Vor allem die Grundschulen (im Bild: Frankenforst) sollen Luftfilter erhalten. Foto: Thomas Merkenich

Acht Monate nach dem Dringlichkeitsbeschluss des Stadtrats meldet die Verwaltung den bevorstehenden Vollzug: Die Ausstattung einiger Schulen mit mobilen Luftfiltern werde jetzt bald abgeschlossen. Damit findet eine sehr lange Geschichte ein Ende.

Die letzten der insgesamt 150 mobilen Luftfiltergeräten würden zur Zeit ausgeliefert, damit sei „die Ausstattung der städtischen Schulen kurz vor dem Abschluss“, teilt die Stadtverwaltung lapidar mit. Details, welche Schulen bedacht wurden und wie hoch die Kosten dafür sind, nennt sie in ihrer knappen Mitteilung nicht.

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Nach Informationen des Kölner Stadt-Anzeigers geht es um sieben (der insgesamt 20 Grundschulen) sowie zwei Schulzentren:  GGS Kippekausen, KGS Frankenforst, GGS Moitzfeld, GGS Hand, KGS Hand, Schulzentrum Kleefeld, GGS Herkenrath, Schulzentrum Herkenrath und KGS Sand.

Damit findet eine lange Geschichte ihren verspäteten Abschluss. Bereits vor den Sommerferien 2021 hatte der Stadtrat lange über die Anschaffung mobiler Luftfilter für die Schulen diskutiert, um für den Herbst und Winter gewappnet zu sein. Aufgrund von Vorbehalten von Verwaltung und Krisenstab aber ohne Ergebnis.

Nach den Ferien beantragte die Ampelfraktionen dann doch die Anschaffung wenigstens für die Klassen 1 bis 6. Dem schlossen sich Bürgermeister Frank Stein, CDU, Freie Wähler und Bürgerpartei nun an.

Eigentlich sollten alle 20 Grundschulen und zwölf weiterführende Schulen mit den Filtern ausgestattet werden, damit sie besser gegen die kommende 4. Coronawelle gewappnet sind. Per Dringlichkeitsbeschluss wurden „in einem ersten Schritt“ 150 Geräte avisiert, ausgeschrieben und bestellt. Eine Vollausstattung aller Schulen hätte rund 800 Geräte erfordert – und sowohl das Stromnetz der Gebäude als auch den Haushalt der Stadt weit überfordert.

Das Verfahren für die 150 Geräte zog sich dann jedoch bis zu diesem Frühjahr hin. So lange, dass die CDU bereits im Herbst nachfragte.

Erst Ende März 2022 wurden die ersten Geräte geliefert und aufgestellt. So spät, dass die CDU-Fraktion nun fragte, ob man die – inzwischen obsolete – Lieferung nicht doch noch stoppen könne. Doch auch dafür war es nun zu spät.

Dennoch zeigt sich die Stadtverwaltung jetzt zufrieden. „Wir sind sehr froh, dass wir nun alle bestellten Luftfiltergeräte ausliefern konnten. In Ergänzung zum Lüften sind sie ein wichtiges Mittel, den Schutz vor einer Infektion im Klassenraum zu erhöhen“, erklärte Ragnar Migenda, Beigeordneter und Schuldezernent.

Redaktion

des Bürgerportals. Kontakt: info@in-gl.de

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8 Kommentare

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  1. Gut, dass der Winter jetzt vorbei ist. Sonst hätte man die Luftfilter fast noch sinnvoll einsetzen können.

    Aber vermutlich stellt man dann im Herbst fest, dass sie erstmal zur vorgeschriebenen Wartung wieder abgeholt werden müssen. Die dürfte dann vermutlich wiederum im April 2023 vollendet sein.

    Sorry für den Sarkasmus, aber öffentliche Hand und Schnelligkeit sind ganz offensichtlich Antipoden. Das zeigt sich leider immer und immer wieder.

  2. ein kleiner schritt hin zu sauberer luft insbesondere in kalten Monaten. GROSSARTIG!
    die geräte werden damit den jüngsten schülern einen zusätzlichen schutz mit den luftbewegungen bieten. die älteren schüler aus den fortführenden schulen kommen auch mit maske noch klar.

