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Den fünften „kleinen Bruder der Strunde“, den Kotzbach, kennen nur wenige. Daher gibt es viel zu entdecken, wenn Engelbert M. Müller den Bach von der Quelle bei Bärbroich bis zu seiner Mündung in den Volbach verfolgt. Und wieder führt der Weg durch die Stadtgeschichte, durch tiefe, romantische Siefen zur ehemaligen Pulverfabrik am Juckberg und zur Kühlheimer Mühle.

Die Quelle des Kotzbachs ist auf der Karte des Umweltministeriums in der Nähe des Schützenheims bzw. des Kirmesplatzes in Bärbroich eingezeichnet. Wer sie zu Gesicht bekommen will, muss sich jedoch in die Wildnis begeben – denn während die anderen Quellen in dieser Serie alle durch menschliche Eingriffe verändert wurden, scheint mir dies bei der Kotzbachquelle nicht der Fall zu sein.

Kämpft man sich durch das Gestrüpp hinter dem Schützenheim in den Siefen hinunter, so erwartet einen eine urige Landschaft, nur durch einzelne Wegwerfartikel wie einen rostigen Eimer oder einen Zaunrest beeinträchtigt. Von einer Quelle aber oder einem Bächlein zunächst keine Spur, trotz tagelangem Regen in der jüngeren Vergangenheit.

Dann entdeckt man einzelne erste Pfützen, die sich nach und nach zu einem Rinnsal vereinen. Ich bin der Meinung, dass man diese Art von Quellen als Quellsiefen bezeichnen könnte.

Hier vereint sich nach und nach das Regenwasser mit einzelnen Quellen an verschiedenen Stellen des schluchtartigen Siefens, die man deshalb auch mit dem schon existierenden Fachbegriff Wanderquelle benennen könnte. Weil vielleicht einmal hier, einmal da das Grundwasser an die Oberfläche tritt.

Für unser Stadtgebiet oder Kreisgebiet ist da sicher noch wissenschaftliche Arbeit nötig, vielleicht auch eine Aufgabe für entsprechende Stellen der Verwaltung oder für Naturschutzverbände oder Schulen.

Auf jeden Fall ist eine Quelle ja laut Wikipedia „ein Ort, an dem dauerhaft oder zeitweise Grundwasser auf natürliche Weise an der Geländeoberfläche austritt. Meistens handelt es sich dabei um aus Niederschlägen gespeistes …Grundwasser.“

Es handelt sich wohl bei allen Gladbacher Quellen um sogenannte Schichtquellen. Dabei tritt Grundwasser ans Tageslicht, wo eine wasserundurchlässige Schicht das weitere Absinken des Grundwassers verhindert und die darauf lagernden durchlässigen Schichten nicht horizontal, sondern schräg sind.

Zurück zum Kotzbach!

Den Kotzbach als Bach kann man erst so richtig in dem Weiler Kotzfeld sehen.

Danach fließt er durch ein Waldgelände mit tief eingeschnittenen Schluchten.

bis zu der ehemaligen Pulverfabrik Juckerberg 1.

In dem einsamen Tal danach nimmt der Bach einen abwechslungsreichen Verlauf.

Leider wurde „seine Seltenheit“, der Feuersalamander, Opfer eines der wenigen Fahrzeuge auf diesem Weg. Streckenweise ist diese einsame Straße sogar asphaltiert.

Als es noch Winter mit Schnee gab, konnte man hier solchen zauberhaften Gebilden begegnen.

Nach insgesamt fast drei Kilometern mündet der Kotzbach schließlich in den Volbach.

Aber vorher passiert man noch die zauberhafte, wenig bekannte Külheimer Mühle. Der freundliche Bewohner stellte mir diese Aufnahmen zur Verfügung.

Auch das Foto eines Eisvogels, den er hier oft zu sehen bekommt.

Auf der Seite zur Volbachstraße hin kann man sogar noch ein Mühlenrad an der Mühle sehen. Sie diente ab Mitte des 19. Jahrhunderst als Mehlmühle. Doch stellte sie ihren Betrieb Anfang des 20. Jahrhunderts ein.

Um den Oberlauf des Kotzbachs kann man eine kleine Wanderung unternehmen, die im Bürgerportal unter dem Titel „Wo die Milane kreisen“ zu finden ist.

Engelbert M. Müller

ist pensionierter Lehrer, Mitglied von Wort und Kunst, Verfasser von "Der letzte Lehrer"

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2 Kommentare

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  1. Schöne Fotos, vielen Dank! Laut Plan wäre als Nächstes der Selbach dran. Aber welcher von denen? Da bin ich mal gespannt.

  2. Danke für einen weiteren wunderbaren Bericht, Herr Müller, toll recherchiert und sehr informativ! Bitte mehr davon!