Nach wie vor zieht es die Bergisch Gladbacher in die Innenstadt. Die Restaurants bieten jedoch nur noch Speisen zum Mitnehmen an. Die Geschäfte sind fast alle geöffnet, aber das wird voraussichtlich nicht mehr lange andauern.

Ein Gang durch die Gladbacher Innenstadt zeigt ein geteiltes Bild.

Deutlich weniger Betrieb als am Montag, noch arbeiten alle Geschäfte

Alle öffentlichen Einrichtungen, von der Stadtbücherei über die VHS und die Villa Zanders bis zur Belkaw sind geschlossen.

+ Anzeige +

Die Sparkassen und Banken sind geöffnet.

Restaurants wie das Wirtshaus am Bock und das Café Extrablatt sind geschlossen. Eisdielen, Café und Imbisse haben ihre Sitzgelegenheiten gesperrt und verkaufen nur noch außer Haus.

Allerdings scheint der Sinn der Gebote noch nicht bei allen Kunden angekommen sein. Immer noch bummeln sehr viele Senioren durch die Stadt. Und im türkischen Imbiss drängen sich die Hungrigen im engen Vorraum vor der Theke. Dabei hat der Döner-Laden ein Verkaufsfenster direkt zur Straße – nur nutzt es kaum jemand.

Der Wurstseppel darf weiter machen, aber selbst hier fehlen die Stehtische. Das Loewencenter ist geöffnet, aber ziemlich leer.

Geschäfte sollen selbst entscheiden

Die Geschäfte sind bis auf wenige Ausnahmen zwar weitgehend leer, aber so gut wie jedes ist noch geöffnet.

Vor der RheinBerg Galerie, die mit weit mehr als 15 Einzelgeschäften unter besonderen Auflagen steht, ist geöffnet – und auch die allermeisten Geschäfte arbeiten noch. Vor dem Eingang der Galerie steht ein Wachdienst. Er sagt aber lediglich an, welche Geschäfte geöffnet sind.

Das wird sich allerdings rasch ändern. Bettina Wisniewski, die Managerin der RheinBerg Galerie berichtet, dass den Mietern gerade aufgetragen wurde, selbst zu entscheiden, ob sie zu den Geschäften gehören, die einen dringenden Bedarf decken. Die Boutiquen, Saturn und Handyläden gehören kaum dazu – aber bei den Filialisten muss immer die Zentrale entscheiden.

Update 18 Uhr: Gegen Abend haben einige Bekleidungsgeschäft in der RheinBerg Galerie geschlossen und ihre Kunden informiert. Viele sind weiter offen – von Handyläden über Boutiqen bis hin zu Saturn.

Rechtslage lässt Grauzonen zu

Tatsächlich gibt es bislang auch noch gar keine Rechtsgrundlage, um Geschäfte zu schließen oder Betretungsverbote auszusprechen.. Bundeskanzlerin Merkel hatte es bei der Bekanntgabe der Leitlinien (siehe unten) am Montagabend nur in einem Nebensatz, aber dennoch unmissverständlich gesagt: Von den Schließungen sind auch „sonstige Einzelhandel-Verkaufsstellen betroffen“.

Die Stadt Bergisch Gladbach hatte noch in der Nacht umfangreiche Regeln ausgesprochen. Allerdings fehlt mit Blick auf die Geschäfte noch ein entsprechender Erlass der Landesregierung, bevor die Stadt Bergisch Gladbach eine Schließung verfügen kann. Und so wird es, so die Einschätzung der Stadtverwaltung, auch kommen. 

Das hatte Merkel genau gesagt

Ausdrücklich nicht geschlossen wird der Einzelhandel für Lebensmittel. Auch Apotheken, Drogerien, Tankstellen, Banken, Lieferdienste, Poststellen und weitere Einrichtungen sollen geöffnet bleiben. Dies erfolgt unter Auflagen zur Hygiene, außerdem soll der Zutritt gesteuert und Warteschlangen vermieden werden.

