Die Fläche Kb8C (Lubusch)

Die Bürgerinitiative Sträßchen Siefen kritisiert, dass in Katterbach die nördliche Biotop-Verbundachse zerschnitten werden soll. Damit setze sich die Verwaltung u.a. über die Bezirksregierung hinweg. Teil 6 der Serie zum FNP.

Wir dokumentieren die Stellungnahme der Bürgerinitiative Sträßchen Siefen im Wortlaut:

„Mit Unverständnis und Empörung nehmen wir die Ausführungen in der Beschlussvorlage zum Ratsbeschluss zum Flächennutzungsplan „zur Kenntnis“. Die Stellungnahme des Bürgermeisters als Vertreter der Verwaltung erschöpft sich in Wiederholungen der Argumente im Entwurf  des FNP. Beispielhaft sind dafür die bereits bekannten Aussagen:

„Ein Anspruch auf eine in der Nachbarschaft liegende Naherholungsfläche ergibt sich aus den gesetzlichen Anforderungen des BauGB nicht.“

„Mögliche verkehrliche Auswirkungen von neuen Baugebieten können nicht im Rahmen des FNP Verfahrens gelöst werden, da erst auf der Ebene einen B-Plans vertiefende Informationen zur Nutzungsstruktur bekannt sind. Auswirkungen sind nur bedingt ableitbar.“

Folgerichtig wurde keinem der in ca. 2.300 Stellungnahmen aufgeführten Argumente auch nur teilweise gefolgt.

Um diese Flächen geht es: Kb8c Lubusch (früher 8a Lubusch und 8b Hufer Weg)

Hier wurden zwei Flächen aus dem Entwurf zusammen gelegt und neu geschnitten, von ursprünglich 16 sind nur noch 2,5 Hektar übrig geblieben. Zudem vergaben CDU/SPD die Priorisierung 3.

Im Steckbrief (Seite 48) heißt es:

„Die Baufläche liegt etwa mittig zwischen den Stadtteilzentren Schildgen und Paffrath sowie günstig zur Achse der L288 – Kempener Straße – mit ihrem guten ÖPNV-Angebot. (…) Der vorgesehene Standort erhält den regionalen Grünzug bis zur Bebauung an der Kempener Straße und die durch den Wechsel von Wald und Freiflächen attraktive Landschaft westlich der Straße „Sträßchen Siefen“. 

Die Ausweisung der Wohnflächen in Kb8c (Lubusch) ist nur aus Sicht der Verwaltung mit wagemutigen Interpretationen der Sachlage und der Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange zu begründen. Die Baufläche liegt im Landschaftsschutzgebiet, einem ausgewiesenen regionalen Grünzug und einer ebenso dokumentierten Frischluftschneise.

Die Bezirksregierung hat lediglich im Zuge der Abstimmung in Aussicht gestellt, das die Fläche nach der Regionalplanänderung genehmigungsfähig ist.

Um diese Flächen geht es: Kb7a Herkenfelder Weg

Diese Fläche hieß zunächst „Am Schulmuseum” und umfasste stolze 7,5 Hektar, davon sind im Entwurf nur noch 0,5 Hektar am Herkenfelder Weg übrig geblieben. Bei der Priorisierung taucht diese Fläche nicht auf.

Im Steckbrief (Seite 46) heißt es:

„Die Baufläche liegt etwa mittig zwischen den Stadtteilzentren Schildgen und Paffrath sowie günstig zur Achse der L288 – Kempener Straße – mit ihrem guten ÖPNV-Angebot. Die schlechte Lage der Fläche zum nächsten Bahnhof steht den weiteren positiven Bewertungen zur Fläche gegenüber. Insbesondere die Bildungsinfrastruktur ist gut erreichbar. Mit der Baufläche erhält der Herkenfelder Weg auch an seiner nordwestlichen Ecke eine beidseitige Bebauung.”

