Sechs Wochen war ich Teil des Bürgerportal-Teams und habe dabei erlebt, wie vielseitig und spannend Lokaljournalismus sein kann. Das Praktikum ist vorbei – und damit Zeit für ein Resümee. Dabei wird klar, warum auch Du dich bewerben solltest.

In einer Redaktion am Laptop sitzen und Artikel schreiben, immer mit einer Tasse Kaffee in Reichweite. Bei wichtigen Veranstaltungen in der ersten Reihe mit dabei sein. Stets ausgerüstet mit Stift und Papier: so habe ich mir den Beruf eines JournalistenIn vorgestellt.

Um zu überprüfen, ob diese Vorstellung auch der Realität entspricht, wollte ich unbedingt ein Praktikum in einer Redaktion machen. Mit der Zusage zu einem Praktikumsplatz beim Bürgerportal bekam ich die Möglichkeit dazu.

Mein erster Tag

Ich erinnere mich noch genau an den ersten Tag in der Redaktion. Den Weg zur Bahnstation hatte ich unterschätzt, also rannte ich zum Gleis, um dann festzustellen, dass mein Zug ausfällt. Klasse, dachte ich. Am ersten Tag zu spät kommen – das macht einen guten Eindruck.

Aber einmal angekommen, war alles halb so schlimm. Zunächst erhielt ich eine kleine Einführung zum Konzept und der Funktionsweise des Bürgerportals. Gründer und Inhaber Georg Watzlawek, der mir gleich das „Du” anbot, eröffnete mir seine Vorstellungen für meine Zeit in Bergisch Gladbach.

„Geh einfach mal raus und schau, was dich interessiert”, lautete der Auftrag. Am selben Tag durfte ich zu einer Veranstaltung im Rahmen der Deutsch-Palästinensischen Kulturtage mitkommen und lernte zum ersten Mal die Atmosphäre eines offiziellen Meetings kennen.

Es wurden viele Hände geschüttelt und Fotos gemacht. Auch der Bürgermeister war kurz da, verschwand dann aber bald  wieder zu einem anderen Termin.

Die Stunden vergingen wie im Flug und ich fuhr voller neuer Informationen und Eindrücke nach Hause. Nach dem ersten Tag war mir klar, dass ich hier als Praktikantin keinen Kaffee kochen werde.

Meine Aufgaben

Die Tätigkeiten beim Bürgerportal sind vielseitig. Einen großen Teil der Zeit wird mit redaktioneller Arbeit verbracht. Das bedeutet, Texte von Bürgern, Parteien, Veranstaltern, etc. zu redigieren und in das passende Format zu bringen.

Nach zwei Wochen hatte ich den Bogen raus und konnte so sehr selbstständig arbeiten. Das ist oftmals nicht die spannendste Aufgabe, aber durch das viele Lesen von Artikeln und Pressemitteilungen habe ich ein Gefühl für die „Journalistensprache“ bekommen.

Der Besuch von Veranstaltungen und das Berichten darüber, ist auch ein Aufgabenbereich des Bürgerportals. Ob Eröffnungsfeiern, Stadtratssitzungen oder Kulturangebote – in Bergisch Gladbach ist eigentlich fast jeden Tag irgendetwas los gewesen.

Manchmal bin ich deswegen auch bis 22 Uhr unterwegs gewesen, aber dafür erst nachmittags in die Redaktion gekommen. Flexible Arbeitszeiten haben das ermöglicht.

In den sechs Wochen wurde ich außerdem zur „Instagram-Beauftragten“ ernannt und habe im Zuge dessen den Instagram-Account mitgestaltet und vor allem die sogenannte „Story-Funktion“ der Plattform genutzt.

Ich habe zwar viel Erfahrung mit der App, aber nur durch die Nutzung meines privaten Accounts. Das ganze für eine Online-Redaktion zu machen hat sehr viel Spaß gemacht und mir neue Einsichten in die Arbeit mit social media gegeben.

Würde ich ein Praktikum bei iGL weiterempfehlen?

An meine Zeit in Bergisch Gladbach hatte ich einige Erwartungen gestellt. Ich wollte Erfahrungen im journalistischen Schreiben sammeln und gleichzeitig die Abläufe innerhalb einer Redaktion kennenlernen.

Das ich aber so autonom arbeiten durfte und von Georg alle Freiheiten, auch für eigene Artikel bekommen habe, war für mich eine positive Überraschung.

Nach diesem Praktikum kann ich sagen, dass richtig in das Berufsleben eines Journalisten eintauchen durfte. Daher würde ich es sofort weiterempfehlen.

Hier kommen 5 Gründe, …

… warum ich ein Praktikum beim Bürgerportal empfehle:

Lerneffekt: Durch die redaktionelle Arbeit habe nicht nur das Redigieren von Texten kennengelernt, sondern konnte auch Einblicke gewinnen können, wie eine Redaktion arbeitet, entscheidet und gestaltet. Außerdem habe ich Hilfestellung beim Schreiben bekommen. So konnte ich eigenständig und gleichzeitig gezielt eigene Artikel verfassen.

Berufsleben: Mein Studium der Politikwissenschaften ist oftmals sehr theorielastig. Deswegen hat es mich sehr gefreut, dass ich bei iGL für ein paar Wochen Journalistin sein konnte. In der Woche habe ich ungefähr 30 Stunden in der Redaktion oder bei Veranstaltungen verbracht und war ein aktiver Teil des Teams.

Perspektivenwechsel: Einmal war ich bei einer AfD-Veranstaltung und ein paar Tage später habe ich mit ehrenamtlicher Flüchtlingshelfern zusammengesessen. In kürzester Zeit habe ich viele Menschen und ihre Geschichten kennengelernt. Mit der nötigen Distanz darüber zu berichten, war eine Herausforderung, an der ich gewachsen bin.

Mitgestalten: Ab Tag eins wurde ich ermutigt, selbst auf „Artikelsuche“ zu gehen. Die einzige Vorgabe war, dass ein Bezug zu Bergisch Gladbach erforderlich ist, aber ansonsten war jeder meiner Vorschläge gerne gesehen. Das iGL-Team bespricht und diskutiert häufig Themen- und Gestaltungsfragen (z.B. von Flyern) gemeinsam. Gerade in Sachen social media, konnte ich eigene Ideen miteinbringen.

Spaß: Das wichtigste zum Schluss. Das gesamte iGL-Team ist freundlich und ich bin bin sofort als vollwertiges Mitglied betrachtet worden. Es wird viel gelacht und auch Fragen können immer gestellt werden, ohne dass es als Störung empfunden wird. Zudem hat jedes Teammitglied mehr oder weniger seinen eigenen Spezialbereich, sodass ich gleich mehrere journalistische Lebensläufe kennenlernen konnte.

Interesse?

Wenn du jetzt auch Lust hast, ein Praktikum beim Bürgerportal zu machen, schick deinen Lebenslauf und ein kleines Anschreiben an redaktion@in-gl.de

Und das ist (u.a.) beim Praktikum herausgekommen:

Als junger Mensch politisch engagieren, aber wo?

Ein Ort für die Lebenden, bei den Toten

Jung in die Politik, ab nach Europa

„Ich wünsche mir mehr Menschlichkeit”

Morgengrauen und Fotofieber

Zwischen Liebe, Rache und Gerechtigkeit

„Wir weigern uns, Feinde zu sein“

„Activist art“ zum Selbermachen – im Kulturhaus Zanders

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