Dienstleister und Handwerker können ihrer Tätigkeit weiterhin nachgehen. Alle Einrichtungen des Gesundheitswesen bleiben unter Beachtung der gestiegenen hygienischen Anforderungen geöffnet.

Was ist zu schließen?

„Für den Publikumsverkehr zu schließen sind nach der Vereinbarung von Bund und Ländern Bars, Clubs, Diskotheken, Kneipen und ähnliche Einrichtungen. Darüber hinaus sollen Theater, Opern, Konzerthäuser, Museen, Messen, Ausstellungen, Kinos, Freizeit- und Tierparks sowie Anbieter von Freizeitaktivitäten (drinnen und draußen) den Betrieb einstellen. Auch Sporteinrichtungen, Fitnessstudios, Schwimm- und Spaßbäder, Spielplätze und sonstige Einzelhandel-Verkaufsstellen sind betroffen.

Ausdrücklich nicht geschlossen wird der Einzelhandel für Lebensmittel. Auch Apotheken, Drogerien, Tankstellen, Banken, Lieferdienste, Poststellen und weitere Einrichtungen sollen geöffnet bleiben. Dies erfolgt unter Auflagen zur Hygiene, außerdem soll der Zutritt gesteuert und Warteschlangen vermieden werden. Dienstleister und Handwerker können ihrer Tätigkeit weiterhin nachgehen. Alle Einrichtungen des Gesundheitswesen bleiben unter Beachtung der gestiegenen hygienischen Anforderungen geöffnet.

Weitere Beiträge zum Thema

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

Reden Sie mit, geben Sie einen Kommentar ab

5 Kommentare

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

  1. Ein guter Freund von mir hat seit 11 Jahren eine Gaststätte (Kneipe) in Bergisch Gladbach-Refrath . Die Kneipe ist seit dem 17. März geschlossen (wie alle Gaststätten in Bergisch Gladbach ) Trotzdem muss er am 30. März die Miete für den April bezahlen (der Hausbesitzer verlangt das !) dazu kommt seine Wohnungsmiete und vieles mehr ! In spätestens 6 Wochen ist mein guter Freund Total PLEITE ! Die Kneipe wird zugemacht und wahrscheinlich kommt da dann bald eine Döner-Bude rein ! Toll ! DANKE CORONA 2020 ! ! !

  2. Angst? Das ist nicht wirklich begründet. Die Herstellen arbeiten auf Hochtouren und liefern ständig aus. Dass ausgerechnet das Toilettenpapier immer wieder ausverkauft ist liegt vor allem am panischen (und egoistischen) Verhalten einiger Bürger. Hier wird das gut beschrieben:

    https://www.nw.de/nachrichten/zwischen_weser_und_rhein/22726656_Toilettenpapier-das-unerreichbare-Gut.html

    Und hier eine Meldung aus der Produktion:

    https://twitter.com/Essity_DE/status/1238080319896424449

  3. Im Kaufland gibt es immer noch kein ToilettenPapier.
    Das macht mir Angst oder uns.
    Hoffentlich hat das bald ein Ende

  4. Der liebe „sonstige Einzelhandel“ wird schuld sein, dass Bund und die Landesregierung den nächsten Schritt machen müssen, damit endlich Vernunft einsetzen wird.

  5. Der Wahnsinn schreitet fort niemand hört mehr ,auf die Stimmen,die warnen ,die Folgen für die Wirtschaft ist unabsehbar! Die ‚ normale Grippe „ist viel schlimmer,da sterben 20.000 daran..aber Panikmache ist sehr beliebt..wurde wegen Grippe schonmal ein Geschäft geschlossen! Und was sind die Politiker doch eben besorgt..
    Es gibt ein Video eines Fachmannes,der sagt,was los ist..ein Arzt,.aber wer wird schon auf diese Stimme hören?Auf Wunsch kann ich es gerne an die Redaktion schicken!