  3. Es ist einfach unglaublich wie in GL mit wirklich wichtigen Dingen umgegangen wird. Die Luftfilter hätten schon vor vielen Monaten eingesetzt werden müssen, jetzt sind sie eigentlich überflüssig, aber das Geld ist weg. Ich wüsste gerne was die, für diese Schlamperei verantwortlichen Verwaltungsmenschen getan hätten, wenn es deren Gesundheit betroffen hätte. Unglaublich und unverschämt kann man da nur sagen.

    1. Sehr geehrter Herr de Lamboy, als ehemaliges Ratsmitglied wissen Sie, dass die Verwaltung die Beschlüsse des Stadtrats umsetzt. Und auch, dass die Verwaltung an Ausschreibungsfristen und Lieferzeiten gebunden ist. Wenn Sie tatsächlich Hinweise auf eine Verschleppung der Umsetzung der Beschlüsse oder gar für eine „Schlamperei“ haben gehen wir dem gerne nach; bislang haben wir sie nicht.

      1. Als ehemaliges Rats Mitglied weiß ich aber auch, dass mit Dringlichkeitsbeschlüssen hier sehr viel mehr Druck erzeugt werden kann. Und hier wird auch noch mal ganz deutlich, dass durch den Amtsschimmel (Ausschreibungsfristen etc.) diese hier ganz dramatischen Verzögerungen entstanden sind. In solchen fällen wäre es angebracht pragmatisch zu handeln. Hierzu gehört aber eine gehörige Portion Mut und Durchsetzungskraft, um Die Gesundheit unserer Kinder größtmöglich zu erhalten, auch gegen die an dieser Stelle nicht hilfreichen Gesetzesvorgaben. Leider zeigt sich an dieser Stelle auch einmal mehr, dass der Stadtrat immer wieder mit den Partei Ideologien zurecht kommen muss.

      2. Sehr geehrter Herr de Lamboy,
        also sind es nicht die Verwaltungsmenschen sondern die Politik/Politiker. Entweder sind die Gesetze (von Politikern gemacht) in solchen Fällen unpassend oder die Politiker zu scheu, für dringende Entscheidungen auch die Verantwortung zu übernehmen.

    2. Sehr geehrter Herr de Lamboy,
      als ehemaliger Ratspolitiker einer Partei, die über viele Jahrzehnte die Politik in Bergisch Gladbach bestimmt hat, wäre ich sehr leise bzgl. jedweder Ausstattung der städtischen Schulen, denn in den Jahrzehnten städtischer CDU-Schulpolitik ist viel zu wenig für die Schulen getan worden. Die hat man einfach verrotten lassen – so sieht es aus – und schiebt nun einen unsäglichen Reformstau vor sich her.
      Herzliche Grüße,
      Jörg Schmitter

      1. Guten Morgen zusammen,
        alles ist richtig.
        Die Gesetze sind zwar nicht grundsätzlich falsch, werden aber, wie hier vorliegend nicht konsequent genug angewendet. Ein Dringlichkeitsbeschluss, der von allen Fraktionen vor immerhin 8Monaten gefasst wurde, sollte auch “dringlich durchgeführt werden- und auch die Möglichkeit einer freien Vergabe ermöglichen. Hier ging es um die gefährdete Gesundheit unserer Kinder und der Lehrer, die zum Zeitpunkt der Beschlussfassung ganz extrem bestand. Politiker hatten entschieden, aber die Ausführung und Umsetzung war das Problem. Und hier fehlten die Verwaltungsleute ohne Mut, die im Sinne der “Gefahr im Verzug”, oder des “Manövers des letzten Augenblickes” hätten handeln müssen.
        Der Unterschied der Wertschätzung von aktuellen Problemen war schon immer das brisanteste Thema zwischen den Parteien. Leider wurde, und wird auch immer noch nicht nach Wichtigkeit, Dringlichkeit und Sinnhaftigkeit entschieden, sondern nach dem jeweilige Budget- und nachdem “wir .können das so entscheiden.
        Nicht zuletzt hat mich das dazu veranlasst aus der aktiven politischen Szene und auch aus der Partei auszutreten.