Entgegen der Aussagen der Verwaltung werden die Bebauungen Kb8c in Verbindung mit Kb7a die nördliche Biotopverbundachse zerschneiden und eine Verbindung nicht mehr zulassen. Es handelt sich nicht um eine sinnvolle Arrondierung des Siedlungskörpers, sondern um eine nicht nur unwesentliche Verschiebung der Grenzen des Siedlungsraums.

Bei der als Argument für eine Bebauung herangezogene Gärtnerei handelt es sich um eine zulässige Bebauung landwirtschaftlicher Art im Außenbereich und nicht um eine Wohnbebauung. Es handelt sich um einen gravierenden Einschnitt in einen bisher landwirtschaftlich geprägten Grünraum mit der Sicherstellung der Bedingungen für Fauna und Flora.

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Mit der gewählten Bezeichnung „Intensivgrünland“ wird ein ökologisch bedenklicher Maisanbau suggeriert, es handelt sich jedoch nur um eine extensiv betriebenen Beweidung durch einen Milchviehbetrieb.

Allein die Fülle der für notwendig erachteten Untersuchungen wegen der Eingriffe in Schutzgüter für die Umsetzung in einen Bebauungsplan macht deutlich, dass diese Fläche als Baufläche nicht geeignet ist. Es handelt sich um insgesamt  e l f  Punkte, angefangen mit der Berücksichtung des Landschaftsbild, bei der Festsetzung gestalterischer Elemente bis zur kleinflächigen Prüfung bei Bodeneingriffen.

Eine Ausweisung als Baufläche wird daher abgelehnt.

Die einseitige und zielorientierte Sichtweise der Verwaltung zeigt sich auch in der Behandlung der Baufläche Sc16d (Odenthaler Markweg): Es wird eine 70 m tiefe Baufläche ausgewiesen. Als Begründung dient der Hinweis auf eine in der Nachbarschaft vorhandene Bebauung in mehreren Ebenen.

Um diese Fläche geht es: Sc 16d Odenthaler Marktweg

Hier handelt es sich um ein weiteres, etwas anders zugeschnittenes Teilstück der Fläche Sc 16b des Vorentwurfs. Hier ist die Priorisierung nicht eindeutig.

Dazu heißt es im Steckbrief (Seite 82):

„Mit der Baufläche erhält der Odenthaler Markweg auch an seinem östlichen Ende eine beidseitige Bebauung; die Planung nutzt insofern eine vorhandene Erschließungsanlage sinnvoll aus und arrondiert die Siedlungsfläche. Auf der heute landwirtschaftlich genutzten und von einer Gastrasse durchquerten Fläche sind wie in der Umgebung zwei Bautiefen möglich.” 

Dies ist nicht richtig. Im Einmündungsbereich Sträßchen Siefen/Odenthaler Markweg gibt wie im Odenthaler Markweg insgesamt lediglich eine straßenseitige Bebauung. Die jetzt geplante Bebauung wird das jetzt schon vorhandene hohe Verkehrsaufkommen soweit erhöhen, dass es zu umfangreichen Stauungen und einer damit verbundenen erheblichen Umweltbelastung kommt. Der Entwurf ist neben vielen anderen schwerwiegenden Gründen wie auch aus dem vorher genannten abzulehnen.

Alle Beiträge der Serie

Bürgerinitiativen: „FNP ignoriert 2300 Einsprüche”

FNP-Widerspruch Moitzfeld: Ohrfeige für engagierte Bürger

Widerspruch Nu7: Stadtrat als (vor-)letzte Hoffnung

Widerspruch Sc16b /Sc16d: „Ein schlechter Witz”

Die ELF: Unzulässige Darstellung der Bahntrasse im FNP

Widerspruch Gr7b: „Das hat mit Abwägung nichts zu tun”

Weitere aktuelle Beiträge zum FNP:

Stammtisch XXL: Finale für den Flächennutzungsplan

Unterlagen für den Beschluss des FNP liegen vor

Was Sie über den FNP wissen müssen (2)

Eklatante Fehler bei der Bürgerbeteiligung zum FNP

Grünes Licht für Krüger-Bau im Neuborner Busch

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Redaktion

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