Das Gleisdreieck am westlichen Rand der Innenstadt

Die Freie Wählergemeinschaft (FWG) hat sich die Unterlagen für den Stadtplanungsausschuss zum  Gleisdreieck vorgenommen – und moniert, dass bei diesen Überlegungen das Zanders-Gelände keine Rolle spielt. 

Am Mittwoch tagt der Stadtentwicklungs- und Planungsausschuss. In der Beschlussvorlage zum Gleisdreieck werden dann zwei Beschlüsse vorgeschlagen: „Aufgrund der erkennbaren Vorteile der vorgestellten Variante 4K wird diese Ausbauvariante zustimmend zur Kenntnis genommen. Die Verwaltung wird beauftragt, die Variante 4K (Gleisdreieck) weiterzuverfolgen.” und „Die Verwaltung wird beauftragt, eine Machbarkeitsstudie unter Berücksichtigung der Verkehre einer zukünftigen Entwicklung des Zanders-Geländes und der neu in den FNP aufgenommenen Bauflächen durchzuführen. Diese Machbarkeitsstudie ist eine Vorstufe für eine Vorplanung für den Bebauungsplan Nr. 2435 – Gleisdreieck.”

Die bisherige Machbarkeitsstudie Gleisdreieck berücksichtigt nur die geplanten Bebauungen auf den Geländen „Jakobstraße“, „Am Kalkofen“, „Neues Stadthaus“ und „Steinbüchel“. Das Zanders-Gelände, der wirklich dicke Brocken in der Innenstadt, wird noch gar nicht berücksichtigt und erst recht nicht die FNP Gebiete.

Bereits ohne Zanders und FNP-Flächen zeigt die Machbarkeitsstudie an manchen Knotenpunkten für den PKW Verkehr gerade noch ausreichende Verkehrsbedingungen, für den Fußgänger- und Radverkehr sogar eine mangelhafte Qualität.

Warum jetzt die Verwaltung beauftragt werden soll die Variante 4K (also die Planung ohne Berücksichtigung Zanders) weiter zu verfolgen ist nicht zu verstehen.

Erst einmal müsste eine Machbarkeitsstudie zumindest einschließlich der Zanders-Fläche erfolgen. Denn eines dürfte klar sein: wenn es nicht zu einer echten Verkehrswende in Bergisch Gladbach kommt ist das Gleisdreieck keine Lösung für die zukünftige Verkehrsbelastung in unserer Stadt. Vorrangig wären stadtweit vernünftige Radwege, Radschnellwege nach Köln und ein günstigerer ÖPNV.

Weiterhin ist es unabdingbar, nicht nur die Verkehrssituation in der Innenstadt im Auge zu behalten. Die Machbarkeitsstudie Gleisdreieck zeigt zum Beispiel, dass in der Variante 4k der Verkehr auf der Buchholzstraße um 3300 Fahrten zunehmen würde ohne dass auf anderen Straßen Richtung Norden eine entsprechende Entlastung stattfinden würde. Der Verkehrsstrom landet größtenteils auf der Kreuzung an der Flora, die jetzt schon oft überlastet ist.

Wenn jetzt noch der Verkehr der FNP Flächen aus Schildgen, Katterbach und Nussbaum dazukommen würde wäre das Chaos vorprogrammiert. Hier muss verlangt werden, dass die Politik Farbe bekennt:
Es wurde versprochen, dass vor jeder konkreten Neuausweisung von Wohn- oder Gewerbeflächen die verkehrlichen Auswirkungen auf das bestehende Straßennetz untersucht werden. Die einzig wichtige Frage dabei ist aber, welche Konsequenzen aus der Verkehrsuntersuchung gezogen werden. Ab welcher Auslastung einer zuführenden Straße (z.B. auch Kempener Straße oder L289) zu einer neuen Fläche erfolgt keine Neuausweisung?

Eine Bebauung der Flächen in der Innenstadt macht allein wegen der Nähe zur S-Bahn, zum Einzelhandel und zur Verwaltung am meisten Sinn. Nach den bisherigen Untersuchungen zur Verkehrsbelastung ist aber absehbar, dass damit die Grenze der Belastbarkeit erreicht, wenn nicht sogar überschritten wird.
Es gibt viele gute Gründe gegen die Bebauung der meisten FNP-Flächen, die Verkehrssituation bleibt eines der wichtigsten Argumente.

Die klare Forderung an die Politiker im Ausschuss muss lauten: Machbarkeitsstudie einschließlich Zandersgelände und FNP-Gebiete: Ja, aber keine weitere Planung der Variante 4K (Gleisdreieck) bis es ein Gesamtkonzept für die Gebiete Jakobstraße, Am Kalkofen, Neues Stadthaus, Steinbüchel und Zanders gibt.

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