mich auch bemühe. Kann es sein, dass Sie meine Anmerkung schlicht nicht verstanden haben?
    Natürlich sind wir alle gegen Flächenversiegelung und zusätzlichen Verkehr. Um beides zu minimieren, ist eine Zusammenlegung der Standorte an einem relativ zentralen Ort sinnvoll – das sind wir uns doch hoffentlich einig, oder?

  3. Dass Bergisch Gladbach sich den Expansionsplänen bzw. den gewinnmaximierenden Plänen der Zusammenlegung zweier Standorte dieser Klinik beugen soll, erschließt sich mir nun wirklich nicht. In vorauseilendem Gehorsam den Spitzen unserer Verwaltung gegenüber und dem Investorentum, der selbige sich verpflichtet fühlt, führen Sie, U. Kleinert, Argumente an, die Sie als Befürworter des FNP entlarven. Mit “Mal angenommen, die Klinik würde umziehen” führen Sie ein Scenario herbei, dass für Sie quasi schon Fakt ist. Um diesen Umstand herum, der m.E. längst nicht in trockenen Tüchern ist, platzieren Sie all die Argumente, die die Bürgerinitiativen als Negativbeispiele gegen den FNP-E. anführen. Sie bemühen sozusagen ein umgekehrtes Negativum, um etwas Falsches mit etwas Schlechtem zu guttieren.

  4. Wie berichtet muss für die Klinik wertvolle Natur an einem bedeutenden Standort weichen. Die Klinik legt auf dieser Wiese zwei Standorte zusammen. Da geht es rein um wirtschaftliche Aspekte. Im Gegenzug wird eine Klinik im Oberbergischen geschlossen, und die Leute aus diesem Einzugsgebiet können sich überlegen, wie sie in den Westen bon GL kommen. muss sich nicht vergrößern, die legt zwei Standorte zusammen.
    Es gibt andere Standorte mit freien Gewerbeflächen, z. B. das Wachendorff-Gelände, wo man auf Besstandsbauten zugreifen kann. Alternativ ginge auch ein Ausbau im Oberbergischen. Da treffen die aufgeführten Argumente gegen die Bebauung nicht zu.

  5. Es ist prima, wie lebhaft plötzlich über Stadtentwicklung diskutiert wird, ausgelöst durch den FNP. Beiträge wie dieser zeigen aber, dass das Sankt-Florians-Prinzip keine brauchbare Basis für die Stadtplanung ist.

    Mal angenommen, die Klinik würde umziehen. Dann müsste anderswo eine deutlich größere Fläche neu bebaut werden. Vermutlich wäre der neue Standort weniger zentral gelegen, führte also zu deutlich mehr Verkehr. Schlimmstenfalls müsste eine neue Straße gebaut werden, um diesen aufzunehmen. Unterm Strich also viel mehr Naturzerstörung, Flächenversiegelung und Lärm, von den Kosten mal ganz zu schweigen. Ähnlich sähe es bei einer Aufteilung auf zwei Standorte aus. (Ich kenne die Klinik-Interna nicht und gehe mal davon aus, dass eine Erweiterung tatsächlich notwendig ist.)

    Bergisch Gladbach ist eben kein Dorf mehr. Wenn wir akzeptieren, dass wir in einer “Großstadt” leben, dann müssen wir auch entsprechend planen und bauen: Möglichst zentral, möglichst verkehrsgünstig, möglichst intensiv die begrenzten Flächen nutzend. Die Alternative ist eine zunehmende Zersiedelung des Bergischen Landes, bis es in der Region überhaupt keine Naturflächen mehr gibt. Wer das möchte, bitte melden!

  6. Der Fall ist ein Paradebeispiel für Investorenhörigkeit, die Bevölkerung in der näheren Nachbarschaft hat hier keine Chance. Der Bauantrag wurde schon durch einen Kölner Baurechtsanwalt begleitet und mit erstellt.

    Und dass es unmöglich ist das eine Klinik umzieht, führt doch alle hinters Licht. Die Klinik wird ja gerade so groß, weil ein anderer Standort im oberbergischen geschlossen wurde!

    Selbst Baurat Flügge hat bei einer Bürgerfragestunde der CDU in der Berufsschule in Heidkamp vor gut einem Jahr erklärt, dass auch er nicht gerne neben der Klinik wohnen wollte.